Zahme Ökonomen assistieren dem Steuerstaat beim Abkassieren

Wie schön für den Abzocker Parteienstaat, der solche Institute hat. Früher durfte man von – ebenfalls steuerfinanzierten – Ökonomen ab und zu richtig kritische Beiträge erwarten. Das war einmal, der Meinungsdruck macht vor niemandem Halt.

IMAGO / serienlicht

Eine deutliche höhere Mehrwertsteuer schlägt doch tatsächlich der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Moritz Schularick, vor, um mit den Mehreinnahmen „Steuerentlastungen“ – deutsch: etwas weniger Abzocke – an anderer Stelle und eine Senkung der Sozialbeiträge zu finanzieren: „Man müsste die Mehrwertsteuer meinetwegen um drei Prozentpunkte anheben und könnte mit den Mehreinnahmen die Belastung aus Steuern und Sozialabgaben deutlich senken (Capital).“ Als ob ein Ökonom wie er nicht wissen müsste, dass bei solchem Hin- und Herschieben im Saldo nur Steuer-Erhöhungen herausgekommen sind und herauskommen sollten.

Tatsächlich sollen Union und SPD im Frühjahr dieses Jahres eine Anhebung der Mehrwertsteuer geprüft haben, um damit eine größere Steuerentlastung oder Senkungen der Sozialbeiträge zu finanzieren. Angesichts der deutlich erhöhten Inflation und aus Furcht vor größeren Protesten verwarfen sie diese Reformoption aber offenbar wieder. In den anschließenden Koalitionsverhandlungen über eine Steuerentlastung kam mangels Spielraum im Bundeshaushalt nur eine kleinere Steuerreform heraus, die seither ebenso kritisiert wird.

Anstatt dem Abzockerkurs der Kleinen Koalition entgegenzutreten und einen echten Sparkurs von Strukturreformen einzufordern, sorgen sich Berater wie das Ifo-Institut um das Inkasso der Abzocker. Die noch höhere „Reichensteuer“ und die zusätzliche Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) würden zu milliardenschweren Einnahmeausfällen führen. Die Betroffenen arbeiteten dann weniger oder versuchten, ihre Steuerlast zu senken und mehr Ausgaben von der Steuer abzusetzen (Bild). Der Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, Andreas Peichl: „Wenn der Finanzminister die Staatseinnahmen erhöhen will, sollte er … dafür sorgen, dass die Bürger weniger Dinge von der Steuer absetzen können.“ Aktuell gebe es mehr als 500 Möglichkeiten wie die Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen oder Vereinsbeiträgen. Würde die Hälfte der Leistungen, die man absetzen kann, gestrichen, könnte der Staat im Jahr rund 35 Milliarden Euro mehr Steuern einnehmen.

Wie schön, wenn der Abzocker Parteienstaat solche Berater hat. Früher durfte man von – ebenfalls steuerfinanzierten – Ökonomen ab und zu richtig kritische Beiträge erwarten. Das war einmal, der Meinungsdruck macht vor niemandem Halt.

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Kommentare ( 30 )

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Dieter
18 Tage her

Mal so eine kleine Spielerei: Work-TAX Balance Land Tax Wedge 2025 Von 50.000 € Arbeitskosten Verbleibendes Netto* 🇩🇪 Deutschland 49,3 %24.650 € 25.350 € 🇵🇹 Portugal 39,3 %19.650 € 30.350 € 🇩🇰 Dänemark 35,8 %17.900 € 32.100 € 🇵🇱 Polen 35,0 %17.500 € 32.500 € 🇺🇸 USA 30,0 %15.000 € 35.000 € bei den USA ist zu bedenken, das die KV fehlt. interessant ist Dänemark. Dort wird die Ustr tatsächlich zur Krankenversicherung /Sv herangezogen. Sprich: jeder Einkauf (vom Brötchen bis zur Luxusjacht) trägt zur Krankenversicherung bei. Damit zahlen eben nicht nur die verbleibenden Arbeitnehmer für alle anderen die KV Beiträge.… Mehr

Last edited 18 Tage her by Dieter
Alex Bauer
18 Tage her
Antworten an  Dieter

Also ich komme in D auf ganz andere Zahlen:
Mit allen kumulierten Abgaben und Steuern bleiben von 100 € brutto ca. 27 € netto/netto als Kaufkraft übrig. Die meisten Menschen wissen nicht, wieviel sie als Gesamtabgabenlast bezahlen. Es gibt soviele Steuerarten wie z.B. die beliebte Schaumweinsteuer, mit der wir Kaisers längst versunkene Flotte weiter abbezahlen und so weiter.
Allmählich kommen wir dem im 5. Buch Mose erwähnten Zehnten (10%) näher. Nur das früher der Zehnte die Steuer war und nicht das was man uns noch lässt.

Dieter
18 Tage her
Antworten an  Alex Bauer

Das sind die reinen Lohnzahlen. Sprich 50t€ Lohnkosten, Auszahlung 25t€. Ohne jetzt auf die feinheiten einzelner LstrKlassen einzugehen.
Alle weiteren Besteuerungen, Ustr, GEZ, Kaffeesteuer, Grundsteuer, bis zur Sektsteuer ff., gehen natürlich von der Nettoauszahlung dann noch runter.
Dann landet man letztlich tatsächlich bei ca 70% Abgaben&Steuern in D

Dieter
18 Tage her
Antworten an  Alex Bauer

Das sind die reinen Lohnzahlen. Sprich 50t€ Lohnkosten, Auszahlung 25t€. Ohne jetzt auf die feinheiten einzelner LstrKlassen einzugehen.
Alle weiteren Besteuerungen, Ustr, GEZ, Kaffeesteuer, Grundsteuer, bis zur Sektsteuer ff., gehen natürlich von der Nettoauszahlung dann noch runter.
Dann landet man letztlich tatsächlich bei ca 70% Abgaben&Steuern in D

ceterum censeo
18 Tage her

Der Herr sollte sich sein (unser!) Studiengeld zurückgeben lassen. Es hat nichts genutzt. MwSt-Erhöhungen treffen überproportional die kleinen Einkommen. Bei Zehntausenden, die so ein Mietmaul im Monat vom Staat bekommt, juckt eine MwSt-Erhöhung nicht. Setzen, sechs. Durchgefallen!

dienbienphu
19 Tage her

Wer da immer redet ist ja auch nicht betroffen. Ich meine so Leute waren das ja vielleicht mal früher. Aber ich überlege mir auch regelmäßig wie es wohl wäre wenn es einen einfach nicht juckt dass der Liter Diesel über 2,30 Euro kostet. Weil man ein schickes EFH mit Wallbox und vom Arbeitgeber gesponsorten Elektrowagen hat oder als Freiberurfler groß kassiert. Wie kann man sich dann wirklcih drüber aufregen, wenn es einen nicht selbst betrifft?

Willi4
19 Tage her

Eine Mehtwersteuererhöhung würde gerade die Menschen mit dem kleinen Geldbeutel treffen, denn diese müssen einen großen Teil ihres Einkommems für die Güter des täglichen Bedarfs aufwenden. Ausgaben für neue Geräte schlagen dann richtig zu buche.

JamesBond
19 Tage her

Ein ganz schlimmer „Berater“ denn jeder Ökonom müsste wissen das eine Steuererhöhung in dieser Situation tödlich für unsere Wirtschaft wäre.

Biskaborn
19 Tage her

Auch hier gilt, der Linke Staat hat alle Bereiche im Griff, alle aufzuzählen führt hier zu weit, aber Wirtschaftsinstitute sind ganz vorn dabei, Linke Ideen vorzutragen, schließlich arbeiten sie steuerfinanziert und davon können die nicht genug bekommen, also liefert man wie bestellt!

Johny
19 Tage her

Dann zahlt der deutsche Michel eben die GKV der Bürgergeldempfänger über die MwSt. Linke Tasche rechte Tasche.

Dieter
18 Tage her
Antworten an  Johny

Aber der BG-Empfänger zahlt zumindest bei jeder Scheibe Brot auch mit.
(Oder polemisch: beim betanken des AMGs der Ur-Oma..)
Solange wie das BG gleich bleibt wäre es tatsächlich gerechter.
Leider wäre erwartbar, das die Verteilung durch höhere Lohnabgaben hin zu höherem BG wieder ad absurdum geführt wird. man schaue auf die Definition der „Armutsgrenze“

Last edited 18 Tage her by Dieter
rolandino
19 Tage her

Rotze frech, dieser Moritz Schularick…

giesemann
19 Tage her

Oberstes Gebot der staatlichen Steuereintreiber: Die Kanallje soll’s nicht merken, dann plärrt sie nicht Die Umsatzsteuer (euphemistisch „MwSt“ genannt) wird am ehesten akzeptieret, weil das ja „alle trifft“. Dass das die unsozialste aller Steuern ist, merken sie nicht: Denn es trifft die niedrigen Einkommen relativ am härtesten, weil die ihr ganzes bisschen Geld umsatzsteuerpflichtig ausgeben müssen, um zu leben, während die mit mehr Geld mehr Spielraum haben. Wie kann man generell gesprochen USt hinterziehen? Indem man wenig kauft und alles selber macht, Amen.

Will Hunting
19 Tage her

Der deutsche Markt ist aufgrund der Demografie gesättigt, stagniert oder ist rückläufig. Ohne Export.
Die ganze Transformation ist eine Wiederbelebungsmaschine der Wirtschaft um den Kosten Herr zu werden.
Das funktioniert leider nicht wie erwünscht.
Das erkennt man an steigenden Kosten.
Die nicht immer an der Nachfrage orientiert ist sind sondern am fehlenden Umsatz.
Der darbende wird das nicht machen können.
Wer eine solide Marktstellung hat, schon.

Last edited 19 Tage her by Will Hunting