Wohnzimmerstimmung bei Klamroth: man duzt sich, schmunzelt und ist unter Kollegen. Mit harter Debatte hat dieses Format schon lange nichts mehr zu tun. Von Franka Haase
Screenprint: ARD / Hart aber fair
Diesmal eröffnet Louis Klamroth gemeinsam mit seinem Freund Eckart von Hirschhausen die Sendung Hart aber fair. Der Lieblingsarzt des ÖRR startet gleich mit einem tollen Vergleich, der an seine vorher gezeigte Doku zur Deepfake-Mafia anschließt: „Wer Geldscheine fälscht, wird bestraft. Das ist uns allen klar. Und wer Menschen fälscht oder Medikamente fälscht, der muss auch bestraft werden. Wir brauchen gerade im Gesundheitsbereich echte Informationen von echten Menschen für echte Menschen.“ Die Werbung für Internetüberwachung und Identifikationspflicht läuft noch.
Gesetzreform soll über die Legislaturperiode retten
Es geht um das deutsche Gesundheitswesen und das Beitragssatzstabilisierungsgesetz, über das nun im Bundestag abgestimmt werden muss. Doch, wie Hendrik Streeck, Gesundheitspolitiker der CDU und Virologe, schnell zugibt, möchte man sich damit eigentlich auch nur Zeit erkaufen. Nach dem Beschluss des Gesetzes habe man dann Zeit, um sich ernsthaft und grundlegend mit einer Reform zu befassen. Dann könne man auch wieder stärker die Prävention in den Fokus nehmen. Die steht nämlich gerade auf dem Prüfstand vor dem Gemeinsamen Bundesausschuss und könnte auch von Einsparungen betroffen sein. Für seine noch junge Politikerlaufbahn verklausuliert Streeck seine Antworten schon gekonnt. Selbst Klamroth fällt dies auf und er hakt nach.
Prävention ist für die an schwarzem Hautkrebs erkrankte Patrice Aminati besonders wichtig. Vielfach betont sie dies in der Sendung. Damit meint sie: Vorsorgeuntersuchungen und Aufklärung. Sie befürchtet, dass dies mit der bevorstehenden Gesundheitswesenreform zu kurz kommt. Speziell für Hautkrebs stehen die Vorsorgeuntersuchungen aktuell auf dem Kosten-Nutzen-Prüfstand. Streecks umwundene Beschwichtigungsversuche beruhigen sie nicht wirklich.
Noch eine Steuererhöhung
Und dann: die Besteuerung der ungesunden Dinge, konkret die Zuckersteuer. „Freust du dich darüber?“, fragt Klamroth Hirschhausen. Der ist hellauf begeistert, das bringe viel, dass sei auch ganz wissenschaftlich, erklärt er eifrig. Beim Essen bevormunden und mehr Steuern – das findet in der Runde Anklang. Auch Streeck ist angetan.
Obwohl, sein persönlicher Favorit sei ja die Tabaksteuer – die kommt dann als nächstes. Dass die Tabaksteuer schon jetzt zwei Drittel des Schachtelpreises bei Zigaretten ausmacht, erwähnt er nicht. Die Alkoholsteuer gibt es auch schon, aber da lässt sich sicher noch was nach oben korrigieren. Der dritte Arzt in der Runde, Andreas Gassen Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und Orthopäde, kann sich nicht entscheiden; alle drei klingen verlockend!
Nachdem man gedanklich die Steuern schonmal erhöht hat, geht man an die Privatversicherten. Die Gesundheitsökonomiestudentin Clara Schlagowski attestiert Deutschland kein Zwei-Klassen-Krankensystem, sondern ein sechsgliedriges. Ganz oben die Privatversicherten, die Selbstzahler, gesetzlich Versicherte mit Kontakten und zum Schluss: die Leute, die benachteiligt sind und deren Zugang dadurch besonders erschwert ist. Vor allem bei der Terminvergabe sei das problematisch.
Die Lösung: mehr elektronische Patientenakte, Videokonferenzen für die Ärzte und eine zugeschnittene digitale Terminvergabe. Ansonsten die Beiträge für Gutverdiener in der gesetzlichen erhöhen oder gleich alle Krankenkassen zur Bürgerversicherung fusionieren? Auch die vermeintlichen Vorteile der elektronischen Patientenakte streut Streeck ein, wie die gesamte Krankenhistorie. Über den miserablen Datenschutz und die faktische Aufhebung des Arztgeheimnisses wird nicht gesprochen.
Ursachen interessieren nicht
Gassen spricht die Finanzierungslücken durch versicherungsfremde Leistungen an. Klamroth fällt ihm ins Wort und lenkt von diesem Kernthema schnell wieder ab. Es geht auch „nur“ um 58 Milliarden Euro die jährlich aus den Töpfen der gesetzlichen Krankenkassen zweckentfremdet werden. Gassen argumentiert, dass ohne diese Entnahmen genug Geld für alle da wäre. Auch dieses Thema erinnert an die Rentendebatte. Ursachen thematisiert die Sendung nicht.
Schließlich darf Hirschhausen die Wohnzimmer-Talkrunde beenden mit einem Plädoyer an die multiplen Krisen unserer Zeit: Klimaschutz, Renovierungsstau in Krankenhäusern, Zivilschutz, Deepfakes. Es braucht eine gesunde Gesellschaft und resiliente Menschen, um die planetare Gesundheit zu verteidigen. Auf diese Botschaften muss das Publikum eingeschworen werden. Wer tut sich das noch an? Hirschhausen lacht selbstgefällig und Klamroth leitet an seinen Kollegen über: „Moin Ingo“.

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Von mir aus kann die Tabaksteuer auch 99% des Preises ausmachen. Nur Vollidioten rauchen. Und mein Kassenbeitrag muss dann deren Beinamputationen und Lungenkrebstherapien bezahlen.
„Die Lösung: mehr elektronische Patientenakte, Videokonferenzen für die Ärzte und eine zugeschnittene digitale Terminvergabe.“ Nichts davon löst den den Wartezeiten zugrundeliegenden Umstand, dass es wohl zuwenig Termine gibt. Es ist egal in welchen Medium der überlastete Arzt meine Akte eh bestenfalls im Termin kurz einsieht, ob der Arzt dem Patienten seine Zeit im Video oder persönlich widmen muss oder ob die Terminvergabe zugeschnitten ist (was immer das bedeutet) oder nicht …. die Ressource Arzttermine ist aufgebraucht, wenn alle Termine vergeben sind. Bislang bin ich bisher mit terminlicher Flexibilität ganz gut gefahren, da gehts halt früh um 5:00 Uhr zum MRT… Mehr
Keine Ahnung, warum mir gerade jetzt der Spruch einfällt : Pack schlägt sich, oder auch nicht, Pack verträgt sich….Ich finde es toll, wenn auch wenig überraschend, dass sich medizinischen Praktiker, die Allwissenden, so gut verstehen. Und sogar der psychokognitiv interessante Herr K. macht keinen Fehler und lädt womöglich wirklich Kundige ein. So bleibt das Niveau zuverlässig ganz weit unten. Der Herr von und zu ist in Sachen “ Klima“ , auch hier ein Experte, übrigens etwas „verspätet“. Aber damit passt er ideal zur ÖRR – informierten Michelmehrheit.
Die Zuckersteuer….sie macht vor allem die Armen noch ein Stück ärmer, womit der Serotonin-Konsum aus der Schokolade noch eher steigen wird….(…wenn er nicht alternativ zum Alkohol greift…). Es ist, als verteure man einem Drogenabhängigen das Heroin in der Hoffnung, dass er morgen nur noch Müsli und Soja konsumeriert. Und selbst wenn der erzieherische Staat außer Mehreinnahmen bei der Steuer (….aber in der Realität wird an anderer Stelle eher gespart mit entsprechender Steuermindereinahme…) tatsächlich einen – wie er vorgibt – gesundheitlichen Effekt bewirkt, dann wird der zuckerkranke (…und Tabak abhängige…) Bürger ihm am Ende dennoch billiger kommen, weil er deutlich kürzer… Mehr
„Wir brauchen gerade im Gesundheitsbereich echte Informationen von echten Menschen für echte Menschen.“
Aber doch nicht von Hirschhausen, Steeck, Drosten, Spahn oder gar Lauterbach. Die lügen uns doch heute noch gegen Geld rund um die Uhr an.
In Alles müssen sie sich einmischen. Aber niemals in das, was das EU Leben des Bürgers vereinfacht: Wieso gibt es immer noch keine einheitliche Verkehrsbeschilderung? Im Zweifel werden die Schilder ausgelost. Wieso gibt es immer noch keine einheitlich Regel zu Warnwesten? D erkennt alte an, im EU Ausland sind alte Westen eine Grauzone. Freizügigkeit? Sicher nicht für Urlauber des Schengenraums. Die müssen sich – mindestens wenn sie im Reiseland Ausländer sind – registrieren mit Ausweis.
Wie eklig.
Der Fernsehdoktor, der sich zu allem einsetzen lässt und zu nichts taugt altert schlecht. Hat der, so gezeigt, tatsächlich noch nachgewiesene AgitPropWirkung?
Und unionsStreecks Babykauf samt Leihmutter blieb komplett außen vor?
Wie immer: ÖRR-Bullshit
Läuft in den Demenzabteilungen, beim Wahlurnenversager und Tagesschau-Nachplapperer.
Also die Texterstellung dazu sinnlos, da der Schwachmatenfunk keine Rolle mehr spielt.
Viel wichtiger die Frage:
…wann macht der sauerländer Lügenkönig seinen längst überfälligen „Abflug“???
Hautkrebsscreening in der gKV abschaffen, dafür gibts Lungenkrebsscreening für Raucher und ehemalige Raucher als Kassenleistung. Die geplante Erhöhung der Tabaksteuer aber muss Löcher im Haushalt stopfen und wir nicht zweckgebunden an die Krankenkassen weiter gegeben. Die gKVs sollen in den nächsten Jahren 250 Mio € aus Steuermitteln für die Bürgergeldempfänger erhalten, im Gegenzug kürzt der Bund den Bundeszuschuss für die vielen versicherungsfremden Leistungen um 2 Milliarden €. Dank der SPD. Über die Kosten von Lauterbachs Krankenhausreform wird kein Wort verloren. Die kostet in den nächsten 10 Jahren 50 Milliarden Euro. Davon zahlen die Bundesländer die Hälfte und die andere Hälfte… Mehr
Ist es nicht schön, dass in einem von einer „visionären“ Polit-„Elite“ gespaltenen Land zumindest das GEZ-Fake-TV Wohlfühlatmosphäre erzeugt? Dafür zahlt man doch gern Zwangsabgabe, auch mehr davon! 😉