Rückkehr der Vernunft in die „Klimapolitik“?

Besteht die Chance auf eine Kehrtwende, nach der nicht mehr das vermeintliche Wohlergehen des Klimas, sondern das tatsächliche Wohlergehen der Menschen die Leitlinie aller Entscheidungen darstellt? Bringt Donald Trump Vernunft in die "Klimapolitik" zurück?

Zwei extreme Positionen prägen die Klimadebatte seit Jahrzehnten. Die eine geht davon aus, der menschgemachte Klimawandel sei ein Lügenmärchen, denn den Treibhauseffekt gäbe es nicht. Die  andere Seite dagegen beschimpft jeden, der die Notwendigkeit von Emissionsminderungen anzweifelt, als verantwortungslosen Klimaleugner, der der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen Vorschub leiste. Beide Haltungen sind offensichtlich miteinander unvereinbar. Kompromisse zwischen ihnen kann und wird es nicht geben. Beide Haltungen sind außerdem postfaktischer Blödsinn, da sie auf Glauben beruhen und nicht auf Wissen. Beide Haltungen ignorieren in Wahrheit die Wissenschaft, mit der sie sich doch so innig verbunden fühlen. Während allerdings die Ignoranz gegenüber der Physik der Atmosphäre keinen Schaden anrichten kann, stellt das andere Extrem eine reale Gefahr dar. Denn den Klimaschützern ist die Macht zugefallen, ihre Vorstellungen wirklich durchzusetzen. Was nicht nur den gegenwärtigen Wohlstand vernichten, sondern der Menschheit auch alle Optionen rauben würde, in Zukunft weiter zu prosperieren.

Climate happens
Klimaschutz? Hat sich erledigt ...
Nun besteht aufgrund aktueller Entwicklungen wieder Hoffnung auf eine Rückkehr der Vernunft. Bezeichnend das Gezerre innerhalb der Bundesregierung, ja selbst zwischen den Parteifreunden Gabriel und Hendricks, um den Klimaschutzplan 2050, der nun nur noch als weichgespülte Fassung mit Appellcharakter überlebt hat. Eine rasche und umfassende Deindustrialisierung Deutschlands, wie sie das Pariser Klimaabkommen eigentlich erfordert, wollte man am Ende doch nicht um jeden Preis erzwingen. Auch global ist die Herausforderung, die gesteckten Ziele zu erreichen, schlicht zu groß. Stagnieren die Emissionen auf dem gegenwärtigen Niveau, wäre das Zwei-Grad-Ziel gemäß einer aktuellen UNEP-Studie in nur fünfzehn Jahren obsolet. Dreißig Jahre Klimadiplomatie, für die zehntausende von Steuerzahlern alimentierte Politiker, Verwaltungsbeamte und Wissenschaftler zu großen Kongressen und Konferenzen an jeweils touristisch attraktiven Orten rund um die Welt jetteten, waren nutzlos. Man könnte es auch lassen – mit dem Klimaschutz, und nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hat sich das Tor zu einer besseren Politik endlich weit geöffnet. Vor allem, wenn man eine neue spektakuläre Entwicklung britischer Wissenschaftler in sein Kalkül einbezieht. Aber zu dieser später mehr.

Klimawandel ist nicht gleich Klimakatastrophe          

Natürlich verändert der Mensch seine Umwelt und damit auch das Klima. Durch Land- und Forstwirtschaft, durch den Bau von Städten und Infrastrukturen greift er lokal in natürliche Stoffkreisläufe und auch in den Wärmehaushalt ein. Da das an sehr vielen Stellen geschieht, summieren sich die vielen kleinen Modifikationen zu spürbaren Effekten in größeren Maßstäben. Und natürlich wird auch eine Veränderung der Zusammensetzung der Atmosphäre nicht ohne Folgen bleiben. Der atmosphärische Treibhauseffekt existiert. Er widerspricht nicht den Hauptsätzen der Thermodynamik, sondern ist ganz im Gegenteil eine zwingende Folge derselben.

Glücklicherweise, denn die Einstrahlung der Sonne genügt einfach nicht, die bodennahen Luftschichten auf angenehme Temperaturen zu erwärmen. Dazu bedarf es einer die direkte Abstrahlung in den Weltraum verhindernden Lufthülle, die erst am Rand der Troposphäre transparent genug für infrarotes Licht wird. Nur deswegen ist die Erde keine eisige Wüste mit einer mittleren globalen Temperatur weit unter dem Gefrierpunkt, sondern ein lebensfreundlicher Planet. Mit steigender Treibhausgas-Konzentration verschiebt sich auch die Abstrahlhöhe nach oben und aufgrund des Temperaturgradienten in der Atmosphäre wird es am Boden wärmer. Jede Verdoppelung des Kohlendioxid-Gehaltes sorgt auf diesem Weg für eine Erhöhung der Temperatur an der Oberfläche um etwa ein Grad im weltweiten Mittel – wenn sich sonst nichts ändert.

Nur bis hierhin reicht die anzuerkennende wissenschaftliche Basis. Alles weitere ist reine Spekulation. Der Weg vom menschgemachten Klimawandel zur Klimakatastrophe führt über zahlreiche Annahmen, die man vermuten, aber nicht beweisen kann. Dabei ist es nicht die eine, einzelne Hypothese, durch die das Gedankengebäude der Alarmisten einen esoterischen Charakter annimmt. Die Apokalypse stellt sich nur ein, wenn wirklich jede dazu erforderliche Entwicklung stattfindet und die Überzeugung, dies wäre zwangsläufig der Fall, weil es den Treibhauseffekt gibt, markiert den Übergang von der Vernunft zur Religion. Besonders deutlich wird dies am Beispiel des letzten Gliedes in der Kette der Mutmaßungen. Das da lautet, ab einer Geschwindigkeit von etwa 0,2 Grad pro Jahrzehnt und ab einer absoluten Höhe von zwei Grad würde die Erderwärmung den Menschen hoffnungslos überfordern. Dieses Zwei-Grad-Ziel ist nämlich nicht, wie häufig kolportiert, tiefschürfenden und komplexen Analysen entnommen, nach denen jenseits dieser Grenze Stürme, Fluten und Dürren in ungekanntem Ausmaß zunähmen und in unbeherrschbarer Wucht aufträten. Es beruht vielmehr auf paläoklimatischen Untersuchungen, nach denen die mittlere globale Temperatur zumindest seit der Jungsteinzeit um nie mehr als diesen Wert von ihrem Durchschnitt abwich. Die Menschheit, so das Argument, wäre also an diesen Temperaturbereich gewöhnt und jede größere Abweichung daher automatisch gefährlich.

Die Findigkeit des Menschen wird unterschätzt

Und das ist offensichtlicher Mumpitz. Es gibt keinen Ort auf diesem Planeten, an dem das Klima perfekt wäre. Es ist fast überall fast immer zu kalt oder zu heiß, zu feucht oder zu trocken. Trotzdem konnte der Mensch jede Klimazone erobern und sich an alle denkbaren Umweltbedingungen anpassen. Selbst aus Gebieten, die häufig unter Trockenzeiten, schweren Stürmen oder Überschwemmungen leiden, hat er sich nicht zurückgezogen. Sein Erfindungsgeist trotzte allen Widrigkeiten. Der Temperaturbereich, in dem die Zivilisation gedeiht, übersteigt die Bandbreite von zwei Grad bei weitem.

Große Wanderungsbewegungen zurück in tropische Savannen, zurück in das Klima seines Ursprungs, zurück in das Klima, auf das allein die menschliche Physiologie adaptiert ist, sind dagegen nicht überliefert. Weil Anpassung weit mehr bedeutet, als nur Schutz vor destruktiven natürlichen Einflüssen. Anpassung beinhaltet vor allem, die spezifischen Eigenschaften einer jeden Umwelt in vorteilhafter Weise auszunutzen. Überall findet der Mensch die Möglichkeit, seine jeweilige Umgebung lebenswert zu gestalten. Und vielleicht wäre eine wärmere Welt eine Welt, in der ihm das noch besser gelingt. Womöglich werden unsere Nachkommen, deren Wohlergehen die Klimaschützer so häufig beschwören, nicht verstehen, warum wir so verzweifelt versucht haben, diese Zukunft zu vermeiden.

Fossile Energie ist eine moralische Notwendigkeit 

Denn wir verbrennen Erdöl, Kohle und Erdgas ja nicht zum Spaß. Sondern um damit Wertschöpfung zu erzielen und Wohlstand zu generieren. Wir nutzen die Energie fossiler Kohlenwasserstoffe zur Herstellung von Produkten aller Art, zur Erfüllung unserer Bedarfe nach Nahrung, Kleidung, komfortablem Wohnraum, nach Mobilität, Kommunikation und Gesundheit. Sie sind in vielen Anwendungen überhaupt nicht und in manchen bei weitem nicht so schnell zu ersetzen, wie es das Zwei-Grad-Ziel verlangt. In Summe überwiegen ihre Vorteile ihre Nachteile deutlich. Die fossilen Energieträger machen aus einer Umwelt, in der das Überleben möglich ist, eine Umwelt, in der das Leben in einer hohen Qualität möglich wird. Ob die Klimamodelle nun übertreiben oder nicht, die bedarfsgerechte Versorgung mit preiswerter Energie jederzeit und überall, die nur aus fossilen Quellen gewährleistet werden kann, ist die beste Waffe gegen Armut und Hunger. Was schließlich auch die Verletzlichkeit gegenüber den destruktiven Kräften der Natur vermindert. Auf der einen Seite sind noch nie so wenig Menschen Opfer wetter- und klimabedingter Katastrophen geworden wie in der Gegenwart. Auf der anderen Seite sind immer noch die ärmsten und rückständigsten Gesellschaften diejenigen, die am meisten unter solchen zu leiden haben. Diesen den Zugang zu Kohle, Öl und Erdgas zu erschweren, gar zu versperren, ist ethisch nicht vertretbar.

Zumal das Endprodukt aller Verbrennung, Kohlendioxid, die Produktivität der Land- und Forstwirtschaft erheblich steigert. Das als „Klimakiller“ geschmähte Gas ist das Grundnahrungsmittel aller Pflanzen. Kohlekraftwerke und Verbrennungsmotoren lassen die Erde ergrünen. Überwachte Freilandversuche zeigen bei vielen Nutzpflanzen eine Zunahme der Biomasse-Produktion um 20-25% bei einer gegenüber dem vorindustriellen Wert verdoppelten Kohlendioxid-Konzentration. Die Verlängerung der Wachstumsperioden durch eine mögliche Erwärmung kann zusätzlich zu höheren Erträgen führen.

Manch ein Klimaschützer möchte den düngenden Effekt des Kohlendioxids mit dem Hinweis marginalisieren, er funktioniere ja nur, wenn auch die übrige Versorgung der Pflanze mit Wasser oder Mineralien gesichert wäre. Geschenkt, die Landwirte werden schon dafür sorgen, davon verstehen sie was. Häufig wird auch angeführt, das funktioniere ja nur bis zu einer bestimmten Grenze, ab der die Pflanze noch mehr Kohlendioxid eben nicht verwerten könne. Das ist richtig, aber dafür gibt es eine Lösung. Britischen Forschern ist es jüngst gelungen, durch gentechnische Optimierung die Effektivität der Photosynthese bei Weizen entscheidend zu erhöhen. Dieses Supergetreide lechzt nach mehr Kohlendioxid als sein herkömmlicher Vorläufer und verspricht um 15 bis 20% höhere Erträge bei gleicher Anbaufläche. Bestätigen die geplanten Freilandversuche die bisher im Treibhaus erzielten Resultate, könnte es in Zukunft sogar moralisch geboten sein, Kohle, Öl und Gas zu verfeuern. Damit die Welt satt wird. So funktioniert Anpassung. Die Agenda der Klimaschützer hingegen würde uns dieser Option berauben.

Die fossilen Kohlenwasserstoffe haben den Menschen nicht nur aus feudaler Ausbeutung und Sklaverei befreit, weil sie eine effizientere und effektivere Versorgung durch Maschinen gestatteten. Sie haben es uns vor allem ermöglicht, auf die Biomasse als Hauptenergieträger und die damit einhergehende Umweltzerstörung zu verzichten. Als im 18. Jahrhundert die Holzkohle durch Koks in der Eisenverhüttung ersetzt wurde, konnten die Wälder wieder wachsen und gedeihen. Erdgas und Erdöl retteten im 19. Jahrhundert die Wale vor ihrer endgültigen Vernichtung. Und heute trägt das bei ihrer Verbrennung freigesetzte Kohlendioxid dazu bei, die Produktivität der Landwirtschaft weiter zu erhöhen, wodurch deren Flächenbedarf sinkt und der Natur wieder mehr Raum bleibt, sich zu entfalten.

Neustart durch Donald Trump

Trump will nun die Gewinnung von fossilen Kohlenwasserstoffen in den USA ausbauen. Er will auch die Klimaschutzpolitik seines Vorgängers beenden, das Zwei-Grad-Ziel ignorieren und vielleicht sogar ganz aus dem Pariser Weltklimavertrag aussteigen. Dies wird neue Jobs, neue Wertschöpfung und neuen Wohlstand schaffen. Dies wird sein Land von den Ölquellen in politisch instabilen Regionen unabhängig und die USA angesichts der dortigen immensen Vorkommen zu einer führenden Exportnation für Kohle, Öl und Gas machen. Dies könnte das Ende der internationalen Klimadiplomatie in ihrer heutigen Form einleiten, da Länder wie Russland, China oder Indien sich nach diesem Aufschlag ebenfalls neu orientieren werden. Das Heulen und Zähneklappern in der deutschen Medienlandschaft, garniert mit Begriffen wie „Klimaleugner“ und „Wissenschaftsfeindlichkeit“, ist dabei ebenso überflüssig wie falsch. Denn Wissenschaft und Politik sind getrennte Sphären. Schließlich entscheidet nicht ein „Konsens“ unter Molekularbiologen über den Einsatz der Gentechnik. Der Ausstieg aus der Kernenergie beruht nicht auf Expertisen von Reaktortechnikern. Auf die wahnwitzige Idee, aus der Evolutionstheorie Konzepte für die Bevölkerungspolitik abzuleiten, kommt zum Glück auch niemand mehr. Es war der Konstruktionsfehler der Klimapolitik von Anfang an, politischen Aktivisten aus der Klimaforschung die Hegemonie über ihre Formulierung zu überlassen. Donald Trumps Programm beinhaltet schlicht, die Richtlinienkompetenz wieder dorthin zu holen, wo sie eigentlich hingehört. In die Politik, die sich nicht um das Wohlergehen des Klimas sorgen sollte, sondern um das der Menschen.

Klimaschutz durch Dekarbonisierung hätte niemandem etwas zu bieten. Auch seinen Anhängern bliebe am Ende nichts außer einem guten Gefühl. Die Naturkatastrophen verschwinden nicht, wenn wir Kohlendioxid-Emissionen vermeiden. Ganz im Gegenteil könnten wir ihnen dadurch in Zukunft schutzloser ausgesetzt sein als gegenwärtig. Ändert sich aber der Ansatz, ändert sich die Ausrichtung der Klimapolitik von „Schutz des Klimas vor dem Menschen“ zu „Schutz des Menschen vor dem Klima“, dann haben alle etwas davon. Skeptiker und Alarmisten gleichermaßen. Auch wenn letztere dies vielleicht nicht wollen.

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