Auch das gibt es: Manuela Schwesig und der NDR haben richtig gehandelt

Hat Manuela Schwesig (SPD) Einfluß darauf genommen, dass die CDU nicht zur „Elefantenrunde“ des NDR (SPD-nah) der Landtagskandidaten eingeladen wurde?

IMAGO / Bernd Elmenthaler

Der Sommer im Norden hat einen Skandal im Strandkorb-Format: CDU und Linke wurden nicht zum Elefantenduell vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 eingeladen. Jetzt toben sie, Manuela Schwesig habe die Sender bedrängt, sie auszuschließen. Hat Schwesig, oder hat sie nicht? Das Entscheidende ist: Es war korrekt, die Runden zu besetzen. Schwesigs SPD stellt den derzeitigen Ministerpräsidenten, nämlich Manuela. Allen Umfragen zufolge ist die AfD stärkste Partei. Die jüngste INSA-Umfrage vom 13. August sieht die AfD bei 36 %, neben der SPD mit 29 %, der Linken mit 11 %, und der CDU mit 10 %.

Wenn kein Wunder über den Strandkorb kommt, dann ist die AfD die stärkste, und die SPD die zweitstärkste Partei, und beide Parteien haben jeweils rund dreimal so viele Wähler wie die geschrumpfte CDU oder die SED-Nachfolger.

Oder andersherum: Das Spiel wird zwischen SPD und AfD entschieden; die Miniparteien sind nur Mehrheitsbeschaffer. Insofern ist die Entscheidung sachgerecht: Manuela Schwesig und Leif-Erik Holm diskutieren miteinander, möge der Bessere gewinnen.

Was die CDU empfindet, sind typische Phantomschmerzen. Sie war eine große und starke Partei, jetzt ist sie eine Mini-Partei, liegt auf Platz vier. Da sollte man bescheiden sein. Mag ja sein, dass die verlorene Macht schmerzt. Aber das Heute zählt, nicht der Anspruch ohne Substanz.

Es wird Zeit, dass die CDU sich daran gewöhnt, wie es ist, mit der FDP um den letzten Wechselwähler ringen zu müssen; vielleicht ist auch bald die 5-Prozent-Hürde die neue Todesgrenze. Kommt Wahl, kommt Wahrheit. Also, liebe CDU, Größe muss man immer wieder beweisen; man erbt sie nicht.

Auslöser waren zunächst Berichte über das von RTL/ntv geplante Duell zwischen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm. CDU und Linke behaupten, Schwesig habe darauf bestanden, ausschließlich gegen Holm anzutreten; deshalb seien andere Kandidaten aus einer ursprünglich größeren Runde herausgefallen. SPD und RTL/ntv bestreiten eine politische Einflussnahme und erklären, die Entscheidung sei allein redaktionell und aufgrund der Umfragewerte gefallen.

Inzwischen betrifft die Kontroverse auch den NDR. Der Sender hat für den 16. September ein direktes Duell Schwesig gegen Holm angesetzt. Einen Tag zuvor sollen CDU, Linke, Grüne und BSW in einer separaten Viererrunde antreten. Der NDR begründet diese Aufteilung mit der „abgestuften Chancengleichheit“ und den Umfragen: AfD 36 Prozent, SPD 29 Prozent, Linke 12, CDU 9, Grüne 5 und BSW 4 Prozent. Nur AfD und SPD hätten derzeit realistische Aussichten, stärkste Kraft zu werden und den Ministerpräsidenten zu stellen. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Der Sender weist den Eindruck zurück, sein Format sei auf Druck der SPD oder Schwesigs entstanden. Nach Darstellung des NDR wurden bereits im April SPD und AfD zum Duell sowie CDU, Linke, Grüne und BSW zur Viererrunde eingeladen. Alle Parteien seien damals über Format und Aufteilung informiert worden und hätten zugesagt; niemand sei nachträglich ausgeladen worden. Damit unterscheidet sich der konkrete Ablauf beim NDR offenbar von dem Streit um RTL/ntv.

Der Vorwurf von CDU und Linken lautet dennoch: Die Zuspitzung auf „Schwesig gegen AfD“ spiele beiden Seiten in die Hände. Schwesig könne den Wahlkampf zur Richtungsentscheidung zwischen sich und der AfD machen, während Holm und die AfD durch das exklusive Duell zusätzlich aufgewertet würden. Dass diese Polarisierung zur SPD-Strategie passt, ist jedenfalls nicht neu: Schwesig hatte schon Anfang 2025 die Landtagswahl als Entscheidung „Manuela Schwesig oder AfD?“ beschrieben. So ist es eben. Die CDU hat ihre Rolle einer konservativen Partei an die AfD abgegeben. Jetzt kommt die Quittung. Schmerzhaft, aber unvermeidlich.

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Kommentare ( 27 )

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Der Ingenieur
18 Tage her

Die CDU im Osten hat sich m.E. nie geändert:

Sie war zur DDR-Zeit bereits „Blockflöte“ und Steigbügelhalter der linkssozialistischen Parteien (der Vereinigung von SPD und KPD zur SED).

Und ist es jetzt immer noch.

Sie hat im Osten noch nie christlich-konservative Werte vertreten, – und das wissen die Menschen dort auch. Ich würde mich freuen, wenn sie das demnächst auch an der Wahlurne zum Ausdruck bringen.

Mermaid
18 Tage her

Es gibt noch Gerechtigkeit. Die CDU am Kindertisch ist noch nicht demütigend genug angesichts der Drohung, die vorpommersche Zuckerschnute zum Bundespräsidenten machen zu wollen.
Die Stralsunder sollten nicht vergessen, wer sie unter die Brücke gejagt hat. Dieses pompöse Ding über den Dächern der Stadt ist eine Schande!
Der Autoverkehr quält sich immer noch erst durch die Stadt, bevor die Brücke erreicht ist, und bricht zusammen, wenn es zu einer Sperrung kommt.
Ob sie immer noch ihr Wahlkreisburö in dieser heruntergekommenen Bude hat? Es würde zu ihr passen. Und wäre wohl auch angemessen.
Die CDU einstellig. Gerade in MV!

Jens Frisch
18 Tage her

„Nur AfD und SPD hätten derzeit realistische Aussichten, stärkste Kraft zu werden und den Ministerpräsidenten zu stellen.“
Nur das aufgrund der „Brandmauer“ die AfD den Ministerpräsidenten auf keinen Fall stellen wird, weil eine einstellige CDU lieber in der Bedeutungslosigkeit verschwindet als echte, konservative Politik durchzusetzen:
Die CDU leidet unter einem politischen Stockholm Syndrom.

Deutscher
18 Tage her

Bei allen relevanten Themen ist inzwischen die AfD die konservative Volkspartei. Das wird der Union jetzt langsam klar. Nun, es war absehbar. Die AfD brauchte nichts weiter zu tun, als da zu sein, während die Union sich selber demontiert hat. Ich will die Arbeit der AfD für ihren Erfolg nicht schmälern, aber ich glaube, sie haben selber nicht damit gerechnet, dass es so gut laufen würde.

Hegauhenne
18 Tage her

Die Frage muß erlaubt sein:
Wieso dieser Aufwand für gut 1,57 Millionen Bürger?
Tät’s da nicht auch ein Oberbürgermeister für diesen Landkreis Meck-Pomm?
🙂 🙃 😉

K.Behrens
18 Tage her

Dank für die Erinnerung, es soll ja Leute geben, die glotzen immer noch auf ein TV-Gerät. Einfach wunderbar, bereits seit 2014 nur noch via Mac. Leider muss ich den wiederholten Scheiß natürlich bezahlen. Aber so manches Gekaufte wie „Seaside-Hotel“ rechtfertigt meinen Beitrag. Man sucht sich online das Passende, auf joyn gibt es „intimate“, sehr coole Hamburger…. Also nur Unterhaltung, aber doch nicht irgendwelche abgestandene Typen aus staatlicher Verwaltung, was ein Horror für so manches empfindsames Gehör und visueller optischer Verschmutzung. Wir haben uns als Nachbarn einen Spaß erlaubt, nur ein dezentes Frühstück im eingerüsteten Mundsburg-Tower. Leider nein, nur mit wasserdichten… Mehr

Muensterlaenderin
19 Tage her

In ein Sende-Format „Elefantenrunde“ gehört die CDU in Mecklenburg-Vorpommern sicher nicht.
Die CDU sehe ich in MV nur noch in einem Sende-Format mit dem Titel „Die Sieben Zwerge“.

taliscas
19 Tage her

Die perfekte Demütigung. Ihr feigen CDUler, bedankt euch bei Merkel/Merz. Die Sahnehaube wäre das Monster als Buprä!

ThomasP1965
19 Tage her

Wer noch meint, dass Fernsehrunden von den desinteressierten Wahlbürgern wahrgenommen werden, glaubt noch an den Weihnachtsmann. Das Wahlvolk ist inzwischen völlig im Tiktok und 20 Sekunden Clip Glück angekommen. Man will sich nicht mehr sachlich informieren, sondern nur noch das bestätigt bekommen, was man in der jeweiligen Blase so glaubt. Man lässt sich dabei gerne von Russland, China oder auch den USA beeinflussen und in permanentem sinnlosen Erregungszustand halten. Fakten und Daten spielen keine Rolle mehr, denn die notwendige Medienkompetenz hatte man ohnehin nicht. Kein Wunder, dass gerade in Ostdeutschland mit inzwischen seit Jahren Mehrheit Parteien wie AfD, BSW oder… Mehr

Autour
19 Tage her
Antworten an  ThomasP1965

Man sollte niemals von sich auf andere schliessen… ich denke Ben Bernd zeigt gerade eindrucksvoll, dass es doch noch einige Menschen gibt die sich 4 Stunden lange Podcasts anhören können und WOLLEN….

pcn
18 Tage her
Antworten an  ThomasP1965

Na ja, mir ist es lieber, dass USA, Russland oder China die Realität aus ihrer Sicht beschreiben, als ein Herr Banaszak im Sommerinterview seine außerirdische Parallelwelt der Grünen Sekte! (z.B.) Das zu Nr 1…
Zu Nr. 2 sage ich ihnen mal was: 20Sek Reels sind bei Insta auf jeden Fall aufschlussreicher, als irgendein Gelaber in einem 20Min. Interview der ÖRechtlichen mit irgendeinem Abgeordneten oder Minister der Altparteien, denen man vorher noch die Fragen zur freundlicher Kenntnisnahme einige Wochen vorher per Email geschickt hat, damit sie von ihren Mitarbeitern häppchengerecht die Antworten auf die Fragen wie ein Gedicht auswendig lernen können.

Biskaborn
18 Tage her
Antworten an  pcn

Gute Antwort an den irrlichternden Herrn ThomasP1965

Deutscher
18 Tage her
Antworten an  ThomasP1965

Als ob das Talkshowgeschwafel der Politiker sachlich, neutral und aufrichtig wäre.
😁

Riffelblech
18 Tage her
Antworten an  ThomasP1965

Wie wäre es denn mit ein wenig weniger Schaum vor dem Mund –
Verehrtester ?
Natürlich muss die AfD rankommen um den Augiasstall auszumisten , voll ihrer Meinung .
Niederlage Steuern auf Energie wäre schon mal ein Ansatz ,dann die Asylantenproblematik klären ,sehr wichtig und die NGOs mal an die ganz kurze Leine nehmen .
Nur ein paar Punkte der AfD – danke das wir uns darin einig sind !

Janno
19 Tage her

In Unserer Demokratischen Deutschen Republik (UDDR) ist es dem Souverän seit jeher nicht gestattet, diejenigen zu wählen, die ihn zu regieren gedenken. Ebenso ist die Legislative vom Volkswillen hermetisch abgeriegelt, gleiches gilt für den öffentlichen Rundfunk und andere Machtvehikel des Leviathan. Somit ist es ein frevelhafter Selbstbetrug, auch nur einen Pfifferling auf solche mediale Demokratiesimulationen wie „Kanzler-Duelle“ oder dessen Provinz-Ableger zu geben, sind sie doch zumeist eine Beleidigung in Toto. Das journalistische und sprachliche Niveau bewegt sich selten oberhalb einer Sickergrube, die Dramaturgie lebt von eventuellen Schweißausbrüchen und anderen Ausscheidungen der Protagonisten und die Ästhetik leidet ohnehin jedesmal, wenn Politiker… Mehr

Last edited 19 Tage her by Janno
Sonny
18 Tage her
Antworten an  Janno

Ich bin ganz ihrer Meinung. „Ben ungescripted“ ist das heutige, wirklich relevante, politische Portal. Es sind eben doch mehrheitlich die älteren Mitbürger, die das staatliche Fernsehen überhaupt noch zur Kenntnis nehmen – sie sind mit dieser Errungenschaft aufgewachsen und haben damit ihr Leben verbracht. Sterben diese Menschen, war es das mit dem Zwangs-Beglückungsmedium, die jüngeren sind längst weiter gewandert und schauen sowieso kein Fernsehen mehr. In vielen anderen Ländern muss man so was auch nicht „abonnieren“, hier wird man dazu gezwungen, dafür zu zahlen. Das heutige Fernsehen im ÖRR wird sowieso nur noch als DDR-Kopie des schwarzen Kanals wahrgenommen. Diese… Mehr

Last edited 18 Tage her by Sonny
Deutscher
18 Tage her
Antworten an  Janno

„In Unserer Demokratischen Deutschen Republik (UDDR) ist es dem Souverän seit jeher nicht gestattet, diejenigen zu wählen, die ihn zu regieren gedenken.“

Was für ein Gefasel, sorry!