Planen Özdemir und Wüst den Sturz von Merz? Bedeutet Söders Schweigen stilles Einverständnis?

Özdemir und Wüst wollen den alten und fatalen öko-sozialistischen Deindustrialisierungskurs mit einer neuen Klima-Allianz im Bundesrat fortsetzen. Geht es vielleicht längst nicht mehr nur um die Energiewende, sondern um einen Putsch gegen Merz?

IMAGO / Arnulf Hettrich

Cem Özdemir, frisch gebackener Ministerpräsident Baden-Württembergs, hat in einem Interview mit der FAZ gezeigt, dass er vorhat, ein würdiger Nachfolger von Winfried Kretschmann zu sein. Kretschmanns Bilanz ist desaströs: Verlust von Industrie und Arbeitsplätzen, Energieversorger, die wegen Investments in grün-woke Träume in ernste Schwierigkeiten geraten sind. Hinzu kommt eine deutliche Verschlechterung der Bildung. In den vergangenen zehn Jahren, bilanzierte die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), hat der einstige Primus unter den Bundesländern am deutlichsten verloren.

In dem Interview erklärt nun der immer etwas zu gewollt ernst schauende Özdemir, dass er diesen Weg – einen Weg in den Abgrund – zusammen mit der CDU fortsetzen will. Er hat auch gesagt wie: mehr Windräder, mehr Energiewende, mehr Grün, mehr Weltrettung, mehr Krieg in der Ukraine. Denn, so Özdemir, gerade die früheren grünen Oberlehrer-Pazifisten hätten gelernt, dass Putin nicht mit Wattebällchen besiegt werden könne. Hier kann man davon ausgehen, dass die grün-schwarze Koalition das Zerstörungswerk der vorherigen grün-schwarzen Regierung erfolgreich fortsetzen wird.

Die Iden des Merz:
Die Wetten auf einen Bundeskanzler Hendrik Wüst laufen
Özdemir hat aber noch mehr gesagt. Der Grüne aus der grün-woken Gängel- und Verbotspartei will bemerkt haben, dass sich der Zeitgeist hier unmerklich geändert habe, und sagt deshalb:

„Wenn die Leute den Staat als Gängelstaat wahrnehmen, der nicht überall funktioniert und mit Bürokratie agiert, deren Sinn sie nicht verstehen, verlieren sie den Glauben an ihn. Ich habe mich mit meinem Amtskollegen Hendrik Wüst in Düsseldorf verständigt, der beim Bürokratieabbau auch so unterwegs ist. Wir werden mit der dortigen schwarz-grünen Regierung kooperieren, dem Bund gemeinsam Vorschläge machen und so den Föderalismus nutzen.“

Nun gut, Bürokratieabbau – geschenkt. Es gibt mittlerweile keinen Politiker mehr, der diese Leerformel nicht fehlerfrei aussprechen könnte. Interessant ist etwas anderes: „Ich habe mich mit meinem Amtskollegen Hendrik Wüst verständigt.“

Hendrik Wüst ist – wie Daniel Günther in Schleswig-Holstein – ein treuer Paladin Angela Merkels, deren 16-jährige Bilanz um ein Vielfaches desaströser ist als die des früheren Mitglieds des Kommunistischen Bundes Westdeutschlands (KBW), Winfried Kretschmann.

Wüst will die CDU noch linker und grüner machen, als sie ohnehin bereits ist. Um ihn sammeln sich deshalb die Merkelianer und diejenigen in der CDU, die sich von diesem Weg die Erlösung der Partei versprechen. Für sie, die erkannt haben, dass Friedrich Merz ein Mühlstein ist, der die CDU in die Tiefe zieht, ist Wüst die Lichtgestalt, der sie in ihrer Verzweiflung übernatürliche Kräfte andichten. Diese sollen ihn befähigen, die CDU bei Wahlen wieder in Prozentbereiche zu führen, die momentan nur die AfD erreicht.

Der Hebel, so die Verschwörer Özdemir und Wüst, sollen Bundesrat und Klimaagenda sein. Erst jüngst haben sich die deutschen Umweltminister in Norderney getroffen, um sich ihre – nach eigenem Bekunden weltweit beneideten – Erfolge bei der Energiewende gegenseitig zu bestätigen. Nicht zufällig hat sich dabei der grüne Umweltminister Niedersachsens, Christian Meyer, besonders hervorgetan. Er sprach von einem „klaren Bekenntnis“ der Länder zur Energiewende und äußerte sogar den Satz: „Wir sind das Team Energiewende.“

Die Drei von der Umsturz-Stelle:
Die Kanzlerschaft von Friedrich Merz geht dem Ende zu
Also auch hier kann von einem weiteren „Erfolg“ öko-sozialistischer Politik bei der fortschreitenden Deindustrialisierung Deutschlands ausgegangen werden.

Nicht so klar ist hingegen, wie ein solcher Putsch erfolgreich ausgeführt werden könnte. Königsmörder werden – selbst dann, wenn der König so unbeliebt ist wie Merz – nicht geliebt. Die ruchlose Tat wird immer mit ihnen verbunden bleiben. Also: Wie vorgehen?

Die Allianz mit den Linken aller Extremismusstufen scheint das Mittel der Wahl der Verschwörer zu sein: CDU, Grüne, Linke und die Reste der SPD. Die FDP, so hat jetzt der designierte neue Parteivorsitzende Kubicki erklärt, möchte offenbar ebenfalls gerne dabei sein. Auch die CSU scheint dem Plan gegenüber offen zu stehen. Das Schweigen des sonst stets lauten Markus Söder könnte als stilles Einverständnis gewertet werden.

Aber wer zückt als Erster den Dolch? Und wo? Wird er sich auf seine Mitverschwörer verlassen können?

Das „Wann“ wird man vermutlich am ehesten erraten können. Wenn Wüst, Günther und Söder demonstrativ erklären, sie stünden voll und ganz hinter Friedrich Merz, könnte der Moment gekommen sein. Denn schon Brutus wusste: Wenn man jemandem das Messer in den Rücken rammen will, muss man zunächst hinter ihm stehen.

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Kommentare ( 72 )

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jensberndt
18 Tage her

Was ist daran toll, wenn eine Flasche die andere ersetzt? War etwa Egon Krenz der Ersatz für Erich Honecker? Oder Hans Modrow für Egon Krenz? Das ganze System stinkt und in der zweiten Reihe der CDU sehe ich kein einziges Gesicht für einen wirklichen Neubeginn.

Apfelmann
18 Tage her

Die Altparteien haben kein Personal welches geeignet wäre. Man könnte mal bei den Neuparteien, z.B. dem BSW schauen. Da gibt es, wenn auch wenige kluge Köpfe!

Fralarovi
18 Tage her

Die AfD marschiert durch. In Sachsen-Anhalt gibt ihr eine Umfrage jetzt schon die Mehrheit der Sitze. Sie kann dann alleine regieren.
(125) ENDLICH: Die AfD MARSCHIERT davon und holt Sachsen-Anhalt! – YouTube

babylon
18 Tage her

Berliner Bescheidwisser, was den Putschplan gegen Merz angeht, haben bereits den Zeitplan ventiliert. Wenn die Septemberwahlen desaströs für die CDU laufen, soll Wüst im Einvernehmen mit Söder den Brutus spielen und den Dolch zücken. Ein wichtiger CDU.Spitzpolitiker aus der Führungsriege der Union wird das Stichwort geben und Merz zum Rücktritt auffordern. Aus dem Klumpenhaufen Union, SPD, Grüne, Linke,soll dann der neue Kanzler gewählt. werden. Neuwahlen betrachten die Verschwörer als nicht notwendig.

Edwin
18 Tage her

Wüst-Özdemir, das Duo Infernale. Das wäre super! Damit würde der Untergang des Landes rasant beschleunigt. Die AfD würde es freuen, da ihr dies auf einen Schlag weitere 10% bringen würde.

Sozia
18 Tage her

Der bisherigen Erfahrung nach plant Özdemir eher so etwas wie Hanfanbau auf dem Balkon oder Bonusmeilensammeln. In keiner politischen Position hat er bislang irgendeinen Hauch weitergehender Planung gezeigt, zumindest sehe ich keine positiven Ergebnisse. Vielleicht gehört leistungsloses Maximaleinkommen auch zu den möglichen Planungen.

Paprikakartoffel
18 Tage her

„Schwarzgrün ist die Hoffnung“? Geschmackssache. Bei mir fällt das unter Dystopie.

Siggi
18 Tage her
Antworten an  Paprikakartoffel

Merkwürdig ist doch, dass die CDU sich immer einen Partner sucht, der sie erpresst und zum Untergang Deutschlands antreibt.

Deshalb AfD, eventuell mit einer kleinen CDU Beteiligung.

jensberndt
18 Tage her
Antworten an  Siggi

In der Sexualkunde nennt man diesen Charakter Masochismus.

na sowas
18 Tage her

Manche Politiker glauben doch tatsächlich, wenn sie ernst schauen, werden sie ernst genommen

Minusmann
18 Tage her

Was wäre gewonnen durch den Sturz von Merz? Zu befürchten steht, dass ein Vollgrüner wie Wüst ans Ruder kommt – und alles noch viel schlimmer macht. Mit den Blockparteien ist nichts mehr zu gewinnen. Sie hassen uns, Frau Bas hat das ja deutlich genug gemacht. Eine Implosion der Deutschland AG ist nicht mehr zu vermeiden, die AFD darf dann die Scherben zusammen kehren, nur um wieder abgewählt zu werde. Ich nehme an, dass das der perfide Plan der gewissenlosen Schufte-Regierung ist. Ich sehe keine Lösung.

Edwin
18 Tage her
Antworten an  Minusmann

Das könnte der Fall sein. Wobei ich als Alternative dann eher einen Bürgerkrieg sehe.

Der Ingenieur
18 Tage her

„Kretschmanns Bilanz ist desaströs …“

So sah seine „Energiewende-Realpolitik“ aus: Er ließ die dortigen AKWs im Ländle abschalten und mutwillig zerstören. Die Steuerzahler mussten den Betreibern dafür 10 Mrd. € an Entschädigung zahlen.

Seitdem muss 44% des verbrauchten Stroms zum dreifachen Preis importiert werden, was ein sehr großer Standortnachteil ist.

Der Importstrom kommt übrigens zu 80% aus AKWs, die sich nur wenige km entfernt an den gegenüberliegenden Ufern von Rhein und Mosel befinden.

Dadurch beträgt der Atomstromanteil immer noch 37,4%, nur dass die Schwaben nun jährlich Milliarden an höheren Stromkosten zahlen müssen, um Kretschmanns ideologischen Fake aufrecht zu erhalten.

Last edited 18 Tage her by Der Ingenieur