Nach Oxfordshire strebt nun auch die mittelenglische Großstadt Birmingham eine einstweilige Verfügung gegen das Hissen von Union Jack und England-Flagge an. Die Operation „Raise the Colours“ soll per Verwaltungsakt beendet werden. Geplant sind hohe Geld- und Haftstrafen. Muslime jubeln schon jetzt.
picture alliance / empics | Jacob King
Man konnte darauf warten, dass es zu diesem Schritt in einer britischen Großstadt kommen würde. In Birmingham in den post-industriellen West Midlands, das mit 1,2 Millionen Einwohnern als zweitgrößte Stadt des Königreichs gilt, beschloss der Stadtrat, dass britische Union Jacks und englische Flaggen mit dem roten Sankt-Georgs-Kreuz fortan unerwünscht sind. Zugestimmt haben die Fraktionen der regierenden Mehrheit, und das sind in Birmingham die zum Teil erzlinken Liberal Democrats, Grünen und die Unabhängigen, hinter denen sich häufig muslimische Kandidaten verbergen.
Der Stadtrat will nun die einstweilige Verfügung eines Gerichts suchen. Wenn ein Richter sich dazu bereit erklärt, dann sollen künftig rigide Strafen gegen das Hissen der eigenen Landesflagge möglich sein. Wer Union Jack oder Georgsflagge dann noch öffentlich an Laternenmasten oder ähnlichem hisst, müsste mit einer nach oben unbegrenzten Geldstrafe und bis zu zwei Jahren Gefängnis rechnen.
Vorausgegangen waren Streitigkeiten in einzelnen Stadtbezirken, in denen die lokalen Behörden die Flaggen entfernt hatten. Die Antwort auf diese Maßnahme war nicht immer freundlich gewesen, eher das Gegenteil, von „Belästigung und Einschüchterung“ der städtischen Mitarbeiter ist die Rede. Aber kann man den Birminghamern ihren Ärger verdenken? Das Zeigen der Landesflagge soll nun also ein Verbrechen sein. Wie will man am Ende noch irgendetwas bewahren in diesem Staat, der sich anscheinend selbst ablehnt?
Anscheinend soll Großbritannien wirklich aufhören, britisch und englisch zu sein, nur weil sich einige Gruppen daran stoßen. Damit würde das Wort vom Siedlungsgebiet endgültig wahr. Eine ähnliche Anti-Flaggen-Aktion gibt es schon in Oxfordshire, wo die einstweilige Verfügung eines High Court im Juli erging, Da war allerdings noch nicht von derart drakonischen Strafen die Rede. Auch der dortige Stadtrat sah sich aber zur „robusten“ Rechtsdurchsetzung befugt.
Das Argument gegen die öffentliche Beflaggung ist dabei nie, dass die öffentliche Ordnung, etwa der Verkehr, ernsthaft gefährdet wäre, weil das schlicht absurd ist. Die Fahnen hängen in Stadt und Land und stören objektiv niemanden. Sie werden aber gerne mit „Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“ verbunden, wobei aber auch das klärungsbedürftig scheint. Denn inwiefern richtet sich das Hissen der Landesflagge wirklich gegen alle „Fremden“ oder bestimmte „Rassen“? Davon kann eigentlich niemand ausgehen. Die Vorurteile bestimmter Leute sollen so zum Maßstab staatlichen Handelns werden, und darin liegt ein Teil der Kritik an diesem staatlichen Vorgehen in Oxfordshire und vielleicht bald in Birmingham.
Free Speech Union: Direkter Angriff auf Meinungsfreiheit
Die grüne Stadtverordnete Jane Baston meint zu diesen Fragen, der Stadtrat nehme einen „rechtmäßigen, verhältnismäßigen und evidenzbasierten“ Standpunkt ein, indem man die Flaggen entferne. Die Grünen sehen die Politik offenbar als Planspiel, das man mit mathematischen Gleichungen beherrschen kann: Wenn Aktion A Gruppe X stört, entfernt man Aktion A, und alles ist wieder in bester Ordnung. Dass dies letztlich in den Überwachungs- und Polizeistaat führt, dessen Entscheidungen sich nicht mehr auf ein populäres, demokratisches Votum stützen können, übersieht man.
Auf Grundlage der „Evidenz“ will die grüne Stadträtin in Zukunft immer wieder Unterlassungsklagen einleiten und so angeblich „den Schutz der öffentlichen Sicherheit“, das Wohlergehen der eigenen Mitarbeiter und den „sozialen Zusammenhalt“ sicherstellen. Die Fragmentierung des Königreichs in verschiedene Ethno-Gruppen wird immer deutlicher, so wenn Baston weiterschwafelt: „Wir bitten die Einwohner und Gemeinschaftsgruppen, diesen Ansatz zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass Dekorationen nur an Orten angebracht werden, an denen dies gestattet ist.“
Die Free Speech Union, die sich für das Recht auf freie Rede und Meinungsfreiheit einsetzt, hat unmittelbar auf das geplante Flaggen-Hiss-Verbot und die drakonische Strafandrohung reagiert: „Menschen mit einer Gefängnisstrafe zu drohen, weil sie ihre Nationalflagge hissen, ist ein direkter Angriff auf die Meinungsfreiheit.“ Patriotismus sei kein Verbrechen – „zumindest noch nicht!“
Andere fragen sich, ob die Flaggen Pakistans oder anderer Herkunftsstaaten genauso von dem Verbot erfasst würden.
Jubel von der „muslimischen Mutter“
Aber eine der involvierten „Gemeinschaftsgruppen“ brach auf X in spontanen Jubel aus. Eine gewisse Zara Hussain, laut eigene Angaben „eine muslimische Mutter, die Asyl im UK beanspruchte“, schreibt von „phantastischen Neuigkeiten“. Großbritannien wacht ihrer Meinung nach auf, und „weitere Kommunalverwaltungen“ würden bald „einstweilige Verfügungen erwirken, um gegen diesen unangenehmen Flaggenkult vorzugehen“.
Man darf sich aber nicht wirklich wundern. Denn die Mehrheitsverhältnisse in Birmingham kippen schon deutlich zu Ungunsten der alten Briten, die nur noch die größte Einzelgruppe bilden. Laut dem letzten Zensus von 2021 waren noch 48,7 Prozent der Bevölkerung „weiß“, während Pakistaner und Bangladescher zusammen 21 Prozent bildeten. 30 Prozent der Einwohner waren schon 2021 Muslime, heute sind es vermutlich mehr.
Seit Mai hat Birmingham mit Zaker Choudhry auch einen muslimischen Lord Mayor, geboren in Pakistan. Das Amt ist weitgehend zeremoniell und auf ein Jahr begrenzt, aber dafür um so ehrenvoller. Seine mit einem Hidschab verschleierte Ehefrau und Lady Mayoress, Zubeda Rashid, wurde übrigens in Birmingham geboren. Bei Choudhrys Amtseinführung samt federgeschmücktem Dreispitz und Amtskette fiel auf, dass er Englisch nur mit Schwierigkeiten spricht. Dazu wurde ein islamisches Gebet im Rathaus der Stadt angestimmt.
— Visegrád 24 (@visegrad24) May 22, 2026
Islamo-Leftism hält vorerst noch
Noch leisten die Muslime den Linken im britischen Polit-System ideologische Hilfsdienste, indem sie die Demontage nationaler Symbole fordern, obwohl man sich auch fragen kann, was darin eigentlich „links“ sein soll. Daher sind dann vielleicht doch die linken Labour-Leute, Lib Dems und Grünen in steigendem Maße den Muslimen zu willen. Die gegenseitige Stützung beider Lager oder Wähleranteile ist auch in anderen Ländern (Frankreich, Spanien, Deutschland) zu beobachten. In Frankreich nennt man es „islamo-gauchisme“, hier dann vielleicht Islamo-Leftism. Doch die Allianz ist nicht für die Ewigkeit gebaut, obwohl man den Unterwerfungswillen der Linken nie unterschätzen darf.
Nebenbei: Auch in Birmingham sind Szenen wie diese, in der ein von Schwarzen angegriffener weißer Jugendlicher von der Polizei nicht etwa geschützt, sondern festgenommen wird, an der Tagesordnung. Das ist eine andere Seite dieser seltsamen Rassen-, Religionsgruppen- und Ethnopolitik, die im UK Raum gegriffen hat.
Das Meinungsmagazin Spiked! fasst zusammen: „Birmingham hat die England-Flagge für haram erklärt“. Das sei der Versuch, Patriotismus unter Strafe zu stellen. Am Ende könnten verrutschte Mehrheitsverhältnisse – so wie auch bei öffentlichen Versammlungen in Deutschland – dazu führen, dass ein englischer Patriot eben nicht mehr zu seinem Recht kommt, die Landesflagge zu zeigen, weil eben das zu Unruhe in der lokalen „Gemeinschaft“ führen würde. Der Schutz des eigenen Landes wird so ganz offiziell zur vernachlässigbaren Größe – was er allerdings aus der Sicht vieler Politiker schon lange zu sein scheint. Man muss daran erinnern, dass Deutschland keineswegs weit weg ist von dieser letzten Absurdität der britischen Politik, egal ob in Kreuzberg oder im Reichstagsgebäude.






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