CDU im Nordosten auf rasanter Talfahrt

Die undemokratische Brandmauer und Propaganda sowie das trotzige „Weiter so“ aus Berlin programmiert den Untergang des schlingernden Union-Dampfers an der Ostseeküste.

picture alliance / Chris Emil Janßen

Die CDU von Bundeskanzler Friedrich Merz und seines nordöstlichen Hilfsassistenten Philip Amthor will weiter so voll auf Grund laufen. Einstellige Umfragen in Mecklenburg-Vorpommern fast aller Demoskopen führen zu keiner Abkehr von den Brandmauerdoktrin, selbst wenn sie den Untergang bedeuten.

Die Wahlquittung frustrierter Bürger ist den CDU-Oberen noch nicht genug. Ihre Partei im Osten mehr als zu halbieren, reicht Ihnen offensichtlich nicht – wie der Absturz bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt von 37,1 auf nur noch 17,2 Prozent mit dem dort schlechtesten Wahlergebnis aller Zeiten beweist.

Gesunder Menschenverstand bei der CDU? Fehlanzeige!
Mit der Machtübernahme durch Bundeskanzlerin Dr. Angela Dorothea Merkel, die gleichzeitig noch als CDU-Vorsitzende herrschte, schritt der Untergang der Nordost-CDU wie jetzt auch bei der Bundesunion unaufhörlich voran. Von 1990 bis 2006 holte die CDU bei den Landtagswahlen im Schnitt noch gut 33 Prozent bei den Wählern an der Ostseeküste ab. Von da an leckte der CDU-Dampfer und säuft seitdem unerbittlich ab. Bei der kommenden Wahl am 20. September droht sogar eine Versenkung auf den Meeresgrund.

CDU-Wahlergebnisse in MV seit 1990

Zuvor amtierte von 1993 bis 2000 Merkel zudem als Chefin der Landes-CDU von Mecklenburg-Vorpommern. In der Zeit imitierte sie noch eine konservativ angehauchte Politik. Als Kanzlerin entschied sie sich dann mit dem Reaktorunfall in Fukushima auf die grüne Seite der dunklen Macht zu wechseln, und gnadenlos jegliches konservatives Denken aus der Partei von Konrad Adenauer und Helmut Kohl zu verbannen.

Angesichts der immer näherkommenden Fünf-Prozent-Hürde geht der CDU jetzt gewaltig die Düse, wie die bodenständigen Menschen im Nordosten das so nennen.

Ein Anti-CDU-Wahlprogramm neben der undemokratischen Brandmauer ist in Mecklenburg-Vorpommern vor allem „das Amthor“, wie der von den Einheimischen weitgehend unbeliebte wie arrogant auftretende CDU-Spitzenpolitiker genannt wird. Philipp Amthor verkörpert regelrecht den Niedergang der Union samt seinem Einstecktuch und Manschettenknöpfen. Er und sein Kanzler steuern ihre Titanic von Eisberg zu Eisberg und lassen sie absaufen, Hauptsache die Brandmauer hält, obwohl im Schiff die Schotten reihenweise brechen.

CDU wie auch Koalitionspartner SPD wollen in ihren Bundes- und Landeszentralen einfach nicht merken, dass es hinter der Brandmauer bei der großen Volkspartei AfD wächst und gedeiht, während es davor in ihrem schwarz-roten Terrain lichterloh brennt. Nach fast 44 Prozent für die Alternative für Deutschland in Sachsen-Anhalt können in Mecklenburg-Vorpommern laut Umfragen gut 38 Prozent folgen.

Angesichts der einstelligen CDU-Umfragewerte behauptet Amthor von der Brücke seines sinkenden Dampfers herablassend: „Wir sind da völlig klar, sowohl in Bezug auf Mecklenburg-Vorpommern als auch mit Blick auf Berlin: Beide Länder dürfen nicht dem Chaos und den politischen Rändern überlassen werden, sondern es braucht stabile Regierungskoalitionen aus der politischen Mitte.“

Der Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt, leidet offensichtlich wie sein Kanzler im Niedergang an komplettem Realitätsverlust.

Selbst auf den Einwand des Moderators im ZDF-Morgenmagazin (!), die CDU komme an den aktuellen schlechten Zahlen nicht vorbei, entgegnet Amthor bockig, wie ein ungezogenes Kind: „Doch, wenn wir uns die Zahlen anschauen, ist es so, dass Umfrageergebnisse nicht Wahlergebnisse sind.“ Die CDU arbeite in der entscheidenden Woche dafür, „dass es regierbare Wahlausgänge in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gibt“.

Mit gesundem Menschenverstand wüsste Amthor wie derzeit Umfrageergebnisse und Wahlergebnisse für die CDU aussehen. Aus 23 Prozent Voraussage in Sachsen-Anhalt blieben nach der Wahl nur noch rund 17 Prozent übrig – also minus sechs Prozentpunkt Herr Amthor. Was bleibt dann von derzeit prognostizierten sieben Prozent übrig? Aber sonst ist ja alles klar, auf der Andrea Doria, könnte der woke Udo Lindenberg dazu singen.

Wer so überheblich daher kommt wie Amthor und sein Merz, hat es auch nicht verdient noch in einem Landtag vertreten zu sein. Fliegt die CDU in Mecklenburg-Vorpommern raus, käme das einem historischer Gau gleich. Die Union wäre zumindest der schwindsüchtigen SPD einen Schritt voraus. Zum ersten Mal würden die früheren Christdemokraten seit 1949 nicht mehr in einem deutschen Landtag vertreten zu sein. Wenn das Konrad Adenauer und Helmut Kohl noch erleben dürften.

Unterstützung
oder

Kommentare ( 23 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

23 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Ralph Martin
4 Minuten her

Sagt eine 7% Partei zu einer 38% Partei: „Du bist der extreme Rand“.
Kann man sich nicht ausmalen.

puke_on_IM-ERIKA
5 Minuten her

Man weiß gar nicht wie traurig man gucken soll…..

imapact
6 Minuten her

Die Werte der Kartellpartei CDU sind nur noch für diese selbst interessant. Lt. aktueller Umfrage von You Gov heute käme der Linksblock sogar auf 39% im Bund, könnte also durchaus eine RRG bilden.
Weder die konservativen noch die linken CDU -Anhänger haben einen Grund, diese Partei zu wählen. Gerade in Mecklenburg -Vorpommern wäre das nur eine verschenkte Stimme.
Mit Ausnahme von Sachsen -Anhalt allerdings ist es so, daß die AfD weder auf Landes- noch auf Bundesebene eine reale Machtoption hat.

JamesBond
8 Minuten her

Merz kündigt an, hat aber nichts verstanden, beim Sprit: CO2 weg wäre ein Wirtschaftsprogramm ersten Ranges, aber es wird nur wieder eine Katastrophe, wie immer. Bei Heizöl heute 1,73€ je Liter, das ist Wahnsinn für den kommenden Winter, dafür muss die Union in MeckPomm unter 5%! So eine ReGIERung brauchen wir nicht! Eine wesentliche Massnahme wäre Bürgergeld für alle Ukrainer sofort weg, Kriegsunterstützung auf 0 €, dafür 1000€ Heizzuschuß für alle Haushalte in Deutschland…, bis Freitag hätte er Zeit die Union zu retten, danach ist es aus. Seine Brandmauer oder wie Söder sagt Schutzwall können sich diese beiden schenken, der… Mehr

Ralph Martin
3 Minuten her
Antworten an  JamesBond

Merz versteht schon, aber er will nicht.
Seine Ziele sind nicht gut für sie und mich.

Haeretiker
8 Minuten her

„Beide Länder dürfen nicht dem Chaos und den politischen Rändern überlassen werden, sondern es braucht stabile Regierungskoalitionen aus der politischen Mitte.“
Da hat doch das Amthor vollkommen Recht. Die CDU hat sich so radikalisiert, dass sie zum politischen Rand gehört. Die Probleme des Landes sind in der Tat größer als Personaldebatten. Dass heißt – CDU weg und es gibt gar keine Personaldebatten.

Fralarovi
16 Minuten her

Je mehr die Wähler sich darüber informieren, wem die Regierungen wirklich dienen, desto schlechter werden die Wahlergebnisse der Altparteien. Schon in der Bibel heißt es, dass man nicht zwei Herren dienen kann. Entweder man dient Deutschland und seinen Bürgern oder der Hochfinanz und deren Billionen-$-Geschäftsmodellen. Die WHO: eine lebensgefährliche Gelddruckmaschine? Und dazu gehören nicht nur Corona, Klimawandel, Energiekrisen usw., sondern auch Krieg und Totalitarismus. Wenn die Wähler das verstehen, wählen sie die Alternative sowie Demokratie und Frieden und nicht die Altparteien und die Interessen der Eliten. Wie lassen sich die USA ihr Militär vom Rest der Welt bezahlen? Wie uns… Mehr

ceterum censeo
17 Minuten her

 „Doch, wenn wir uns die Zahlen anschauen, ist es so, dass Umfrageergebnisse nicht Wahlergebnisse sind.“ Da hat der CDU-Dauerpraktikant mal Ausnahmsweise recht: die Wahlergebnisse sind schlechter als die Prognosen…

PaulKehl
19 Minuten her

Ein Tip eines Freundes aus dem Schwertadel: niemals Kanapees in der Öffentlichkeit futtern. Eine Kamera klickt immer.

Benedictuszweifel
21 Minuten her

Wer einen solch vermeintlichen Schwachsinn erzählt wie Amttor, der muss eigentlich mehr wissen… das Verbot der AFD wird kommen… „UnsereDemokratie“ ist totalitär faschistisch… ohne jeden Zweifel…

Caracalla
22 Minuten her

Laut Forsa-Umfrage stehen die Grünen bundesweit bei 18%, 2 Prozentpunkte hinter der Union 😀 Wäre irgendwie witzig wenn die kommende Keniakoalition von einem Grünling angeführt würde und spätestens dann sollte man unter allen Umständen auswandern.