Entweder, die UN beginnen, sich nach demokratischen Grundsätzen zu organisieren und die Vorstellung von gleicheren als gleichen Ländern mit Weltvormachtstellung zu überwinden – oder sie wird sich zunehmend überflüssig machen. Von Kay Tsune und Tomas Spahn
Große Krisen schaffen auch Klarheit. Sie schärfen unseren Blick für die Vergangenheit, für Fehlentscheidungen und wir erkennen die mit Sprengstoffen gefüllten Minen, die in die Zeitläufte eingegraben wurden und jetzt explodieren.
Erneut ziehen Zehntausende am Samstag durch Deutschland, um gegen Impfpflicht & Co. zu demonstrieren. Dabei entwickeln sich neue Symbole und Protestformen. Seit inzwischen 11 Wochen sind „Corona-Spaziergänger“ auf deutschen Straßen unterwegs.
Die Ukraine wehrt sich erstaunlich erfolgreich gegen Putins Armee, dafür wird bei uns offensichtlich: die Bundeswehr ist Schrott. Aber auch in Krisenzeiten immer verlässlich: Die Einigen Staaten von Europa.
Corona, wirtschaftliche Not, Inflation und Krieg in Europa: Vermeintliche Sicherheiten sind dahin, zerbröseln wie Sandburgen am Strand. Wie geht man damit um? Wie sucht man Orte zur Sammlung, Beruhigung und Bändigung durchaus realer Ängste?
Deutsche Journalisten werfen Polen und Ungarn vor, in der aktuellen Krise großzügig Flüchtlinge aufzunehmen - was sie 2015 vermieden hätten. Angesichts der bisherigen deutschen Haltung im Ukraine-Konflikt ist das dünnes Eis.
Die Menschenrechtsanwältin Oleksandra Matviichuk befindet sich zur Stunde in Kiew. Im Gespräch mit TE schildert sie die dramatische Lage vor Ort. Zur deutschen Haltung in der Frage hat sie eine klare Meinung.
Während in Deutschland Politik und Medien mit wohlfeilen Worten um sich werfen, riskieren Demonstranten und Dissidenten in Russland ihre Karriere. In einem Offenen Brief protestieren Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten gegen den Ukraine-Krieg und zeigen damit, dass es ein europäisches Russland gibt.
Ein kalter Rechner wie Putin steht einem Westen gegenüber, in dem gerade eine neue Priesterkaste ihre Herrschaft errichtet, in der Sprechakte mehr zählen als Fakten. Es gibt nur einen nicht ganz unwichtigen Punkt, den die Vertreter des Spätzeit-Westens dabei übersehen.
Die beiden bislang betont neutralen Länder Schweden und Finnland wollen nach dem Überfall Putins auf die Ukraine einen NATO-Beitritt nicht mehr ausschließen.
Die von Putin geplante blitzschnelle „Enthauptung“ der Ukraine scheitert am erbitterten Widerstand. Sollte Russland trotzdem die Ukraine besetzen, könnte es zu einer Abspaltung des katholisch-polnisch geprägten Westens um Lemberg kommen - als eigene Republik oder sogar Teil Polens und der EU.
Die Invasion Russlands in der Ukraine ist das Ergebnis eines neuen Armeekonzeptes: eines hybriden Krieges. Hybrider Krieg bedeutet, den sogenannten Cyberraum zu nutzen, um Banken, Medien, die kritische Infrastruktur eines Staates anzugreifen. Zu diesem Schluss kommt Ralph Thiele im TE-Gespräch mit Holger Douglas.
Psychologische Analysen helfen nicht weiter. Weiter hilft nur, dass der Westen sich selbst befragt, denn seine große Stärke besteht darin, dass er ein lernfähiges System ist. Um ein Wort von Carl Schmitt zu variieren, Putin wird uns zu unserer eigenen Frage als Gestalt.
Putin hat aus seinen Absichten nie einen Hehl gemacht, doch im Westen nahm man das offensichtlich nicht ernst. Nun zerstört der Kreml-Herrscher mit der Souveränität der Ukraine auch das Völkerrecht und lässt westliche Träumereien zerplatzen.
Wenn drei Zyniker beim Kaffee über Putin und seine nicht vorhandenen Gegenspieler sinnieren, bleibt kein Auge trocken.
Schon lange warnen Sicherheitspolitiker und Militärexperten vor den Folgen blauäugiger Beziehungen mit Rußland und naiver Hoffnungen, sich auf die vielzitierte „Friedensdividende“ verlassen zu können. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine kam keineswegs überraschend
Gesundheitsminister Karl Lauterbach geht auf Wladimir Putin los – wirft ihm „narzisstische Geltungsbedürfnisse“ vor. Ausgerechnet dem Spiegel wird das zu viel.
Die Unkontrolliertheit, ja fast schon Panik, die den jüngsten Auftritt von Putin kennzeichnete, könnte ein Zeichen dafür sein, dass sich der Kreml-Herrscher gründlich verkalkuliert hat.
Finanzanlagen sollen demnächst dorthin gelenkt werden, wo sie sozialen Standards genügen. Am Beispiel der Rüstungsindustrie ist zu sehen, welche Auswirkungen diese diskutierten Brüsseler Vorgaben bereits im Entstehungsgang haben. Hat Brüssel den Ukraine-Knall nicht gehört?
Deutschland will Härte gegen Russland – zum Nulltarif. Doch allen voran haben die US-Präsidenten, erst Barack Obama und dann Joe Biden, in der Russland-Politik versagt. Von Sebastian Thormann und Max Mannhart




































