Massenentlassungen bei Burda

Im Printbereich unter Federführung von Verleger-Tochter Elisabeth Burda Furtwängler brennt es lichterloh. Gut 300 Mitarbeiter sollen gehen, weil die Verlagssparte tiefrote Zahlen schreibt.

picture alliance/dpa | Malin Wunderlich

Fakten, Fakten, Fakten und immer an den Leser denken, das war einmal im Hause Burda. Jetzt wird an die Rendite gedacht, die im Printbereich in höchster Gefahr ist. Laut Informationen aus Burda-Kreisen, die Tichys Einblick zugespielt wurden, habe man sich im Vorstand auf Massenentlassung und Personalabbau von gut 300 Mitarbeitern in der Print-Sparte verständigt. Zum 1. Juni sollen die Sparmaßnahmen in Verlag und Redaktionen verkündet werden. Betroffen seien, laut den Informationen aus Burda-Kreisen, fast alle Print-Redaktionen und Mitarbeitergruppen vom Verlagsangestellten über Layouter bis zu den Redakteuren.

In den vergangenen Jahren schreiben vor allem gedruckte Titel, die unter der Verantwortung von Verleger-Tochter und Milliarden-Erbin Elisabeth Burda Furtwängler stehen, rote Zahlen. Insbesondere schwächelt das frühere Flaggschiff Focus unter ihrer Regie. Traditionsleser kündigen ihre Abonnements, weil das frühere liberal-konservative Nachrichtenmagazin in den grün-woken Bereich abgedriftet ist. Parallel dazu bricht das Anzeigenaufkommen für das Magazin ein.

Lisa Burda habe sich zum Beispiel von der Focus-Redaktion mehr grüne, queere und Frauenthemen gewünscht. Also genau das Gegenteil, was Traditionsleser wie der Handwerker, Rechtsanwalt, Unternehmer oder Arzt bisher vor einigen Jahren noch am Focus schätzten.

So rutschte die harte Auflage des Magazins bei Abonnement und Einzelverkauf im ersten Quartal 2026 auf nur noch 192.242 Exemplare ab – ein sattes Minus von 9,1 Prozent im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal. Zudem hätten sich Vorstandskreise entsetzt über dramatisch schlechte Focus Einzelverkäufe von lediglich 16.000 Exemplaren geäußert. In den neunziger Jahren konnte das Magazin mit interessanten Titeln sogar bis zu eine Million Exemplare absetzen.

Hinzu kommt heute: Versierte freie Mitarbeiter habe der Konzern in den vergangenen Monaten ohnehin schon gekündigt und abgebaut.

Selbst bei Burdas Werbevermarkter BCN (Brand Community Network) für Print- und Digitalmedien sollen 50 Mitarbeiter gehen.

Zusammen mit ihrem Bruder Jacob Burda, der sich für den digitalen Konzernbereich zuständig fühlt, sitzt Lisa Burda im Verwaltungsrat des Burda-Konzerns. Ihr gehören laut Business-Insider 37,43 Prozent der Gesellschaftsanteile.

Gemeinsam mit ihrem Bruder Jacob übernahm sie zum 1. Februar 2025 die unternehmerische und verlegerische Verantwortung für Hubert Burda Media. Sie lebt meist in Berlin.

Obendrein soll zu Wochenbeginn im Konzern verkündet worden sein, dass die Burda-Studios mit 30 Mitarbeitern wegen mangelnder Auftragslage geschlossen werden müssten. Im Medienbereich gehen in den einst großen Verlagshäusern inzwischen immer mehr die Lichter aus.

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Kommentare ( 73 )

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hodams
5 Tage her

Realistisch betrachtet ist die Zeit gedruckter Magazine und Zeitungen vorbei. Ich habe glaube ich die letzten 15 Jahre kein Papier mehr gekauft. Letztendlich habe ich einen Spiegel im Wartezimmer durchgeblättert. Der fast einzige Werbetreibende war unsere Regierung.

Otis.P. Driftwood
5 Tage her

Es gibt also doch noch gute Nachrichten. Nebenbei, schon Ende der 60er Jahre machte bei nichtlinken Akademikern folgende Scherzfrage die Runde: liegt auf der Treppe und lügt. Was ist das? Antwort: die ZEIT! Die heutigen FOCUS-Erfolge sind beileibe kein aktuelles Phänomen.

Hieronymus Bosch
6 Tage her

Wie in Deutschland mit Krisen umgegangen wird, kann man gerade an der Posse der Wal-Rettung sehen! Ein Konkglomerat aus selbsternannten Experten und freiberuflichen Menschenfreunden, unterstütztt von publicityträchtigen Millionen-Finanziers macht sich auf, ein Tier aus der selbstauferlegten Gefangenschaft zu befreien. Leider ist der Wal jetzt wohl endgültig abgetaucht! Wenn das nicht symptomatisch dafür ist, was gerade hier in Deutschland passiert!

Anaklasis
6 Tage her

Wir haben es bei Burda jetzt mit einer Art „LizMohnisierung“ des Burda-Konzerns zu tun!
Das aber braucht kein Mensch und dafür gibt es auch keine zusätzliche Marktlücke!
Infolge dieser Entwicklung wird Focus überflüssig, zumal es zum Glück auch eine bessere Variante nämlich “ tichyseinblick“ gibt!

yeager
6 Tage her

Lisa Burda möchte eben eher ein Propagandainstrument für feministische, grüne und Genderideologische Themen betreiben. Das muss man sich halt leisten können. Entweder produziert man für’s Publikum, oder für die eigene politische Agenda.
Kurz: „Go woke, go broke!“

alter weisser Mann
6 Tage her

„Elisabeth Furtwängler (* 1992 in München als Elisabeth Furtwängler-Burda) ist eine deutsche Gesellschafterin des Burda-Konzerns und Musikerin im Genre Hip-Hop unter dem Künstlernamen Kerfor.“ sagt Wiki.

Und sind wir nach dem ersten Satz noch überrascht, dass das mit der unternehmerisch erfolgreichen Tätigkeit so mäßig läuft? Dann lest ruhig den Rest.

Juergen P. Schneider
6 Tage her

Es ist wie bei den Parteien. Wer das Stammpublikum verärgert, der geht irgendwann unter. Wem die eigene links-grüne Idiotenideologie wichtiger ist als die Kunden, der muss dafür unter Umständen mit massiven Verlusten oder vielleicht sogar mit dem Ruin bezahlen.

Peter Klaus
6 Tage her

Umbenennung in „Locus“ wäre dringend geboten.

Marie M
6 Tage her
Antworten an  Peter Klaus

Aber so hießen die doch schon immer.

Biskaborn
6 Tage her

Der Focus ist in der Tat, unabhängig von noch wenigen lesbaren Artikeln, zu einem grünen Klima Frontmedium verkommen. Wer bitte will das ernsthaft noch lesen?

Hieronymus Bosch
6 Tage her
Antworten an  Biskaborn

Auch die Online-Ausgabe von FOCUS kann man nur noch lesen, wenn man vorher genug Alkohol getrunken hat oder sich gerade zu Tode langweilt und zum hundertsten Mal lesen will, dass Heidi Klum wieder nichts anhat!

Dr. Gregor Gaida
6 Tage her

Ich habe FOCUS von der ersten Ausgabe an gekauft und noch als Student aboniert. Ununterbrochen bis ca. 2016. Ab da war es nur noch Merkelpropaganda und die interessiert mich nicht. Kritische Leserbriefe wurden früher gedruckt, ab dann unterdrückt.
Der Markt regelt es selbst, schade nur daß es so lange dauert.

Reinhard Schroeter
6 Tage her
Antworten an  Dr. Gregor Gaida

Anglelweisheit: Der Wurm muss dem Fischen schmecken und nicht dem Angler !
Im Wertewesten wissen sie nicht einmal mehr das.