Von der Leyen: Restlos überfordert – und sie ahnt es nicht einmal

Vor der Bundestagswahl wird Merkel sie nicht ablösen. Aber eine weitere Amtszeit von der Leyens als IBuK ist der Bundeswehr nicht zuzumuten, soll aus der Truppe keine gendersensible Teilzeit-Heilsarmee mit integrierten Kitas werden.

© Philipp Guelland/Getty Images

Was die „Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt“ über die Bundeswehr, Ursula von der Leyen, in dreieinhalb Jahren und zuletzt in immer höherer Frequenz zustandebrachte, ist nicht mehr nur ein Dokument eines Egotrips. Nein, hier demonstriert jemand nahezu wöchentlich, dass er seiner Aufgabe nicht gewachsen ist und dies nicht einmal ahnt. Wer souverän ist, hat es jedenfalls nicht nötig, Probleme mit hyperaktivem Getue zu überspielen. Wenn es denn wirklich immer Probleme wären. Oft ist es ja nur ein Alarmismus, der von der Verteidigungsministerin ausgelöst wird, um zu mimen, dass man Herr(in) der Lage ist. Ja, „vdL“ ist längst zum Problem geworden, als dessen Lösung sie sich ausgibt. Daran ändert die stets medial eifrig begleitete Absicht nichts, sich wie Baron von Münchhausen am eigenen, voluminös geföhnten Haarschopf aus dem Sumpf zu ziehen.

Bedauerlicherweise wird in einem auf gefühligen Pazifismus gebürsteten Land viel zu viel zu schnell vergessen, zum Beispiel,

  • dass „vdL“ in ihrer bald vier Jahre währenden Amtszeit als Verteidigungsministerin weder die Material- noch die Nachwuchsprobleme der Bundeswehr auch nur ansatzweise in den Griff bekam;
  • dass der Skandal um das Sturmgewehr G36 von Heckler & Koch ein von der Ministerin inszenierter Skandal war, für den sie vom Landgericht Koblenz eine Klatsche bekam;
  • dass sie eine Suche nach „Devotionalien“ anordnen ließ, das Ganze auch noch mit dem stalinistischen Begriff der „Säuberungen“ ankündigte und am Ende Stubendurchgänge ohne Beteiligung ihrer Bewohner stattfanden;
  • dass sie hohe, kritische Offiziere nach der Methode „Bauernopfer“ strafversetzte oder entließ;
  • dass sie sich mit ihrem der Kaserne in Pfullendorf geltenden Aufklärungseifer vergaloppierte und von der Staatsanwaltschaft Hechingen, die keinen Anlass für weitere Ermittlungen sah, stoppen lassen musste.

Und als vorläufiger Höhepunkt, dass sie Strafanzeige gegen einen Stabsoffizier erstattete, weil dieser in Euskirchen bei einem Gefühlsausbruch das Wort „putschen“ in den Mund genommen hatte. Wobei sich gerade in letzterem Fall zudem die Frage stellt, wie erfolgreich es „vdL“ bereits geschafft hat, in der Truppe ein Meldesystem (vulgo: Spitzelsystem) zu etablieren, das solche Worte umgehend an ihr Ohr dringen lässt!

Kein Zugführer, kein Kompaniechef hätte noch irgendeine Stufe einer Karriereleiter vor sich, der seine Leute so führt, wie „vdL“ ihre Truppe führt.

Aber durchgeknallter Ehrgeiz und politischer Geburtsadel als Tochter eines Ministerpräsidenten machen noch keine politische Elite aus, die ein Land in Zeiten des Mittelmaßes eigentlich bräuchte. Ein wenig Ahnung von einer Sache sollte schon hinzukommen und vor allem ein integrer Charakter. Deshalb heißt es selbst in vorderen CDU-Kreisen, mal hinter vorgehaltener Hand, mal in vertrautem Kreis, diese „Kollegin“ sei für eine solche Führungsaufgabe allein schon charakterlich nicht geeignet. Merkel, die von der Leyen auf diesen Posten brachte, hätte es wissen können. Auf CDU-Parteitagen wird das nicht offen gesagt, aber dass „Röschen“ bei der Wahl auf einen Vizeposten in der Partei dreimal hintereinander jeweils nur knapp unter oder über 70 Prozent Zustimmung fand, und das jeweils ohne Gegenkandidaten, spricht für sich. Es war jedenfalls dreimal das schlechteste Ergebnis bei den Stellvertreterwahlen.

Im Moment alles geschenkt! Die bevorstehende Bundestagswahl rettet die Bundesministerin der Verteidigung bis ans Ende der Legislaturperiode. Denn deren Ablösung kann sich Kanzlerin Merkel derzeit nicht mehr leisten. Eine weitere Amtszeit von der Leyens als deren Chefin ist der Bundeswehr aber nicht zuzumuten, wenn aus der Truppe keine gendersensible Teilzeit-Heilsarmee mit integrierten Kitas werden soll. Vor diesem Hintergrund ist man geradezu versucht, sich nach einem Verteidigungsminister Rudolf Scharping zurückzusehnen.


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Kommentare ( 170 )

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Wenn aus der Truppe keine gendersensible Teilzeit-Heilsarmee mit integrierten Kitas werden soll.

Warum sollte man dagegen sein? Brauchen wir diesen teuren Karnevalsverein für irgendwas Wichtiges?

Deutschland hat vdL und Österreich vdB. Beide sind damit gestraft!

„Merkel, die von der Leyen auf diesen Posten brachte, hätte es wissen können.“ Ich stelle jetzt mal einfach die Behauptung in den Raum, dass sie das sogar sehr genau wusste, als sie v.d.L. auf diesen Posten setzte. Merkel war schon immer SEHR gut darin, evtl. politische Gegner effizient zu beseitigen. Um einen Satz zu zitieren den ich vor kurzem hier las und sehr treffend fand (ich weiß leider nicht mehr wo und von wem): „Gib deinem Gegner ein Amt, das ihn überfordert und schon bald siehst du seine politische Leiche an dir vorbeitreiben.“ Kompetenz scheint seit einigen Jahren für ein… Mehr
Das große Rätsel! Wie ist das eigentlich möglich, daß ein NORMALER DEUTSCHER es als Bundeswehrler länger als eine Woche bei der von Merkel und v.d. Leyen geführten Bundeswehr aushält, wo zwar unentwegt von kostbaren WERTEN schwadroniert wird, die es zu verteidigen gilt, tätsächlich man aber nur sich gezwungen sieht, seine Seele für für ein WERTLOSES aberwitziges, irrsinniges, geldverschwenderisches und hochgradig unmoralisches Tun und Treiben zu verkaufen? Um wenigstens drei „berufliche Aufgaben“ zu nennen, die da von einem erwartet werden: 1) Monatelang mit in der Türkei stationierten Patriot-Batterien den braven Erdowahn (der gemäß dem seit 1453 in der Türkei gepflegten Brauch… Mehr
Mir ist ziemlich egal, welche verkorkste Biografie der Ministerin hinter der fatalen Fehlentwicklung bei unseren Streitkräften steht. Fachliche Qualifikation hat bei der Berufsausübung übrigens noch nie geschadet. Was soll das werden, wenn Stabsoffiziere beratungsresistenten „Ärzten oder Malern“ laufend versuchen, die Materie zu erklären? Es galt schon immer: „Augen auf bei der Berufswahl!“ Während die Pastorentochter unsere Grenzen öffnet und das Recht abschafft, demontiert UvdL in aller Öffentlichkeit die Armee. Ich finde das brandgefährlich. Dass da der Eine oder Andere an „Putsch“ denkt, erstaunt mich nicht. Ich glaube, das sind Menschen, die ihren Eid ernst nehmen und denen etwas an Deutschlands… Mehr

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die Frau Ministerin einerseits die Widerständler zu (einstweilen noch) ehrbaren Männern der Wehrmacht erklärt, andererseits einem älteren Herrn von MilGeo, der (vermutlich im leicht berauschten Zustand) das P-Wort in den Mund nimmt, mit dem Kerker droht: Da will nun einer Widerstand leisten, und dann isses auch wieder nicht recht.

Mit Loriot möchte man sagen: Ich bringe Dir Deinen Mantel!

Das Röschen ist doch relativ kompetent, wenn man sie mit Heiko, Siggi und La Merkel und La Misere vergleicht. Und dann die Haare! Mit dieser Frisur sollte sie eigentlich Kanzler sein.

Moin moin Gero Hatz,
Joo, finde ich auch, mit den Waffen der Frau kriegt sie alle, als Dressurreiterin mit Peitsche allemal. Und immer dieses Lächeln, gepaart mit gravitätischem, bedeutungsvollem Feldherrnblick. Unnachahmlich.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sie in Klaus Erklärbärs‘ ö.r. Meinungsbriefings-Nachrichten nach der Wochenschaufanfare die Erfolgsnachrichten der Out-of-Area – Brunnenbohrer in Mali verkündet. Jetzt kann auf der Karriereleiter eigentlich nur noch der Erstschlag-Zugriff auf das Kanzleramt kommen.

Ich frag mich echt, wo denn jetzt eigentlich der Unterschied zum Rest der Pandora-Truppe von Merkel liegt?

Dieser eine Satz beschreibt (leider) hervorragend nicht nur die so genannte Verteidiungsministerin sondern auch die derzeitige Situation in unserem Lande: „Aber durchgeknallter Ehrgeiz und politischer Geburtsadel als Tochter
eines Ministerpräsidenten machen noch keine politische Elite aus, die
ein Land in Zeiten des Mittelmaßes eigentlich bräuchte.“

Wir werden vom Mittelmaß regiert und der Großteil der Wähler merkt es nicht mal.

PS: Der Artikel in der Print-Ausgabe über vdL ist ebenfalls sehr empfehlenswert, wenn man verstehen will, wie diese Frau „tickt“.

Wie kann man eine Politikerin Minister von der Bundeswehr machen? Wie macht man das in russland. dort ist ein Militär der Minister. hier in Europa wo man nicht einmal noch eine Landesverteidigung hat und gratis die US-Armee benützt, macht man eione Art Sekret“sarin Minister von landesverteidigung. so wird man den krieg wohl gewinnen. In Holland habvben die oldaten gar keine Kugel wenn die „schiessen“rufen die laut „Pang, pang“. Solche Heere die machen Angst, hahaha.

Ich könnte mir eine Rochade Altmaier / Uschi vorstellen.