Klimaschutz noch mal ins Grundgesetz?

"Klimaschutz" oder "Klimaanpassung" im Grundgesetz verankern fordert dies unter anderem Umweltminister Carsten Schneider. Eine Schnapsidee, die nicht dem Klima, sondern dubiosen NGOs nutzen soll.

picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler

Jetzt soll auch noch die sogenannte „Klimaanpassung“ ins Grundgesetz. Carsten Schneider – derzeit gerade Bundesumweltminister – und sämtliche fünf SPD-Minister der Bundesregierung fordern eine neue „Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung und Naturschutz“. Unterstützt werden sie von Grünen und Linken, dem Deutschen Städtetag, dem Sozialverband VdK und den Umweltministern der Länder.

Dabei steht der „Klimaschutz“ längst in der Verfassung: Artikel 20a verpflichtet den Staat zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Das Bundesverfassungsgericht leitete daraus 2021 sogar eine Pflicht zur sogenannten „Klimaneutralität“ ab. Seit März 2025 findet sich das Ziel „Klimaneutralität bis 2045“ zusätzlich ausdrücklich in Artikel 143h angekoppelt an das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen.

Beim neuen Vorstoß geht es daher weniger um ein noch weiteres feierliches „Klimabekenntnis“, sondern um Macht, Geld und die Aushöhlung des Föderalismus:
Bisher müssen vor allem Länder und Kommunen für Klimaanlagen, Verschattung, Stadtgrün, Entsiegelung oder Hochwasserschutz aufkommen. Wird Klimaanpassung zur Gemeinschaftsaufgabe erklärt, kann der Bund dauerhaft mitfinanzieren und vor allem stärker mitbestimmen.

Bisherige sogenannte Gemeinschaftsaufgaben zeigen, dass sie selten zu schnelleren Ergebnissen führen. Stattdessen drohen schwerfällige Bund-Länder-Planungsausschüsse, Doppelprüfungen und eine Verwischung der Verantwortlichkeiten. Scheitert ein Projekt vor Ort, können sich Kommunen und Bund gegenseitig die Schuld zuschieben.

Die SPD-Minister für Finanzen, Umwelt, Arbeit, Bauen und Entwicklung wollen die Änderung noch in dieser Wahlperiode durchsetzen. Grüne und Linke haben ihre Stimmen bereits angeboten. Doch für die nötige Zweidrittelmehrheit braucht die SPD auch CDU und CSU. Dort regt sich Widerstand. Kanzleramtsminister Philipp Amthor warnt vor abstrakter Verfassungspolitik, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann vor neuer Bürokratie und jahrelangem Streit über Kompetenzen.

Der „Klimawandel“ soll also nicht nur bekämpft und verwaltet, sondern dazu benutzt werden, dem Bund die Tür zu neuen Aufgaben, Ausgaben und Eingriffsmöglichkeiten öffnen.

Und nicht zuletzt soll er dubiosen NGOs wie der DUH zu neuen Klagemöglichkeiten verhelfen und damit zu neuen Einkommensquellen. Die Beschäftigten der Klageindustrie müssten sonst arbeiten gehen.



Unterstützung
oder

Kommentare ( 6 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

6 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Monostatos
7 Minuten her

Der Gang Rape seitens der Brandmaurer am GG wird skrupellos mit unveränderter Frequenz und Heftigkeit durchgeführt. Zuletzt wurde – alter Traum der sozialistischen Ausbeuter – unter tatkräftiger Mithilfe der Union die Schuldenbremse beseitigt, so dass man jetzt ungeniert das sauer verdienter Geld dieser UND FOLGENDER (!!!) Generationen in die Taschen der eigenen Klientel umleiten kann. Jetzt sollen die Grundrechte dem Artefakt Klimaschutz geopfert werden. Der dreiste Raubzug findet mit unverminderter Geschwindigkeit statt.

hansgunther
16 Minuten her

Nicht anderes als den Kommunismus im Grundgesetz zu verankern. Die SPD hat die Ostgebiete verschleudert, wollte die Wiedervereinigung nicht und möchte jetzt die DDR wieder hochleben lassen. Aus jeder Pore atmet der Kommunismus der neuen Aparatschiks.
Die rotgewandelten Schwarzen sind kein Deut besser mehr, ganze Arbeit, Angela samt ihren roten Brigaden.

Urmeli
19 Minuten her

Der Versuch klassischer Vorwärtsverteidigung, vorm endgültigen Verschwinden. Möglichst noch ein paar bisher Nichtbeteiligte mitnehmen. SPD at its best. Ich such grad noch den Kassenbon . . .

Schwabenwilli
21 Minuten her

„. Eine Schnapsidee, die nicht dem Klima, sondern dubiosen NGOs nutzen soll.“

Was sonst?
Früher nannte man das „Filz“

Ein weiteres prächtiges Beispiel wie Politik ganze Staaten, Kulturen, Gesellschaften vernichten kann.
Die Geschichtsbücher sind voll davon.

November Man
28 Minuten her

Der Mensch hat nicht mal den geringsten Einfluss auf das völlig natürliche Klima. Das Klima kann man nicht schützen, es lässt sich nicht schützen. Folglich hat es auch in unserem Grundgesetz nichts verloren. Das Klima und das Wetter ist so wie es ist. Punkt. Wir können oder besser wir müssen uns dem Klima anpassen. Das Klima passt sich ganz sicher nicht der Menschheit an. Ärgerlich ist nur, dass es die Roten und die Grünen, mit Lügen und Desinformationen, mit ihrer Angst und Panikmache, geschafft haben, aus dem völlig natürlichen Klimawandel ein Milliarden-Geschäft auf unsere Kosten zum Vorteil für all die… Mehr

Privat
31 Minuten her

Was gibt es neben der grünen Sekte auch andere komische Figuren in der Politik. Die leben wohl in einer Traumwelt nach ihren Vorstellungen.