Blackbox KW 20 – Das achte Gebot

Ausgerechnet auf dem Katholikentag bogen sich die Balken, ohne dass die Falschzeugnisableger dabei rot wurden. Aber auch die Anhänger des Klimagötzen haben keinen Grund aufzutrumpfen. Ihr Greta-Thunberg-Modell erwies sich als Rechenfehler...

Waren auch Katholiken da? Das Motto des Katholikentages „Hab Mut, steh auf!“ dürfte eher konfessionsbefreite Klimajünger, Sozialisten und Gewerkschafter angelockt haben. Und natürlich Politiker nebst Presse und Sicherheitstross. Das große Wort führten eh die Evangelen. Söder rief: „Ich möchte nicht in einem Land ohne Glauben leben“ (deshalb wohl die vielen Muslime in Bayern), und Frank-Walter, unser Genosse Präsident meinte, „wir brauchen so etwas wie gesellschaftliche Gegenwehr“. 

Gegen die AfD, da waren sich alle einig, weshalb man die Belzebuben erst gar nicht eingeladen hatte.

♦ Kanzler Fritz schoss natürlich den Vogel ab, was die internationale Breitenwirkung anging, allerdings wieder mal aus Versehen.
 Denn gerade erst hatte er stolz von einem Telefonat mit Trump (auf der Rückreise von China) berichtet („Wir sind uns einig“), da schickte er auch schon die nächste Beleidigung Richtung USA, lustigerweise vor Jungkatholiken wie zuletzt bei einem Schulbesuch im Sauerland: „Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten, einfach weil sich dort plötzlich ein gesellschaftliches Klima entwickelt hat.“ Hm, das, obwohl der Don noch sensibler ist als der Lars…

♦ Eines muss man anerkennen: Der Fritz ist schon ein richtiger Spezialdemokrat geworden. Wie die Sozis immer noch glauben, sie müssten ihren Unsinn nur besser erklären, meint auch Merz inzwischen, er müsse an seiner Kommunikation etwas feilen, „damit die Botschaft besser verstanden wird“. Herrlich. Nehmen wir nur die berühmte Aussage: „Die Deutschen müssen mehr arbeiten“. Ja, wenn seine Truppe mit gutem Beispiel voranginge! Das Parlament ist seit 373 Tagen im Amt. Davon war man über 96 Tage im Urlaub, zum Beispiel 58 Tage Sommerpause, 24 Tage Weihnachtspause, 15 Tage „sitzungsfrei“ (Netzfund). Besonders gut gefällt uns auch das Katholikentags-Bekenntnis des Brandmauerbauers Merz, Toleranz beginne dort, „wo die eigene Meinung aufhöre“. Amen.

♦ Ein weiterer Koalitionsgipfel sollte die Koalition retten. Bärbel Bas kam eine Stunde später, da hallten Merz noch die organisierten Pfiffe, Buhrufe und Gelächter der Funktionäre bei seinem DGB-Vortrag in den Ohren.

 Beschluss des Koalitionsgipfels: Der nächste Koalitionsgipfel. Diesmal XL. Fritz hat die Idee vom jungen SPD-Klüssendorf aufgegriffen: Großes Palaver im Juni mit der zerstrittenen Koalition, kleinmütigen Arbeitnehmervertretern und auftrumpfenden Gewerkschaftern. Die Arbeitervertreterin Yasmin Fahimi (DGB-Chefin), deren Organisationen gerade mal 16 Prozent der Arbeitnehmer vertreten, forsch: Nur zu einem Fototermin werde sie nicht erscheinen, außerdem „werden wir natürlich über Umfang, über Einladungskreis, über Agenda noch zu reden haben“. 
Fritz ist schon die Wurst, bevor es ans Buffet geht.

♦ Der Grund des rüpelhaften Verhaltens ist klar. Die Roten wollen die Macht ergreifen. Neuwahlen, dann mit SED und Grünen regieren. Die verkrüppelte Union (um die 20 Prozent) schaut blöd aus der Wäsche. Verschmort hinter der selbstgebauten Brandmauer. Damit die SPD aber nicht einstellig aus dem Manöver herauskommt und als kleinste unter den Roten dasteht, muss sie die Unionisten so lange provozieren, bis Fritz die Koalition beendet. Dann Aufmarsch der roten Kolonnen (Kirchen, Gewerkschaften, NGOs und Antifa), und Staatsfunk und Qualitätspresse spielen bestimmt die passende Musik dazu.

♦ Vergessen wir kurz die Provinz und wenden uns der Weltpolitik zu. Alle Augen waren nach Peking gerichtet, wo der Donald seinen „guten Freund seit langer Zeit“ Xi besuchte. Don verkaufte Xi 200 Boeing Flugzeuge, vielleicht auch 750 (wer weiß das schon genau?), der mitgereiste (noch) Apple-Chef Tim amüsierte sich prächtig, und Teslas Elon zeigte seinem kleinen Sohn die Giga-Factory und machte Selfies mit begeisterten Chinesen. Kriegsminister Hegseth war etwas unwohl in seiner Haut (die Chinesen wissen halt genau, was er im Golf wirklich erreicht hat und was nicht), Trump trumpfte mit ungeheurem Detailwissen – „Die China-Restaurants in den USA machen mehr Umsatz als die fünf größten Burgerketten zusammen“ –, und absolvierte das Mammutprogramm, ohne zu stolpern.

♦ Die mitgereisten US-Journos hatten natürlich wieder was zu meckern. Die einen bekamen schon nach zwei Minuten Wildparken wegen der lückenlosen Kameraüberwachung Tickets, andere wurden in den falschen Bus geschickt – das Leben ist kein Wunschkonzert. Schwierige Themen wurden von den alten Füchsen geschickt umschifft. Jeder bekam seinen Happen. Die Straße von Hormus müsse geöffnet (Trump) und die Taiwan-Frage „mit äußerster Vorsicht behandelt“ werden (Xi). Akademischem Publikum wurde von Xi die Analogie von der „Thukydides-Falle“ als Schmankerl serviert.

♦ Werden im Pistorius-Ministerium (Schießen und Ducken) SPD-Mitglieder bei der Postenvergabe bevorzugt (Bild)?

 Ja selbstverständlich! Schließlich ist jedes SPD-geführte Ministerium zugleich ein „SPD-Versorgungswerk“. Das gebietet schon die Solidarität. Außerdem reichen ein paar wenige Beschäftigte, um die Arbeit zu machen.

♦ Wo der Spezialdemokrat agiert, geht der Laden den Bach runter. Nun melden die Andrea-Nahles-Jobcenter, im Jahr 2025 seien mehr als 110.000 Fälle und Verdachtsfälle (plus 6 Prozent) festgestellt worden. 
Dabei wurden nur drei Viertel der Bürgergeld-Verteilungsstellen überhaupt berücksichtigt. Wenn die Zahl stimmt (und wir erlauben uns Zweifel), wären gut drei Milliarden Euro ergaunert worden, seit SPD-Nahles für Ordnung sorgt…

♦ Noch immer beschäftigt Bärbel Bas’ Einwanderungs-„Irrtum“ (Bild) die demokratische Presse, aber die Journos kriegen die Kuh einfach nicht vom Eis. Unterdessen meldet Griechenland, dass in Libyen (durch die USA demokratisiert) bereits weitere 550.000 Fachkräfte auf eine Überfahrt nach Europa
warten. Lagebericht: laue Winde, ruhiges Wasser…

♦ Am 7. April 2026 hat sich der berühmt-berüchtigte Weltklimarat von seinem eigenen Weltuntergangs-Szenario verabschiedet. Eine Erderwärmung von 3 bis 5 Grad (Greta-Thunberg-Modell) sei „unplausibel“, das wahrscheinlichste Szenario geht nur noch von 1,1 Grad Erwärmung aus. Die ganzen grünen Nonsens-Gesetze, das hysterische Klimageschrei, die Verdummung unserer Kinder in Schulen und Universitäten gingen vom Untergangsmodell aus. Haben Sie davon in der Qualitätspresse gelesen? Gab’s Sondersendungen im Staatsfunk? Darf sich die Automobilindustrie wieder auf gescheite Autos konzentrieren? Schieben sich EU und Regierung ihre CO2-Zwangsabgaben irgendwo hin? Schieben die Pfaffen ihren Klimagötzen wieder in den Abstellraum?

Schönen Sonntag!


Nicht genug? Lesen Sie Stephan Paetow täglich auf
https://www.spaet-nachrichten.de/

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 8 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

8 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Der Michel
7 Minuten her

„Darf sich die Automobilindustrie wieder auf gescheite Autos konzentrieren?“ Ich weiß zwar, wie Herr Paetow das „gescheit“ gemeint hat. Dennoch, weil’s so schön passt: Ich möchte kein „gescheites“ Auto, sondern eines, das mich pannenfrei und zuverlässig von A nach B bringt, ohne mich andauernd mit irgendwelchem Gepiepse und Getute zu nerven und zu belehren. Ich bin nämich schon erwachsen… Danke!

ceterum censeo
10 Minuten her

Toleranz beginne dort, „wo die eigene Meinung aufhöre“. Wenn nun aber die eigene Meinung so allumfassend und absolut ist, daß sie (nach eigener Meinung) nirgends aufhört, braucht man natürlich auch keine Toleranz. Gerne (und überwiegend) aus/in linken Kreisen vollzogen…

Kassandra
11 Minuten her

„Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten, einfach weil sich dort plötzlich ein gesellschaftliches Klima entwickelt hat.“ Zum „gesellschaftlichen Klima“ fehlt wie bei Merkel auch immer schon das „Adjektiv“, also die Beschreibung dessen, was er konkret meint. Auch bei der „Stadtbildaussage“. Fritz fühlt sich sauschlau – wiewohl man aus dem Satz schon dahin gelenkt wird, wo er „uns“ gerne hin hätte – um sich dann die Hände in Unschuld zu waschen? . Dabei: das Klima, das ihm wohl ins Auge sticht, gibt es dort seit dem 20.… Mehr

Last edited 10 Minuten her by Kassandra
Peter Triller
18 Minuten her

Bei den Klimajüngern ist es so wie einst bei der Entdeckung der natürlichen Evolution durch Charles Darwin. Die damaligen Christen hielten an der Authentizität der biblischen Schöpfungsgeschichte fest und verteufelten den „Affenabkömmling“ Darwin. Blödheit und Starrsinn sind anthropogene Konstanten. Da kann man nichts machen.

Reimund Gretz
22 Minuten her

Durch die #Politik gekaufte Medien?
„Die EU will unabhängigen Journalismus fördern, indem sie ihn finanziell abhängig macht.“

Seit sich bestimmte #Medien darauf verlegt haben für die #Politik als #Hofberichterstatter bzw. #Staatsfunker zu fungieren ist die Medienlandschaft zweigeteilt in #Medien die bewusst die Bürger framen wollen und solche die den „Dreck“ der #Politiker nicht unter den Teppich kehren und darüber berichten!
Leider haben es viele #Bürger immer noch nicht begriffen wie sie gezielt von den #Hofschranzen unter den Medien manipuliert werden!

Kassandra
8 Minuten her
Antworten an  Reimund Gretz

Abends Slomka und Hayali im örr – und morgens in der Tageszeitung bestätigt. Das reicht an Impulsen für die Masse – und sitzt!
Und macht sie Vorfahren in Reich III unglaublich ähnlich.
Dass sie Leib und Leben, Hab und Gut diesmal selbst „opfern“ werden müssen – das ist zu vielen noch gar nicht offen!

Last edited 6 Minuten her by Kassandra
Guzzi_Cali_2
26 Minuten her

Was das Fritze in Bezug auf die USA NICHT präzisiert und spezifiziert hat, war, WAS für ein gesellschaftliches Klima sich dort entwickelt hat. Sicherlich eins, was IHM, dem großen Besser- und Alleswisser nicht paßt.
Ein Klima der Meinungsfreiheit (Igittigitt!), ein Klima des wirtschaftlichen Aufschwungs (Bäh!), ein Klima der Rückbesinnung auf eigene Werte und Traditionen (Gottseibeiuns), ein Klima der Ablehnung von Ideologie in Bezug auf LGBsonstwas, Energie und Migration (Wer will denn sowas?), ein Klima gegen die Klimasekte (nix da!)?
Hätte er es spezifizieren müssen, wäre er verbal wohl vollkommen aus der Kurve getragen worden.

Ein Mensch
30 Minuten her

Selbst wenn die restliche Welt vom Klimagötzen abfällt, die nützlichen idioten in Dummland werden ihn trotzdem weiterhin anbeten. Gibt es eigentlich noch UFO’s über DE? Oder wurde die Suche nach intelligentem Leben hier abgebrochen?