Achillesferse Ceuta – jetzt steigt der Druck aufs Festland

Laut Stadtpräsident Vivas sind immer noch 3000 bis 5000 illegale Invasoren in Ceuta. Viele versuchen in Booten oder gar Jetskis aufs spanische Festland überzusetzen. Die Regierung Sánchez schiebt die Schuld auf soziale Medien und Mafias – und entlastet Marokko.

picture alliance / Xinhua News Agency | La Moncloa

In den letzten Tagen des Juli hat sich Ceuta als Achillesferse Spaniens wie der EU und des Schengen-Gebiets erwiesen. Am Montag ging Juan Jesús Vivas, der Präsident der autonomen Stadt, davon aus, dass sich immer noch 3000 bis 5000 illegale Invasoren aus Marokko in seiner Stadt befinden. Vivas spricht von einer „Lawine von 80.000“, die die „territoriale Integrität Spaniens verletzt“ habe. Andere haben diese Zahl schon auf 100.000 erhöht. Die meisten sollen Berichten zufolge nach Marokko zurückgekehrt sein. Aber selbst wenn nur zehn Prozent geblieben sind, können diese zehn Prozent für erhebliche Unruhe auf den Straßen Ceutas sorgen, wie Videos zeigen.

Daneben gibt es eine steigende Zahl von Fällen, in denen die Marokkaner von Ceuta aus in Boote steigen, um wiederum auf eigene Faust zum spanischen Festland überzusetzen. Davon berichtet die Lokalzeitung El Faro de Ceuta. Eine erhebliche Gruppe der illegalen Invasoren habe sich zunächst versteckt gehalten, um dann mithilfe von Schleuserbanden aufs Festland zu schippern. Eine Anlandung im spanischen Getares wurde gefilmt, und dieser Strand etwas südlich von Algeciras würde gut zu einer Herkunft aus Ceuta oder seiner Umgebung passen. Die Mobilisierung zehntausender junger Männer hat insofern zu einem erhöhten Migrationsdruck auch auf Festland-Spanien geführt.

Von weiteren Überfahrten mit kleinen Booten oder sogar Jetskis wird berichtet. So wurden zwei Männer von der Guardia Civil von Ceuta festgenommen, die gerade versuchten, 13 der Invasoren auf einem Boot und einem Jetski aufs spanische Festland zu befördern. Auch diese 13 wurden von der Küstenwache festgenommen und sollen nun angeblich in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden. Die oftmals gegen die marokkanische Regierung aufgehetzten Männer wollen aber oft nicht zurück in ihre Heimat, obwohl ihnen dort keinerlei Verfolgung droht.

Schon in der ersten Jahreshälfte hatte eine Rekordzahl versucht, von Marokko nach Ceuta zu gelangen: 2.500 waren es vom 1. Januar bis Mitte Juni 2026, was zugleich 215 Prozent mehr waren als im Vergleichszeitraum von 2025. Also eine Verdreifachung, was von einem hohen Druck kündet, der auch unabhängig von dem Madrider Gerichtsurteil bestand. Die Invasion dauert also schon etwas länger an.

Ähnlich sieht die Tendenz auf den Balearen aus, auf denen die „algerische Route“ endet – hier allerdings nur ein Plus von 17 Prozent bei den illegalen Ankünften, was allerdings 3.200 Personen bisher im laufenden Jahr ausmacht. Hauptschuldiger hier ist Algerien als Ausgangshafen.

Spanische Regierung gespalten in der Schuldfrage

Nun überziehen sich das spanische Innen- und Verteidigungsministerium mit Vorwürfen, wie die Mitte-rechts stehende Tageszeitung El Mundo berichtet. Innenminister Fernando Grande-Marlaska beklagt sich, von niemandem gewarnt worden zu sein – womit das Verteidigungsministerium von Margarita Robles gemeint ist, dem auch die Geheimdienste unterstehen. Hingewiesen wird auch darauf, dass Sánchez nicht zögerte, seine Außenministerin Arancha González Laya zu entlassen, als die marokkanische Regierung sich an ihr stieß.

Außerdem heißt es nun allgemein aus Madrid, man sei so sehr mit den Waldbränden beschäftigt gewesen, dass man die zweite sich anbahnende Krise in Nordafrika übersah. Das ist die naivste der Regierungserklärungen für das eigenen Versagen, die auch den Bürger am geringsten schätzt.

Premierminister Pedro Sánchez weist derweil darauf hin, dass die Invasion Ceutas durch die „Verbreitung von Informationen in sozialen Netzwerken, durch Mafias“ und eine bestimmte „Lektüre eines Urteils des Obersten Gerichtshofs“ bedingt gewesen sei. Gleichzeitig entlastet Sánchez die marokkanische Regierung, mit der er zusammenarbeiten will, von jedem Vorwurf. Doch das ist eben ein Zug dieser Jahre, dass allen westlichen Regierungen die marokkanische Monarchie so sehr zu gefallen scheint, weil auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen. Doch eben diese Verbrüderung mit dem Westen wirkt wie in Spaltpilz in der marokkanischen Bevölkerung. Die Gegnerschaft gegen den König wird damit zum Argument für die Auswanderung in den ungeliebten Westen – verstehe einer die Marokkaner. Aber man kann das, gerade im Fall Ceuta, leicht als Übernahmeversuch erkennen.

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Kommentare ( 58 )

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58 Comments
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bfwied
15 Tage her

Sozialisten sind heutzutage begeisterte Globalisten, alle gleich, das ist deren dumpfes, unausgegoren dumpfbackiges Ziel. Die Sozialisten in Spanien finden nichts dabei, dass möglicherweise viele Millionen an Überzähligen aus Afrika nach Europa ziehen. Da Linke mit Bildung nichts am Hut haben, weder mit Physik oder auch Wirtschaft und Psychologie noch mit sonst irgendetwas, das mit Bildung, Wissen, Können zu tun hat, schert es sie nicht, wenn junge Männer mit IQ von deutlich unter 100, s. Studien, hier die Länder bevölkern und v. a. Ausschau nach Frauen halten, die nach ihrem Glauben ohnehin ausschließlich Männer jederzeit zur Verfügung zu stehen haben, s.… Mehr

fatherted
15 Tage her

Ich frage mich echt, wofür Spanien eigentlich eine Marine hat? Naja…wäre bei uns ja auch nicht anders. Der Drops ist gelutscht….

Privat
15 Tage her
Antworten an  fatherted

Die bekloppten Spanier wollen nicht aufräumen.
Man muss bedenken – Es sind dort Sozialisten und Kommuniusten am Werk.

AlNamrood
15 Tage her

Das kommt davon wenn man weiterhin Kolonialmacht spielen möchte. Was hat die Exklave Spanien gebracht außer Kosten?

fatherted
15 Tage her
Antworten an  AlNamrood

Hat doch damit nichts zu tun…die Exklaven sind strategisch/militärische Punkte…direkt an der Meerenge von Gibraltar….auf der anderen Seite hocken bis heute die Briten….da höre ich keine Kritik von Ihnen?

AlNamrood
15 Tage her
Antworten an  fatherted

Gibraltar ist aber auch kein Einfallstor für die Dritte Welt und Spanien hat keine Hoheheit über die Meerenge ob mit oder ohne Exklaven.

Skeptiker
15 Tage her

Spätestens als Europas Leistungsfähigkeit unter den enormen sozialen Belastungen erkennbar an ihre Grenzen kam, hätten die Regierungen das ganze Asyl- und Flüchtlingstheater als die INVASION erkennen müssen, die es ist – und ihr mit militärischen Mitteln begegnen sollen.

Haba Orwell
15 Tage her

Böses Medium registriert, dass wie üblich schon mal die Russen beschuldigt werden: „Ansturm auf Ceuta: Der Russe war’s – „doch der letzte Beweis fehlt““ > „… Das SPD-nahe RedaktionsNetzwerk Deutschland zitiert den „Experten“ Marc Henrichmann zu den Bilder aus Ceuta. Der CDU-Politiker erklärt, dass die Ereignisse der vergangenen Tage „undurchsichtig“ blieben, um sich zum Thema: „der Russe war’s“ auf ukrainische Gerüchte zu berufen. …“ Der Michel, der noch so etwas liest, dürfte eh absolut alles glauben. Die Ukros und die Woke Union würden aber auch jeden Murks nachplappern. > „… In der RND-Artikeleinleitung heißt es dazu mehr als erkenntnisreich, dass… Mehr

fatherted
15 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Immerhin gab es bisher keine Meldung, dass die AfD den Sturm auf Ceuta organisiert hat….aber was nicht ist…kann ja noch kommen. Mal heute ÖRR gucken…die kommen sicher noch auf die Idee.

Chlorhahn
15 Tage her

Erstaufnahme-Einrichtung in Spanien, Zweitaufnahme-Einrichtung in Deutschland. so wird es sein. Linke, Grüne und SPD rufen schon danach. Wenn wir sie gut integrieren, ein paar Brocken Deutsch beibringen und bei den sozialen Gewohnheiten etwas kulant sind, werden sie unseren Enkeln einst deren Rente finanzieren

Last edited 15 Tage her by Chlorhahn
Jens Frisch
15 Tage her

Ceuta ist nur dann eine Achilles Ferse, wenn man den Muslimen gegenüber Schwäche zeigt.

humerd
15 Tage her

Wo bleibt der Boykott Aufruf, der sonst so üblich ist?
die Spanier demonstrieren gegen die Touristen, nicht nur auf Mallorca, die Deutschen reisen dennoch in Scharen nach Spanien.

Kassandra
15 Tage her
Antworten an  humerd

Es bleibt ja unklar, gegen welche „Touristen“ protestiert wird.
So viel ich weiß, sitzen dort sowohl Deutsche, Engländer, Franzosen aber auch Schweizer wegen Massenvergewaltigungen verurteilt in Haft.
Kein Mensch sagt uns, wie hoch der Anteil dieser Touristen inzwischen sein mag.

giesemann
16 Tage her

Wie lange schwimmts sich da? Egal, Afrika will eh das Mittelmeer zuschütten, dauert eben noch ne Weile. Damit sie trockenen Fußes herlatschen können. Singend: Ick well to Fuß nach Kölle jon. https://www.youtube.com/watch?v=tAaT-UVtrYs&list=RDtAaT-UVtrYs&start_radio=1

Hieronymus Bosch
16 Tage her

Spanien ist ein untergehendes Land – wie unseres!

Kassandra
15 Tage her
Antworten an  Hieronymus Bosch

Das Land bleibt anderen – auch, wenn der Staat geht.

bfwied
15 Tage her
Antworten an  Kassandra

Die Kultur verschwindet langsam, die Bildung, ohne die der Westen und alle prosperierenden Staaten nicht blühen können, verschwindet – dank der Sozialisten/Grünsozialisten -, die Wirtschaft nippelt immer schneller ab, die Konkurrenzfähigkeit wird ja immer geringer …! Alle Staaten, die nicht auf Bildung und dem Leistungsgedanken aufgebaut sind, verfallen im Dreck jeglicher Art. Alle islamische Staaten sind nur in Teilen technisch versiert, z. B. Pakistan mit Atomkraft, aber auch die stammt aus dem Ausland, ansonsten sind sie marode, arm, armselig, dreckig – man bereise sie, und zwar individualistisch, nicht mit geführter Reisegruppe, die nur Highlights zu sehen bekommt.