Die Berliner SPD will sich auf Sondierungen mit der Linken einlassen. Ob die Sozialdemokraten dabei die Biografie von Spitzenkandidatin Elif Eralp, die Kontakte der Partei zu Clan-Mitgliedern und Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Linke tatsächlich ernst nimmt, ist die Frage der Woche.
Imago Hanno Bode
Elif Eralp war bis 2025 Mitglied der Roten Hilfe, eines Vereins, den der Verfassungsschutz als erwiesen linksextremistisch einstuft und der 2024 öffentlich zu Spenden für die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette aufrief. Parallel belasten die Neuköllner Wahlparty mit Issa Remmo und die Chatkontakte des Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak die linken Wahlsieger. Der Landesvorstand der SPD stimmte am 26. September trotz allem für erste Gespräche zur Sondierung einer Koalitions-Möglichkeit.
Die Partei des früheren Kanzlers Helmut Schmidt will also am Verhandlungstisch Menschen gegenübersitzen, die über ihren Verein Ex-RAF-Terroristen mit Spenden unterstützen lassen.
Sondieren heißt prüfen, nicht regieren – genau daran wird die SPD nun gemessen. Wer eine Kandidatin mit jahrelanger Mitgliedschaft in einem Verein, der RAF-Flüchtige unterstützt, und eine Partei mit Clan-Auftritt und unter Antisemitismus-Verdacht an den Verhandlungstisch holt, kann nicht so tun, als seien das alles Randnotizen. Entweder werden Austritt, Distanz und personelle Konsequenzen zur Bedingung, oder die Sozialdemokratie erklärt einfach alles für verhandelbar. Beides ist eine Entscheidung. Rechnerisch bleibt auch Schwarz-Grün-Rot möglich, eine Einladung der CDU liegt nicht vor.
Die SPD hat auf ein Bitte zur Stellungnahme zu ihrer Positionierung nicht reagiert.




Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein