Es ist zwar schön, wenn die Runde sich in der Debatte aufgeschlossen gegenüber KI zeigt, aber positives Denken allein reicht nicht. Eine schnelle Teilhabe am Erfolg des weltweiten KI-Booms ist für Deutschland noch weit entfernt. Von Fabian Kramer
Screenprint: ZDF / Maybrit Illner
Das Rad des Kapitalismus dreht sich seit der Erfindung des Internets schneller und schneller. Doch durch die Künstliche Intelligenz als Treiber könnte die globale wirtschaftliche Dynamik noch mehr Fahrt aufnehmen. Schon jetzt feiern vor allem amerikanische Unternehmen große Erfolge mit KI und verdienen immense Summen, die sie sofort wieder reinvestieren.
Das internationale Großkapital investiert weltweit wie verrückt in KI. Allerdings fließen die Billionen hauptsächlich an amerikanische Unternehmen und in kleineren Teilen an chinesische. Um Deutschland macht das große Geld einen Bogen. Der deutsche Markt hat nämlich viele Nachteile. Mannigfaltige Regulierung, langsame Behörden und fehlende Energiesicherheit sind nur einige der Steine, die im Weg stehen und das Geld von Investoren draußen halten.
Deutschland muss seine Rahmenbedingungen ändern, um eine KI-Branche zu ermöglichen. Die Weltspitze ist weit enteilt. Ein schneller Anschluss an die Amerikaner und Chinesen ist illusorisch. Weil die Konkurrenz einen großen Vorsprung hat, muss die Bundesrepublik sich umso mehr anstrengen. Ein erster Schritt in Richtung digitaler Aufbruch hat die Regierung geschafft. Im Kabinett von Kanzler Friedrich Merz sitzt zum ersten Mal ein Digitalminister. Der ehemalige Manager Karsten Wildberger soll das digitale Entwicklungsland Deutschland in eine voll digitalisierte Zukunft führen.
An diesem Donnerstag ist der Minister zu Gast bei Maybrit Illner, um über Künstliche Intelligenz zu sprechen. Ein großer Pluspunkt der Sendung ist, dass die Gäste KI tatsächlich als große Chance begreifen. Selten teilt ein Gast die digitale Angst vieler Deutschen, die fast schon pathologisch ist. Negativ fällt ins Gewicht, dass so gut wie gar niemand darüber spricht, wie die Ziele erreicht werden sollen.
Wettbewerbsfähige Strukturen sind aktuell nicht in Sicht. Selbst wenn Regulierung und Steuern gesenkt würden, bliebe die Energieversorgung als Achillesferse. Durch die gescheiterte Energiewende ist planbare und günstige Energie in großen Mengen ein Wunschtraum. Illner erspart sich, ihren Gästen und den Zusehern diesen düsteren Zukunftsausblick. Die Gegenwart ist enttäuschend genug.
Deutschland steckt im Fax-Zeitalter fest
Wer als Bürger schon einmal versucht hat, in seiner Kommune digitale Verwaltungsvorgänge zu tätigen, dürfte verzweifelt aufgegeben haben. Nirgends ist Deutschland so analog unterwegs wie in seinen Behörden. “Wir leben im Fax-Zeitalter”, spottet der TV-Journalist und Physiker Ranga Yogeshwar. Außerhalb deutscher Amtsstuben sieht Yogeshwar in Sachen KI und Digitalisierung weniger schwarz. “Wir haben in Deutschland viele Anwendungsmöglichkeiten”, sagt er und meint damit die Industrie.
CDU-Digitalminister Karsten Wildberger pflichtet ihm bei. “Wir können bei der KI aufholen”, so der ehemalige Topmanager. Für Wildberger ist gerade die Künstliche Intelligenz wichtig für das Erreichen von neuem Wohlstand. Künstliche Intelligenz sei etwas Neues, was viele wirtschaftliche Chancen bieten würde, sagt Wildberger über den KI-Boom. Doch aktuell räumen vor allem andere Staaten ab. Amerikanische Unternehmen profitierten von der digitalen Vormachtstellung der USA.
Über Jahrzehnte haben die USA ein System geschaffen, in welchem der digitale Kapitalismus aufblühen konnte. Je digitaler die Welt geworden ist, desto mehr hat sich das Wachstum der Tech-Branche in den USA beschleunigt. “Die USA haben eine andere Verzahnung, die einen anderen Schwung ermöglicht”, erklärt die Investorin Jeannette zu Fürstenberg den gewaltigen Vorsprung der Amerikaner. In der Bundesrepublik ist die Politik nicht in der Lage, Rahmenbedingungen für erfolgreiche Big-Tech-Konzerne zu ermöglichen.
Durch den großen Rückstand auf die US-Konzerne gerät Deutschland zunehmend in eine ungünstige Position. “Wir haben aktuell eine Abhängigkeit”, stellt die ZDF-Journalistin Sarah Tacke fest. Diese Abhängigkeit bereitet vor allem Maybrit Illner große Sorgen. Schließlich regiert in den USA Donald Trump und dieser ist in Illners Augen fast schon die Reinkarnation des Leibhaftigen. Illner möchte deshalb von Digitalminister und CDU-Mann Karsten Wildberger wissen, ob sich die deutsche Verwaltung von amerikanischen Unternehmen trennen müsse. Doch Wildberger möchte als ehemaliger Mann der Wirtschaft keinen transatlantischen Bruch. “Wir werden immer Partnerschaft brauchen”, äußert er.
Google und Microsoft rekrutieren unsere Talente
Braindrain nennt man es, wenn die talentierten und hoch gebildeten Fachkräfte ein Land verlassen, um ihr Glück in einem anderen Land zu suchen. Gerade im Bereich der Informatik muss Deutschland den Verlust vieler hochqualifizierter junger Talente verkraften. Obwohl man als ausgezeichneter Programmierer auch in Deutschland mit knapp hunderttausend Euro Einstiegsgehalt rechnen kann, ist der Unterschied zu den USA riesig. Bei Google und Microsoft ist das Fünffache möglich. “Die großen Unternehmen klauen unsere Talente”, beklagt Ranga Yogeshwar völlig zurecht.
Karsten Wildberger will dieser Abwanderung etwas entgegenstellen. Der deutsche Staat könne Ankerkunde für junge Unternehmer werden, bis diese die Marktreife erreicht haben, fordert der Digitalminister. “Der Abstand zum Silicon Valley ist zwar groß, aber unser Land hat viele Talente”, sagt Wildberger. Ob allein staatliche Förderung reicht, darf bezweifelt werden. Neben staatlicher Finanzierung spielt in den USA das vorhandene private Risikokapital eine gewichtige Rolle. In Deutschland gibt es so hingegen so wenig privates Risikokapital wie in kaum einem anderen Land auf der Welt.
Viele Deutsche sparen ihr Geld lieber und die meisten Banken wollen Sicherheiten für hohe Kredite, worüber Tech-Unternehmen in der Regel nicht verfügen. Der große Schwachpunkt der Sendung ist, dass die Moderatorin auf diese wichtigen Punkte nicht zu sprechen kommt. Es ist zwar schön, wenn die Runde sich in der Debatte aufgeschlossen gegenüber KI zeigt, aber positives Denken allein reicht nicht. Eine schnelle Teilhabe am Erfolg des weltweiten KI-Booms ist für Deutschland noch weit entfernt.



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China setzt auf humanoide Roboter, die USA auf KI und wir setzen auf Analphabeten aus aller Herren Länder – wir wird den Kampf um die Zukunft wohl gewinnen?
Die einzige KI im Land die funktioniert sind die automatischen Bargeldauszahleautomaten in den Job Centern und die Keywordsuche der Meldestellen. Dazu kommt die KI generierte Digitalbeichte die mittlerweile im Netz von den Kirche angeboten wird. Amen.
Sollte die AfD eine Wahl gewinnen, wird argumentiert die KI war falsch programmiert!
Sehe es so, dass DE eben ein Mentalitätsproblem hat – statt auf KI, Roboter, Automatisierung, etc zu setzen, schafft man billige Arbeitskräfte ins Land. Auch, um aus einen großen Pool schöpfen zu können, und somit die Löhne niedriger zu halten.
Eine Lamento- Sendung. Einzig interessant wäre die Urache des Rückstandes seitens von D,, aber letztlich von ganz Europa. Nur, wo dabei Maschinen einegsetzt werden oder Optik gefragt ist,sind wir plus NL weiterhin die Besten! Ein Grund ist, D. ist zuklein für ein Silicon Valley von einer halben Million Menschen! Und wir haben in der EU keine übernationalen High- Tech- Gebiete Königsberg in Ostpreußen hätte eines mit übernationalen EU- Sonderstatus mit Haupsprache deutsch ab 1990 werden können, wenn es Helmut Kohl nicht einfach wie ein Despot verschenkt hätte: so doof ist eben die CDU!
Ich habe einen Teil der Sendung gesehen: Sinnloses Gequatsche!
Sagen Sie das nicht, der Sascha kennt sich aus. Total. Echt.
Die KI ist ja schön und gut. Aber wie deckt sie ein Dach oder repariert einen Wasserhahn?
Das ist zutreffend. Außerdem sollte beachtet werden, dass die KI viel Energie benötigt. Allein durch Wind und Sonne wird der erforderliche Bedarf wohl nicht erzeugt werden können.
Genau. Nahezu keine einzige haushaltsnahe Dienstleistung kann durch eine KI gemacht werden und wird es auf absehbare Zeit auch nicht können. Nicht einmal Saugroboter taugen in einer normalen Wohnung ausreichend zum saubermachen – das meiste muss doch vom Menschen gemacht werden. Die einzige durchschlagende Erfindung in diesem Bereich ist die Waschmaschine und diese Erfindung ist nun schon 70-100 Jahre alt. Man kann es in Gedanken durchgehen: Die meisten lästigen Alltagstätigkeiten, welche die meisten normalen Menschen sehr gerne an einen Roboter abgeben würden, sind weit davon entfernt, dass das technisch möglich wäre. Auch Fahren ohne Mensch am Steuer wird in einer… Mehr
Oben nur am Rande erwähnt, aber wesentlich: wo kommt der Strom dafür her. Er muss 24/7 zur Verfügung stehen. Wildbergers Vorschlag, dass der Staat „Ankerkunde“ sein solle, wird vielleicht bei einfachen Dingen funktionieren. Ansonsten wird das Ganze durch politische Strukturen, z.B., informelle Vereinbarungen, von denen die KI nichts weiß, unsinnige Geldausgaben aus politischen Gründen, bei denen eine Erfolgskontrolle nicht erwünscht ist, usw. einer Anwendung beim Staat entgegenstehen. Einfach mal mit ChatGpt oder Grok für ein Ministerium oder eine Behörde, die z.B. Entwicklungshilfe verteilt, durchspielen. Oder schauen, was in den USA mit DOGE passiert ist. Politiker nutzen nun einmal staatliche Gelder… Mehr
“KI ist etwas Neues“. Die haben noch nie ein Computerspiel gespielt, schon seit über 15 Jahren wird dort im Bereich der Gegner mit KI gearbeitet, die auf die Bewegungen der Spieler reagieren soll. Schon seit mehr als 10 Jahren sind die Fortschritte beachtlich, im Bereich der Shooter (nicht mein Spiel-Genre) sind die Fortschritte schon deutlich länger sichtbar. Aber das Internet ist ja bekanntlich auch noch Neuland, in einigen Ministerien wird stolz die Anschaffung von Faxgeräten verkündet.
Das Problem ist doch strukturell. Das Investitionsklima ist zur Zeit in einer Eiszeit. Wer will schon investieren, wenn er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit maßlosen Steuern gegenüber sieht. Auch fehlen die Fachkräfte wie geeignete Schulabgänger, die man ausbilden könnte- die machen lieber was mit Menschen oder so, weil man in dem Bereich die Arbeitsergebnisse schlechter evaluieren kann. Vielleicht wollen einige Leute aber nur eine neue Subventionslok auf die Schiene stellen, um den Leuten vorzugaukeln man müsste nun endlich mal Geld für die richtige Sache ausgeben.Wird dann so enden wie die Produktion von Windmühlen, die ist heute im Ausland. Und anderen Subventionsgräbern.… Mehr
Nun – in den USA scheint das nicht der Fall zu sein. Hier die Investitionen, die die 47th Administration bereits an Land gezogen hat:
https://www.whitehouse.gov/investments/
.
Auch hier:
New Economic Data Highlights the Strength and Resilience of President Trump’s Economy https://x.com/WhiteHouse/status/2049933649131221316
The data is clear: surging business investment is fueling America’s reindustrialization under
@POTUS
https://x.com/RealPNavarro/status/2049946342122733576
TRULY INCREDIBLE“: Brand new data shows initial jobless claims last week fell to the lowest since 1969. https://x.com/WhiteHouse/status/2050020666334724296
Und das sind keine neuen Stellen, die den Beamtenapparat dort in den USA weiter aufblähen hülfen!
Verschläft Deutschland den KI-Boom oder nur die KI-Blase?
Es gab schon in den 1950er Jahren einen weltweit heftigen Wettbewerb um Märkte für die Elektronifizierung [„Digitalisierung“] von Leistungen [Hard- wie Software]. Aus diesem Wettbewerb schieden europäische Unternehmen Schritt für Schritt aus bzw. spezialisierten sich auf nicht öffentlich bekannte Seiten der EDV. Da wurden Märkte aufgeteilt. Natürlich wurde und wird auch an deutschen Unternehmen wie an Fachhochschulen/Universitäten weiter an EDV-Leistungen geforscht und gearbeitet. Da muss man sich kundig machen. Die als ‚Künstliche Intelligenz‘ bezeichnete ‚Simulierte Intelligenz‘ ist eine Form von EDV-Leistung, wie bspw. Peter Heller hier auf TE [17./18./21.02.2024, darstellte. Die Gesprächs-/Plauderrunde ‚Illner‘ ist keine Wissenschafts-, Technik- oder Wirtschaftssendung. Tatsächliche… Mehr