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„Tichys Einblick“ – so kommt das gedruckte Magazin zu Ihnen
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Sa, 9. Mai 2026
Mieter bezahlen CO2-Mehrkosten doch allein Getty Images
Benzin, Gas und Heizöl werden immer teurer
Mieter bezahlen CO2-Mehrkosten doch allein

Die SPD konnte sich in der Bundesregierung nicht durchsetzen mit ihrem Vorhaben, Mieter an den Kosten für den CO2-Ausstoß ihrer Mieter zu beteiligen.

VON Holger Douglas | 22. Juni 2021
Baerbock ist empört: Ein Mann auf Platz Eins der grünen Landesliste im Saarland IMAGO / photothek
Muss die Wahl rückgängig gemacht werden?
Baerbock ist empört: Ein Mann auf Platz Eins der grünen Landesliste im Saarland

Im Saarland haben sich die Grünen über das Vereinsstatut hinweggesetzt, wonach nur Frauen den ersten Listenplatz besetzen dürfen. Das sorgt für Empörung auch in der Parteizentrale in Berlin. Manche sprechen bereits von einem "Autokraten".

VON Max Roland | 22. Juni 2021
„1942 in den Bundestag“ – Dorothee Bär blamiert sich vor der deutschen Industrie Screenprint via Twitter / BDI
Tag der Deutschen Industrie
„1942 in den Bundestag“ – Dorothee Bär blamiert sich vor der deutschen Industrie

Die Frau, die für Deutschlands Digitalisierung sorgen soll, offenbart am "Tag der deutschen Industrie" eine erstaunliche Zahlenschwäche. Die deutsche Wirtschaft erfährt so immerhin, wie (un)wichtig der Bundesregierung die Digitalisierung wirklich ist.

VON Ferdinand Knauss | 22. Juni 2021
Die Grünen bewerben ihren „echten Zukunftsplan“ mit einer Rikscha Getty Images | Screenprint: Twitter/B90 Die Grünen
Rückschritt in jeder Hinsicht
Die Grünen bewerben ihren „echten Zukunftsplan“ mit einer Rikscha

Die angeblich so progressiven Grünen bewerben ihre neue Bundestagswahlkampagne mit einer Familie in der Rikscha. Das ist nicht nur unsozial und unpraktisch - sondern auch gar nicht mal so progressiv.

VON Redaktion | 22. Juni 2021
Muslimischer Antisemitismus in Deutschland wird endlich auch in der Statistik erfasst IMAGO / IPON
Innenministerkonferenz
Muslimischer Antisemitismus in Deutschland wird endlich auch in der Statistik erfasst

Nicht aufgeklärte antisemitische Straftaten wurden bislang pauschal dem Rechtsextremismus zugeordnet. Das soll sich jetzt nach Beschluss der Innenministerkonferenz ändern. Ein Schritt der längst überfällig ist.

VON Alexander Wallasch | 22. Juni 2021
Wettstreit der Rituale im Fußballstadion: Kniefall trifft auf Hymnen IMAGO / PA Images
Sport und Politik
Wettstreit der Rituale im Fußballstadion: Kniefall trifft auf Hymnen

Bei der Fußball-Europameisterschaft stoßen alte und neue Rituale aufeinander. Knien oder nicht knien, das ist mittlerweile die wichtigste fußballerische Frage. Und dagegen steht die Tradition der Nationalhymne. Wer wird gewinnen?

VON Marco Gallina | 22. Juni 2021
Nachrichtenagenturen wollen gendergerecht werden IMAGO / Martin Müller
Auch das noch
Nachrichtenagenturen wollen gendergerecht werden

DPA und andere Nachrichtenagenturen werden künftig ihre Texte mit "substantivierten Partizipien" und anderen Sprachverhunzungen „diskriminierungssensibler“ machen. Dass die Mehrheit der Leser (demnächst dann "Lesenden"?) das nicht wünscht, scheint nicht zu interessieren.

VON Josef Kraus | 22. Juni 2021
Bevorzugte Spahns Ministerium ein ihm nahes Unternehmen beim Maskenkauf? IMAGO/Future Image
Masken-Debakel
Bevorzugte Spahns Ministerium ein ihm nahes Unternehmen beim Maskenkauf?

Tichys Einblick konnte Verträge des Ministeriums mit Firmen prüfen. Schon jetzt zeigt sich: Ein Unternehmen war gleicher, und zwar eines, das nahe an Spahn Heimatwahlkreis liegt.

VON Alexander Wendt | 22. Juni 2021
Coronabedingter Distanzunterricht bringt nichts IMAGO / photothek
Internationale Studie bestätigt
Coronabedingter Distanzunterricht bringt nichts

Schüler brauchen Präsenzunterricht, Präsenzunterricht und nochmals Präsenzunterricht! Zu realer Schule gibt es keine gleichwertige digitale Alternative.

VON Josef Kraus | 22. Juni 2021
Nachlese zu Peter Taubers politischer Bilanz IMAGO / photothek
Null Selbstkritik
Nachlese zu Peter Taubers politischer Bilanz

Peter Tauber hat eine politische Bilanz geschrieben und auf seinem Blog „Schwarzer Peter“ veröffentlicht. Ein Kommentar von Philipp Lengsfeld.

VON Gastautor | 22. Juni 2021
Die Linke will die Sektsteuer von Kaiser Wilhelm abschaffen IMAGO/photothek
Klassenkampf am Stammtisch
Die Linke will die Sektsteuer von Kaiser Wilhelm abschaffen

Auf Antrag ihrer Nachwuchsorganisation "solid" beschloss die Linkspartei, sich für die Abschaffung der Schaumweinsteuer von Kaiser Wilhelm II. einzusetzen.

VON Fritz Goergen | 21. Juni 2021
Die Delta-Panik und der nächste Lockdown  IMAGO / Steinach
Corona-Update 21. Juni 2021
Die Delta-Panik und der nächste Lockdown 

Eine neue Panik geht um: die Delta-Variante. Es gibt keinen Grund, eine Katastrophe zu befürchten – doch die Politik holt schon zum nächsten Lockdown aus. Neue Daten aus Großbritannien stellen die Wirksamkeit der Impfstoffe fundamental infrage.

VON Max Mannhart | 21. Juni 2021
Im Tagesschau-Podcast: Mit „Sektenbeauftragten“ gegen impfskeptische Eltern? IMAGO / Horst Galuschka
"Faktenfinder" mit Anja Reschke
Im Tagesschau-Podcast: Mit „Sektenbeauftragten“ gegen impfskeptische Eltern?

Im Tagesschau-Faktenfinder-Podcast lässt Anja Reschke unwidersprochen einen „Sektenbeauftragten“ gegen Eltern empfehlen. Die NDR-Programmleiterin spricht mit zwei Gästen viel über vermeintliche Verschwörungsmythen und was Jugendliche tun sollen, aber wenig über Fakten.

VON Alexander Wallasch | 21. Juni 2021
Diakonie versteckt Umfrageergebnis: Mehrheit lehnt weitere Flüchtlingsaufnahme ab IMAGO / epd
Kirche im sozialen Größenwahn
Diakonie versteckt Umfrageergebnis: Mehrheit lehnt weitere Flüchtlingsaufnahme ab

Der Wohlfahrtsverband der evangelischen Kirche stört sich an dem Ergebnis einer eigenen Umfrage: Eine große Mehrheit ist gegen die Aufnahme weiterer Migranten. Die Reaktion des Diakonie-Präsidenten Ulrich Lilie offenbart puren Größenwahn.

VON Ferdinand Knauss | 21. Juni 2021
Minister der Finanzen Olaf Scholz weiß nicht, was ein Liter Sprit kostet IMAGO/photothek
Ahnungslos und abgehoben
Minister der Finanzen Olaf Scholz weiß nicht, was ein Liter Sprit kostet

In den nunmehr 72 Jahren des Bestehens der Bundesrepublik dürfte keinen Finanzminister gegeben haben, der, wenn es um den Geldbeutel des Normalbürgers geht, so ahnungslos ist wie der amtierende Herr Scholz.

VON Josef Kraus | 21. Juni 2021
Wie Polizisten von ihrem CDU-Innenminister gejagt und verleumdet werden picture alliance/dpa | Boris Roessler
SEK-Beamte packen aus
Wie Polizisten von ihrem CDU-Innenminister gejagt und verleumdet werden

In Frankfurt wird das Spezialeinsatzkommando der Polizei (SEK) aufgelöst - wegen angeblicher rechtsradikaler Umtriebe. TE sprach mit  Betroffenen, die jetzt auch von Medien gejagt werden.

VON Roland Tichy | 21. Juni 2021
Die Inzidenz als Phantasiegröße: Über die Hälfte der gemeldeten Corona-Fälle war nicht mal ansteckend IMAGO / Eibner Europa
Neue Studie zeigt
Die Inzidenz als Phantasiegröße: Über die Hälfte der gemeldeten Corona-Fälle war nicht mal ansteckend

Eine Studie zeigt den Irrsinn der deutschen Corona-Politik, die sich bis heute fast ausschließlich an der 7-Tage-Inzidenz orientiert, die allein auf PCR-Tests aufbaut. Dabei ist die, einer neuen Studie zufolge, gar nicht "als Grundlage für Pandemiebekämpfungsmaßnahmen" geeignet.

VON Redaktion | 21. Juni 2021
Das Phänomen Rezo – eine Richtigstellung IMAGO / Sven Simon
Keine Generationenfrage
Das Phänomen Rezo – eine Richtigstellung

Rezo ist das Sinnbild für die Blödheit der Generation Z – schließlich ist er ihr selbsternannter Vertreter. Oder? Das glauben nur Linke jenseits der 50.

VON Elisa David | 21. Juni 2021
Glyphosat erneut als unbedenklich geprüft IMAGO / Harry Koerber
Industriekrieg mit härtesten Bandagen
Glyphosat erneut als unbedenklich geprüft

Die EU-Kommission erteilte 2019 den Pflanzenschutzbehörden von Frankreich, den Niederlanden, Schweden und Ungarn den entsprechenden Prüfauftrag. Der liegt nun vor.

VON Holger Douglas | 21. Juni 2021
Klimakampf ist Klassenkampf: Die Linke hat ein neues Vehikel gefunden IMAGO / Political-Moments
Wahlparteitag der Linkspartei
Klimakampf ist Klassenkampf: Die Linke hat ein neues Vehikel gefunden

Wie in alten Zeiten zelebrierte die umbenannte SED einen Wahlparteitag der inneren Harmonie. „Tischlein deck dich, Esel streck dich, Knüppel aus dem Sack!“: Das ist die Strategie für den Weg zur Macht. Die Frage der Auslandseinsätze der Bundeswehr wurde dafür besonders raffiniert beantwortet.

VON Georg Gafron | 21. Juni 2021

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8. Mai 2026

„New York Times“-Bericht

Bedrohung durch Iran in Deutschland: Sicherheitsleute kritisieren Regierungslinie

Von
Redaktion

Während Merz und Dobrindt die Iran-Gefahr öffentlich herunterspielen, warnen Sicherheitsleute vor konkreten Risiken. Der Streit zeigt jetzt: Deutschlands Schutzapparat sieht mehr, als die Regierung öffentlich sagen will.

Die Bundesregierung und deutsche Nachrichtendienste streiten intern offenbar über eine Frage, die für die Bürger nicht nebensächlich ist: Wie deutlich soll vor möglichen, vom Iran gesteuerten Anschlägen gewarnt werden? Die „New York Times“ berichtet, seit Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran gebe es Spannungen darüber, ob die Öffentlichkeit ausreichend über die Lage informiert werde. Kanzler Friedrich Merz und Innenminister Alexander Dobrindt haben die Bedrohung zwar angesprochen, sie aber öffentlich eher wie ein theoretisches Risiko behandelt. Führende Sicherheitsvertreter, besonders auf Länderebene, sehen das nach dem Bericht anders: Für sie ist die Gefahr konkreter und dringlicher.

Die Zeitung stützt sich auf Gespräche mit Geheimdienstmitarbeitern, früheren Sicherheitsbeamten und Abgeordneten, die anonym bleiben wollten. Vier hochrangige deutsche Beamte schilderten demnach Spannungen zwischen Bund und Ländern. Die Landesämter sitzen näher an möglichen Gefährdungsorten, näher an jüdischen, israelischen und amerikanischen Einrichtungen, näher an den Szenarien, aus denen Anschlagsgefahren entstehen können. Dort wächst offenbar der Frust darüber, dass die politische Spitze in Berlin nach außen weniger alarmiert wirkt, als die Sicherheitslage intern nahelegt.

Warnen wäre ehrlich, Beschwichtigen ist bequemer

Sicherheitsvertreter befürchten, eine zu vorsichtige Kommunikation könne dazu führen, dass Bürger, Einrichtungen und Verantwortliche die Risiken unterschätzen. Bundespolitiker dagegen sorgen sich laut Bericht, dass deutlichere Warnungen eine selbsterfüllende Prophezeiung auslösen könnten. Das ist die vertraute Berliner Logik: Man hat Angst, die Wirklichkeit könne schlimmer werden, wenn man sie beim Namen nennt. Also wird sie in eine Sprache verpackt, die beruhigt, wobei sie eigentlich auf Gefahren vorbereiten müsste.

Merz erklärte am 12. März, die Schutzmaßnahmen für israelische, jüdische und amerikanische Einrichtungen in Deutschland seien verstärkt worden. Gleichzeitig sagte er, es gebe derzeit keine Erkenntnisse, die auf ein erhöhtes Gefährdungsniveau im Inland schließen ließen. Hinter verschlossenen Türen klang es nach Darstellung der „New York Times“ aber deutlich anders: Sicherheitsvertreter sollen erklärt haben, der Krieg habe die Wahrscheinlichkeit von Terrorakten in Deutschland erhöht.

Die WELT berichtet, diese Darstellung decke sich mit eigenen Informationen. Hinter vorgehaltener Hand sprächen Geheimdienstler offen über die wachsende Gefahr durch den Iran und mit ihm verbündete Milizen und Gruppen. Offiziell äußern sich deutsche Regierungsinstitutionen dagegen zurückhaltend. Man kennt dieses Muster: Die Dienste sehen Strukturen, Verbindungen, Radikalisierung, mögliche Anschlagsziele. Die Politik sieht dagegen zuerst die kommunikative Lage. Und am Ende wird die Bevölkerung mit halben Sätzen abgespeist, während die Sicherheitsapparate längst mit einer anderen Wirklichkeit arbeiten.

Deutschlands Sicherheit hängt am Blick der anderen

Deutschland kann sich diese demonstrative Gelassenheit vor allem deshalb leisten, weil andere Staaten hinschauen, wo deutsche Behörden oft blind sind oder immer mehr Kapazitäten auf die Kontrolle von Opposition und frechen Bürgern binden. Die Liste der letzten Jahre liest sich nicht wie eine Erfolgsbilanz deutscher Früherkennung, sondern wie ein Protokoll importierter Rettung.

2018 flog der Rizin-Plan in Köln-Chorweiler nach einem CIA-Hinweis auf; 2021 wurde der geplante Anschlag auf die Synagoge in Hagen nach einem Hinweis eines ausländischen Dienstes gestoppt; 2023 kamen in Castrop-Rauxel die entscheidenden Hinweise auf zwei iranische Verdächtige, die einen Giftanschlag mit Rizin oder Cyanid geplant haben sollen, vom FBI. Im selben Jahr fiel ein Syrer in Hamburg der NSA durch Online-Einkäufe auf, er soll einen Anschlag mit einem selbstgebauten Sprengstoffgürtel geplant haben.

Der Tagesspiegel zählt diese Fälle ausdrücklich zu einer unvollständigen Liste von Anschlagsplänen, bei denen US-Behörden deutsche Stellen warnten; WELT berichtete bereits zuvor, dass bei sechs von 13 seit 2011 vereitelten Anschlägen ausländische Erkenntnisse von wesentlicher Bedeutung waren.

Die jüngere Bilanz macht es nicht besser. 2024 kam der mutmaßliche Anschlagsplan auf die israelische Botschaft in Berlin durch einen ausländischen Nachrichtendienst auf den Tisch; in Deutschland hatte man den Libyer Omar A. nicht auf dem Radar. Ebenfalls 2024 berichtete CNN, amerikanische Dienste hätten einen russischen Mordplan gegen Rheinmetall-Chef Armin Papperger aufgedeckt und deutsche Stellen gewarnt. 2025 wurde in Berlin ein 22-jähriger Syrer festgenommen, der ein Selbstmordattentat geplant hatte; auch hier kam der Hinweis von einem ausländischen Nachrichtendienst.

Der Berliner GdP-Landeschef Stephan Weh fand dafür die Formulierung, die in Berlin niemand hören will: Mangels rechtlicher Handhabe seien deutsche Behörden „faktisch blind“. Also nach außen. Nicht nach innen. Da wird alles aufgefahren und nun auch noch die Befugnisse des Verfassungsschutzes weiter ausgebaut. Während ausländische Dienste Informationen hätten, sehe man hier „rein gar nichts“.

Noch deutlicher wird die Abhängigkeit bei iranischen und israelfeindlichen Netzwerken. Im Sommer 2025 wurde ein Däne mit afghanischen Wurzeln festgenommen, der im Auftrag eines iranischen Geheimdienstes jüdische Bürger und Einrichtungen sowie Objekte mit Israel-Bezug in Berlin ausgespäht haben soll; nach Berichten kam der entscheidende Hinweis vom Mossad, Dobrindt sprach von mehreren ausländischen Diensten. Im Oktober 2025 meldete Israels Auslandsgeheimdienst zudem, ein ranghoher iranischer Kommandeur stehe hinter vereitelten Anschlagsversuchen in mehreren Ländern, darunter Deutschland; die Anschläge gegen jüdische und israelische Ziele seien auch mit Hilfe des Mossad verhindert worden.

Das ist der Sicherheitsstaat Bundesrepublik Deutschland in seiner peinlichsten Form: Er belehrt Israel, mäkelt an Amerika, beschwört europäische Souveränität, bindet alle Mittel auf die Beobachtung, Ausspähung, Spionage und Zersetzung der Opposition – und verdankt die Verhinderung schwerster Anschläge immer wieder genau jenen Diensten, deren Methoden man hierzulande moralisch gern verachtet.

Hubigs Priorität: Digitale Gewalt
Hisbollah in Deutschland: Wie Europas wichtigster Finanzstandort für den Terror wachsen konnte

Auch die Hisbollah gehört in dieses Lagebild. Euractiv berichtete zuletzt über Hisbollah-Verbindungen zu einer antisemitischen Anschlagswelle in Europa und schrieb unter Berufung auf eigene Informationen, die Organisation unterhalte im Libanon zwei Verbindungsstellen für Deutschland, über die lokale Netzwerke an die Zentrale angebunden seien. In einem weiteren Bericht ging es um Schlüsselfiguren und Geldströme im Finanznetzwerk der Hisbollah. Das passt zu den Warnungen amerikanischer Stellen, nach denen die Hisbollah auf internationale Finanzierungs- und Vermittlungsnetze angewiesen ist und in erheblichem Umfang Geld, Waffen und Ausbildung aus dem Iran erhält.

Der Verfassungsschutz schreibt inzwischen offen, die Ausweitung der Aktivitäten von Hamas und Hisbollah auch in Deutschland trage zu einer erhöhten Gefährdung israelischer und jüdischer Ziele bei. Deutschland ist damit nicht Randzone dieses Konflikts, sondern Rückzugsraum, Finanzraum, Kontaktbörse und möglicher Operationsraum. Auch aus diesem Grund ist die Beschwichtigung aus Berlin mindestens grob fahrlässig.

Iranische Netzwerke operieren längst in Europa

Im April trat das Bundesamt für Verfassungsschutz erstmals deutlicher hervor. Der Inlandsnachrichtendienst teilte WELT mit, der Gruppierung „Harakat Ashab al Yamin al Islamiya“, kurz Hayi, seien bislang knapp ein Dutzend Anschläge in Europa zuzuordnen. Die Organisation nutze verschiedene Kanäle aus dem schiitisch-extremistischen und pro-iranischen Umfeld in sozialen Medien, um über ihre Aktivitäten zu berichten. Hinter Hayi vermutet der Verfassungsschutz ein irakisch-schiitisches Netzwerk. Zuletzt bekannte sich die Gruppe zu einem Brandanschlag auf ein israelisches Restaurant in München.

Auch die Aktivitäten iranischer Geheimdienste im Ausland könnten sich nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden weiter intensivieren. Besonders oppositionelle Exil-Iraner und deren Umfeld geraten nach Warnungen mit der Sache vertrauter Beamter stärker ins Visier. Das fügt sich in ein Bild, das die Bundesregierung offenkundig nur ungern in voller Schärfe öffentlich zeichnet: Deutschland ist nicht Beobachter eines fernen Konflikts, sondern möglicher Operationsraum für Netzwerke, die jüdische, israelische, amerikanische und iranisch-oppositionelle Ziele ins Visier nehmen können.

Berlin dementiert, die Warnungen bleiben

Der Bundesnachrichtendienst wollte sich gegenüber der „New York Times“ nicht äußern. Das Innenministerium beantwortete Fragen nach Spannungen zwischen Politik und Diensten nicht direkt. Ministeriumssprecher Leonard Kaminski sagte der Zeitung aber, Hinweise auf iranische Planungen in Deutschland hätten „zugenommen“. Regierungssprecher Stefan Kornelius wies den Eindruck zurück, es gebe Uneinigkeit über Schwere und Umgang mit der Bedrohung. Man sei sich einig, Gefahren zu erkennen und zu bekämpfen. Die Meldung selbst klingt nach etwas anderem: Diejenigen, die näher an der Gefahr arbeiten, halten sie offenbar für konkreter, als die Regierung öffentlich einräumen will.

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8. Mai 2026

Achtung, Glosse!

Ein Text vom 8. Mai 2107

Von
Alexander Heiden

Heute ist Sonntag, der 8. Mai 2107. Lassen Sie uns, lieber Leser, in die Vergangenheit reisen: zum 8. Mai 2026. Da erinnerte man sich in der Bundesrepublik Deutschland, die es damals noch gab, an das Ende des Zweiten Weltkriegs.

Es war ein Freitag. Das Freitagsgebet war im Eurasischen Friedens- und Freiheitsparadies (EFFP), das damals noch Europäische Union (EU) hieß, noch nicht offiziell eingeführt; das passierte erst 2052. Es gab noch heftige Diskussionen wegen der wachsenden muslimischen Zuwanderung nach Deutschland.

„Über den Islam kann niemand ehrlich reden, der seinen Job behalten und nicht zum Paria werden will“: Diesen Satz hatte der Medienwissenschaftler Norbert Bolz gerade auf der Plattform X gepostet, die damals noch nicht verstaatlicht war und deren Gründer Elon Musk damals noch lebte.

Das gehörte zu den letzten Ausläufern von Kritik am Islam. Nach der Verschärfung der Gesetze gegen sogenannten „Islamfeindlichen Rassismus“ im Jahr 2044 waren Äußerungen, die den Islam als Staatsreligion in Frage stellten, dann zunächst in Deutschland wie später im gesamten EFFP untersagt.

Kontrolle von Internet und Währung

Im Sommer 2026 waren VPN-Anbieter von der EU-Kommission unter der (deutschen) Präsidentin Ursula von der Leyen gezwungen worden, Daten zu speichern. Sogenannte „No-Log-VPNs“ wurden illegal. Damit wurde die anonyme Internetnutzung faktisch abgeschafft.

Parallel dazu wurde der „Digitale Euro“ eingeführt. Sukzessive wurden Alternativen zur offiziellen elektronischen Währung der EU verboten. Innerhalb weniger Jahre wurde die Nutzung des Digitalen Euro wie des Internets insgesamt an eine Identitätsverifikation mittels Personalauswies gekoppelt.

Politische Kommunikation und Lebenswirklichkeit

Die politische Kaste in Deutschland verlegte sich zunehmend darauf, in der Öffentlichkeit als Missstand empfundene Tatsachen schlicht zu leugnen.

Die Vorsitzende der damaligen „Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ (SPD), Bärbel Bas, behauptete zum Beispiel, es gebe im Land „keine Zuwanderung in die Sozialsysteme“. Das war für die Mehrheit der Bevölkerung erkennbar eine Lüge. Zwischen 2005 und 2025 war der Anteil der nicht-deutschen Empfänger von Bürgergeld von 18,8 Prozent auf 47,6 Prozent gestiegen – bei insgesamt knapp fünf Millionen Leistungsberechtigten.

Der Satz förderte massiv den Vertrauensverlust in die damalige Regierung aus CDU, CSU und SPD unter dem glücklosen Bundeskanzler Friedrich Merz. Die historische Kommentierung sieht heute darin einen wichtigen Impuls für den Untergang dieser Koalition und für die massive Schrumpfung der SPD, die dann 2033 zur „Großen linken Fusion“ von SPD, Bündnis‘90/Grünen und der „Linken“ führte.

Die so entstandene Partei „Unsere Demokratie“ übernahm sofort danach die Regierungsgeschäfte und gab sie bis zur Eingliederung der Bundesrepublik in die EFFP nicht mehr ab.

Ausschaltung der Opposition

Zuvor hatten sämtliche Parteien in einer gemeinsamen Kraftanstrengung den gesellschaftlichen Widerstand gebrochen.

Die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) stand bei den Landtagswahlen im Bundesland Sachsen-Anhalt kurz vor dem Gewinn der absoluten Mehrheit. Das verhinderten die anderen Parteien, indem sie kurz vor der Wahl das Wahlgesetz änderten und die bis dahin bestehende Fünf-Prozent-Hürde auf drei Prozent senkten.

Dadurch konnten auch die regionalen Splitterparteien „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) und die Grünen ins Parlament einziehen. Es bildete sich eine All-Parteien-Koalition gegen die AfD; so wurde ein AfD-Ministerpräsident verhindert.

Auf Bundesebene wurde das Bundesverfassungsgericht vergrößert, die neuen Richterstellen wurden mit politischen Richtern besetzt. Trotz hoher Zustimmungsraten in der Bevölkerung – mit Umfragewerten von bis zu 52 Prozent in manchen Bundesländern – gelang es, im Jahr 2031 ein Parteiverbot zu erwirken.

Wenig später bildete sich dann ja (siehe oben) die Einheitspartei „Unsere Demokratie“.

Der „Demokratisch kontrollierte Diskurs“

Die öffentliche Debatte wurde durch das „Gesetz für einen demokratisch kontrollierten Diskurs“ (GDkD) im Sinne von „Unsere Demokratie“ eingehegt.

Politische Betätigung war nur noch im Rahmen der Staatspartei erlaubt. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz wachten die Sicherheitsbehörden darüber, dass jegliche elektronische Kommunikation den gesetzlichen Vorgaben entsprach.

Zuwiderhandlungen wurden zumeist mit hohen Geldstrafen geahndet. Praktisch geschah dies durch eine Sperrung der Guthaben des elektronischen Euro.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, wie er bis 2033 hieß, wurde in „Öffentlich-Freiheitliche Medien“ umbenannt. Private Medien wurden nach und nach mittels Besteuerung und behördlicher Auflagen ausgetrocknet und aus dem Markt gedrängt.

Schon zuvor waren sämtliche Medien- und Kommunikationsanbieter von außerhalb der EU aus Gründen des Kinder- und Jugendschutzes untersagt worden.

Ökonomische Entwicklung

Deutschland hatte schon seit Jahren die arbeitende Mittelschicht immer stärker belastet. Deren Wohlstand wurde zwischen der Oberschicht und der Unterschicht aufgeteilt.

Das führte nach und nach zum Kollaps der Wirtschaft. Hunderttausende vor allem jüngerer und gut ausgebildeter Menschen verließen jedes Jahr das Land – viele auch gleich die EU.

Es war nach den 1930er-Jahren die zweite große Exilwelle der intellektuellen und ökonomischen Elite.

Die Verstaatlichung der meisten Industriezweige stoppte den Niedergang nicht nur nicht, sondern beschleunigte ihn. Das maßgeblich von seiner Exportwirtschaft lebende Deutschland hatte sich außenpolitisch – außerhalb der EU – weitgehend isoliert: Mit Russland befand es sich de facto im Kriegszustand, auch wenn Kämpfe ausblieben. Die USA waren nach der sogenannten Reichinnek-Doktrin der Bundeswehr offiziell als politischer und militärischer Gegner definiert worden, für China galt das Gleiche.

Zu allen drei Großmächten hatte Berlin die diplomatischen Beziehungen mit der Begründung abgebrochen, man rede nicht mit „Feinden der freien Gesellschaft“.

Exporte nach Afrika, Südamerika und in die EU konnten diesen Verlust an profitablem Handel nicht ausgleichen. Zumal die EU selbst zunehmend in Schwierigkeiten geriet: Die schwindende Finanzkraft Deutschlands sorgte auch für Knappheit in Brüssel. Nachdem die osteuropäischen Staaten ausgetreten waren und sich nach Russland orientierten, fehlte den hoch verschuldeten EU-Staaten schlicht Geld.

Staatsauflösung

Die verbliebenen EU-Mitgliedsstaaten gingen 2049 sämtlich in der EFFP auf. Wegen Vorbehalten aus Paris wurde dabei die juristische Konstruktion gewählt, dass formal alle anderen Staaten Frankreich beitraten.

Der Islam wurde zur Staatsreligion erklärt. Die meisten deutschen Gesetze wurden für den gesamten Block übernommen.

Die EFFP erholte sich allerdings weder wirtschaftlich noch kulturell. Heute ist sie mit Abstand der schwächste Weltblock – nach dem Chinesischen Reich, Großrussland und den Vereinigten Staaten von Nord- und Südamerika.

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8. Mai 2026

"Ab nach Hause"

Gerald Grosz landet erneut Bestseller-Erfolg in Deutschland

Von
Redaktion

Nach Angaben aus seinem Umfeld entwickelt sich das Werk schon in den ersten Verkaufstagen zu einem bemerkenswerten Erfolg – und knüpft damit direkt an den Triumph seines vorherigen Buches „Merkels Werk – unser Untergang“ an, mit dem Grosz sogar die SPIEGEL-Bestsellerliste eroberte – gegen den anfänglichen Widerstand. Tichys Einblick hatte mehrfach darüber berichtet und das Buch promotet. „Ich verdanke Euch den Start in Deutschland“, sagte Grosz auf der alternativen Buchmesse „Seitenwechsel“ in Halle. Vom Publikum erhielt er donnernden Applaus.

Gerade dieser Erfolg macht Grosz inzwischen zu einer festen Größe im deutschsprachigen Politbuchmarkt. Denn „Merkels Werk – unser Untergang“ war keineswegs nur ein Nischenphänomen konservativer Medien. Das Buch schaffte den Sprung in die offiziellen SPIEGEL-Sachbuchcharts und rückte zeitweise sogar bis auf Platz 2 der Bestsellerliste vor. Für einen Autor außerhalb des klassischen deutschen Politik- und Medienbetriebs war das ein außergewöhnlicher Erfolg.

Interview mit Gerald Grosz
„1,6 Millionen Menschen nach Hause schicken“
Das Buch traf damals exakt die Stimmung vieler Bürger, die zunehmend kritisch auf die Folgen der Migrationspolitik der vergangenen Jahre blickten. Grosz zeichnete darin das Bild eines Deutschlands, das sich seit der Grenzöffnung 2015 grundlegend verändert habe – mit steigenden sozialen Spannungen, wachsender Unsicherheit und einer tiefen politischen Polarisierung. Seine Kritik an Angela Merkel formulierte er scharf, emotional und provokant. Gerade diese Mischung machte das Buch für viele Leser attraktiv.

Mit seinem neuen Werk geht Grosz nun noch weiter. Während „Merkels Werk“ vor allem als politische Abrechnung verstanden wurde, präsentiert er nun konkrete Forderungen zur Migrationspolitik. Im Mittelpunkt steht dabei der Begriff „Remigration“ – also die Rückführung von Personen ohne Aufenthaltsrecht oder von Migranten, die sich dauerhaft nicht integrieren wollen oder straffällig geworden sind.

Damit greift Grosz eine Debatte auf, die inzwischen auch in Deutschland immer offener geführt wird. Noch vor wenigen Jahren galt der Begriff „Remigration“ als politisches Tabu. Inzwischen bestimmen Themen wie Abschiebungen, Grenzschutz und Rückführungen zunehmend den politischen Diskurs. Selbst Vertreter etablierter Parteien sprechen inzwischen deutlich schärfer über Migration als noch während der Merkel-Jahre.

Der Erfolg des neuen Buches dürfte deshalb auch Ausdruck eines politischen Klimawandels in Deutschland sein. Viele Bürger haben den Eindruck, dass die Probleme der Migrationspolitik lange verdrängt oder schöngeredet wurden – etwa wenn Arbeitsministerin Bärbel Bas davon sprach, dass „niemand“ in das deutsche Sozialversicherungssystem einwandern würde. Nach einem öffentlichen Aufschrei versucht sie, diese Aussage zu relativieren – zu viele Bürger hatten dies als Verdrängung der Realität kritisiert. Grosz präsentiert sich als jemand, der genau diese Unzufriedenheit ausspricht – kompromisslos, zugespitzt und medienwirksam.

Ein Rechter definiert Remigration
„Ab nach Hause“
Dass seine Bücher gerade in Deutschland derart erfolgreich sind, ist kein Zufall. Kaum ein europäisches Land steht so stark im Zentrum der Migrationsdebatte wie die Bundesrepublik. Die gesellschaftlichen Folgen der Flüchtlingskrise, die Belastung vieler Kommunen, steigende Gewaltkriminalität und die politische Polarisierung prägen seit Jahren die öffentliche Diskussion. Gleichzeitig wächst die Zustimmung für migrationskritische Parteien wie die AfD, die in Umfragen inzwischen historische Höchstwerte erreicht.

Der Verweis auf die SPIEGEL-Bestsellerliste spielt dabei eine zentrale Rolle. Denn damit lässt sich der Erfolg nicht mehr als bloßes Randphänomen abtun. Ein Autor, der Platz 2 der deutschen Sachbuchcharts erreicht, hat offensichtlich ein großes Publikum erreicht – weit über politische Nischen hinaus.

Kritiker werfen Grosz vor, mit drastischer Sprache Ängste zu schüren und gesellschaftliche Konflikte weiter anzuheizen. Seine Anhänger sehen dagegen genau darin seine Stärke: Er spreche Themen aus, die lange tabuisiert worden seien.

Fest steht: Gerald Grosz hat sich vom österreichischen Politkommentator zu einem der erfolgreichsten migrationskritischen Autoren im deutschsprachigen Raum entwickelt. Und der neuerliche Erfolg seines Buches über Remigration zeigt, dass die Debatte über Migration und die Folgen der Merkel-Ära in Deutschland längst nicht beendet ist.

Bei Tichys Einblick ist das Buch sofort beziehbar:

8. Mai 2026

TE-Exklusiv

Neues von der Entlassungswelle bei Burda

Von
Redaktion

Seit 1. Januar 2026 hat Burda Jan Wachtel als CEO Media in den Vorstand von Hubert Burda Media berufen. Der 45-Jährige durfte die Verantwortung für alle publizistischen Geschäfte des Bereichs Burda Media übernehmen, in dem noch rund 5.500 Mitarbeiter in 16 Ländern beschäftigt sind. Wirtschaftswissenschaftler Wachtel gilt als Experte für digitale Transformation im Publishing-Geschäft.

Laut neuen Informationen aus Burda-Kreisen, die Tichys Einblick erneut zugespielt wurden, steht der Verlag und vor allem die schwer angeschlagene Printsparte unter Federführung von Verleger-Tochter Elisabeth Burda Furtwängler vor schwerwiegenden Umwälzungen. Dazu habe Media CEO Wachtel bereits seit Wochen eine Firma für Unternehmungsberatung den Verlag auf Spar- und Transformationspotentiale untersuchen lassen mit besonderem Blick auf einen intensiven Personalabbau. Allein zwei Experten für den digitalen Umbau habe Wachtel dazu extra eingestellt.

Extremsportler Wachtel (Schwimmen, Gewichtheben, Laufen) habe im Hause inzwischen jedoch keinen guten Ruf, weil er nicht einmal die wichtigen Redaktionen besuche, um sich vor Ort zu erkundigen, so die Burda-Kreise. Zudem soll Elisabeth Burda an den Beraterrunden sogar mit ihrem Jagdhund teilgenommen haben. Das käme im Hause Burda gar nicht gut an.

Wie Tichys Einblick, informiert aus Burda-Kreisen, bereits exklusiv berichtete, habe man sich im Vorstand auf Massenentlassung und Personalabbau von rund 300 Mitarbeitern in der Printsparte verständigt. Die Entlassungen würden über Personalabbau, Abfindungen und Vorruhestand abgewickelt. Die Bunte sei dabei weniger in Gefahr, das inzwischen sinkende frühere Flaggschiff Focus jedoch in höchster.

TE-Exklusiv
Massenentlassungen bei Burda

Zum 1. Juni sollten die Sparmaßnahmen in Verlag und Redaktionen verkündet werden. Betroffen seien, laut den Informationen aus Burda-Kreisen, fast alle Print-Redaktionen und Mitarbeitergruppen vom Verlagsangestellten über Layouter bis zu den Redakteuren. Auch Betriebsräte wollten den TE-Bericht nicht hart dementieren. Stattdessen haben sie den Kollegen den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung empfohlen. Das kann nicht verkehrt sein.

Dementiert habe der Verlag die TE-Informationen gegenüber anderen Medien im Grunde nicht, so Burda-Kreise heute. „Aus dem Artikel bestätigen wir nichts, außer der Schließung der Burda-Studios zum Ende des Jahres“, beantwortete eine Burda-Sprecherin windelweich eine SZ-Anfrage. Das könnte auch heißen, 350 oder 250 Mitarbeiter würden im Burda-Verlag abgebaut, so die Burda-Kreise. Denn ein massiver Personalabbau sei explizit nicht ausgeschlossen worden.

In den vergangenen Jahren schrieben vor allem gedruckte Titel, die unter der Verantwortung von Verleger-Tochter und Milliarden-Erbin Elisabeth Burda Furtwängler stehen, rote Zahlen. Insbesondere schwächelt das frühere Flaggschiff Focus unter ihrer Regie. Traditionsleser kündigen ihre Abonnements, weil das frühere liberal-konservative Nachrichtenmagazin in den grün-woken Bereich abgedriftet ist. Parallel dazu bricht das Anzeigenaufkommen für das Magazin ein.

Wie Tichys Einblick aus Burda-Kreisen berichtete, habe Lisa Burda sich zum Beispiel von der Focus-Redaktion mehr grüne, queere und Frauenthemen gewünscht. Also genau das Gegenteil, was Traditionsleser wie der Handwerker, Rechtsanwalt, Unternehmer oder Arzt bisher vor einigen Jahren noch am Focus schätzten. So rutschte die harte Auflage des Magazins bei Abonnement und Einzelverkauf im ersten Quartal 2026 auf nur noch 192.242 Exemplare ab – ein sattes Minus von 9,1 Prozent im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal.

Zudem hätten sich Vorstandskreise entsetzt über dramatisch schlechte Focus-Einzelverkäufe von lediglich 16.000 Exemplaren geäußert. In den neunziger Jahren konnte das Magazin mit interessanten Titeln sogar bis zu eine Million Exemplare absetzen. Hinzu kommt heute: Versierte freie Mitarbeiter habe der Konzern aus Kostengründen in den vergangenen Monaten ohnehin schon gekündigt und abgebaut.

Zusammen mit ihrem Bruder Jacob Burda, der sich für den digitalen Konzernbereich zuständig fühlt, sitzt Lisa Burda im Verwaltungsrat des Burda-Konzerns. Ihr gehören laut Business-Insider 37,43 Prozent der Gesellschaftsanteile. Gemeinsam mit ihrem Bruder Jacob übernahm sie zum 1. Februar 2025 die unternehmerische und verlegerische Verantwortung für Hubert Burda Media. Sie lebt meist in Berlin.

Wie TE berichtete, wurde zu Wochenbeginn im Konzern verkündet, dass die Burda-Studios mit 30 Mitarbeitern wegen mangelnder Auftragslage geschlossen werden müssten. Im Medienbereich gehen in den einst großen Verlagshäusern inzwischen immer mehr die Lichter aus.

Die einst mächtige Boulevardzeitung „B.Z.“ in Berlin stellt sich zu ihrem 150. Geburtstag journalistisch neu auf. Zahlreiche Stellen sollen wegfallen. So hat der berühmte Stadtreporter Gunnar Schupelius vor einigen Tagen bereits seinen Abgang erklärt. Die B.Z. verliert damit ihren besten und kenntnisreichsten Schreiber, der wegen seiner provokanten Texte mehrfach das Opfer von linken Kreisen und Antifa war, die sein Auto abfackelten.

Kern des Umbaus: Ab September übernimmt die Axel Springer Academy of Journalism and Technology unter Miriam Krekel die Leitung und Redaktion des Blatts.

Ohne Beraterdeutsch: Die B.Z., die einst in Berlin für eine Millionenauflage gut war, wird zur Schülerzeitung.

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8. Mai 2026

Einseitigkeit und Verzerrung beim ÖRR

Mit Rassismus gegen Rassismus: Keine Selbstkritik beim Kinderkanal

Von
Anna Diouf

Stellen Sie sich vor, jemand greift Ihnen ungefragt in die Haare, weil er Ihre Haarstruktur als faszinierend empfindet.

Ist das übergriffig? Ja. Falls es öfter vorkommt, nervtötend? Bestimmt. Ist es deshalb rassistisch?

Die Kinder-Comedy-Serie Moooment!, die im öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehen ausgestrahlt, mittlerweile aber aufgrund von Kritik in den sozialen Netzwerken aus der Mediathek gelöscht wurde, vermittelt Kindern, dass es für derlei Verhalten nur eine Lesart gebe: Wer so handelt, handelt „rassistisch“. Der Betreffende verwandelt sich in eine Mücke, die dem Kind mit dem „Afrohaar“ durch dieses Verhalten gleichsam Stiche zufügt. Um sich zu wehren, bekommt das Mädchen Mückenspray und eine Fliegenklatsche in die Hand gedrückt.

Das soll witzig sein. Aber der Subtext ist: Mücken darf man töten.

Nun sollte man einen solchen Subtext nicht überstrapazieren, um in den Empörungsmodus zu schalten. Comedy und Satire überziehen. Sie sollen das, sie dürfen das, und in einer funktionierenden Gesellschaft müsste sich niemand darüber Sorgen machen, dass solche Sketche als Gewaltaufrufe missverstanden würden.

Doch mittlerweile werden auf deutschen Schulhöfen deutsche Kinder beschimpft, gedemütigt und angegriffen. Der Rassismus in Deutschland hat die Seiten gewechselt. Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist das nicht angekommen. Er operiert mit dem Mindset der 1990er.

Schweigen im Walde

2023 quälten in der brandenburgischen Kleinstadt Gransee drei syrische Mädchen eine achtjährige Mitschülerin. Sie beschimpften sie als hässliche Deutsche, drohten ihr, ihr eine Schere in den Rücken zu stoßen oder sie die Treppe hinabzuwerfen. Sie lauerten ihr auf, hielten ihr Mund und Augen zu und schnitten ihr eine dicke Strähne des hüftlangen Haares direkt über dem Scheitel heraus. Auch Morddrohungen gegen Großmutter und Vater wurden geäußert.

„Immer wieder gibt es mittlerweile Berichte über rassistische Übergriffe und Beschimpfungen gegen Schulkinder, weil sie blond/weiß/deutsch sind. Bilden Sie auch solche Situationen ab?“, hat Tichys Einblick den Kinderkanal gefragt.

KiKA beantwortet weder diese noch sechs weitere Fragen, die TE an den Sender gerichtet hat. Die Antwortmail enthält lediglich Textbausteine, die auf die fachliche Expertise hinter der Sendung verweisen und sich zu Diversität bekennen.

Der Kinderkanal betrachtet es also als skandalös, wenn einem dunkelhäutigen Mädchen in die Haare gegriffen wird. Schneiden migrantische Mädchen einem deutschen Kind die Haare ab: Schweigen im Eichenwald.

ÖRR als Brandstifter

Unbeantwortet bleibt so auch, ob die einseitige Darstellung Deutscher als Rassisten Feindseligkeit gegen Deutsche nicht befördern könne. Oder auch, warum die Sendung Moooment! Deutsche stereotyp darstellt: als nervig, dumm, unverschämt oder rassistisch.

Denn laut der eigenen Diversitätscheckliste ist der Anspruch des Senders, „Stereotype und Klischees“ zu vermeiden. Das scheint für alle zu gelten – außer für Deutsche.

Screenprint: KiKA

Rassismus humorvoll thematisieren? Ja bitte!

Rassismus zu thematisieren, ist wichtig. Umso besser, wenn es humorvoll geschieht.

Aber vor dem Hintergrund der sich verschiebenden Verhältnisse im Land müsste ein Fernsehsender, der von der Öffentlichkeit finanziert wird, heute einer immer größeren Anzahl von Kindern mit Migrationshintergrund Toleranz vermitteln.

Stattdessen fährt man fort, ethnische Deutsche nicht nur daraufhin zu trainieren, andere nicht grundlos abzuwerten, sondern sie geradezu darauf abzurichten, auch tatsächliches Fehlverhalten tatenlos hinzunehmen, sobald die Täter bestimmte phänotypische Voraussetzungen erfüllen. Der Deutsche muss zum Opfer gemacht werden, schließlich hat er sich geschworen, „nie wieder“ Täter sein zu wollen. Der Opferstatus wird ihm trotzdem nicht zuerkannt, ganz egal, was man ihm antut.

Abgesehen von dieser Verzerrung der realen Zustände stößt ein weiterer Aspekt übel auf.

Wider die Banalisierung

Der Autorin dieser Zeilen wurde als Kind häufig ungefragt in die Haare gegriffen. Und nicht nur das. Ältere Herren forderten sie auf, „in den Busch zurück“ zu gehen. Auf dem Kinderspielplatz wurde sie von Gleichaltrigen beschimpft. Unverschämt wurde es, als man ihr später aufgrund ihrer Hautfarbe unstillbare Libido zuschrieb, oder ihr eröffnete, dass nicht tägliches Training und jahreslanges Studium, sondern ihr Blut ausschlaggebend für ihre musischen Fähigkeiten sei. Auch eher absurde Situationen kamen vor, etwa, als man ihr trotz offensichtlich gegenteiliger Faktenlage erklärte, sie könne schnell rennen, schließlich sei sie schwarz.

Und auch rührende Begegnungen gab es. Etwa, als eine andere Teilnehmerin eines Schülerseminars der KAS ihr zum Abschied einen kleinen Brief übermittelte: „Als ich dich kennenlernte, sind alle meine Vorurteile verschwunden.“

Rassismus und rassistische Vorurteile sind keine Erfindung. Aber gerade deshalb sollte man sie nicht verharmlosen, indem man sie bis zur Unkenntlichkeit banalisiert.

Der Junge, der immerzu „Wolf“ schrie

Es gibt viele Unarten, die nicht auf Rassismus zurückzuführen sind. Sondern auf Ignoranz, Taktlosigkeit, Unachtsamkeit, Unwissen oder auch einfach darauf, dass jemand mit dem falschen Bein zuerst aufgestanden ist.

Auch rote und blonde Lockenköpfe kennen das Phänomen, ungefragt angefasst zu werden. Es ist eine Entscheidung, dies als rassistisches Verhalten zu deuten. Man muss ein paar Minuten länger auf die Bedienung warten? Rassismus. Man wird schief angeschaut? Rassismus. Man wird unwirsch behandelt? Rassismus.

Damit einher geht, dass echter Rassismus in der Mehrheitsgesellschaft abgetan und nicht mehr ernst genommen wird. Wenn immer jemand „Wolf“ ruft, wenn eine Haselmaus vorbeiläuft, wird irgendwann niemand mehr reagieren, wenn wirklich ein Wolf kommt.

Vorurteile und Erfahrungen

Dabei haben die Begleiterscheinungen der Massenmigration durchaus dazu geführt, dass Vorbehalte gegen als fremd wahrgenommene Menschen wieder zunehmen. Mit dem Unterschied, dass diese Vorbehalte eben zunehmend nicht auf Vorurteilen beruhen, sondern auf Erfahrungen. Clankriminalität, Vergewaltigungen, Messermorde: Die Überrepräsentation ausländischer Täter aus bestimmten Kulturkreisen ist Fakt, nicht Fiktion.

Darunter leiden auch völlig unbescholtene Menschen mit Migrationshintergrund, die eigentlich ganz gern rechtschaffen und ungestört integriert und assimiliert leben würden. Sie werden im „Kampf gegen Rechts“ als Kollateralschäden ideologischer Vorgaben betrachtet.

Rassistische Treppenwitze

Zugleich pflegen jene, die mit dem Opferticket hantieren, ein Überlegenheitsgefühl und eine Form von „entitlement“, die schier unerträglich ist.

Spott erntet derzeit eine Grünenabgeordnete aus dem Vereinigten Königreich, die forderte, Großbritannien solle wegen des transatlantischen Sklavenhandels Reparationen in Billionenhöhe zahlen. Allerdings ist diese Politikerin nicht nur Tochter eines nigerianischen Ölbarons, sie stammt mütterlicherseits von einer nigerianischen Königsfamilie ab, die maßgeblich am Sklavenhandel beteiligt war und darauf ihren Reichtum gründete. Laut Daily Mail besaß einer ihrer Vorfahren schlappe 1.400 Sklaven.

Ein Extremfall von Heuchelei und Bigotterie; aber viele erwachsene Afroeuropäer sind keine Nachkommen von Flüchtlingen oder politisch Verfolgten – ihre Eltern kamen zum Studium oder sind Kinder von Diplomaten, häufig aus begüterten oder zumindest angesehenen Familien. Sie können keinesfalls mit Sicherheit davon ausgehen, dass ihre afrikanischen Vorfahren keine Sklavenhalter waren.

Doch mit einer arroganten Selbstgewissheit, die sicher manchen Kolonialherren vor Scham erröten ließe, fordert man Privilegien ein, die nicht auf Verdienst oder Können fußen, sondern allein auf dem Aussehen.

Früher nannte man das: Rassismus.

Migrantischer Chauvinismus und Identitarismus von links

Und genau diesen rassistischen Chauvinismus, der Deutschen vorgeworfen wird, fördern Formate wie Moooment! im Kinderkanal. Sie bestärken Kinder darin, sich aufgrund ihres Aussehens nicht selbst hinterfragen zu müssen, während sie zugleich dazu berechtigt seien, andere aufgrund ihrer Herkunft vorzuverurteilen.

In einer ohnehin zerrissenen Gesellschaft wird behauptet, dass aufgrund von Hautfarbe oder Augenform echte Integration unmöglich sei, dass ein „Wir gegen die“ unvermeidlich und der einzige Modus des Zusammenlebens sei.

Dass das Zusammentreffen von Kulturen und Angehörigen verschiedener Völker nicht nur Konfliktpotenzial und Gefahren birgt, sondern ebenso positive Auswirkungen hat, ist vielfach historisch belegt: Austausch von Technologien, Kulturtechniken und Gedankengut, die Etablierung persönlicher Beziehungen und Freundschaften. Die Unterschlagung dieser konstruktiven und fruchtbaren Aspekte und die hermetische tribalistische Abgrenzung entlang phänotypischer Maßgaben als zwingend notwendiger Schutz ist ein identitäres Narrativ, das auf einem selektiven Blick auf die Geschichte beruht.

Links-woker Identitarismus, wie ihn der Kinderkanal betreibt, befördert diesen selektiven Blick, verstärkt die Fragmentierung der Gesellschaft und sabotiert Integration. Das ist nicht zuletzt verantwortungslos gegenüber den jungen Darstellern in Formaten wie Moooment!, die von Redakteuren und Produzenten benutzt und zugleich selbst dazu angeleitet werden, sich eine einseitig verzerrte Lesart der Realität zu eigen zu machen.

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8. Mai 2026

Big-Tech aus Deutschland ist Mangelware

Bei Illner: Deutschland verschläft den KI-Boom

Von
Gastautor

Das Rad des Kapitalismus dreht sich seit der Erfindung des Internets schneller und schneller. Doch durch die Künstliche Intelligenz als Treiber könnte die globale wirtschaftliche Dynamik noch mehr Fahrt aufnehmen. Schon jetzt feiern vor allem amerikanische Unternehmen große Erfolge mit KI und verdienen immense Summen, die sie sofort wieder reinvestieren.

Das internationale Großkapital investiert weltweit wie verrückt in KI. Allerdings fließen die Billionen hauptsächlich an amerikanische Unternehmen und in kleineren Teilen an chinesische. Um Deutschland macht das große Geld einen Bogen. Der deutsche Markt hat nämlich viele Nachteile. Mannigfaltige Regulierung, langsame Behörden und fehlende Energiesicherheit sind nur einige der Steine, die im Weg stehen und das Geld von Investoren draußen halten.

Deutschland muss seine Rahmenbedingungen ändern, um eine KI-Branche zu ermöglichen. Die Weltspitze ist weit enteilt. Ein schneller Anschluss an die Amerikaner und Chinesen ist illusorisch. Weil die Konkurrenz einen großen Vorsprung hat, muss die Bundesrepublik sich umso mehr anstrengen. Ein erster Schritt in Richtung digitaler Aufbruch hat die Regierung geschafft. Im Kabinett von Kanzler Friedrich Merz sitzt zum ersten Mal ein Digitalminister. Der ehemalige Manager Karsten Wildberger soll das digitale Entwicklungsland Deutschland in eine voll digitalisierte Zukunft führen.

Kooperation
Anschluss verpasst? Apple setzt bei KI auf Technologie von Google

An diesem Donnerstag ist der Minister zu Gast bei Maybrit Illner, um über Künstliche Intelligenz zu sprechen. Ein großer Pluspunkt der Sendung ist, dass die Gäste KI tatsächlich als große Chance begreifen. Selten teilt ein Gast die digitale Angst vieler Deutschen, die fast schon pathologisch ist. Negativ fällt ins Gewicht, dass so gut wie gar niemand darüber spricht, wie die Ziele erreicht werden sollen.

Wettbewerbsfähige Strukturen sind aktuell nicht in Sicht. Selbst wenn Regulierung und Steuern gesenkt würden, bliebe die Energieversorgung als Achillesferse. Durch die gescheiterte Energiewende ist planbare und günstige Energie in großen Mengen ein Wunschtraum. Illner erspart sich, ihren Gästen und den Zusehern diesen düsteren Zukunftsausblick. Die Gegenwart ist enttäuschend genug.

Deutschland steckt im Fax-Zeitalter fest

Wer als Bürger schon einmal versucht hat, in seiner Kommune digitale Verwaltungsvorgänge zu tätigen, dürfte verzweifelt aufgegeben haben. Nirgends ist Deutschland so analog unterwegs wie in seinen Behörden. “Wir leben im Fax-Zeitalter”, spottet der TV-Journalist und Physiker Ranga Yogeshwar. Außerhalb deutscher Amtsstuben sieht Yogeshwar in Sachen KI und Digitalisierung weniger schwarz. “Wir haben in Deutschland viele Anwendungsmöglichkeiten”, sagt er und meint damit die Industrie.

CDU-Digitalminister Karsten Wildberger pflichtet ihm bei. “Wir können bei der KI aufholen”, so der ehemalige Topmanager. Für Wildberger ist gerade die Künstliche Intelligenz wichtig für das Erreichen von neuem Wohlstand. Künstliche Intelligenz sei etwas Neues, was viele wirtschaftliche Chancen bieten würde, sagt Wildberger über den KI-Boom. Doch aktuell räumen vor allem andere Staaten ab. Amerikanische Unternehmen profitierten von der digitalen Vormachtstellung der USA.

Über Jahrzehnte haben die USA ein System geschaffen, in welchem der digitale Kapitalismus aufblühen konnte. Je digitaler die Welt geworden ist, desto mehr hat sich das Wachstum der Tech-Branche in den USA beschleunigt. “Die USA haben eine andere Verzahnung, die einen anderen Schwung ermöglicht”, erklärt die Investorin Jeannette zu Fürstenberg den gewaltigen Vorsprung der Amerikaner. In der Bundesrepublik ist die Politik nicht in der Lage, Rahmenbedingungen für erfolgreiche Big-Tech-Konzerne zu ermöglichen.

Amerikanischen Schlitten hinterher bellen
EU hat den KI-Wettlauf verloren: USA bauen Rechenzentren, Europa reguliert

Durch den großen Rückstand auf die US-Konzerne gerät Deutschland zunehmend in eine ungünstige Position. “Wir haben aktuell eine Abhängigkeit”, stellt die ZDF-Journalistin Sarah Tacke fest. Diese Abhängigkeit bereitet vor allem Maybrit Illner große Sorgen. Schließlich regiert in den USA Donald Trump und dieser ist in Illners Augen fast schon die Reinkarnation des Leibhaftigen. Illner möchte deshalb von Digitalminister und CDU-Mann Karsten Wildberger wissen, ob sich die deutsche Verwaltung von amerikanischen Unternehmen trennen müsse. Doch Wildberger möchte als ehemaliger Mann der Wirtschaft keinen transatlantischen Bruch. “Wir werden immer Partnerschaft brauchen”, äußert er.

Google und Microsoft rekrutieren unsere Talente

Braindrain nennt man es, wenn die talentierten und hoch gebildeten Fachkräfte ein Land verlassen, um ihr Glück in einem anderen Land zu suchen. Gerade im Bereich der Informatik muss Deutschland den Verlust vieler hochqualifizierter junger Talente verkraften. Obwohl man als ausgezeichneter Programmierer auch in Deutschland mit knapp hunderttausend Euro Einstiegsgehalt rechnen kann, ist der Unterschied zu den USA riesig. Bei Google und Microsoft ist das Fünffache möglich. “Die großen Unternehmen klauen unsere Talente”, beklagt Ranga Yogeshwar völlig zurecht.

Karsten Wildberger will dieser Abwanderung etwas entgegenstellen. Der deutsche Staat könne Ankerkunde für junge Unternehmer werden, bis diese die Marktreife erreicht haben, fordert der Digitalminister. “Der Abstand zum Silicon Valley ist zwar groß, aber unser Land hat viele Talente”, sagt Wildberger. Ob allein staatliche Förderung reicht, darf bezweifelt werden. Neben staatlicher Finanzierung spielt in den USA das vorhandene private Risikokapital eine gewichtige Rolle. In Deutschland gibt es so hingegen so wenig privates Risikokapital wie in kaum einem anderen Land auf der Welt.

Viele Deutsche sparen ihr Geld lieber und die meisten Banken wollen Sicherheiten für hohe Kredite, worüber Tech-Unternehmen in der Regel nicht verfügen. Der große Schwachpunkt der Sendung ist, dass die Moderatorin auf diese wichtigen Punkte nicht zu sprechen kommt. Es ist zwar schön, wenn die Runde sich in der Debatte aufgeschlossen gegenüber KI zeigt, aber positives Denken allein reicht nicht. Eine schnelle Teilhabe am Erfolg des weltweiten KI-Booms ist für Deutschland noch weit entfernt.

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8. Mai 2026

Am Golf ducken sich Riad und Kuwait

Klingbeil, Merz und Co. flüchten vor Reformen in die Schulden

Von
Fritz Goergen
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September bahnt sich als Systemtest der parlamentarischen Demokratie der Bundesrepublik Deutschland an. Kann die AfD eine Stimmenmehrheit erreichen? Weil genug Wahlberechtigte hinzukommen zu den nun demoskopisch 41 Prozent, die eine andere Politik wollen als die Brandmauer-Parteien? Oder werden aus den Propaganda-Arsenalen „Skandale“ bereitgestellt, die das verhindern sollen? Oder Wahlregeln geändert?
Der Trend bei mittlerweile allen Instituten macht es wahrscheinlich. CDU, SPD und SED-Die Linke dürften am 6. September keine Mehrheit gegen die AfD finden. Zum ersten Mal liegt die AfD auch bei Infratest bundesweit mit 27 Prozent vor der Union mit 24. SPD 12, Grüne 15, SED-Die Linke 10 Prozent.

Vor einem Jahr war die Kleine Koalition mit moderatem Rückhalt von 40 Prozent Zufriedenheit gestartet – jetzt hat sie einen Tiefstand von 13 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden erreicht. 86 Prozent sind aktuell weniger oder gar nicht zufrieden.
Seit der „Deutschlandtrend“ von Infratest für die ARD 1997 startete, wurde keine Regierung zwölf Monate nach Amtsantritt schlechter bewertet als diese. Nur dreimal lag der Wert anderer Regierungen noch niedriger: Rot-Grün im November 2003 und März 2004 mit je 11 Prozent Zufriedenheit) – Schwarz-Gelb im Juni 2010 mit 12.

Friedrich Merz hat den schlechtesten Zufriedenheitswert, der im „Deutschlandtrend“ je für einen Bundeskanzler gemessen wurde. Lag er Juni 2025, einen Monat nach Amtsantritt noch bei 39 Prozent, sind es ein Jahr nach Amtsantritt 16 Prozent (-5 zu April 2026) mit seiner politischen Arbeit zufrieden, 83 Prozent (+7) unzufrieden. Der niedrigste Wert von Kanzler Olaf Scholz im September 2024 war 18 Prozent.

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat die Kürzungspläne seines Vormanns Klingbeil beim Wohngeld scharf kritisiert. „Das halte ich für den absolut falschen Ansatz und würde dringend dazu raten, das zu stoppen (Welt)“. Wer jetzt Kürzungen beim Wohngeld diskutiere, werde wirklich nur die Leute mit niedrigen Einkommen treffen. Das gesamte Land sei doch schon verunsichert. „Und genau in dieser Phase kommt dann die Bundesregierung, die angetreten ist, die AfD zu halbieren, mit solchen Vorschlägen. Das ist aus meiner Sicht eine Steilvorlage für die AfD“, kritisierte Krach. – Das ist keine Steilvorlage, sondern eine Wählerwanderungs-Anordnung. –  Zu Koalitionen sagte Krach: „Zum jetzigen Zeitpunkt schließe ich in Berlin nur eine Koalition mit der AfD aus.“ Die Berliner Linke beobachte er genau. „Ich habe klar rote Linien aufgezogen. Es wird keine Antisemiten im Senat geben.“ Den Regierenden CDU-Bürgermeister Kai Wegner nannte Krach „mit Abstand den schlechtesten Regierenden Bürgermeister seit der Wende“. – An der Spree oh weh.

Unions-Fraktions-Vormann Jens Spahn appelliert an Finanzminister Lars Klingbeil, nicht allein mit einem Vorschlag zur Einkommensteuerreform an die Öffentlichkeit zu gehen: „Unser Angebot an die SPD ist: Wir erarbeiten gemeinsam einen Vorschlag und präsentieren ihn dann gemeinsam (RP) … Das vermeidet öffentlichen Streit. Im Ziel sind wir uns ja einig: kleinere und mittlere Einkommen entlasten, damit die Menschen wieder mehr finanziellen Spielraum haben.“ – Herr Spahn, Ihr Kanzler braucht Herrn Klingbeil doch bloß per Weisung verbieten, eigene Vorschläge zu veröffentlichen. – Spahn sagt, dass man „nicht einfach fünf Prozent stärker belasten könne, um 95 Prozent zu entlasten“. Da kämen „irre hohe Steuersätze von 60 Prozent raus.“ Für den größten Teil der Entlastung brauche es daher eine „Gegenfinanzierung außerhalb des Steuersystems“. Für die Union sei klar: Der Spitzensteuersatz soll später greifen, damit kleinere und mittlere Einkommen entlastet werden und Überstunden nicht schneller im Spitzensteuersatz landen. Außerdem wolle man den Mittelstandsbauch abflachen. Einsparungen gingen wohl nur „mit der Rasenmäher-Methode: bei vielen Subventionen pauschal kürzen – und dann konsequent“. Das tue „an vielen Stellen etwas weh“, habe aber eine „einfache, nachvollziehbare Logik.“ „Die Bazooka ist leer“, sagte er. – Herr Spahn. »Für den größten Teil der Entlastung brauche es daher eine „Gegenfinanzierung außerhalb des Steuersystems“.« Schulden also. Was für ein überraschend neues Konzept. Schulden, Schulden, Schulden, weil Ihre Zunft Reformen fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Es gibt ein besseres Rezept: abtreten.

President Donald Trump setzt der EU eine Frist zur Absenkung der Zölle auf US-Produkte auf null bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli: „Ich habe geduldig darauf gewartet, dass die EU ihren Teil des historischen Handelsabkommens erfüllt, das wir in Turnberry, Schottland, geschlossen haben – das größte Handelsabkommen aller Zeiten“, schrieb Trump gestern auf „Truth Social“. Er habe zuvor mit EU-Präsidentin Ursula von der Leyen telefoniert: „Ich habe ihr eine Frist bis zum 250. Jahrestag unseres Landes gesetzt“, so Trump. Andernfalls würden die Zölle gegen die EU „leider sofort wieder deutlich ansteigen“.

Die EU-Kommission legte den Mitgliedstaaten einen internen Leitfaden vor, wie sie Verstöße gegen die neue Methanverordnung ahnden sollen. Laut Non-Paper (Spiegel) sollen Strafen gegen Öl- und Gaskonzerne ausgesetzt, gestreckt oder verschoben werden dürfen, wenn sie die Energieversorgung gefährden könnten. Sanktionen sollen erst greifen, wenn sich die Lage stabilisiert hat. Auch abseits akuter Krisen dürfen Behörden prüfen, ob eine Strafe die Versorgung beeinträchtigen würde. Bußgelder sollen gestreckt, Strafen ausgesetzt oder auf nach der Heizperiode verschoben werden können. Die Methanverordnung verpflichtet seit August 2024 Konzerne, die Emissionen des Klimagases Methan entlang der Lieferkette zu messen und zu reduzieren. Das bedeutet, dass auch Firmen in den USA ihren Methanausstoß bei der Gasgewinnung reduzieren müssen, wenn sie das Gas nach Europa verkaufen wollen. Eigentlich drohen bei Verstößen Bußgelder, Gewinnabschöpfungen und öffentliche Warnungen. Wirtschaftsministerin Reiche hatte im März die Methanverordnung als mögliches Hindernis für Gaslieferungen bezeichnet. Die Trump-Regierung hatte gefordert, die EU solle die Verordnung abschaffen oder entschärfen, weil sie US-Energieexporteure belaste.

Die Wende der Energiewende ist bei mehr oder weniger lauten Begleitgeräuschen der Lobby der Energiewende-Gewinner im Gang. Das einzige Erneuerbare, sagt ein fachkundiger Spötter, seien die Steuergelder der Bürger.

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Die dts-Meldung zum Golfkrieg lautet: »Trotz der eigentlich vereinbarten Waffenruhe haben sich die USA und der Iran wieder heftige Kampfhandlungen am Golf geliefert. US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben iranische Militäreinrichtungen angegriffen, die für eine Reihe von „unprovozierten“ Raketen-, Drohnen- und Schnellbootangriffen auf amerikanische Kriegsschiffe verantwortlich sein sollen. Das teilte das US-Zentralkommando (Centcom) am Donnerstag mit. Die Angriffe seien erfolgt, als US-Zerstörer die Straße von Hormus in Richtung Golf von Oman durchquerten. Die von den US-Streitkräften angegriffenen iranischen Einrichtungen umfassten demnach Raketen- und Drohnenabschussplätze, Kommando- und Kontrollstandorte sowie Aufklärungs- und Überwachungsstationen. Ein US-Beamter sagte, dass die Militärschläge an mehreren Orten, darunter Bandar Abbas und Qeshm, durchgeführt wurden.
Ein Sprecher der iranischen Streitkräfte sagte, dass US-Luftangriffe zivile Gebiete entlang der Küsten von Qeshm Island, Bandar Khamir und Sirik getroffen hätten. Nach Ansicht des Iran hätten die USA den laufenden Waffenstillstand verletzt, indem sie einen iranischen Öltanker angegriffen hätten, der auf dem Weg zur Straße von Hormus war. Der Iran habe deswegen „Gegenmaßnahmen“ ergriffen und US-Militärschiffe östlich der Straße und südlich des Hafens von Chabahar angegriffen.«

Beim Wall Street Journal heißt das so: »Die USA erwägen, die Operation „Project Freedom“ zu erneuern, um Schiffe zu befreien, die aufgrund der iranischen Blockade von Hormus stecken bleiben – dies folgt, nachdem Saudi-Arabien und Kuwait die Beschränkungen für den amerikanischen Zugang zu Stützpunkten auf ihrem Territorium und zu ihrem Luftraum aufgehoben haben.«

Im Gegenteil zu Riad und Kuwait, die Kennern nach „die Hosen vollhaben“, fahren die VAE weiter Öltanker durch die Hormus-Straße. Laut Reuters schalten Öltanker ihre automatischen Identifikationssystem-Transponder aus. Was es auch erschwert, das Volumen der Exporte durch Branchenversanddaten zu verfolgen, was bedeutet, dass der im April gelieferte Umfang höher sein könnte als zuvor gemeldet.

Zur ganzen Lage am Golf sagen Kenner. Mohammed bin Salman, Recep Tayyip Erdoğan und Ahmed Hussein al-Sharaa (IS-Name: Abu Mohammad al-Jolani) sind die derzeit drei größten Gefahren für den Nahen und Mittleren Osten – Abdel Fattah el-Sisi die vierte. Mit der mehrheitlich noch immer woken IDF-Führung vom Oberst bis zum General und den unausgegorenen und fachlich inkompetenten neuen Chefs von Mossad und Shin Bet, die Netanyahu eingesetzt hat, bestünde die Gefahr, dass Israel wie beim 7. Oktober die Gefahr verschläft, die im Westen aus Ägypten droht, vom Norden über das Meer aus der Türkei, vom Nordosten aus Syrien und zeitgleich den Intifadas in Gaza und Judea/Samaria. Irans Aufteilung wäre die Vorspeise, Israel das Hauptmenü.

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7. Mai 2026

Im Steuerloch

Das Geld anderer Leute wird knapp – aber Not macht erfinderisch

Von
Sofia Taxidis

Der verschwenderische Beamtenstaat macht eine erschütternde Entdeckung: Das Geld anderer Menschen wächst doch nicht unbegrenzt nach wie in den bunten Mobile Games, die unsere Politiker so gerne zocken. In diesen bunten Spielchen rotiert eine kleine Figur zwischen Bauernhofausbau, -bewirtschaftung und Verkauf in einer affenartigen Geschwindigkeit umher, während hirnlose NPC-Konsumenten wie am Fließband Mond- mit Apothekerpreise zum Quadrat für eine Packung Eier zahlen. Das Geld purzelt nur so rein und in 10 Minuten hat man ein ganzes Bauernhofimperium. Wo das Geld noch viel schneller fließt, denn die NPC-Konsumenten zahlen auch dort 30 Taler für eine Aubergine. Phänomenal! Diese Spiele gibt es in zahlreichen Varianten. Man beginnt zu erahnen, dass Politiker ihre Vorstellung von Marktwirtschaft aus eben solchen Spielchen beziehen.

Bund, Länder und Kommunen müssen von 2026 bis 2030 mit rund 87 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen rechnen als noch im Herbst erhofft. Für normale Bürger wäre das ein Anlass, Ausgaben zu streichen. Für Berlin ist es der Startschuss zur nächsten Erzählung, warum der Staat noch mehr Geld, noch mehr Zugriff und noch mehr Disziplinierung braucht.

Dabei herrscht keine staatliche Armut. Für 2026 werden immer noch 998,8 Milliarden Euro Steuereinnahmen erwartet. 2027 soll die Billionen-Marke fallen, 2030 sollen es 1.138 Milliarden Euro sein. Der deutsche Staat nimmt also weiter Summen ein, bei denen jeder private Unternehmer ehrfürchtig die Kappe ziehen müsste. Nur reicht es eben nicht für einen Apparat, der jedes Problem mit neuen Stellen, neuen Fonds, neuen Sondervermögen und neuen Zuständigkeiten bewirft.

Der Bund muss seine Erwartung um 52 Milliarden Euro senken, die Gemeinden um rund 24 Milliarden, die Länder um rund 16 Milliarden. Nur Brüssel darf sich freuen: Die EU-Steuern sollen bis 2030 um rund fünf Milliarden Euro höher ausfallen. In Deutschland wird also nach unten korrigiert, in Brüssel nach oben. Selbst im deutschen Steuerloch findet die EU noch eine Leiter, um an die nächste Kasse zu kommen.

Lars Klingbeil liefert dazu die passende Regierungsprosa. Schuld sei der Iran-Krieg, schuld sei Trump, schuld sei der weltweite Energiepreisschock. Es folgt das bekannte politische Beschwörungsprogramm aus Krisenmanagement, Sofortmaßnahmen, Investitionen, Reformen, Arbeitsplätzen und Wachstum. Übersetzt heißt das: Der Staat hat sich übernommen, will das aber unter keinen Umständen zugeben. Also sucht er außenpolitische Kulissen, hinter denen die eigene Haushaltspolitik verschwinden soll.

Gleichzeitig entdeckt die Regierung eine neue Einnahmequelle: junge Männer. Wer den verpflichtenden Online-Fragebogen zum neuen Wehrdienst nicht beantwortet, soll mit 250 Euro Bußgeld rechnen müssen. Theoretisch wären sogar bis zu 1.000 Euro möglich, doch das Verteidigungsministerium gibt sich großzügig wie ein Pfandleiher mit Feiertagslaune.

Rund 106.000 Männer wurden angeschrieben. 86 Prozent antworteten innerhalb der ersten vier Wochen, weitere fünf Prozent nach der ersten Mahnung. 91 Prozent Rücklaufquote reichen dem Staat, um zufrieden zu sein, aber natürlich nicht, um aufzuhören. Die restlichen Männer werden weiter behelligt, gedrängt und am Ende bebußt. Wer nicht schnell genug mitteilt, ob er fit genug und freiwillig genug für die Bundeswehr ist, lernt die Pädagogik des Ministeriums kennen: Freiwilligkeit mit Gebührenordnung.

Für Männer ist der Fragebogen verpflichtend, für Frauen freiwillig. Auch das ist moderne Gleichstellung nach Berliner Art. Bei Quoten, Förderprogrammen und Sprachregelungen wird jede Differenz weggegendert. Sobald der Staat Körper, Daten und Wehrdiensttauglichkeit braucht, kehrt die Biologie pünktlich in die Verwaltung zurück. Dann wird aus Gleichberechtigung ein Formular für Männer und ein freundlicher Hinweis für Frauen. Auch bei der Müllabfuhr interessieren Quoten plötzlich immer wenig. Verstehe das, wer will.

All das wird CDU und SPD in den Umfragen sicher wieder nach vorne katapultieren. Lars Klingbeil erzählt als nächstes bestimmt eine rührselige Geschichte, dass er nach Journalisten, Unternehmerinnen und Unternehmern, Wirtschaftsvertretern, Politikern, Leuten und Frauen (schöne Zusammenstellung „Lars Klingbeil trifft“) wieder mal irgendjemanden getroffen hat, der gerade ins Konzept passt und der am liebsten 2500 Euro Bußgeld zahlen möchte.

Der Bürger erlebt eine Regierung, die bei fast einer Billion Euro Einnahmen im Jahr über Geldnot klagt, junge Männer mit Bußgeldern erzieht und jede hausgemachte Schwäche zur Weltkrise erklärt. Passend dazu liegt die AfD im ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap erstmals vor der Union: 27 Prozent für die AfD, 24 Prozent für CDU/CSU, die SPD bleibt bei zwölf Prozent.

Noch schöner wird das Bild bei der Regierungszufriedenheit. Nur noch 13 Prozent sind laut Deutschlandtrend mit Schwarz-Rot zufrieden, 86 Prozent weniger oder gar nicht. Seit Beginn der Erhebung 1997 wurde keine Bundesregierung zwölf Monate nach Amtsantritt schlechter bewertet. Merz kommt auf 16 Prozent Zufriedenheit, 83 Prozent sind unzufrieden. Das ist der schlechteste Wert, den der Deutschlandtrend je für einen amtierenden Bundeskanzler gemessen hat.

Man kann den Regierungsparteien nur zurufen: Weiter so. Mehr Steuerjammer bei Rekordeinnahmen, mehr arbeitender Bevölkerung die Beiträge erhöhen, Zusatzversicherung für Familienmitglieder streichen, Einverdiener verunmöglichen, während gleichzeitig ein Beamter aber seine ganze Familie ernähren kann. Bitte noch mehr Bußgeldpädagogik gegen junge Männer, mehr Ausreden aus dem außenpolitischen Bauchladen, mehr Brüsseler Zugriff, mehr Verwaltungsmoral.

Genau damit gewinnt man Wählerherzen zurück, jedenfalls in den Strategierunden von Leuten, die auch 13 Prozent Regierungszufriedenheit vermutlich noch als kommunikatives Problem betrachten.

Das kommt von sowas
AfD bei Infratest erstmals vor Union: Merz führt die CDU in historischen Absturz

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7. Mai 2026

Das kommt von sowas

AfD bei Infratest erstmals vor Union: Merz führt die CDU in historischen Absturz

Von
Redaktion

Zum ersten Mal liegt die AfD auch im Infratest-Deutschlandtrend vor der Union. 27 Prozent erreicht die AfD in der politischen Stimmung, zwei Punkte mehr als Anfang April. Die Union fällt im selben Zeitraum um zwei Punkte auf 24 Prozent. Das ist mehr als eine Momentaufnahme. Es ist die Quittung für eine CDU, die liefert – aber nur, was der SPD an immer neuen Zumutungen für die Steuer- und Beitragszahler einfällt.

Friedrich Merz wollte die Union aus der Merkel-Starre befreien. Herausgekommen ist eine CDU, die unter ihm weiter an Profil verliert, während sie zugleich für die Folgen einer Politik haftet, die sie den Wählern so großspurig als Neuanfang verkauft hat. Ein Jahr Schwarz-Rot reicht, um aus moderatem Regierungsrückhalt einen historischen Vertrauensbruch zu machen. Im Mai 2025 startete die Koalition mit 40 Prozent Zufriedenheit. Jetzt sind es 13 Prozent. 86 Prozent der Befragten sind weniger oder gar nicht zufrieden.

Seit Beginn des Deutschlandtrends 1997 wurde keine Bundesregierung zwölf Monate nach Amtsantritt schlechter bewertet als diese. Nur in drei Fällen lag der Zufriedenheitswert überhaupt noch niedriger: Rot-Grün im November 2003 und März 2004 mit jeweils 11 Prozent sowie Schwarz-Gelb im Juni 2010 mit 12 Prozent. Merz hat damit binnen eines Jahres aus dem Kanzleramt keinen Ort der Führung gemacht, sondern ein politisches Belastungszentrum für die eigene Partei.

Der Kanzler selbst steht noch schlechter da als seine Koalition. 16 Prozent sind mit seiner politischen Arbeit zufrieden, 83 Prozent unzufrieden. Das ist der schlechteste Wert, der im Deutschlandtrend je für einen amtierenden Bundeskanzler gemessen wurde. Olaf Scholz, den die Union jahrelang als Inbegriff der Führungsschwäche vorführte, lag an seinem Tiefpunkt im September 2024 bei 18 Prozent. Merz unterbietet sogar Scholz.

Noch härter fällt das Urteil aus, wenn die Deutschen nach Kanzlertauglichkeit, Krisenfähigkeit und Kommunikation gefragt werden. Nur 25 Prozent halten Merz für dem Amt gewachsen, 69 Prozent sehen das anders. Im August 2025 waren es noch 42 Prozent. Nur 18 Prozent trauen ihm zu, das Land gut durch eine Krise zu führen; 75 Prozent verneinen das. Gerade einmal 14 Prozent finden, Merz kommuniziere überzeugend, 82 Prozent widersprechen. Das ist kein Kommunikationsproblem. Das ist ein Führungsbefund.

Auch inhaltlich ist Schwarz-Rot für die Bürger abgeschrieben. 86 Prozent sind unzufrieden damit, was die Regierung bislang auf den Weg gebracht hat. Nur 12 Prozent zeigen sich zufrieden. Die Bundesregierung bekommt damit nach einem Jahr das Urteil, das Regierungen normalerweise am Ende verbrauchter Legislaturperioden ereilt. Bei Merz kommt es früh, deutlich und mit voller Wucht.

Besonders verheerend ist der Befund bei der Wirtschaft. Nur noch 24 Prozent trauen der Bundesregierung zu, die deutsche Wirtschaft wieder zu stärken. Das sind 31 Punkte weniger als im Juni 2025. Für eine CDU, die sich jahrzehntelang als Partei der wirtschaftlichen Vernunft verkaufte, ist das ein politischer Kernschaden. Wenn der Union bei Wirtschaft, Führung und Vertrauen die Kompetenz entgleitet, bleibt von ihrem Machtanspruch wenig übrig.

Auch bei sozialer Sicherheit und Migration trägt die Koalition keine Stärke vor sich her. 23 Prozent trauen ihr zu, für mehr soziale Sicherheit zu sorgen, 14 Punkte weniger als zuvor. Bei irregulärer Migration glauben 34 Prozent, Schwarz-Rot könne wirksam begrenzen und steuern. Selbst dort, wo die Union den Bürgern Härte, Ordnung und Kurswechsel versprochen hatte, bleibt ein Drittel Restvertrauen. Mehr nicht.

Die Koalition wirkt auch im Inneren verbraucht. 84 Prozent sind unzufrieden damit, wie die Regierungsparteien miteinander umgehen. 87 Prozent sind unzufrieden damit, wie die Regierung ihre Politik erklärt und vermittelt. Merz und die CDU haben sich an eine SPD gebunden, deren Minister sichtbar schwach bewertet werden, und schaffen es dennoch nicht, daraus eigene Stärke zu ziehen. Drei von zehn Befragten meinen, die Union habe sich am stärksten durchgesetzt. 22 Prozent sehen die SPD vorn. Mehr als jeder Dritte meint, beide hätten sich gleich stark oder gleich wenig durchgesetzt. Das ist für eine Kanzlerpartei ein Armutszeugnis.

Selbst im Kabinett sieht Merz blass aus. Boris Pistorius kommt auf 56 Prozent Zufriedenheit und liegt damit weit vor allen anderen. Innenminister Alexander Dobrindt erreicht 25 Prozent, Lars Klingbeil 21 Prozent, Bärbel Bas 18 Prozent. Merz steht bei 16 Prozent. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche kommt auf 12 Prozent, Jens Spahn ebenfalls auf 12 Prozent Zufriedenheit bei 78 Prozent Unzufriedenheit. Die Union stellt den Kanzler, doch ihr Spitzenpersonal wirkt in dieser Erhebung wie eine Belastungsliste.

Alice Weidel erreicht 26 Prozent Zufriedenheit, die AfD liegt bei 27 Prozent und damit erstmals auch bei Infratest vor der Union. SPD und Grüne stehen bei 12 und 15 Prozent, die Linke bei 10, BSW bei 3, FDP bei 4 Prozent. Die politische Mitte, die sich selbst so gern als stabilisierende Vernunft beschreibt, produziert eine Lage, in der die stärkste Kraft rechts der Union steht.

Schwarz-Rot regiert ein Land, das wirtschaftlich unter Druck steht, und diskutiert schon die nächste Umverteilung. Auch daran erkennt man, dass es diese bürgerliche Wende zu keinem Zeitpunkt gegeben hat.

Die Merz-CDU wollte nach Scholz die Führung übernehmen. Merz wollte die AfD halbieren. Stattdessen halbiert er bald die CDU. Und nimmt zum Glück die SPD gleich mit. Da darf man gratulieren. Nach einem Jahr steht die Union hinter der AfD, trägt eine historisch unbeliebte Regierung, verliert jede fälschlich zugeschriebeneWirtschaftskompetenz und hat einen Kanzler, dem die Mehrheit weder Amtstauglichkeit noch Krisenführung noch überzeugende Kommunikation zutraut. Aus der angekündigten Wende ist ein Absturz geworden. Die Union wollte den politischen Raum rechts von sich kleinhalten und hat sich dabei selbst kleiner gemacht.

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7. Mai 2026

Aktuell: Memmingen

Der subjektive Tagesschau-Filter der „regionalen Bedeutung“

Von
Sofia Taxidis

Die Tagesschau entscheide bei Kriminalfällen nach Relevanz, Tragweite und überregionaler Bedeutung. So lautet jedenfalls die Begründung, wenn bestimmte Fälle wieder einmal nicht berichtet werden. Diese Formel klingt nüchtern, professionell, sauber abgewogen. In Wahrheit ist sie längst selbst zum Prüfstein für das Flaggschiff der Öffentlich-Rechtlichen – und für deren Glaubwürdigkeit – geworden.

Denn die Frage lautet nicht, ob jeder Kriminalfall aus jeder Stadt in die Hauptnachrichten gehört. Die Frage lautet, wann ein Fall für die Tagesschau plötzlich gesellschaftliche Bedeutung bekommt, wann er auf den Lokalteil schrumpft – und wann er wieder einmal unter den Tisch fällt. Genau an dieser Stelle beginnt der subjektive Filter, den Tagesschau, ebenso wie Öffentlich-Rechtliche seit Jahren mit sich herumschleppen.

Seit dem Mordfall Maria Ladenburger wird die Tagesschau an diesem Maßstab gemessen. Damals erklärte sie ihre tagelange Zurückhaltung mit einer angeblichen fehlenden überregionalen Bedeutung und damit, dass einzelne Kriminalfälle nur in Ausnahmefällen berichtet würden. Seither achten Zuschauer sehr genau darauf, wann diese Ausnahme gilt und wann sie ausgerechnet dort verschwindet, wo Tat, Täterprofil und politisches Versagen unangenehm zusammenfallen.

Dabei fällt die Tagesschau nicht an einem einzelnen Fall durch, sondern an der Wiederholung. Wenn eine Tat in das bekannte Raster von rechter Gefahr, Islamfeindlichkeit oder Diskriminierung passt, wird sie schnell zum Signal für das ganze Land. Wenn ein Opfer deutscher Staatsbürger ist und der Tatverdächtige aus dem Milieu gescheiterter Asylpolitik kommt, wird aus gesellschaftlicher Relevanz auffallend oft regionale Bedeutung.

Die Formel von der „regionalen Bedeutung“ ist kein neutraler Maßstab, sondern ein Machtinstrument der Auswahl. Alexander Teske war von 2018 bis Ende 2023 Planungsredakteur bei der Tagesschau. Er beschreibt eine Redaktion, in der die entscheidende Schleuse bei den Chefs vom Dienst liegt. Dort wird nicht nur sortiert, dort wird politische Wirklichkeit gewichtet. Was aus der Republik in Hamburg groß wird, entscheidet sich nicht erst im Sprechertext, sondern in der Konferenz davor.

Teske nennt die Chefs vom Dienst die heimlichen Chefs der Tagesschau. Viele sitzen seit Jahren, teils Jahrzehnten auf ihren Posten, kaum Rotation, kaum Fluktuation. Teske beschreibt sie politisch als links der Mitte; in der 14-Uhr-Konferenz werde ausführlich die taz studiert, ein anderer Chef vom Dienst habe früher selbst für die taz geschrieben. Das ist kein Betriebsdetail, sondern der Resonanzraum, in dem entschieden wird, ob ein Fall Deutschland erklären darf oder im Regionalen verschwindet.

Der entscheidende Befund: Nachrichten, die nicht in ihr Weltbild passen, werden von den Chefs vom Dienst kleingeredet und schaffen es nicht in die Sendung. Genau dort sitzt der Filter der „regionalen Bedeutung“. Er ist keine journalistische Naturkonstante, sondern eine Deutungsschleuse. Ein Fall bleibt regional oder wird bundespolitisch, je nachdem, ob er in das redaktionelle Weltbild passt.

Auch im aktuellen Fall Memmingen zeigt sich dieser Maßstab erneut. Dieselbe Stadt war groß genug, als eine Moschee mit Tierblut beschmiert und ein Schweinekopf an einem Halbmond angebracht wurde. Wenige Tage später wird ein 14-jähriger Junge brutal ermordet, der Tatverdächtige war nach Behördenangaben ein abgelehnter palästinensischer Asylbewerber. Auf Tagesschau.de findet sich dazu nach aktueller Suche bislang nichts. Genau hier beginnt der aktuelle Fall „regionale Bedeutung“ Memmingen.

Jermaine B. war 14 Jahre alt. Ein Junge aus Memmingen, der Baustellen mochte, dessen Vater von der kindlichen Begeisterung für „Bob der Baumeister“ erzählt, der nun ausgerechnet in einem Abrisshaus tot gefunden wurde. Ein Kind. Wieder. Verschwunden am Samstagabend, später gefunden in einem leerstehenden Gebäude nahe dem Bahnhof. Die Obduktion ergab Gewalt gegen den Hals, Stichverletzungen gab es nach Angaben der Ermittler nicht.

Der Tatverdächtige: 37 Jahre alt. Nach dem Fund der Leiche soll er sich in dem Gebäude in einem Schrank versteckt haben. Als Polizisten ihn entdeckten, soll er sie mit einem Messer bedroht haben. Er floh. Später kam es erneut zu einem Polizeieinsatz. Wieder soll der Mann, der eigentlich nicht mehr in Deutschland hätte sein dürfen. ein Messer gezogen haben. Die Beamten schossen, der Verdächtige starb im Krankenhaus. Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass der Junge und der Tatverdächtige sich kannten.

Dann folgt der Teil, bei dem aus einem Kriminalfall wieder mal ein Staatsversagen wird. Der Mann war nach Angaben der Regierung von Schwaben ein abgelehnter Asylbewerber. Er wurde geduldet, weil seine Identität ungeklärt war. Geboren worden sein soll er im Westjordanland, seine Nationalität blieb unklar. In Deutschland war er bereits rechtskräftig verurteilt worden: 2021 wegen Sachbeschädigung, 2026 wegen unerlaubten Aufenthalts ohne Ausweisdokumente. Eine Abschiebung scheiterte nach den vorliegenden Angaben an fehlenden Nachweisen seiner Nationalität.

Das ist der Kern. Ein Junge ist tot. Der mutmaßliche Täter war ein Mann, dessen Aufenthalt der Staat nicht beenden konnte, weil der Staat nicht einmal sicher wusste, wer dieser Mann war. So sieht der völlige und geduldete Kontrollverlust aus, wenn er nicht mehr in parlamentarischen Reden vorkommt, sondern in einem Abrisshaus in Memmingen.

Bei Tagesschau.de findet sich bisher nichts zu diesem Fall. Es gibt keinen Schwerpunkt, keine Meldung, keine sonstwie geartete Einordnung. Kritiker spotten, dass es aber sicher ein „Wir bleiben bunt“-Marsch der örtlichen Omas gegen Rechts geben wird. Ein orchestrierter Ablauf der letzten Jahrzehnts: deutsche Kinder und Bürger werden ermordet, die öffentlich-rechtlichen berichten, wenn, dann spät, oder aber am liebsten, wenn der Kerzenlauf gegen Fremdenfeindllichkeit mit eingebunden werden kann. Offenbar hat sich in Memmingen da noch nichts formiert.

Der öffentlich-rechtliche Nachrichtenbetrieb, der sonst jede lokale Entgleisung sekundenschnell zum gesellschaftlichen Symptom erhebt, scheint hier plötzlich den Lokalteil wiederentdeckt zu haben. Denn Memmingen war für die Tagesschau-Welt keineswegs unsichtbar. Wenige Tage zuvor wurde die Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde mit Tierblut beschmiert, ein Schweinekopf wurde auf einem Halbmond am Eingangsbereich platziert. Der Staatsschutz übernahm, die Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt wegen eines mutmaßlich islamfeindlichen Hintergrunds. Darüber berichteten zahlreiche Medien, auch ein Tagesschau-Beitrag auf Facebook ist auffindbar.

Warum ist Memmingen bei einem Schweinekopf an einer Moschee sofort ein Fall für die nationale Empörungsordnung, während ein ermordeter 14-Jähriger und ein abgelehnter, wegen ungeklärter Identität geduldeter Asylbewerber offenbar nicht einmal die Meldeschwelle erreichen?

Das ist der doppelte Maßstab in seiner Reinform. Wenn die Tat in das gewohnte Raster von Islamfeindlichkeit, rechter Gefahr und bedrohtem Zusammenleben passt, wird aus einer Stadt im Allgäu ein Brennpunkt der Republik. Wenn dieselbe Stadt wenige Tage später einen ermordeten Jungen beklagt und die Spur zu einem abgelehnten Asylbewerber führt, schrumpft der Fall plötzlich auf Regionalformat.

So funktioniert öffentlich-rechtliche Auswahl inzwischen vor aller Augen. Der Fall soll nicht erzählen, was er erzählt. Er soll kein Beispiel sein. Er soll keine Frage nach Abschiebung, Identitätsklärung, Duldung, Vorstrafen und Behördenversagen auslösen. Also bleibt er klein. Klein genug für die Provinz. Klein genug für die örtliche Trauer. Klein genug, damit die große Erzählung keinen Riss bekommt.

Dieses Muster kennt man. Im Fall Maria Ladenburger erklärte die Tagesschau 2016 ihre anfängliche Nichtberichterstattung mit der angeblich regionalen Bedeutung und mit der Linie, man berichte nur über ausgewählte Kriminalfälle von gesellschaftlicher, nationaler oder internationaler Relevanz. Die Festnahme eines afghanischen Tatverdächtigen nach dem Mord an einer Freiburger Studentin fiel zunächst offenbar nicht darunter. Unter massivstem Druck entschloss man sich dann doch dazu, darüber zu berichten: „Die Begründung: Das Thema habe nun die Schwelle zur gesellschaftlichen Diskussion überschritten, daher sei es nun auch für die „Tagesschau“ ein Thema.“, so der Stern dazu. Seit Tagen wird zum Mordfall Jermaine berichtet. Wieder einmal wird ein Kind, ein Mensch, durch einen abgelehnten Asylbewerber ermordet. Die Schwelle zur gesellschaftlichen Diskussion ist schon vor zig, zig Mordfällen überschritten worden. Sie lautet ganz zentral: Warum befinden sich immer noch kriminelle, abgelehnte Asylbewerber zu hunderttausenden im Land? Warum wird nichts daran geändert? Warum wird im Gegenteil immer weiter verschärft und verschärft? An der Klärung dieser Frage, die die Gesellschaft umtreibt, hat die Tagesschau sehr offensichtlich ein sehr untergeordnetes Interesse.

Es geht explizit um die Behandlung dieser Mordfälle in den relevanten TV-Nachrichten und auf der Webseite. Nur für den Fall, dass wieder einmal jemand meint, dass es da doch eine Kachel von zwölf in einem längeren Instagram-Reel gegeben haben sollte.

Die gestanzte Formel ist seitdem bekannt: Einzelfall, regionale Bedeutung, keine voreilige Instrumentalisierung. Sie kommt erstaunlich zuverlässig immer dann, wenn die Fakten politisch sehr, sehr unbequem werden. Bei anderen Fällen wird sofort eingeordnet, gedeutet, gewarnt und gemahnt. Aufgeblasen. Übergewichtet. Dann genügt ein Symbol, ein Verdacht, ein möglicher Hintergrund, und schon ist das ganze Land gemeint.

Memmingen zeigt diesen Tagesschau-Mechanismus gnadenlos. Ein Schweinekopf an einer Moschee wird zum Zeichen für ein bedrohtes Zusammenleben. Ein ermordeter Junge im Abrisshaus bleibt, wenn es nach diesem Nachrichtenfilter geht, offenbar ein lokales Unglück. Dabei liegt die bundespolitische Relevanz offen auf dem Tisch: ein abgelehnter Asylbewerber, ungeklärte Identität, Duldung, Vorstrafen, keine Abschiebung, am Ende wieder ein totes Kind und Familien am Abgrund.

Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der Milliarden aus Pflichtbeiträgen erhält, hat nicht das Recht, solche Wirklichkeit wegzusortieren. Er muss berichten, gerade wenn die Fakten nicht in den gewünschten Lehrplan passen. Wer beim Schweinekopf sofort die Republik erkennt und beim ermordeten Jungen Jermaine wie bei zahllosen anderen den Blick senkt, betreibt keine Nachrichtenarbeit mehr. Er betreibt Wirklichkeitsverwaltung.


Symbolbild
7. Mai 2026

Links hui, rechts pfui

Razzia gegen rechte Jugendgruppen – die linksgrüne Vulkangruppe bleibt unangetastet

Von
Matthias Nikolaidis

Nun wird wieder die Trommel gerührt für das, was am Mittwochmorgen in zwölf Bundesländern ablief. Ein eher mikroskopisches Geschehen wird aufgeblasen, so gut es geht, um die Nachrichtenspalten und Sendungen zumindest für anderthalb Tage zu füllen.

Eine Neonazi-Razzia, heißt es, sei durchgeführt worden. Die taz bereichert unseren Wortschatz mit dem Begriff „Jungnazi-Gruppe“ – und auf so etwas wirft sich die versammelte Linkspresse neuerdings besonders gerne. Es ist das neue Tier in der Herde, die neue Sau durchs Dorf: die Gefahr rechter Radikalisierung bei sehr jungen Deutschen. Auch SPD-Justizministerin Stefanie Hubig ist natürlich mitbesorgt, „militante rechtsextreme Gruppen“ hätten großen Zulauf, „erschütternderweise gerade auch unter jungen Menschen“. In der SPD weiß man schon lange, dass „wir die Bedrohung durch Rechtsextremismus sehr ernst nehmen müssen“, allein aus wohlverstandenem Eigeninteresse.

Schon wähnen oder fürchten einige die „Baseballschlägerjahre“ der 1990er zurück. Vor einem Jahr, nach einer ähnlichen Razzia, warnte der Thüringer Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer, selbst für ganz andere Dinge bekannt, vor einer rechten „Turbo-Radikalisierung im digitalen Raum“ mit „hohem Aggressions- und Gewaltpotential“. Aktiv sind dabei laut Kramer vor allem 14- bis 18-Jährige. Gemäß seinem Berliner Amtskollegen Michael Fischer geht es in der „neuen Jugendkultur“ vor allem um „Saufen und Rumhitlern“.

Angst vor Gruppen, die die Jugend radikalisieren

Es gibt aber in der Tat Gruppierungen aus diesem Feld, denen Gewaltbereitschaft zumindest mit einigen Ermittlungs-Argumenten nachgesagt werden kann. Etwa die „Letzte Verteidigungswelle“, die durch geplante, vielleicht auch reale Anschläge auf sich aufmerksam machte. Zwei 15-Jährige werden verdächtigt, im Oktober ein Kulturhaus bei Senftenberg in Brand gesetzt zu haben, weil sie es für einen Linkentreff hielten. Im Februar plante angeblich ein Einzeltäter einen Sprengstoffanschlag auf ein Migrantenheim.

Die taz kennt noch weitere „Subszenen“ der neuen Jugendkultur: die Akzelerationisten etwa, die das Heraufziehen eines „Rassenkriegs“ beschleunigen wollen, sowie eine „Attentäter-Fanszene“, die sich angeblich ein Beispiel am Norweger Anders Breivik nimmt. Von welchem, auch zahlenmäßigen Belang diese Gruppen sind, bleibt dabei völlig unklar.

Anti-AfD-Klassenkampf
Haseloff und Ramelow wollen gemeinsam jungen AfD-Wählern Angst machen
Die Durchsuchungen vom Mittwoch richteten sich gegen zwei weitere Splittergruppen, angeblich stark wachsend, die laut Generalbundesanwalt als „rechtsextremistische kriminelle Vereinigungen“ gelten: „Jung & Stark“ (JS) und „Deutsche Jugend Voran“ (DJV), wobei letztere auch unter dem Namen „Neue Deutsche Welle“ bekannt ist. Gegründet wurden beide Gruppen Mitte 2024. Sie stehen anscheinend der ehemaligen NPD, heute „Heimat“, und deren Jugendorganisation nahe. Jedenfalls verbreitete die DJV zum 1. Mai eine Videobotschaft des Heimat-Vorsitzenden Peter Schreiber.

Das Innenministerium sprach in einer Antwort auf eine Frage der Linksfraktion von „sehr dynamischen, mobilisierungsfähigen Gruppierungen“. Vielleicht setzte man deshalb über 600 Polizisten ein. Außerdem seien die Sympathisanten der Gruppen oft „aktionsorientiert und ideologisch weniger gefestigt“ – beides wohl altersbedingt, es geht ja um sehr junge Personen. Durch die Gruppen droht demnach die Gefahr, dass „rechtsextremistisches Gedankengut bei jungen Heranwachsenden gesät und gefestigt wird“. Die Anfrage stellte übrigens Ferat Kocak, der Hiphop-Advokat des Neuköllner Straßenkampfs.

Relevant sind Angriffe gegen Pädophile, nicht gegen den Berliner CSD

Durchsuchungen gab es nun bei 36 mutmaßlichen Mitgliedern und Rädelsführern der genannten Gruppen, die früher als eng vernetzt, dann aber als zerstritten galten. Bei den 36 handelt es sich „teilweise“ um Jugendliche „mit Verantwortungsreife“ oder junge Erwachsene (Heranwachsende). Festnahmen waren nicht geplant und fanden nicht statt. Offenbar hatte man dafür noch nicht genug in Händen oder hoffte noch auf bessere Beweise.

Schwerpunkte der Durchsuchungen waren die Länder Berlin, Brandenburg (Potsdam und vier Landkreise), Niedersachsen (Celle, Braunschweig und drei Landkreise) und NRW (zehn Beschuldigte in acht Städten). Daneben gab es ein Objekt im Landkreis Eichstätt (Bayern), eines in Frankfurt am Main, weitere in Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland (jeweils zwei Landkreise), Sachsen (Leipzig und zwei Landkreise), Sachsen-Anhalt (zwei Landkreise) und Schleswig-Holstein (Lübeck).

Statistik gegen Wahrnehmung
Linke Gewalt: das Stockholm-Syndrom der deutschen Journalisten
Gegen acht Beschuldigte wird auch wegen Körperverletzung ermittelt. Gewaltaufrufe haben sich demnach gegen politische Gegner und gegen vermeintlich Pädophile gerichtet. Und einige Male kam es auch zu entsprechenden Übergriffen: „Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon.“ Die Aktionen gegen den Berliner Christopher Street Day (CSD) scheinen dagegen nicht in die Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft zu fallen.

Im Juli 2024 soll „Deutsche Jugend Voran“ einen „Angriff“ auf die LGBT-Parade geplant haben, der aber durch Festnahmen vorab verhindert wurde. Ob es ein gewaltsamer Angriff geworden wäre oder es bei einer Störung des Umzugs geblieben wäre, bleibt dahingestellt.

Von außen betrachtet, würde man die rechten Gruppen deshalb vor allem für homophob halten. Aber geht es eigentlich um Anti-Pädophilie? Um LGBT oder „Queerness“? Die herrschende Ideologie erlaubt hier kaum noch klare Unterscheidungen, Jugendliche könnten schon dadurch zu kompromisslosem Protest ermutigt werden. In den Anti-CSD-Protesten von jungen Rechtsextremen mag sich auch der Überdruss an der Sexualisierung von Kindern aussprechen, wobei Gewalt natürlich nie die richtige Antwort sein kann.

„Alles andere als geheim“

Das Berliner Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS) hat Anzeichen für „rechtsextreme Anti-CSD-Proteste“ in 27 deutschen Städten gefunden. So bemerkt man, dass in Bautzen „rund 700 Neonazis gegen ein CSD-Fest mit 1.000 Teilnehmenden … mobilisiert“ habe. Aber nur in einem Fall war von einem gewalttätigen Angriff die Rede – eben der angebliche Berliner Plan, der aber von der Polizei vereitelt wurde.

Die beiden Gruppen – „Jung & Stark“ und „Deutsche Jugend Voran“ – verbindet laut Tagesschau, dass sie „alles andere als geheim vorgehen“. Es gehe ihnen um öffentliche Präsenz und Aktionen, die manchmal impulsiv wirken. Organisiert wird das oft über soziale Medien, etwa Telegram-Kanäle. Auch ein Instagram-Profil hat die DJV wohl, allerdings finden sich darauf aktuell keine Inhalte mehr.

Ähnliche Gruppen präsentieren sich mit Themen wie „Gegenkultur“, „Heimatliebe“ und „Aktivismus“. Der Aktivismus der extremen Gruppen JS und DJV erinnert in einigem an die Identitäre Bewegung – Provokation eines linken Mainstreams, öffentliche Sichtbarkeit –, geht aber klar darüber hinaus, wenn Mitglieder oder Anhänger zur Gewalt aufrufen oder gewalttätig werden.

Nichts Neues von der Vulkangruppe

In die Berichterstattung über die rechtsextremen Gruppen fließt manchmal wie selbstverständlich ein, dass es auch linksextreme Gegenstücke gibt, die so etwas wie die akzeptierten Platzhirsche in eben diesem öffentlichen Raum sind. So ist beim RBB von einem Zentrum der linksautonomen Jugend in Marzahn die Rede, das man von „Rechten“ als bedroht darstellt. Diese Zentren lässt man offenbar gewähren, obwohl die Gewaltneigungen auch der linksautonomen Szene bekannt sind.

Nach Machtwechsel in Ungarn
SPD, Grüne und Die Linke kämpfen für Maja T.
Auch in Sachen der terroristischen Vulkangruppe, die zuletzt durch gezielte Sabotage für einen massiven Stromausfall und mehrere Todesfälle im Südwesten Berlins sorgte, ermittelt die Bundesanwaltschaft weiter. Aber bisher ist es noch zu keinen Festnahmen gekommen. Das liegt unter anderem daran, dass die linksextremistische Gruppe ziemlich professionell und konspirativ zu Werke geht.

Zum anderen haben die Linksextremisten manchmal auch einfach einen sehr guten Draht zu den Ermittlern. Man liest, dass Leute aus dem Umfeld der „Hammerbande“ Kopien von staatsanwaltlichen Ermittlungsakten besitzen – so ein bekannter Berliner Linksextremist und militanter Anarchist, der laut Welt im Verdacht steht, zur Vulkangruppe zu gehören. Angeblich weiß man schon einiges zu den Klima-Extremisten, tut sich aber mit Beweisen schwer. So ist der Generalanwaltschaft München angeblich klar, dass im Anarchistenmagazin „Der Zündlumpen“ Mittäter der Anschläge schreiben, nur belegen lasse sich das nicht gut. Und wenn all das so ist, dann stellt sich die Frage, ob diese Schwierigkeiten wirklich nur ein Effekt des konspirativen Vorgehens sind. Und auch vom extremistischen Islam und seinen sich verfestigenden Strukturen wurde schon lange nichts mehr gehört.

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7. Mai 2026

Golflösung weiter offen

Merz‘ Jahr zwei stottert im Stillstand weiter

Von
Fritz Goergen

Die Bilanz eines Jahres Kabinett Merz nannten gestern Medien wie Tagesschau, Welt, SZ, ZDF „durchwachsen“, „holprig“ oder „katastrophal“. Der Kanzler selbst sagte in der ZDF-Sondersendung „Was nun, Herr Merz?“, seine Regierung bleibe „hinter dem selbstgestellten Anspruch zurück“. Deutschland sei „kein Schnellboot, sondern ein großes schweres Schiff“. Versäumnisse von 10 Jahren ließen sich nicht in 10 Tagen beheben. Erfolge sähe er bei Innerer Sicherheit, Migration und Bürgergeld: „Zum 1. Juli 2026 ist das Bürgergeld Geschichte“. Er wolle keine Reichensteuer – „da geht nicht mehr“ – , sonst würden Mittelstand und Personengesellschaften getroffen. Die SPD wolle umverteilen, die Union entlasten – ob man sich einige, sei offen. Der Tankrabatt funktioniere „so leidlich“. Sein Verhältnis zu Trump sei nicht ramponiert, nur „ein Dissens“. Er werde weiter seine Meinung sagen, telefoniere regelmäßig mit ihm. Die Bundeswehr sei auf gutem Weg zur stärksten konventionellen Armee Europas.

Ein Merz-Regierungsjahr hat 10 Tage

Merz‘ Schlüsselsatz: Versäumnisse von 10 Jahren lassen sich nicht in 10 Tagen beheben. Ein Merz-Regierungsjahr hat also 10 Tage? Realistisch macht diese Kleine Koalititon so weiter wie bisher, einfach weil sie was anderes nicht kann. Merz könnte dann vor der nächsten Bundestagswahl zum Normaltermin sagen: Versäumnisse von 10 Jahren lassen sich nicht in 40 Tagen beheben.

Friedrich Merz hatte zwei Jahrzehnte auf seinen Kanzlertag gewartet. Den Thron gibt er nicht einfach auf. Täte er es, besiegte ihn Angela Merkel ein zweites Mal. Nichts ist unmöglich. Aber das wäre das Ende der öffentlichen Person Merz.

Umfragen sehen die Union aktuell bei 22 bis 24 Prozent. Demoskopisch war sie im September 2021 kurz vor der Bundestagswahl (unter Armin Laschet) bei Forsa für RTL/ntv auf 19 Prozent gefallen. Vor der Flutkatastrophe im Ahrtal am 14. und 15. Juli 2021 hatte die Union in Umfragen zwischen 26 und 30 Prozent. Nach den TV-Bildern von Laschets Lachen im Hintergrund der Besichtigung fiel die Union im August und September auf 20 bis 24 Prozent und hatte bei der Wahl 24,1. Es braucht also „nur“ einen Merz-Auftritt, der noch drastisch deutlicher daneben liegt als seine bisherigen? Jedenfalls kann die Union schneller am Demoskopiepegel unter 20 landen, als die politmediale Klasse in Berlin-Mitte denkt. Was die Union verlöre, ginge nicht an Rotgrünrot. Die üblichen Experten und Journalisten können sich das nicht vorstellen, auch weil viele das nicht wollen. Mehr deshalb als trotzdem ist eine Situation nicht mehr fern, in der die Brandmauerparteien zusammen keine Mehrheit bilden können. Und dann? Dann fällt die Brandmauer von selbst in sich zusammen.

Die AfD kommt im Sachsen-Anhalt-Trend von Infratest auf 41 Prozent, die CDU von Ministerpräsident Schulze auf 26 Prozent, SED-Die Linke auf zwölf Prozent, die SPD auf sieben Prozent. Schulze erklärt sich offen für ein TV-Duell mit dem AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund.

Wie sich die Union in einer Zusammenarbeit mit der AfD gar nicht bewegen müsste, signalisiert das Interview von AfD-Vize Kay Gottschalk mit „Das Parlament“, das am 9. Mai erscheint. Gottschalk zieht eine Bilanz der Koalition von CDU/CSU und SPD. Er lobt steuerliche Maßnahmen wie die Senkung der Körperschaftssteuer und der Energiesteuer sowie die Erhöhung der Pendlerpauschale. Allerdings gingen diese Maßnahmen jeweils nicht weit genug.

Kassieralles Klingbeil und Tunix Merz sind von zwei Parteien, aber einem Stamm.

Die Finanzminister von Deutschland, Österreich, Italien, Portugal und Spanien hatten im April eine EU-Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne gefordert. Brüssel lehnte ab und verwies auf nationale Steuern. Kassieralles Klingbeil will das, übermäßige Krisenprofite müssten an die Verbraucher zurückgegeben werden. DIW-Anti-Marktler Fratzscher ist für eine Übergewinnsteuer „williger Mitgliedstaaten“. – „Willige“ treten als Kategorie auf, wo die EU ganz offensichtlich nicht einigungsfähig ist: von Armee bis Übergewinnsteuer. 

Die eigene Autoindustrie stürzt Brüssel von einer Krise in die nächste. Unter den Tarnkappen Entwicklungshilfe und Green Deal schiebt die EU hunderte Millionen Euro in den Senegal für den Nahverkehr. 320 Millionen pumpen Investmentbank und die Kreditanstalt für Wiederaufbau nach Dakar für 380 Erdgasbusse des China-Konzerns CRRC. Schwedens Bieter Scania schaut durch die Röhre, weil Europa-Firmen wegen hoher Produktionskosten keine Chancen gegen subventionierte chinesische Konkurrenz haben. G-20-Länder außerhalb der EU sind „grundsätzlich nicht teilnahmeberechtigt“, aber eigene Regeln kümmern Brüssel nicht, wenn es was anderes will. In Dakar wurden 121 Elektrobusse schon früher mit 87 Millionen Euro aus Brüssel querfinanziert, die Straßen vom chinesischen Staatsunternehmen CRBC gebaut und die Busse von Chinas CRRC geliefert. Wie praktisch. Peking setzt sich in Afrika fest und Brüssel zahlt. Tolle Lobby. China-Busse sind Spionage-Tools. Autos von Yutong in Norwegen ließen sich mit der eingebauten SIM-Karte aus der Ferne stilllegen. Berlin und Brüssel unterstützen Chinas „Neue Seidenstraße“ in den Globalen Süden. Soll doch die eigene Industrie schauen, wo sie bleibt oder halt nach China geht oder nach China verkauft.

Zur Ölkrise sagt Secretary Chris Wright: »Wir verfügen über Reserven und die erweiterte Fähigkeit zur Ölförderung, um nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern auch unsere Freunde und Verbündeten zu versorgen.«

JFEED 1: »Die geopolitische Lage veränderte sich am Mittwoch dramatisch, als President Donald Trump verkündete, die Vereinigten Staaten stünden kurz vor einem historischen Abkommen zur Beendigung des Krieges mit dem Iran. Trotz dieser optimistischen Rhetorik verband der Oberbefehlshaber seine diplomatischen Hoffnungen mit einem brutalen militärischen Ultimatum und warnte, ein Scheitern der Einigung würde eine Luftkampagne nach sich ziehen, die weitaus verheerender wäre als alles, was die Islamische Republik bisher erlebt habe.«

JFEED 2: »Ein hochrangiger Vertreter des saudischen Königshauses hat die amerikanische Strategie scharf kritisiert und angedeutet, dass der aktuelle Krieg gegen den Iran genau das Gegenteil seiner beabsichtigten Ziele bewirkt. In einem Gespräch mit N12 argumentierte die Quelle, dass der intensive militärische und wirtschaftliche Druck das iranische Regime nicht schwäche, sondern Teheran vielmehr dazu zwinge, seine Bemühungen um den Erwerb von Atomwaffen mit ausgeklügelten und indirekten Mitteln zu intensivieren.«

Wie die Verhandlungen zwischen der Regierung Trump und welchen Teilen im Teheran-Regime stehen, ist offen. Währenddessen setzten US-Streitkräfte den Öltanker M/T Hasna unter iranischer Flagge im Golf von Oman außer Gefecht, nachdem er versucht hatte, die Seeblockade zu durchbrechen. Eine F/A-18 der USS Abraham Lincoln zerstörte das Ruder des Tankers.

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6. Mai 2026

Glosse

Bärbel Bas erklärt Bürgergeld-Wunder: Niemand kommt wegen Geld, aber fast jeder Zweite ohne deutschen Pass

Von
Sofia Taxidis

Bärbel Bas hat gesprochen, und Deutschland darf wieder einmal staunen, was Berufspolitiker alles nicht sehen können, wenn sie nur fest genug die Augen schließen. „Es wandert niemand in unsere Sozialsysteme ein“, sagt die Bundesarbeitsministerin. Das ist ein Satz von jener Art, bei der man kurz prüft, ob es sich um Satire handelt, um eine Panne im Manuskript oder um den neuesten Versuch der SPD, Wirklichkeit durch Behauptung zu ersetzen.

Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Fast jeder zweite Bürgergeldempfänger hat keinen deutschen Pass. Das ist keine ungebührliche Frage aus dem falschen Milieu. Das ist Statistik. Man könnte als Arbeitsministerin jetzt ja mal anfangen zu arbeiten. Man könnte erklären, wie Fehlanreize ganz schnell abgebaut werden, wie Arbeit wieder attraktiver wird, wie Kommunen entlastet werden. Bas wählt den Weg, das Problem als für nicht vorhanden zu erklären.

Ihr gepflegt mattiertes, frisch geföhntes Erscheinungsbild an diesem Tag kommt auch von einem guten Nachtschlaf. Sie stand aus dem Bett auf, schüttelte ihr Haupt, wusch sich das Gesicht mit eiskaltem Wasser, schwang ihre elfengleiche Physis in Chanel, anschließend auf den Elektroroller und radelte dann direkt in den Bundestag. Könnte man nach dieser ihrer doch sehr eigenwilligen Weltsicht extrapolieren. Stattdessen blickt das geübte Auge auf Überstunden Maskenbildner mit Friseur und Einsatz Fahrbereitschaft.

So regiert man heute offenbar Sozialpolitik. Erst schafft man ein System, das Anreize falsch setzt. Dann wundert man sich, dass Menschen auf Anreize reagieren. Danach beschimpft man die Bürger, die den Kontoauszug lesen können. Und am Ende steht eine Ministerin vor laufender Kamera und tut so, als sei der Sozialstaat ein luftiger Ort der reinen Nächstenliebe, in dem Milliarden vom Himmel fallen und niemand dafür morgens aufstehen muss.

Für die arbeitenden Bürger hat diese Inszenierung einen ganz eigenen Charme. Sie dürfen zusehen, wie ihnen Steuern, Beiträge, Energiepreise, Mieten und Sozialabgaben davongehen, während die zuständige Ministerin ihnen erklärt, ihre Wahrnehmung sei mal sowas von komplett falsch. Statistiken? Lügen. Die Menschen kommen alle wegen Bärbel Bas.

Der Facharbeiter zahlt. Die Pflegekraft zahlt. Der kleine Selbständige zahlt. Die Kassiererin zahlt. Aber wehe, einer fragt, warum der Sozialstaat inzwischen so stark von Menschen genutzt wird, die nie in ihn eingezahlt haben. Dann beginnt im politischen Berlin sofort die moralische Sirene mit Verleugnung der Wirklichkeit.

Besonders hübsch ist daran der alte SPD-Trick: Wer über Kosten redet, wird verdächtig gemacht. Wer über Zahlen redet, soll kalt wirken. Wer über Fehlanreize redet, gilt schnell als unmenschlich. So hält man sich die Wirklichkeit vom Leib. Früher wollte die SPD Arbeiter vertreten. Das ist aber Ewigkeiten her und die, die sich noch daran erinnern können, dass das irgendwann mal anders war, sterben der SPD auch so langsam weg (sorry, Frens). Heute erklärt Bas Arbeitern, dass ihre Belastung nur eine unangemessene Gefühlslage sei. Spezialdemokratie.

Natürlich gibt es Migranten, die arbeiten, leisten, sich anstrengen, Steuern zahlen und längst mehr zum Land beitragen als die Berufsbetroffenen der politischen Klasse. Gerade deshalb ist die Bas-Aussage so billig. Sie wirft alles in einen Nebel aus Beschwichtigung, weil sie den Kern nicht anfassen will: Deutschland hat Einwanderung, Arbeitsmarkt und Sozialstaat falsch verkoppelt. Wer kommt, muss schneller in Arbeit. Wer bleiben will, muss beitragen. Wer dauerhaft vom Staat lebt, darf nicht zum Normalfall einer Migrationspolitik werden.

Doch diese Klarheit ist der SPD im Spätherbst ihrer Tage offenbar zu grob. Lieber redet man von Würde, Teilhabe und Respekt, während die Kommunen unter Kosten ächzen, Jobcenter überlastet sind und die Bürgergelddebatte längst zur Vertrauensfrage des aus dem Ruder gelaufenen Sozialstaats geworden ist.

Die Bürger sehen die Realität jeden Tag. Im Amt, in der Schule, auf dem Wohnungsmarkt, bei den Krankenkassenbeiträgen, im städtischen Haushalt. Die Ministerin mag sie lieber nicht ansehen. Fair. Die meisten Wähler sehen die SPD mittlerweile auch am liebsten von hinten.

Bärbel Bas hat keine Debatte beendet. Sie hat sie eröffnet. Denn wer fast jeden zweiten ausländischen Bürgergeldbezieher sprachlich verschwinden lassen, erklärt den Steuerzahlern im selben Atemzug, dass ihre Belastung politisch unerwünscht ist, aber finanziell sehr willkommen bleibt. Das ist die neue soziale Gerechtigkeit der SPD: Der Bürger zahlt, die Ministerin mit dicker Makeup-Schicht blinzelt, und die Realität hat Sendepause.

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6. Mai 2026

Transaktivismus im Kinderfernsehen:

Kinderkanal startet Propaganda-Monat

Von
Sophia Juwien

Unter dem Motto „Monat der Diversität“ startet KiKA in den Mai. Was auf den ersten Blick harmlos wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als gezielte ideologische Erziehung im Kinderfernsehen.

Das bezieht sich nicht nur auf „Antirassismus“ und Inklusion, sondern auch auf LGBTQ- und Transideologie. Ein Blick in das Kinderprogramm macht deutlich, worum es geht. In der Serie „First Day“ etwa steht ein zwölfjähriges Mädchen im Mittelpunkt, das sich als „trans“ identifiziert und sich erstmals in seiner neuen Klasse als „sein wahres Selbst“ zeigt.

ARD und ZDF bewerben also aktiv die Transgenderideologie, indem sie sich als ideologisches Sprachrohr der neuen Linken positionieren.

Transideologie und Psychotherapie
„Wir brauchen ein Umdenken. Die kritische Perspektive gewinnt bereits mehr Gehör.“

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist nicht erst seit heute Vorreiter dieser Indoktrinierung: Bereits 2018 zeigte KiKA eine entsprechende Folge der Serie „Die Pfefferkörner“ mit dem Titel „Weil ich ein Mädchen bin“: „Man kann mit Hormonblockern die Pubertät stoppen“, sagt hier ein Kind, und bekennt, dass es sich später „unbedingt operieren lassen“ wolle. Natürlich reagieren die anderen Kinder mit Verständnis – Argwohn äußern sie nicht.

Diese Serie richtet sich an Kinder ab acht Jahren. Ihnen wird hier suggeriert, die Pubertät, also eine Phase, die viele Heranwachsende als unangenehm empfinden, ließe sich folgenlos und unproblematisch „stoppen“. Transpropaganda pur.

Indoktrination von Kindern

Ein weiteres Beispiel ist die PUR+-Reportage „Mädchen oder Junge?“, die bereits 2023 über KiKA und ZDFtivi ausgestrahlt wurde. Hier kommt das Mädchen „Nick“ zu Wort, das sich im Alter von zwölf Jahren eine Kurzreportage über einen Transmann anschaute und sich mit diesem identifizierte.

In dem Beitrag sagt Nick unter anderem, dass sie sich beim Tragen von Kleidern immer schon unwohl gefühlt habe. Sie habe aber nicht gewusst, dass es „so etwas“ – Menschen, die ihr Geschlecht „ändern“ – gebe. Erst durch den Beitrag begann sie, das Unwohlsein als Beleg für ihre Transidentität zu deuten.

Nur bei den wenigsten Kindern liegt, zumal vorpubertär, eine echte geschlechtsdysphorische Störung vor. Tritt sie in der Pubertät auf, ist sie oft vorübergehend. Werden Kinder allerdings über Medien, insbesondere über soziale Netzwerke, ständig mit diesem Thema konfrontiert und suggestiv darin bestärkt, „trans“ zu sein, setzt sich diese Überzeugung in ihnen fest.

Dem Staatsfernsehen käme an dieser Stelle die Aufgabe zu, auf die Gefahren dieser „sozialen Ansteckung“ hinzuweisen – und nicht, sie auch noch selbst hervorzurufen.

Die Medien tun hier das Gegenteil von dem, was sie vorgeben. Statt Kindern zu vermitteln, dass es in Ordnung ist, nicht in stereotype Rollenbilder zu passen – also als Mädchen keine Kleider zu mögen oder einen Kurzhaarschnitt zu bevorzugen – wird ihnen suggeriert, dass genau darin ein Problem läge. Nicht die Rolle wird hinterfragt, sondern das Geschlecht selbst. Aus „Du bist okay, wie du bist“, wird „Du bist im falschen Körper“.

Für das „Fremdfühlen im eigenen Körper“, das Kinder unter Umständen in der Pubertät spüren, präsentieren öffentlich-rechtliche Medien auf einem Kinderkanal im Fernsehen die Lösung: Hormonblocker und eine Transition.

Ganz im Sinne der Transideologie

„Mutig“ sind laut ÖRR die Eltern, die den Transtrend unterstützen. „Mutig“ sind die Ärzte, die bereit sind, die Entwicklung eines gesunden Kindes massiv zu manipulieren. Und „mutig“ sind auch die Medien, die genau das als Fortschritt verkaufen.

Nachdem der ÖRR jahrelang entsprechende Inhalte forcierte, hat sich der Transhype im Kinderfernsehen eigentlich bereits abgekühlt. Doch da alte Folgen noch in Mediatheken abrufbar sind, prägen sie den Kurs weiterhin und entfalten ungebremst ihre Wirkung. Themenschwerpunkte wie der „Monat der Diversität“ sorgen dafür, dass die kleinen Zuschauer immer wieder damit konfrontiert werden.

Manipulation von Kindesbeinen an

Was KiKA hier als Diversität verkauft, ist in Wahrheit die Ausübung von Kontrolle und Manipulation eines jungen Publikums, das unvoreingenommen und beeinflussbar ist. ARD und ZDF wollen Kinder nicht nur unterhalten oder informieren: Sie wollen früh vermitteln, wie junge Menschen Gesellschaft, Geschlecht und Identität zu verstehen haben.

Ebenfalls im Zuge des Monats für Diversität erzählt etwa die neue Serie „Zum ersten Mal“ von Jugendlichen aus unterschiedlichen Familienverhältnissen, ihren ersten Beziehungen, ersten sexuellen Erfahrungen und ihrem Selbstverständnis – ausdrücklich eingebettet in „vielfältige“ Lebensmodelle.

„Moooment!“ nicht mehr aufrufbar:
Rassistisches ÖRR-Kinderformat geht offline

In Formaten wie „Team Timster“ werden Bücher vorgestellt, die Themen wie Identität, Anderssein und Selbstfindung behandeln.

Auch hauseigene Reportagen von KiKA greifen gezielt gesellschaftspolitische Themen auf: „PUR+“ beschäftigt sich mit Fragen von Identität und Selbstbild, während andere Formate Themen wie Rassismus, Flucht oder körperliche Einschränkungen behandeln und ein bestimmtes Verständnis von Gesellschaft vermitteln.

Diese Linie setzt bereits im Vorschulbereich an. Sendungen wie „ICH bin ICH“, die „Sesamstraße“ oder Inhalte in der KiKANINCHEN-Welt greifen Themen wie Akzeptanz, Anderssein, Behinderung oder Identität auf und oktroyieren Kindern die ideologisch opportune Haltung zu „Diversität“.

Die propagandistische Leitlinie von KiKA

Früher wurden Kinder nicht selten vor den Fernseher gesetzt, damit die Eltern kurz Zeit für andere Dinge, wie etwa den Haushalt, haben. Heute müssen Eltern damit rechnen, dass dem Kind ganz bestimmte Ideologien eingetrichtert werden.

Dafür hat KiKA sogar eine Diversitäts-Checkliste entwickelt. Auch andere Redaktionen sollen anhand dieser Zusammenstellung überprüfen, ob Inhalte „vielfältig“ genug sind und ob Sprache, Figuren oder Geschichten den gewünschten Vorstellungen entsprechen. Laut KiKA wird dabei besonders darauf geachtet, Formulierungen „inklusiv“ und frei von Stereotypen zu gestalten.

Hetze gegen Christen u.a.
Fragwürdige Inhalte in Serie – das Kinderfernsehen von ARD & ZDF

Unter der Initiative „Charta der Vielfalt“ soll offiziell ein „vorurteilsfreies Arbeitsumfeld“ geschaffen und „Vielfalt“ gefördert werden. Dies soll unabhängig von Geschlecht, geschlechtlicher Identität, Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung geschehen. In der Praxis bedeutet das: „Diversität“ ist feste ideologische Leitlinie des Programms.

Hinzu kommen Workshops, Schulungen und „Sensibilisierungsangebote“ für Mitarbeiter. Redaktionen sollen also nicht mehr einfach Geschichten erzählen, sondern lernen, wie Inhalte möglichst diversitätssensibel und ideologisch korrekt aufbereitet werden. Nicht die Realität soll abgebildet werden, sondern die gewünschte Realität.

Damit nicht genug: 2025 beteiligte sich KiKA am sogenannten „Deutschen Diversity-Tag“. Der Sender nimmt zudem nach dem Vorbild der BBC an der „50:50 Challenge“ teil: Geschlecht, Herkunft, sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität sollen möglichst gleichmäßig und sichtbar im Programm vertreten sein.

Nicht die Qualität von Figuren oder Geschichten zählt, sondern Hautfarbe, Herkunft, geschlechtliche Identität oder sexuelle Orientierung.

Ideologie statt Information

Eigentlich sollten gerade öffentlich-rechtliche Medien durch die Bereitstellung ausgewogener Information zur Meinungsbildung beitragen. Die entsetzlichen Folgen der Transgenderideologie sind längst bekannt. Wo finden diese in der Berichterstattung statt, wo werden Kinder für die Gefahren sensibilisiert, die von dieser Ideologie ausgehen?

Stephans Spitzen:
Der Transwahn

TE-Autorin Cora Stephan macht auf die Dimensionen dieser Problematik aufmerksam: Allein in den USA fanden zwischen 2016 und 2020 tausende irreversible Operationen an Minderjährigen statt, neben Brustamputationen, auch Eingriffe im Genitalbereich. Die Zahl derer, die juristisch dagegen vorgehen, wächst.

Eine finnische Langzeitstudie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die psychische Gesundheit der Jugendlichen, die eine Transition vornehmen, signifikant verschlechtert – das blanke Gegenteil der Behauptung, dass nur eine Transition betroffene Kinder vor psychischen Krankheiten und Suizid schützen könne.

Das von Transaktivisten propagierte Bild stürzt zusehends in sich zusammen, zurück bleiben tausende geschädigte Menschen, die im Kindes- und Jugendalter dem vertrauten, was Erwachsene ihnen vermittelten. Doch ausgerechnet der öffentlich-rechtliche Rundfunk hält gegenüber seiner vulnerabelsten Zielgruppe eisern am Narrativ des Transaktivismus fest.

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6. Mai 2026

"Moooment!" nicht mehr aufrufbar:

Rassistisches ÖRR-Kinderformat geht offline

Von
Anna Diouf

Kurz vor dem Launch einer europäischen Social-Media-Plattform hat X einmal mehr bewiesen, wie wichtig das Medium ist, dessen Nutzer auch gegenüber etablierten Medien Kontrollfunktionen wahrnehmen, seit Rundfunkräte sich dieser Aufgabe verweigern und Redaktionen systematisch ihre Sorgfaltspflichten verletzen.

Ausgehend von Katharina Schmieder, die mit dem Account Critical Cat handwerkliche Fehler des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufdeckt, und dem ÖRR Blog, der in ähnlicher Weise Fehlberichterstattung, Irreführung und Desinformation offenlegt, rückte jüngst das öffentlich-rechtliche Kinderfernsehen in den Fokus.

Hetze gegen Christen u.a.
Fragwürdige Inhalte in Serie – das Kinderfernsehen von ARD & ZDF

Zuerst wies Critical Cat auf die rassistischen Inhalte der im Kinderkanal (KiKA) ausgestrahlten Sendung Moooment! hin: In einem fiktiven Computerspiel namens „Almaniac“ wird eine „deutsche Oma“ als Gegner inszeniert, gegen die sich ein Kind mit augenscheinlichem Migrationshintergrund wehren soll. Nachdem sie besiegt ist, stürzt sie in einen Fluss, der braunes Wasser führt.

Die Sendung vermittelt Kindern, dass Fragen nach ihrer Herkunft, der Hinweis darauf, dass ausländische Namen schwierig auszusprechen oder zu merken seien, oder auch einfach „typisch“ deutsches Essen wie Bratwurst rassistisch seien.

Agitation gegen ethnisch Deutsche

Nachdem Schmieder über diese Darstellung berichtet hatte – unter anderem für Tichys Einblick –, wurden immer mehr Videoausschnitte auf X veröffentlicht, die gegen Weiße bzw. ethnische Deutsche gerichtete Propaganda im Format Moooment! deutlich machten: Ein weißer Mann, der die lockigen Haare eines afrikanischstämmigen Mädchens bestaunt, wird mit einer Mücke gleichgesetzt, die es mit Spray zu verjagen oder zu erschlagen gilt; Menschen mit Migrationshintergrund würden in Alltagssituationen schlecht behandelt, während ethnische Deutsche sich Unverschämtheiten leisten können, und schließlich sollen Kinder nur aufgrund ihres Migrationshintergrundes schlechtere Noten erhalten.

Letzterer Punkt ist besonders absurd: Dass es anekdotisch zu solcher Benachteiligung kommen kann, sei unbenommen. Mittlerweile liegen aber Hinweise darauf vor, dass empirisch das Gegenteil der Fall ist und Kinder mit Migrationshintergrund bei der Notenvergabe eher bevorzugt werden.

Moooment! geht offline – aufgrund kritischer Kommentare

Der öffentliche Druck, der sich über X aufgebaut hat, blieb nicht folgenlos: Nur wenige Tage, nachdem Critical Cat auf das rassistische Computerspiel hingewiesen hatte, stellte sie am 5. Mai fest, dass die in der Mediathek des Kinderkanals bereitgestellten Folgen der Serie Moooment! nicht mehr abrufbar sind.

Auf Anfrage bestätigt KiKA gegenüber Tichys Einblick, dass die Kritik in den sozialen Medien ausschlaggebend für diesen Schritt gewesen sei: Seit mehreren Tagen beobachte man, „dass Nutzerinnen und Nutzer in sozialen Medien Beiträge zu der fiktionalen Serie ‚Moooment!‘ verbreiten und Videos aus unterschiedlichen Formaten teilen und kritisch kommentieren“. Vor diesem Hintergrund hätten sich „die Verantwortlichen dazu entschieden, diesen Beitrag zunächst offline zu stellen“.

Der Sender betont, dass es nicht darum gehe, pauschale Vorwürfe zu erheben. Man wolle „Empathie fördern, unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und Kinder dazu ermutigen, sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen und miteinander ins Gespräch zu kommen“. 

Während die Serie fiktional sei, beruhten die dargestellten „verdichteten Alltagssituationen“ sowohl auf „eigenen Erfahrungen des diversen Produktionsteams als auch auf gesellschaftlichen Diskursen und wissenschaftlich untersuchten Phänomenen wie Alltagsrassismus, unbewussten Zuschreibungen und Ungleichbehandlung in alltäglichen Kontexten“.

Dabei sei nicht das Ziel, empirisch belegte Situationen abzubilden, sondern „Muster verständlich zu erklären und Gesprächsanlässe zu schaffen“.

Anekdotisch und selektiv

Dass ein Comedy- oder Sketch-Format eher selten eine Aufbereitung empirischer Forschung darstellt, sondern anekdotisch arbeitet, ist selbstverständlich. Ebenso entspricht es der Realität, dass Menschen mit Migrationshintergrund derartige Situationen erleben.

Dennoch lässt sich schwerlich übersehen, dass die Episoden von Einseitigkeit geprägt sind und Rassismus durchgängig nur bei ethnisch Deutschen verorten – obwohl in der Erfahrungswelt von Kindern in Deutschland auch andere ethnische Konflikte vorkommen, die sich in rassistischem Verhalten äußern: etwa zwischen Angehörigen verschiedener Nationen des Balkan, oder auch aufgrund religiöser Vorbehalte von muslimischen Kindern gegen Juden, Christen oder Armenier.

Immer wieder wird auch von Demütigungen und gewalttätigen Übergriffen auf ethnisch deutsche Kinder berichtet. Dies aber wird nicht anekdotisch aufbereitet. Die Auswahl ist also zumindest selektiv.

KiKA steht nicht allein

Die gegen ethnische Deutsche gerichteten Inhalte des Formats Moooment!  sind auch kein Ausrutscher, der lediglich den Kinderkanal beträfe. Bereits zuvor hatte Thorsten Alsleben auf einen grob irreführenden, teils faktisch falschen Beitrag im ZDF-Kindernachrichtenformat logo! hingewiesen. In der Sendung war der Islam unkritisch dargestellt, das Christentum hingegen direkt im Anschluss einseitig diskreditiert worden. Der ÖRR Blog griff dies auf.

Kurz darauf wies wiederum Critical Cat auf einen Beitrag desselben Formats hin, in dem Kinder- bzw. Zwangsehen als kulturelles Phänomen in „Südasien und Teilen Afrikas, aber auch in Südamerika und Europa“ beschrieben wird – der islamische Kulturkreis, in dem das Problem besonders virulent ist, wird nicht einmal geographisch eindeutig benannt, schon gar nicht als Kulturraum.

Nachdem die öffentlich-rechtliche Berichterstattung bereits seit längerem in der Kritik steht, richtet die sozialmediale Öffentlichkeit ihr Augenmerk nun also zu recht auf einen Teil der Medienlandschaft, der offenbar bislang weitgehend unbeobachtet als Spielwiese für ideologische Indoktrination diente.

Es zeigt sich, dass dieses Engagement in den sozialen Medien nicht nur wahrgenommen wird, sondern tatsächlich etwas bewirkt. Die Rücknahme der kritisierten Inhalte aus der KiKA-Mediathek ist ein erster Schritt, wenn auch eine Entschuldigung oder gar eine programmatische Kurskorrektur noch aussteht.

6. Mai 2026

Auf Kosten österreichischer Steuerzahler

Teure Fäkal-Performance: „Künstlerin“ schwimmt in Urin

Von
Richard Schmitt

„Schade, wenn Kunst als ein Freibrief für das Narrentum missbraucht wird“, kommentiert etwa der X-User Markus-Johannes Handl auf der Social-Media-Plattform den Beitrag der Österreicherin Florentina Holzinger. Hunderte andere Kritiker sind ebenfalls tief enttäuscht darüber, was die einstige Kulturhochburg Österreich bei der Biennale in Venedig zeigt: eine langweilige Nacktperformance von 25 Frauen, die im Urin der Festival-Besucher baden oder unbekleidet mit einem Jetski in einer gefluteten Halle Runden drehen.

Holzingers Projekt, das im Jahr 2026 wohl kaum noch durch die gezeigte Nacktheit aufregt, wird auf der Biennale-Homepage so beschrieben: „Seaworld Venice geht als neues Werk aus dieser kontinuierlichen Auseinandersetzung hervor und tritt in den Dialog mit Venedig – einer Stadt, die durch ihr enges Verhältnis mit Wasser, Überleben und den Folgen menschlicher Intervention geprägt ist. Der Wasserspiegel steigt. Wasser, das wir in unzähligen Zyklen täglich trinken und ausscheiden. Wasser als lebendige, lebenswichtige natürliche Ressource – und als streng kontrolliertes Gut. Wasser, in das wir uns fallen lassen, in das wir eintauchen und aus dem wir, vielleicht transformiert, auftauchen.“

600.000 Euro Steuergeld für die Pisse-Performance

Der wahre Aufreger sind nicht die Spielereien in Pisse und Wasser, sondern deren Kosten: Dass die österreichische Bundesregierung, die aktuell knallharte Sparmaßnahmen gegen Familien mit Kindern, gegen Pensionisten und sogar gehandicapte Beruftsätige sowie Geringverdiener durchsetzt, den österreichischen Biennale-Beitrag mit 600.000 Euro subventioniert, sorgt für einen Aufstand auf den Social-Media-Plattformen. Die meisten Wut-Postings sind gegen den Kultur- und Medienminister verfasst: Der sozialdemokratische Vizekanzler Andreas Babler solle sich schämen, dass Österreichs Steuerzahler „diesen Dreck“ finanzieren müssen.

Provokation als PR-Instrument?
Österreich und die Biennale in Venedig: Baden im Urin

Auch der bekannte Wiener Soziologe, Meinungsforscher und TV-Talker Bernhard Heinzlmaier kommentierte auf X die Performance-Kunst in Venedig: „Wenn man sagt, dass moderne Kunst in weiten Teilen vertrottelt ist, ist man ein Kulturbanause. Das sind unsere hochkulturellen Zeiten. Herzlichen Dank dafür, dass ich in Zeiten der Dekadenz leben darf.“

Eine weitere X-Userin meint zu dem Urin-Beitrag: „Sorry. Aber wie eklig. Die Bundesregierung sagt immer, wir haben ein ‚Budgetproblem‘, gell? Aber Geld für die Kunst diverser Freunderl und Künstler haben wir immer.“

Noch eine Reaktion auf X: „In einem Sexclub wäre es ein FetishAct. Hier ist es ‚Kunst‘, weil eine anerkannte Künstlerin, ein Kuratorenteam und die Biennale es so deklarieren. Ob das den Ekel rechtfertigt, ist letztlich Geschmackssache. Nicht alles, was legal und konsensual ist, muss öffentlich zelebriert werden. Die Gesellschaft kann tolerant gegenüber dem Privatleben sein und trotzdem klare Grenzen für das Öffentliche ziehen. Das ist kein Rückschritt, sondern gesunder Menschenverstand.“

Überraschend fiel ein erstes Urteil des in Österreich meistgelesenen Blatts, der Kronen Zeitung aus: „Im Inneren ließ sich ein erster Einblick in die ‚Seaworld Venice‘, so der Titel, nehmen. So viel sei verraten: Da ist einiges gelungen, das den Österreichischen Beitrag heuer zu einem Favoriten, auch beim Publikum, machen könnte.“ Kein Wort von Urin, kein Wort über die extrem hohe Subvention.

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6. Mai 2026

EU befeuert Deindustrialisierung

PFAS-Verbot: Die EU reguliert uns zu Tode

Von
Redaktion

In Interviews mit verschiedenen Zeitungen spricht Stefan Dräger, Vorstandschef und Familieneigentümer des Medizintechnik-Herstellers Dräger, über Entscheidungen der EU, die er, sehr höflich, als äußerst problematisch bezeichnet und die ihm und vielen anderen zunehmend Sorgen bereiten.

Ganz besonders problematisch sieht er das geplante EU-Verbot von Poly- und Perfluoralkylsubstanzen (PFAS), den sogenannten Ewigkeitschemikalien. Dräger betont, dass beim Umgang mit diesen Stoffen selbstverständlich größte Umsicht geboten ist, er plädiert aber dafür, dass diese Substanzen, so wie alles andere auch, differenziert betrachtet werden müssten. Sollten die EU-Regulierungen und Verbote wie vorgesehen umgesetzt werden, hätte dies für die Wirtschaft und das Leben in der EU gravierende Folgen. Denn dann müsste nicht nur sein Unternehmen, sondern auch viele andere Unternehmen in der EU müssten ihre Produktion einstellen.

Das bedeutet nicht nur einen weiteren dramatischen Abbau von Arbeitsplätzen, sondern vor allem, dass Produkte mit diesen Stoffen nicht mehr verwendet werden dürften. Das sind beispielsweise Beatmungsgeräte, Inkubatoren oder andere Sicherheitsausrüstungen. In seiner Firma könnten in der Folge etwa 80 Prozent der Produkte nicht mehr in der EU hergestellt werden. Bei anderen Unternehmen sieht es vergleichbar aus. Auch die medizinische Versorgung ist von diesem Verbot betroffen. Viele Materialien in der Chirurgie und Medizintechnik basieren genau auf diesen Kunststoffen.

Für bestimmte Poly- und Perfluoralkylsubstanzen (PFAS), insbesondere langkettige Polymere, gibt es derzeit keine Alternativen. Die OECD hat diese als unbedenklich und als notwendig eingestuft. Das hindert die EU allerdings nicht, in ihrem öko-sozialistischen Weltrettungsfuror auch das zu regulieren. Zwar soll es eine Übergangszeit von achtzehn Monaten geben, die sei aber viel zu kurz bemessen, da Entwicklung und Zulassung von Ersatzstoffen, so es denn überhaupt welche gibt, Jahre dauern. Dräger kritisiert den fehlenden Sachverstand der EU-Behörden und fordert eine differenzierte Regulierung. Auch spricht er sich dafür aus, dass die Nutzung dieser Produkte weiterhin erlaubt sein solle. Beispielsweise in geschlossenen Systemen mit Rücknahmeverpflichtung.

Dräger weiß aber selbst, dass die Chancen, dass sich an diesem Entwurf noch etwas ändern werde, nicht existieren. Die Initiative gehe von Ländern wie Deutschland, den Niederlanden und skandinavischen Staaten aus und werde von nachgeordneten Behörden ohne ausreichende politische Kontrolle und Sachverstand vorangetrieben. Eine Zustimmung des EU-Parlaments, sonst das demokratische Feigenblatt der EU, müsse (oder darf) in diesem Falle nicht darüber abstimmen.

PFAS ist eine Gruppe von über 10.000 synthetischen Chemikalien. Sie sind extrem stabil, wasser-, fett- und schmutzabweisend. Sie werden benötigt, um Schläuche, Dichtungen, Membranen und elektronische Bauteile in medizinischen und sicherheitstechnischen Geräten widerstandsfähig, hitzebeständig und dicht zu machen. Für viele dieser hochsensiblen Anwendungen gibt es laut Dräger derzeit keine technisch gleichwertigen Ersatzstoffe.

Der EU-Kommision mangelt es zwar an demokratischer Legitimation, nicht aber an Ehrgeiz. Bei allem, was diese Kommission anfasst, geht es um das ganz Große. Mindestens aber um die Rettung der Welt, des Planeten und bald auch noch des Sonnensystems. Rückschläge, verursacht durch das eigene präpotente Handeln, sind der Kommission und ihrer Präsidentin nur Ansporn, weiter mit den selben Köpfen gegen die immer gleiche Wand zu rennen. Innezuhalten und einen Schritt zurückzugehen und das eigene ideologische Treiben zu hinterfragen, ist der EU und ihrer Kommission, aber auch den meisten Politikern der EU-Länder, nicht gegeben. Jede Kritik an ihrem Wirken ist für sie Bestätigung, dass sie alles richtig machen und der Kampf gegen die Kritiker verschärft werden solle. Also erfinden sie immer neue Regulierungen und Verbote, die dann durch immer mehr bürokratische Auflagen überwacht werden.

Erst wenn die letzte Firma ihre Tore in der EU geschlossen, der letzte Landwirt seinen Hof aufgegeben und der letzte Forscher das Licht seines Labors ausgeschaltet hat, werden die Menschen zumindest in der EU bemerken, dass man Verbote und Regulierungen nicht essen kann.

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6. Mai 2026

Systemversagen

14-jähriger Schüler ermordet – mutmaßlicher Täter war abgelehnter Asylbewerber

Von
Richard Schmitt

In der ruhigen Allgäuer Stadt Memmingen, wo Familien ihre Kinder noch unbesorgt zur Schule schicken und das Leben zwischen Bahnhof und Altstadt seinen gewohnten Gang geht, hat sich in den vergangenen Tagen ein Drama abgespielt, das nun das ganze Land erschüttert: Der 14-jährige Jermaine B. ist tot. Ermordet, wie die Obduktion ergab, durch massive Gewalteinwirkung gegen den Hals.

Der mutmaßliche Täter: ein 37-jähriger Mann aus dem Westjordanland, ein abgelehnter Asylbewerber, der trotz rechtskräftiger Ablehnung seines Antrags geduldet wurde – weil seine Identität und Nationalität nicht abschließend geklärt werden konnten, berichten Bild und Focus. Der Verdächtige ist inzwischen tot: Bei der Festnahme in dem verlassenen Haus, in dem auch die Leiche des Jungen lag, bedrohte er Polizisten mit einem Messer und wurde von den Beamten angeschossen. Er erlag später seinen Verletzungen.

Blumen im Dorf fotografieren - Messerangriff
Breuberg in Hessen: Messerangriff auf Spaziergängerin – selbst das Dorf ist nicht mehr sicher
Es begann am Samstagabend: Jermaine kam nicht nach Hause zurück. Ein Großaufgebot der Polizei, darunter auch eine Hubschrauber-Besatzung, suchte nach dem Schüler. In der Nacht zum Montag dann die grausame Entdeckung: In einem leer stehenden Gebäude nahe des Bahnhofs fanden Beamte die Leiche des Jungen. Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Kempten starb er nicht durch ein Messer – die genaue Todesursache wird noch untersucht –, sondern durch brutale Gewalt am Hals. Das Haus wurde offenbar zum Schauplatz einer unfassbaren Tat.

Als die Einsatzkräfte am Montagabend das Gebäude durchsuchten, stießen sie auf einen Mann, der sich in einem Schrank versteckt hatte. Er bedrohte die Polizisten mit einem Messer. Schüsse fielen. Der 37-jährige Angreifer wurde lebensgefährlich verletzt und starb später im Krankenhaus. Die Behörden gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass er der Täter ist.

Philipp Höß, Sprecher der Regierung von Schwaben, bestätigte auf Anfrage von Bild und anderen Medien die erschreckenden Hintergründe des Verdächtigen. Der Mann wurde in Abu Qash geboren, einem Ort im Westjordanland. Seine Nationalität blieb jedoch unklar. Und dieser Umstand hätte die Abschiebung praktisch verhindert.

Brutale Gewalt
Messerangriff in Solingen: Zwei Schwerverletzte nach Gewalteskalation in der Innenstadt
Der Migrant war bereits zweimal rechtskräftig verurteilt worden: 2021 wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe und erst in diesem Jahr wegen unerlaubten Aufenthalts ohne gültige Ausweispapiere.

Dennoch durfte er bleiben. „Bei ungeklärter Identität ist eine Abschiebung kaum möglich“, so die nüchterne Auskunft der Behörden. Eine bittere Ironie der deutschen Asyl- und Ausländerpolitik, die immer wieder kritisiert wird: Abgelehnte Bewerber, die keine Papiere vorlegen oder deren Herkunft nicht zweifelsfrei feststellbar ist, werden geduldet. Mit oft fatalen Folgen für die Sicherheit der Bevölkerung.

Memmingens Bürgermeister und der Polizeipräsident sprachen von einem „Schock für die gesamte Stadt“. Noch ist nicht klar, ob es ein sexuelles Motiv gab oder ob der Täter den Jungen zufällig oder gezielt ausgewählt hatte. Die Staatsanwaltschaft hält sich zu laufenden Untersuchungen bedeckt.

Kein Einzelfall

Dieser Fall steht nicht allein. In den vergangenen fünf Jahren haben mehrere ähnliche Gewalttaten durch Migranten – oft abgelehnte oder geduldete Asylbewerber – Deutschland erschüttert. Die Debatte um Abschiebungen und Identitätsklärung brachte aber keine Änderung in der Politik der Bundesregierung. Hier nur fünf der vielen Straftaten:

  • Im Dezember 2022 ersticht in Illerkirchberg ein 27-jähriger Eritreer, Asylbewerber, auf dem Schulweg die 14-jährige Ece S. und verletzt ihre 13-jährige Freundin schwer. Der Täter wird zu lebenslanger Haft verurteilt.
  • In Brokstedt tötet der 34-jährige staatenlose Palästinenser Ibrahim A. in einem Zug zwei junge Menschen, die 17-jährige Ann-Marie und den 19-jährigen Danny, mit einem Messer und verletzt weitere Fahrgäste. Auch er erhält eine lebenslange Freiheitsstrafe.
  • Ein somalischer Asylbewerber ersticht in Würzburg in einem Supermarkt drei Frauen und verletzt mehrere weitere Personen schwer. Die Tat ereignet sich im Juni 2021 und wird als islamistisch motiviert eingestuft.
  • In Solingen attackiert der 26-jährige Syrer Issa al H., dessen Asylantrag abgelehnt worden war und der trotz Abschiebebescheid blieb, im August 2024 das „Festival der Vielfalt“. Er tötet drei Menschen mit einem Messer und verletzt acht weitere. Der IS reklamiert die Tat. Der Täter wird zu lebenslanger Haft verurteilt.
  • Im Januar 2025 verfolgt in Aschaffenburg ein 28-jähriger ausreisepflichtiger Afghane eine Kita-Gruppe. Er greift gezielt die Kinder an, ersticht einen zweijährigen Jungen, verletzt ein weiteres Kind und tötet einen 41-Jährigen, der den Täter stoppen will.

Messerstechereien in der Weihnachtszeit
Mitten in der Adventszeit kommt es bundesweit zu schweren Messerattacken
Diese Fälle, so unterschiedlich sie im Detail sind, teilen ein Muster: Ein Täter mit Migrationshintergrund, oft aus Krisenregionen, dessen Aufenthaltsstatus prekär oder abgelehnt ist, begeht schwere Gewalttaten – häufig mit Messern – gegen unschuldige Opfer, darunter oft Kinder und Jugendliche.

Die Regierung von Schwaben und die bayerische Staatsregierung betonen nun, dass der Fall Jermaine Konsequenzen haben müsse. Während die Ermittler in Memmingen weiter den exakten Tathergang erheben, bleibt die Frage: Wie viele solcher Tragödien braucht es noch, bis die Politik die notwendigen Konsequenzen zieht?

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6. Mai 2026

Und der Kanzler schaut bedröppelt zu

Bei Lanz: Alle lachen über Friedrich Merz

Von
Gastautor

Friedrich Merz und seine missratenen Reden, seine seltsamen Interviews, die vielen Bürgerbeschimpfungen und internationalen Aufreger – das Entsetzen über seine verbalen Entgleisungen hat ein neues Level erreicht. Bei Lanz dient der Kanzler der Zweiten Wahl mittlerweile der allgemeinen Belustigung. Es ist eine krude Mischung aus Fassungslosigkeit, Schenkelklopferei und blankem Entsetzen, die sich bei den Gästen auf ebenso kuriose wie absurde Weise Bahn bricht. Ergebnis: Alle lachen über Friedrich Merz.

Um den Kanzler der zweiten Wahl zumindest optisch ins Studio zu holen, lässt Lanz ihn an die Wand werfen. Bei diesen Hintergrundbildern hat seine Redaktion in die Vollen gegriffen. Als Hauptmotiv suchte sie das vielleicht undankbarste Porträt heraus, das sich unter den vielen undankbaren Bildern des Kanzlers finden lässt: Frontalportrait mit absoluter Leere im Blick. So glotzt Merz also die meiste Zeit vom Teleschirm herab wie – man kann es nicht anders sagen – der Dödel vom Dienst.

Unbedachtes Reden ohne Segen
Trump droht mit massiverem US-Truppenabzug: Merz wird zum Risiko für Deutschland
Bilder aussuchen können sie also in der Redaktion, Grammatik nicht so gut. So wird Militärexperte Nico Lange in der Bauchbinde als Gründer „vom“ IRIS-Institut vorgestellt. Au weia. Lange, der wo der ist, der wo auch mal für „dem“ CDU gearbeitet hat, ist besonders bestürzt darüber, wie Merz jüngst aus einer sauerländischen Schule heraus den US-Präsidenten anschoss („keine Strategie“, die USA würden vom Iran „gedemütigt“). Lange, der selbst für aggressive Formulierungen bekannt ist („eine Botschaft der Abschreckung nach Moskau schicken“, 14.12.2025 bei Miosga), lässt an Aggro-Merz kein gutes Haar. Je öfter er die Szene in der Schule sehe, umso schlimmer finde er sie, sagt Lange. Trump derart zu attackieren, sei ganz und gar nicht im deutschen Interesse.

Dabei habe Merz doch nach seinem Antrittsbesuch in Washington „vor Stolz kaum laufen“ können, feixt Bild-Reporter Paul „Lord Helmchen“ Ronzheimer. Merz habe sich gerühmt, in kürzester Zeit ein außergewöhnlich gutes Verhältnis zu Trump aufgebaut zu haben. „Umso verrückter“ sei jetzt diese plötzliche Beleidigung, zu allem Überfluss auch noch persönlich gegen Trump und dessen Strategie. „Das wird ihn sehr getroffen haben“, vermutet Ronzheimer. Außerdem sei es ja schon interessant, „dass ausgerechnet Friedrich Merz jemandem Strategielosigkeit vorwirft“. Sogar innerhalb der CDU sei das „so der Running Gag“.

Einblick in eine bizarre Parallelwelt
Vor dem Abgrund, die CDU ist einen Schritt weiter – es gibt tosenden Applaus
Der Kanzler kommt nicht gut weg an diesem Abend, doch einer soll ihn retten. CDU-Altgestein Karl-Josef Laumann versucht nach Kräften, den Kanzler als Lenker und seine Truppe als Denker darzustellen. Er lobt Merz für dessen jahrzehntelange Verbundenheit mit den USA. Merz habe eine „sehr gute und sehr grundsätzlich positive Meinung über die Vereinigten Staaten“. Lanz ist das zu billig. „Okay, das ist jetzt Teil zwei der Deeskalation. ‚Wir haben Euch lieb‘ nach Amerika. Karl-Josef Laumann setzt das hier fort. Offensichtlich ist das der Auftrag“, sagt er lachend – und lässt gleich nochmal genüsslich die verkorkste Szene aus der Schule einspielen.

Auch USA-Experte Julius van de Laar findet den Merz-Auftritt schlichtweg „unglaublich“. Die Leute wollten schließlich „keinen Politik-Analysten als Kanzler, der kommentiert, was die Amerikaner machen“. Merz fehle die nötige Empathie. Und überhaupt: Mit welcher Rechtfertigung wolle er eigentlich einem US-Präsidenten irgendwelche Strategie-Ratschläge geben. Das würde ja bedeuten, er hätte irgendeine Erfahrung mit solchen Kriegen.

Aber van de Laar hat auch einen Tipp. Der Kanzler solle bei Fox News anrufen und sich dort zum Interview rüberschalten lassen: „Sag: Donald Trump und ich sind relativ ähnlich. Wir sorgen uns zutiefst um den Geldbeutel unsrer Bürger. – Und da ist mit mir der Gaul durchgegangen. Ich hätte das nicht machen sollen. – Aber deshalb bin ich so wütend. Deshalb müssen wir gemeinsam überlegen. Deshalb schicke ich jetzt eben auch Minensuchboote rüber in die Straße von Hormus. – Wir liefern, Donald.“

Leiden an Merz
Wohin mit Friedrich Merz – und dann?
Laumann hat einen schweren Stand. Seine Versuche, den Chef und die Regierung schönzureden, prallen an der Runde ab. Wohl auch, weil er eine Tendenz hat, in monotonen Monologen so wenig Substanz wie möglich zu verpacken. Die meiste Zeit sagt er nichts, aber wenn, findet er kein Ende. Er kämpft nach Kräften dafür, dass in der ehemaligen Volkspartei CDU zumindest noch eine Spur Volk vorkommt. Lanz lässt eine entsprechende Wutrede Laumanns einspielen. Auf dem CDU-Parteitag hatte er sich für den kleinen Mann eingesetzt, den Schichtarbeiter, die Krankenschwester, die Rettung der Rente.

Und nach dem Einspieler? Wiederholt Laumann zur allgemeinen Ermüdung exakt das eben Gehörte. Lanz lässt ihn gewähren. Senioren-Bonus, offenbar. Dann folgen jede Menge Durchhalteparolen. „Wir sind seit dem Zweiten Weltkrieg ohne Frage eine der erfolgreichsten Parteien in Europa. Und daran müssen wir auch wieder anknüpfen“, sagt Laumann. Die SPD müsse „jetzt auch wissen, dass das, was im Koalitionsvertrag steht, von uns jetzt auch eingefordert wird.“ Die Flüchtlingspolitik sei bereits „weitgehend entschärft“ oder „zumindest nicht mehr so hoch in der Wahrnehmung“. Wichtig sei, dass „in der Gesellschaft gesehen wird: Das haben die erfolgreich gemacht“. Ronzheimer wirft ein: „Das erzählen Sie jetzt aber schon ziemlich lange.“ Laumann: „Wir müssen jetzt einfach in den Arbeitsrhythmus kommen.“ Lanz mahnt ihn: „Sie sind schon ein Jahr im Amt!“

Merz habe bereits im vergangenen Jahr mit dem Gedanken gespielt, die Vertrauensfrage zu stellen, erzählt Ronzheimer. Doch für Laumann kommt das ebenso wenig in Frage wie das Weitermachen als Minderheitsregierung. Das sei „für Deutschland nicht gut“ und werde sogar „Europa in Turbulenzen stürzen“. Und für die CDU bedeute es: „Wir werden das nicht überleben.“ Apropos: Dieselbe Gefahr sieht er für den Fall, dass die Brandmauer einstürzt. Laumann: „Eine Zusammenarbeit von CDU und AfD würde diese Partei umbringen. Ist ganz klar zu sagen.“

Hauptsache nicht weiter Merz
Die CDU ist am Ende: Es rettet sie nur noch die SPD, die genauso am Ende ist
Lanz hat noch einen Einspieler, der in seiner Wucht wie ein einziger, großer Holzhammer wirkt. Darin Merz, Spahn, Linnemann, Söder, wie sie alle auf den Bürgern herumhacken: Die Menschen seien zu bequemlich, nicht mehr leistungsbereit, sie wollten die Zwei-Tage Woche, pflegten einen Teilzeit-Lifestyle und würden die Arbeit als unangenehme Unterbrechung von Freizeit ansehen – all die bekannten Hetzparolen. Laumann versucht die Wogen zu glätten: „Wir haben nach wie vor eine leistungsbereite Bevölkerung“, sagt er. Man müsse eine Gesellschaft zusammenführen. Lanz: „Das ist das Gegenteil von Zusammenführen.“ Ja, so Laumann, aber den Wohlstand werde man nur erhalten, wenn man nach dem Motto „Ohne Fleiß kein Preis“ lebe.

FAZ-Redakteurin Julia Löhr konfrontiert den CDU-Granden derweil mit der Realität. „In den vergangenen Monaten ist viel passiert, was unsere Probleme eher noch verstärkt hat“, sagt sie und zählt auf: Ausweitung der Mütterrente, Stromsteuer, Rentenpaket, Tariftreuegesetz, mehr Bürokratie, Tankrabatt nach dem Gießkannenprinzip. Die Regierung schaffe keine Einsparungen, sondern nur Mehrbelastungen.

Laumann, der über lange Strecken der Sendung schmollend auf verlorenem Posten sitzt, muss Farbe bekennen: „Wir werden bei der Rente gravierende Veränderungen machen müssen“, gesteht er, und „auch an die Lebensarbeitszeit rangehen“. Bei 67 Jahren werde es nicht bleiben können.

Immerhin, am Ende der Sendung ist irgendwie allen das Lachen vergangen.

Einblick am Morgen
Tunix und Kassieralles sind die Galionsfiguren der Berliner Galeere

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6. Mai 2026

Souveräne Reaktion

Deepfake-Fotos von Giorgia Meloni

Von
Redaktion

Wochenlang hat der Fall Collien Fernandes Deutschland aufgeregt, und praktischerweise lag schon ein neues Gesetz in der Schublade – das die Anonymität im Internet aufheben soll: Danach sollen KI-generierte sexuelle Inhalte mit dem Gesicht oder der Identität realer Personen ausdrücklich strafbar werden. Detailliert müssen dazu für die Darstellung erlaubte und unerlaubte Körperteile aufgelistet und kartographiert werden, um „sexualisierte Darstellung“ oder „intime Körperteile“ gerichtsfest zu definieren.

Aber hauptsächlich geht es darum: Identitäten der Täter sollen leichter ermittelt und die Befugnisse der Ermittler zu automatisierter biometrischer Gesichtserkennung erweitert werden. Dazu kommt umfassende Netzüberwachung zur Suche nach manipulierten Bildern und Videos. Es ist eine gesetzgeberische Perfektion, die Anwälte, Staatsanwälte und Richter beschäftigen wird.
Und wie reagiert Giorgia Meloni auf die sie betreffenden Deepfakes?

„Ich muss zugeben, dass derjenige, der sie erstellt hat – zumindest im beigefügten Fall –, mich sogar deutlich verschönert hat. Aber es bleibt die Tatsache, dass man mittlerweile wirklich alles nutzt, nur um Gegner anzugreifen und Unwahrheiten zu erfinden.

Der Punkt geht jedoch über mich hinaus. Deepfakes sind ein gefährliches Instrument, denn sie können jeden täuschen, manipulieren und treffen. Ich kann mich verteidigen. Viele andere können das nicht.

Deshalb sollte immer eine Regel gelten: Erst prüfen, dann glauben, und erst glauben, dann teilen. Denn heute trifft es mich, morgen kann es jeden treffen.“

Das nennt man souverän. Eigenverantwortung ersetzt Gesetzgebung. Übrigens: Mittlerweile stellt sich heraus, dass wohl die zentralen Vorwürfe von Collien Fernandes an ihren Ehemann – erfunden sind. Was bleibt ist ein Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, der mit großer Wahrscheinlichkeit umgesetzt wird.

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