Während Sonntagskrimis sich normalerweise stark mit sublimierten Botschaften an die Zuschauerschaft wenden, trägt dieser eine unmissverständliche Warnung an Einwanderer aus Afrika in sich. Ein Deutungsversuch.
Screenprint: SRF / Tatort
Nun haben Sie (Moya Alemues, gespielt von Nambitha Ben-Mazwi) es gerade noch geschafft, sich und den Sohn Ihrer Schwester (Yaro Alemu, gespielt von André Nkot Oling) über die zentrale Mittelmeerroute von Äthiopien aus nach Italien zu schmuggeln, sind der unerbittlichen See – 40 andere sind ertrunken, Ihre Schwester ebenfalls – in einem Schlauchboot entronnen, der italienischen Polizei entwischt, haben sich bis nach Zürich durchgeschlagen.
Was erwartet Sie da? Sie müssen sich ein kleines Apartment mit Ihrer Cousine (Sanaa Mukambo, gespielt von Nancy Mensah-Offei) teilen. Der Junge kann nicht in die Schule, Sie sind in der Illegalität gefangen. Die Nachbarin hat Sie bereits erspäht, wird Sie bei den Behörden anschwärzen. Wenn die Schweizer Polizei Sie schnappt und an die Italiener ausliefert, werden Sie in eins dieser Abschiebecamps in Albanien gesteckt und müssen wieder zurück ins Kriegsgebiet, aus dem Sie kamen.
Versuch nicht, hier Deutsch zu lernen – die quasseln dich alle auf Englisch voll
Immerhin können Sie mit dem Ausweis Ihrer Cousine als Velokurierin arbeiten, Pizza ausfahren. Aber noch nicht mal ein Elektrofahrrad gibt es, da muss man auch im übertragenen Sinne strampeln, die Cousine nebenher noch als Gebäudereinigerin schuften, damit das Geld reicht.
Und diese Kundschaft erst! Sie bringen drei Pizzen in einen modernen Glaspalast, wo einem schon beim Hineinkommen schwindelig wird. Die Türen gehen alle automatisch auf und zu, die Aufzüge fahren wie von Geisterhand selbst. Oben im 23. Stock angelangt, macht Ihnen so ein junger, zugedröhnter Schnösel (Ruben Jovanov, gespielt von Yves Weckemann) die Türe auf, betatscht Sie einfach so und merkt auch noch peinlicherweise, dass da was mit dem Foto auf dem Foody-Flash-Ausweis nicht stimmen kann.
Ein Abend zum Vergessen
Dann verlaufen Sie sich auf dem Weg zurück in diesem verdammten modernen Hochhaus, werden von der Gebäudeautomatik eingesperrt, verstecken sich. Da laufen so ein paar wie der Ku-Kux-Klan vermummte Kerle vorbei, schleppen eine Folie mit einer blutigen Leiche drin. Sie türmen in Panik, werden von den Kapuzenmännern entdeckt, fast überfahren. Radeln so schnell es geht zu Ihrer Cousine zurück, der Sie beichten müssen, dass der Ausweis weg und das Fahrrad kaputt ist. Und die Nachbarin hat gepetzt: Sie müssen wieder mal fliehen.
Auf Ihrer morgendlichen Joggingrunde treffen sie auf den Schnösel von gestern, bleich, nackt und tot, mit Wunden übersät am Ufer der Limmat liegend. Langsam dämmert es Ihnen, wie crazy und abgef…t diese Gegend ist, denn das muss der Inhalt des Plastiksackes vom Vorabend gewesen sein. Wenig tröstend, dass die herbeigerufene Streifenpolizei einen afrikanischstämmigen Bruder in ihren Reihen hat. Sie müssen sich übergeben.
Eidgenossen und andere Zweckgemeinschaften
Auch was Tessa Ott (Carol Schuler) und Grandjean (Anna-Pieri Zuercher) so nach Dienst besprechen, lässt tief in den Schweizer Alltag blicken; Gerade hat eine unauffällige Rentnerin den Mann im Schlaf erstochen, mit dem sie 50 Jahre verheiratet war.
Aber zurück zum aktuellen Fall, den die beiden Polizistinnen von der Abteilung „Leib und Leben“ nun übernehmen:
In der Bekanntschaft des armen jungen toten Nordmazedoniers, der sich in der Schweiz prostituierte und regelmäßig Geld am seine Familie schickte, gibt es da noch die Kleinkriminellen Ruben Jovanov (Yves Weckemann) und Lukas Keller (Yusuf Arslan) die sich nicht mit Pizzen abschleppen, sondern ihr Geld ganz banal mit Drogengeschäften und auch mal aufm Bau verdienen. Die beiden Charmebolzen erpressen den angesehenen Züricher Richter Dr. Urs Jacobi (Stefan Merki), der sich auf seine alten Tage noch in den jungen Ruben verguckt hatte, mit Schmuddelvideos. Das alles hat aber nix mit dem Mord zu tun.
Nun haben die beiden Kapuzenmänner über den Ausweis von Sanaa deren Spur aufgenommen und überfahren die Fahrradbotin, um sie als vermeintliche Zeugin auszuschalten.
Lamborghinis für 2 Polizistinnen-Jahresgehälter, Drogenpartys und Luxusappartements
Auf der Flucht vor dem Schweizer Asylsystem und den Dunkelmännern aus dem Hochhaus haben Sie etwas Zutrauen zu den beiden Polizistinnen gefasst, die den Fall Ruben bearbeiten. Die Polizei verspricht Ihnen, Sie zu schützen. Sie sind zu Tode erschrocken, als Sie in einem der Polizisten (Justus Reynier, gespielt von Basil Eidenbenz) einen der Mörder zu erkennen glauben. Tatsächlich hat der junge Beamte bei allen Einstellungstests der Polizei betrogen und hat das offenbar mit Dreitagesexzessen aus Benzo, Koks und Wodka mit seinem Kumpel, dem reichen CEO-Sohn Marcel De Winter (Tim Borys) gefeiert. Im Glauben, nun über Leben und Tod entscheiden zu können, brachte er im Blutrausch Ruben um. Die zwei waren es, die Sie beim Entsorgen der Leiche beobachtet hatten.
Vollends verlieren Sie jeglichen Glauben an die Schweizer Justizbehörden, als der irre Justus Sie in die als sicher bezeichnete Unterkunft bei Grandjeans Freund (Milan Mandic, gespielt von Igor Kovac) verfolgen und Sie fast umbringen kann, bevor Ott ihn niederschießt.
Immerhin lassen die beiden Polizistinnen Sie nach all den Strapazen mit dem kleinen Yaro auf dem Transport zur Abschiebehaft entkommen, stecken Ihnen noch schnell die Visitenkarte einer NGO zu, die Flüchtlinge unterstützt. Aber ob Sie in diesem Land voller Durchgeknallter bleiben, und nicht doch nach Deutschland weiterreisen sollten, wissen Sie nicht…


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Also wenn „Lukas Keller“ von „Yusuf Arslan“ gespielt wird, haben sie zumindest dieses völkische Gedankengut im Casting „überwunden“.
Gut, daß ich meine Abende sinnvoller verbringe als mir solch einen Agit-Prop Dreck anzutun!
Deshalb haben wir seit Jahren auf unserem Fernseher kein deutsches Fernsehen. Denn es gilt, der Täter ist niemals eine Fachkraft und wenn doch, dann hat er das Geld gebraucht und das entschuldigt dann alles. Ermittelt wird von einer taffen jungen Frau, die mehrfach so schlau ist wie alle anderen. Die Chefin ist ebenfalls eine Frau mittleren alters mit Haaren auf den Zähnen. Ist überhaupt ein Mann dabei, dann steht er meistens in der Ecke rum und ist der so deppert das er zu dämlich ist, eine Dose Fisch zu öffnen (es kann einem dabei übel werden). Bei den Kollegen von… Mehr
Die Darstellerin der Afrikanerin hat die Rolle gut gespielt und der Tatort hat sogar mal spannend angefangen.
Aber ich habe höchstens eine halbe Stunde durchgehalten, dann umgeschaltet. Wie immer war Gut und Böse so verteilt: reich, weiß, deutsch = böse; nicht-weiß, arm, aus Afrika oder Nahost = gut.
Außerdem sind die Kommissare neuerdings nur noch weiblich, genau wie die Gerichtsmediziner. Hätte garnichts dagegen, wenn es nicht so aufgesetzt wirken würde. „Tatort“ ist und bleibt Umerziehungs-TV.
Auf der anderen Seite, würden Real- Fälle authentisch nachgespielt werden, 98% der TV-Seher würden vor ihrem TV-Gerät einschlafen. Die anderen 2% sind Verwandte der damals eingesetzten Polizeikräfte.Die Real-Ermittlung bedeutet Klinkenputzen, schreiben und lesen. Da gibt es nichts mit durch die Gegend fahren, den Täter schnappen, irgendeinem übergeben und dann – in stiller Abendstunde – am Rhein eine Currywurst essen. Ein anderes Beispiel ist Rosenheim. In den dreistelligen Folgen immer eine Mordleiche. In dem schönen Städtchen dürfte es keine Einheimischen geben, die Stadt selbst Kriminal- Hotspot in Deutschland. So, wie die Filmchen gemacht werden, ist es in Ordnung und meistens auch… Mehr
Früher hatten sich Drehbuchschreiber überlegt, wie schreibe ich eine spannende Story. Heute überlegen sie, wie packe ich möglichst viel linkswoke Erziehung in eineinhalb Stunden. Missionieren statt Unterhalten.
> Wenn die Schweizer Polizei Sie schnappt und an die Italiener ausliefert, werden Sie in eins dieser Abschiebecamps in Albanien gesteckt und müssen wieder zurück ins Kriegsgebiet, aus dem Sie kamen. Aha. Böses Medium am 3. April: „Osterreisen nach Kiew: Flüchtlinge reisen auf Staatskosten“ > „… Die Recherchen von „Inside Paradeplatz“ zeigen ein wiederkehrendes Muster: Ukrainische Flüchtlinge reisen zu Feiertagen wie Ostern in großer Zahl zurück in ihre Heimat. Busse von Zürich nach Kiew sind restlos ausgebucht. Die meisten sind arbeitslos, und die Fahrt – samt Osterferien – wird vom Schweizer Steuerzahler bezahlt. …“ Die Realität etwas anders als in… Mehr
Schlimm, dass ich diesen Unfug mit meinem Zwangsbeitrag finanzieren muss, wenn ich dem Knast entgehen will. Gut nur, dass ich ihn nicht auch noch anschauen muss.
Und es sind wieder die toughen Weiber, die den Fall rocken. Männliche Film-Polizisten haben mittlerweile grundsätzlich einen an der Waffel.
„Velokurierin“
Wusste zunächst gar nicht was das sein soll und dachte, ich hätte mich verlesen.
Aber dann die Erleuchtung: Es ist die zeitgeistmäßige Sichtbarmachung des weiblichen Fahrradkuriers, unter Eidgenossenn auch als Velokurier bekannt.
Wer verschwendet eigentlich seine Lebenszeit mit „Tatort“? Story schlecht, schauspielerische Leistung schlecht, Erziehungs-TV…wer braucht sowas???
Diese Art Filme dienen nur mehr einer Analyse und Diskussion, werden nach strengen Kriterien zerlegt, begutachtet, gedeutet und nach erfolgtem Ergebnis in die entsprechende Schublade gesteckt. Anschauungsauffrischungsunterricht hinsichtlich Beeinflussung eines Publikums samt aller sonstigen handwerklichen und psychologischen Fehler. Interessante Beschäftigung, Schärfung der Sinne, sowie anregende Diskussionen.