Deepfake-Fotos von Giorgia Meloni

Erinnern Sie sich an den Fall Collien Fernandes? Nun hat es Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni getroffen. Sie reagiert anders, als das in Deutschland der Fall war.

picture alliance / NurPhoto | Alessandro Bremec

Wochenlang hat der Fall Collien Fernandes Deutschland aufgeregt, und praktischerweise lag schon ein neues Gesetz in der Schublade – das die Anonymität im Internet aufheben soll: Danach sollen KI-generierte sexuelle Inhalte mit dem Gesicht oder der Identität realer Personen ausdrücklich strafbar werden. Detailliert müssen dazu für die Darstellung erlaubte und unerlaubte Körperteile aufgelistet und kartographiert werden, um „sexualisierte Darstellung“ oder „intime Körperteile“ gerichtsfest zu definieren.

Aber hauptsächlich geht es darum: Identitäten der Täter sollen leichter ermittelt und die Befugnisse der Ermittler zu automatisierter biometrischer Gesichtserkennung erweitert werden. Dazu kommt umfassende Netzüberwachung zur Suche nach manipulierten Bildern und Videos. Es ist eine gesetzgeberische Perfektion, die Anwälte, Staatsanwälte und Richter beschäftigen wird.
Und wie reagiert Giorgia Meloni auf die sie betreffenden Deepfakes?

„Ich muss zugeben, dass derjenige, der sie erstellt hat – zumindest im beigefügten Fall –, mich sogar deutlich verschönert hat. Aber es bleibt die Tatsache, dass man mittlerweile wirklich alles nutzt, nur um Gegner anzugreifen und Unwahrheiten zu erfinden.

Der Punkt geht jedoch über mich hinaus. Deepfakes sind ein gefährliches Instrument, denn sie können jeden täuschen, manipulieren und treffen. Ich kann mich verteidigen. Viele andere können das nicht.

Deshalb sollte immer eine Regel gelten: Erst prüfen, dann glauben, und erst glauben, dann teilen. Denn heute trifft es mich, morgen kann es jeden treffen.“

Das nennt man souverän. Eigenverantwortung ersetzt Gesetzgebung. Übrigens: Mittlerweile stellt sich heraus, dass wohl die zentralen Vorwürfe von Collien Fernandes an ihren Ehemann – erfunden sind. Was bleibt ist ein Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, der mit großer Wahrscheinlichkeit umgesetzt wird.

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Kommentare ( 3 )

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alter weisser Mann
43 Minuten her

Erwachsene Menschen wissen gemeinhin darüber Bescheid, dass Menschen sekundäre Geschlechtsmerkmale besitzen und wie diese aussehen.
Wer nun glaubt, aus der (Fake-)Veröffentlichung von deren Abbildungen irgendwelchen (gar politischen) Honig saugen zu können, der ist doch nicht bei Trost.
Gleiches gilt für die, die drauf reinfallen und die, die sowas teilen.

Last edited 41 Minuten her by alter weisser Mann
OJ
44 Minuten her

So reagiert man, cool und souverän.
In Deutschland reagiert man panisch, hektisch, wochenlang sinnloses dummes Gequatsche ❗

Jatoh
50 Minuten her

Erst prüfen, dann glauben“
Das gilt für alle Dinge des Lebens.
Leichter ist natürlich „glauben, nicht prüfen“.