Wer arbeitet, ist der Depp: Die Wahrheit über die Merz-Reformen

Kanzler Friedrich Merz verspricht Reformen – und meint damit, dass die Fleißigen noch weiter bluten müssen für diejenigen, die nicht arbeiten. Geschont werden nur die Beamten, deren Gehalt und Pension als besondere Privilegien geschützt sind. Das Ergebnis sind Nicht-Reformen, die die Situation nur noch schlimmer machen.

 

Mit einer neuen Reform will Friedrich Merz die desolate Lage der Bundesrepublik stabilisieren. Doch in Wirklichkeit entlarvt die Reform nur die Unzulänglichkeit des Kanzlers. „Ein Blender“, beschreibt ihn Roland Tichy, der „jedem das verspricht, was er hören will“, aber kein Versprechen einhält. Denn die Sozialreformen, die Merz vorgeschlagen hat, laufen vor allem auf eines hinaus: Diejenigen, die arbeiten und Steuer- sowie Sozialabgaben bezahlen, sollen noch mehr bezahlen. Ehepartner, die sich um Kinder, Eltern oder das Haus kümmern, sollen zum Arbeiten gezwungen werden, indem das Haushaltseinkommen so stark besteuert wird, dass ein Einkommen nicht mehr reicht.

Nur bei Beamten ist es anders: Dort, so hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, muss das Einkommen einer Person reichen, um den ganzen Haushalt samt Partner und Kindern gut zu versorgen. Dementsprechend steigen für sie die Gehälter weiter. Tichy will wissen: Warum soll überhaupt noch jemand diesen Laden mit seinen Steuern finanzieren wollen? Wer kann, der wandert aus oder geht in Frührente.

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Kommentare ( 30 )

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Thomas Mairowski
19 Tage her

Immer höre ich „Wer in einer Großstadt wohnt“. Ich sage: Es reicht aus, wenn man in 50 km Entfernung zu einer Großstadt wohnt. Und selbst in der Eifel oder im Sauerland sind die Mietpreise für normale Wohnungen schon bei 10 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.

WGreuer
23 Tage her

„Kanzler Friedrich Merz verspricht Reformen.“
Ja, stimmt. Mindestens seit dem Wahlkampf. Welches seiner Versprechen hat er gehalten? Keines. Noch nicht mal das it dem „Halbieren der AfD“ – das ging gehörig in die Hose wie alle seine Versprechungen.
Wer glaubt dem noch ein einziges Wort?
Oder anders gefragt: wer wählt so was?

Hairbert
23 Tage her

Leistende Habenichtse lassen sich eben einfacher ausbeuten als Besitzende Taugenichtse.
In allen historischen Epochen wurden ergo die zur Arbeit verdammten ausgebeutet, ob im Absolutismus, Frühkapitalismus oder Sozialismus. Hilft jetzt nicht weiter, ich weiß; aber kann anregen über den den eigen Stellenwert im Fluss der Geschichte nachzudenken und mehr noch über das eigene Empfinden was „normal“ sei…
Änderungswünsche gibt’s sicher viele – diesbezügliche Vorschläge werden hier drunter gerne entgegengekommen.

Wilhelm Roepke
23 Tage her

Tja, Dr. Markus Krall hatte recht: In Deutschland entscheiden 4 Wölfe und 1 Schaf demokratisch, was es zum Abendessen gibt. Die Nettozahler sind nun mal eine Minderheit. Die aber wenigstens noch auswandern kann. Noch.

Antaam
23 Tage her

Der Fast-LKW des Ukrainers, der in unserer winzigen Straße wohnt (deshalb fällt es auf), ist nur zum Monatsende/-anfang zu sehen, dann nicht mehr. Das Motorrad steht immer da.

Last edited 23 Tage her by Antaam
Ralph Martin
23 Tage her

Alles richtig Herr Tichy und ein Armutszeugnis, dass eine Journalisteneinschätzung näher an der Realität ist als alle Reden der Vertreter der Kartellparteien.
Nach meiner Einschätzung jedoch ist nicht Merz der Schuldige. Er wollte Kanzler werden und hat den Menschen das erzählt was sie hören wollen.
Für mich sind die Deutschen die Schuldigen. Erst wieder in Baden Württemberg wurde die Politik der Kartellparteien mit 85% Zustimmung bestätigt.

Thomas Mairowski
19 Tage her
Antworten an  Ralph Martin

Klar, die Wähler haben ihn gewählt und sind damit mindestens mit schuldig. Aber Herr Merz hätte damals nach der Bundestagswahl der SPD sagen müssen:
Wir haben in eurem Sinne die AFD verteufelt, obwohl sie genau das will, was unser Land braucht. Damit haben wir, die CDU, unsere Schuldigkeit getan. Mehr geht nicht. Jetzt müsst ihr mit uns dieses Land reformieren.
Statt dessen hat er zwar nicht gesagt, aber es sieht heute rückwirkend so aus, als wenn er gesagt hätte: Es ist egal, was wir entscheiden; Hauptsache ist, dass ich Bundeskanzler bin.

Thomas Mairowski
19 Tage her
Antworten an  Ralph Martin

Ursprünglich wollte Frau Merkel Frau Kramp-Karrenbauer als Kanzlerkandidatin haben. Um ein „Weiter-so“ zu verhindern, wurde die Befragung aller Parteimitglieder angestrengt, um einen Reformer (Merz) zu bekommen.
Merz ist gekommen, jetzt haben wir den Salat. (ich wähle übrigens seit 2013 AFD)

Ornhorst
24 Tage her

„Dann sollen sie doch Kuchen essen.“ Dazu muss man einmal klarstellen: Marie-Antoinette, die österreichische Prinzessin, die wie ein wertvolles Objekt an Frankreich übergeben worden war, kann dies kaum in boshafter oder verächtlicher Weise gesagt haben, denn diese Frau war bis dahin in Reichtum, ohne jeden Mangel, aufgewachsen und sie war als Frau in Frankreich von der Staatspolitik ausgeschlossen, so dass man annehmen kann, dass sie von der seinerzeitig sehr verschlechterten Lebensmittelversorgung der französischen Bevölkerung nicht gewusst hat. Wie diese Frau dann zum Schaffott gefahren worden ist, wie sie sich dabei standhaft und tapfer gezeigt hat, kann einem nur jeden Respekt… Mehr

Last edited 24 Tage her by Ornhorst
Diogenes
24 Tage her

„Unzulänglichkeit des Kanzlers. „Ein Blender“!
Da fallen mir viel strengere Attribute ein.
Wer hätte das gedacht, daß wir nach der jahrelangen „Zerstörerin der Welten“ in die Jauche fallen würden. So viel Lüge und Verworfenheit war noch nie in dieser „Führungswelt“! Das ist nicht Wahnsinn! Das ist das Böse schlechthin!

eisenherz
24 Tage her

Herr Tichy und seine Beamten. Nur um klare Verhältnissen zu bekommen: Über alles gibt ca. 5,2 Millionen Beschäftige im ÖD in Deutschland Und es gibt 1,8 Millionen Beamte im ÖD. Die 1,8 Millionen Beamten von der Gesamtzahlzahl der Beschäftigten abgezogen bleiben 3,4 Millionen Angestellte im ÖD Dienst, die keine Beamte sind. Somit ist lange nicht jeder dem der Bürger auf den Ämtern begegnet ein Beamter, obwohl der für den Bürger, „als einer vom Staat“, wie ein Beamter eingeschätzt wird. Klassische Beamte sind die Beschäftigte bei der Polizei, der Feuerwehr, bei der Steuer. Die guten Gründe dafür zu schreiben ist hier kein Platz.… Mehr

Joe4
23 Tage her
Antworten an  eisenherz

Selbst wenn stimmen würde, was Sie schreiben (z. B. Rücklagen für Pensionen? = ein Witz), geht Ihre Aussage am Thema vorbei. Herr Tichy hat Recht mit der Aussage, dass die großzügige Alimentation der Beamten stets unangetastet bleibt bzw. verbessert wird, während Angestellte und Rentner immer weiter belastet werden. So auch in puncto „Gesundheitsreform“: Gesetzl. Versicherte tragen mit ihren Kk-Beiträgen die Kranken-Kosten für Bürgergeldempfänger. Beamte sind davon nicht betroffen. Ein Unding, da es sich um eine gesamtgesellschaftl. Aufgabe handelt. – Beamte sind meist privat krankenversichert: Warum wohl?! Dank Beihilfe haben sie zum Schnäppchenpreis den Privatpatientenstatus. Aufgrund der Fam.zuschläge fällt eine Mitversicherung… Mehr

WIING
24 Tage her

Die Rentenentwicklung war der Anstoß, der uns im Endeffekt zur Auswanderung zwang.
Noch vor ca. 15 Jahren habe ich eine Grafik erstellt, basierend auf meinen Rentenwerten lt. Glücksbriefen, die man jährlich von der RV bekommt. Diese Grafik erfuhr einen eindeutigen Knick bereits Mitte der Zehner Jahren, wo sie davor aber stetig wuchs.
Das hat mich nachdenklich gemacht und mich ins „rechte Milieu“ getrieben. 🙂 Gott sei Dank, kann ich nur sagen!