Merz redet sich seine Welt schön

Deutsche und ausländische Unternehmen investierten zunehmend in den Standort, die Rahmenbedingungen würden kontinuierlich verbessert. Der Kanzler träumt.

Hat Friedrich Merz an seinem Kanzlertag 512 den Höhepunkt seiner Illusionen erreicht oder kann er den auch noch toppen? Er ist nämlich „wirklich richtig begeistert“ von zahlreichen Investitions- und Innovationsbeispielen – und zitierte eine Studie der Deutschen Bank, die Deutschland als besten Investitionsstandort in Europa ausweise. Diesen Optimismus wolle er mit vielen Menschen im Land teilen, er sei mit der Entwicklung des Investitionsstandorts zufrieden. Beim Jahrestreffen der Initiative „Made for Germany“ in Berlin sagte Merz gestern, Investitionen seien von anfangs 600 Milliarden Euro auf über 800 Milliarden Euro gestiegen. Deutsche und ausländische Unternehmen investierten zunehmend in den Standort Deutschland, die Rahmenbedingungen würden kontinuierlich verbessert. – „Investitionen“ zu sagen, wenn neue Staatsschulden gemacht werden, ist mittlerweile ganz fester Bestandteil der Sprachregelung des politmedialen Komplexes.

Kennt Merz die Lage nicht?

Auch am Kanzlertag 513 dreht sich die Nichtregierungskoalition weiter um sich, redet sich Merz die Welt selbst schön, betäubt sich in Treffen mit irgendwelchen scheinbar wichtigen Leuten und ist froh, wenn der Tag vorbei ist. Da capo. Für Land und Leute bedeutet das leider, so wie bisher kann es tatsächlich weitergehen bis zur nächsten Bundestagswahl 2029. Alles wird teurer. Aber alle, die direkt und indirekt vom Staat mit den Steuern der Masse bezahlt werden, die es selbst immer schwerer hat, über die Runde zu kommen, spüren das nicht.

„Pflegekompromiss“. Ihn ordnet die Anwärterin auf den Vorsitz im Verein, der von der SPD übrig blieb, MeckPomm-MP Schwesig als unbrauchbar ein: „Das … ist leider keine Reform. Wir brauchen eine echte Reform, die Familien entlastet und nicht weiter belastet (Spiegel).“ Kanzler Merz habe „nichts aus den Wahlen gelernt“ und setze „leider auf ein Weiter so.“ Pflege dürfe nicht zu Armut führen. „Deshalb muss jetzt dringend über … einen Pflegedeckel gesprochen werden.“ Die unterschiedliche Finanzierung der Pflege durch gesetzliche und private Kassen sei ungerecht: „Daher brauchen wir jetzt eine wirkliche Reform dieser Strukturen.“ – In Wahrheit ist nach dem Kabinettsbeschluss von gestern alles so offen wie zu Beginn des Koalitionsstreits. Parallel geht der Streit in einer Kommission weiter, die es noch nicht gibt.

AfD-Verbot. Da die SPD nicht weiß, wie schnell es zum Verbotsantrag kommt, hat die Berliner Parteienrechtsexpertin Schönberger „unsaubere“ Wahlkampffinanzierung durch die AfD in Sachsen-Anhalt konstatiert. Fraktionsmittel im Wahlkampf bei Bürgerdialogen im ganzen Land seien „offensichtlich rechtswidrig“ gewesen und „könnte in der Konsequenz dazu führen, dass die Landtagswahl erfolgreich angefochten werden kann (Spiegel).“ Der Freiburger Staatsrechtler Michl meint, eine unzulässige Wahlkampffinanzierung durch die Fraktionen verletze die Chancengleichheit der Parteien und stelle „einen Wahlfehler dar, der zum Gegenstand eines Wahlprüfungsverfahrens gemacht werden kann.“ Der Berliner Staatsrechtler Möllers meinte auch, „dass eine verdeckte Wahlkampffinanzierung durch das Abzweigen von Fraktionsmitteln einen Eingriff in den demokratischen Wettbewerb darstellen kann.“ Problematisch sei aber, „dass es eigentlich kein handhabbares Kriterium für Mandatsrelevanz gibt und die Neuansetzung der Wahl ihrerseits ein so massiver Eingriff ist, dass er kaum angewendet würde“.

Linksregierung. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, warnt SPD und Grüne vor einer Koalition mit den Berliner Linken: „Das ist eine Gefahr für die Sicherheit Berlins und seiner Bevölkerung (Politico).“ Er wirft der Linken ein „tiefgreifendes Antisemitismusproblem“ vor und eine „tiefgreifende Verstrickung in ihrem Kader von Leuten, die Kontakte oder Sympathien zu Terroristen haben und zu Clankriminellen“. Beck: „Ich befürchte, dass man auf Gedeih und Verderb von Seiten der SPD und Grünen in diese Gespräche gehen will und deshalb mit irgendwelchen Sprachformeln sich zufrieden geben wird.“ – Berlins mögliche nächste Regierende Bürgermeisterin Elif Eralp war vier Jahre Mitglied der Roten Hilfe. Den Verein rechnet der Verfassungsschutz dem Linksextremismus zu. Eralp gehörte der Roten Hilfe auch von 2021 bis 2025 an, als sie bereits für die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus saß. TE hat ausführlich darüber berichtet. Die Rote Hilfe unterstützt linke und linksextreme Aktivisten bei Anwalts-, Gerichts- und teilweise Strafkosten. Der Bundesverfassungsschutz bezeichnet sie als eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus und wirft ihr vor, auch linksextremistische Straftäter politisch und finanziell zu unterstützen.

Bundeswehr. Zehntausende Reservisten sind seit über einer Woche von zentralen IT-Systemen abgeschnitten. Wie das Handelsblatt aus Bundeswehrkreisen berichtet, sollen bei einem Massendatenimport die Datensätze der derzeit nicht einberufenen Reservisten gelöscht worden sein. Die Bundeswehr hat rund 60.000 nicht aktive Soldaten. Betroffene hätten keinen Zugriff mehr auf Computer, E-Mails und den Bundeswehr-Messenger. Im Verteidigungsfall sei dies „eine Katastrophe“. – Die Verantwortlichen müssen wohl erst KI-Grundkurse besuchen, statt KI regulieren zu wollen.

Privat und Staat. »Das Starship hat 26 Satelliten im Weltall ausgesetzt. Bei vollständiger Wiederverwendung aller Raketenstufen kann Elon Musk den Preis je Flug auf unter 10 Mio. USD drücken. Zum Vergleich: Der Start einer NASA-Rakete mit über 100 Tonnen Nutzlast kostet derzeit etwa 2,5 Mrd. USD. 5 Starts der Ariane 6-Rakete, die nur 21 Tonnen ins All transportieren kann, kosten etwa 500 Mio. USD. Im Klartext: Elon Musk hebt den Markt mit einer Kostenersparnis von über 98 % aus den Angeln. Privates Unternehmertum zeigt staatlichen Behörden was Effizienz bedeutet.«

In Deutschland und Europa lautet der Befund am heutigen Morgen: Im Westen nichts neues. Michaelis ist vorbei, stimmt die Bauernregel, kommt der Winter bald und wird das Heizen für viele teuer, denen schon die hohe Preise fürs tägliche Leben schwer zu schaffen machen. Da kommen noch heißere Zeiten auf die politische Klasse zu.

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Kommentare ( 45 )

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kurowski
5 Tage her

Beispiel sogn Reformen Es sind leider überhaupt keine Reformen in Sicht. Bei der Pflege werden nun krampfhaft Leistungen gestrichen. Das ist keine Reform. Besser wäre, den Mindestlohn als Arbeitsverweigerungsgrund für wenig qualifizierte Bürgergeldler abzuschaffen. Dann Bürgergelder um 240 € kürzen. Dafür dann aber für 3 €/Stunde monatlich 160 Stunden ( x 3 € = 480 €) , o ä. als Alltagshilfe in Haushalten ganztägig aushelfen. Dazu bedarf es kein Studium, keine Berufsausbildung. Kann jeder, der willens ist. Die Bürgergeldler hätten eine Aufgabe und letztlich 240 € mehr Einkommen als bisher und könnten schon aus Zeitgründen nicht mehr schwarz arbeiten. Familien… Mehr

Unglaeubiger
6 Tage her

Der Fritzl hat sich geistig in die Welt der grünen Marsmännchen verlaufen und findet ums verrecken den Weg nicht zurück auf diese unsere schöne Erde. Ich würde ihm gerne die Vereinigung von Körper und Geist – auf dem Mars! gönnen, wäre auch viel besser und gesunder – für uns.

Antaam
6 Tage her

Was soll Merz denn sonst machen? Wenn er die Welt so sehen würde, wie sie ist, würde er vielleicht Sebukku begehen. Merz hat uns ohne Not ein großes Stück näher an den Abgrund gebracht. Er will uns kriegstüchtig machen, hat keine Angst vor einer Atombombe (natürlich, er wäre doch im Ausland) und die Deutschen folgen ihm nicht. Irgendwie will er sie dafür begeistern, wie toll der Investitionsplatz Deutschland ist. Ein bisschen hat er auch recht. Schließlich investieren, vor allem mit freundlicher Unterstützung einer Menge Steuergelder, Rüstungsunternehmen in Deutschland. Diese Unternehmen, das schnallt Merz natürlich nicht oder ist ihm egal, investieren… Mehr

November Man
6 Tage her

Die Berliner Parteienrechtsexpertin Schönberger ist doch die, die das, zu mindestens in Teilen, durch KI erstellte Gutachten zum Verbot der AfD durch die NGO GGF geprüft und für gut befunden hat. Das im Juni 2026 von der Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. (GFF) vorgelegte, rund 1.500 Seiten umfassende Privatgutachten wurde laut Feststellung gestern im Thüringer Landtag als, zu mindestens in Teilen, von KI erstellt entlarvt. Ob so ein privates KI-Gutachten vom Bundesverfassungsgericht überhaupt angenommen wird oder angenommen werden darf, konnte gestern leider nicht mehr geklärt werden.  

Kassandra
6 Tage her
Antworten an  November Man

Vordem soll eine gewisse Felor Badenberg aus Teheran, damals mit Sinan Selen aus Istanbul VizePräsident des Verfassungsschutzes, ein solches „Gutachten“ vorgelegt haben, über die Danisch so zu berichten weiß: https://www.danisch.de/blog/2026/08/22/die-maerchenhafte-karriere-der-felor-badenberg/#more-76102
Dass Ausländer kein Interesse an AlternativRegierungen haben, das dürfte hier jedem klar sein?

jwe
6 Tage her

Wir wollen nicht hoffen, dass der Russ das IT-Dilemma der Bundeswehr kennt. Man stelle sich vor, er „kommt“ und Pistorius kann keine Reservisten einberufen. Die Bundeswehr hat zu wenig Soldaten und dann auch noch so etwas. Was, wenn die so hoch digitalisierten Puma-Panzer vom Russen gehackt werden und dann gegen die eigene Truppe rollen. Der nächste Krieg der Bundeswehr wird interessant oder sollte man sagen: Die Bundeswehr als Lachnummer?

Last edited 6 Tage her by jwe
Antaam
6 Tage her
Antworten an  jwe

Natürlich kennt Russland unser gesamtes IT-Dilemma und nicht nur das der Bundeswehr. Natürlich weiß Russland, das wir in absehbarer Zeit überhaupt keine Möglichkeiten haben, Russland anzugreifen, pardon, von Russland uns angreifen zu lassen.

Kassandra
6 Tage her
Antworten an  jwe

Ja – Pistorius 100 Milliarden Sondervermögen ist über die Ukraine weg und nun beklagt er leere Waffenkammern:
European weapon stockpiles are empty of extra weapons and ammo to send to Ukraine. “There is nothing left in the stockpiles that can be provided to Ukraine.” Germany Defence Minister Boris Pistorius   https://x.com/WallStreetMav/status/2021906575913628116
 
„Die europäischen Waffenlager sind leer, es gibt keine zusätzlichen Waffen und Munition mehr, die an die Ukraine geliefert werden könnten. „Es gibt nichts mehr in den Lagern, was wir der Ukraine zur Verfügung stellen könnten“, so der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius.“
 

Haba Orwell
6 Tage her

Bei all den Ereignissen in Bärlin geht erneute Revolution in Frankreich etwas unter: >>>„Diese Gewalt ist unbeschreiblich“ – Hunderte Festnahmen bei heftigen Studentenprotesten in Frankreich, Schulpersonal wird von Studenten gejagt – uncut-news.ch<<< > „… Die gewalttätigen Blockaden an französischen Schulen fallen mit flächendeckenden Streiks der öffentlichen Dienste zusammen, die das Land lahmlegen. … Die Polizei droht nun mit einem Eingreifen zu einem Zeitpunkt, da ein Diesel-Mangel Frankreich in weitere Unruhen stürzen könnte. … Neuer Blockadeversuch heute Morgen am Lycée Paul Eluard in Saint-Denis. … Ein Feuer wurde vor dem Eingang des Lycées entzündet. … Heute wurden mindestens 10 Mitarbeiter des… Mehr

Kassandra
6 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Sie wissen, dass Saint-Denis schon 2015 sehr muslimisch war – und jetzt ein solcher Bürgermeister zu den Bränden an westlichen Schulen Freudentänze aufführt?

Haba Orwell
6 Tage her
Antworten an  Kassandra

Vergessen Sie nicht, dass der gegenseitige Hass damit anfing, dass gewisse westliche Siedlerkolonie ein Nahost-Land eroberte und Einheimische vertrieb – in einer Zeit, in der Kolonialismus sonst fiel. Es hilft nicht, gegen Muslime zu motzen, die eigentlichen Ursachen ausblendend. Man sollte sich von den Eroberern distanzieren – da vorwiegend aus Osteuropa, sind die nicht mal besonders westlich. Wie paradox – in Schland motzt man so gerne gegen Russen, wenn aber welche wie Jabotinsky aus Odessa zu nichtchristlicher Religion konvertierten und Richtung Süden auswanderten, werden sie grenzenlos belobhudelt? Mehr über die Krawalle: >>>Generalprobe für die Wahlen? Schulproteste in Frankreich eskalieren<<< >… Mehr

November Man
6 Tage her

Die Linken im Land wollen doch unbedingt eine Frau als neuen Bundespräsident. Da kann sich der Kerkeling mit der Merkel doch bewerben.  

Haba Orwell
6 Tage her

Sollte sich Schland je vom Imperium befreien, könnten Iraks Erfahrungen wertvoll sein: >>>Abzug ohne Freiheit: Die USA verlassen den Irak, das Geld bleibt in New York<<< > „… Imperiale Herrschaft kann man physisch vertreiben, aber die Kontrolle bleibt noch lange bestehen. Das erfährt der Irak gerade, das haben alle kolonialisierten Völker gelernt. Das dürfte auch auf Deutschland zutreffen, auch wenn die US-Truppen einmal abziehen sollten. …“ Geld vom Öl-Verkauf des Landes geht immer noch auf ein in New York eingerichtetes Konto. Die gleiche Nummer wird mit Venezuela abgezogen. > „… Ein Abzug der US-Truppen aus Deutschland würde zwar verhindern, dass… Mehr

Antaam
6 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Okay, London wäre auch nicht der Platz, wenn ich nationales Gold einlagern wollte. Das wäre ja die nächste Abhängigkeit, die nicht besser als die der USA ist. Sie haben ihren Schatz nicht geschützt, solange er nicht physisch in den NL ist.

Last edited 6 Tage her by Antaam
November Man
6 Tage her

Die Berliner Parteienrechtsexpertin Schönberger kann die Wahl in Sachsen-Anhalt gerne annullieren lassen. Was besseres könnte der AfD gar nicht passieren. Dann gäbe es Neuwahlen. Die Schönberger käme damit dem neuen Ministerpräsidenten Siegmund nur zuvor.  

Heptamer
6 Tage her

Man muss keine Rede von Merz mehr zu Ende hören, keine Interviewantwort ernst nehmen und die Lobgesänge seiner Adlaten kann man auch in die Tonne werfen. Um ihn zu kennen, reicht mittlerweile ein Youtube-Clip von der Preisverleihung vor Schulkindern.

Thomas
6 Tage her
Antworten an  Heptamer

Merz ist ja nur noch am Heulen.
Bei jedem kleinsten Anlass fliessen Tränen.

Last edited 6 Tage her by Thomas
Kassandra
6 Tage her
Antworten an  Heptamer

Von Merz werden heute solche Reden geliefert und damit zeigt er uns das „Problem“ – sowohl am Mikrophon wie, noch schrecklicher, im gesamten Publikum. Die scheinen in Masse wie aus einer Parallelwelt. Merz bei einem Auftritt unter Privilegierten – Schüler wie Lehrer scheint es zu freuen – ohne einen Gedanken daran, dass sie auf einer Insel der Glückseligen verblieben. Noch. Von solchem wie in Potsdam und überall in Deutschland scheinen die vollkommen unbeleckt? „Ich vermisse auf dieser Veranstaltung die Klassenkameraden, aus Neu Köln und von überall, der Kinder, die NICHT auf eine Privatschule gehen….“ Kein einziges migrantisches Kind…. das grenzt… Mehr