Blackbox KW 23 – Undank ist der Welten Lohn

Wer zahlt, muss noch lange nichts zu sagen haben. Das weiß nicht nur das deutsche Volk, sondern jetzt auch seine Regierung. Sitz im Sicherheitsrat? Ne, lass mal. Und Gott, wie haben sie der Merkel zugejubelt. Jetzt sagt sie, still und leise: „Wir schaffen das“ war ein Witz.

Seedrohne greift NATO-Hafen an. Mit freundlichen Grüßen von Selenskyj. Und Russlands Putin beklagt, sein Land sei wirtschaftlich auf das „Niveau der Euro-Zone gesunken“. Aber da kann Merz ihn trösten. Fritz will jetzt den ganzen Balkan in die EU holen. Und schon geht es Russland wieder vergleichsweise besser.

♦ Braucht es Deutschlands Stimme im Welt-Sicherheitsrat? Natürlich nicht. Denn bei der Suche nach Lösungen im Ukraine-Krieg oder für die Zukunft im Gazastreifen sagen die Merz-Männer (m/w/d) eh nur dasselbe wie die von Macron oder Starmer. Dabei hatte Wadephul vor der Abstimmung über den Sitz im Rat ein gutes Gefühl, immerhin ist Deutschland der Zahlmeister der UN (Platz 2 nach den USA), da wird man ja wohl… und überhaupt. Gar nicht zu reden vom nachhaltigen Eindruck, den unsere Annalena in New York hinterlassen hat. Aber Undank ist der Welten Lohn…

♦ Immer mal wieder stellt sich im Außenministerium die Frage: Was sind eigentlich deutsche Interessen? Massenmigration? Finanzierung von EU, UN und Kriegen rund um den Globus? Die Vertreibung der heimischen Industrie zugunsten Amerikas und Chinas? Regenbogenfahnen in Budapest? Eindeutige Antworten fanden sie bisher nicht. Nur eines wissen sie hundertprozentig: Die Reise mehrerer AfD-Politiker zu einem Wirtschaftsforum nach Russland laufe ebenjenen „deutschen Interessen klar zuwider“. Kannste nicht erfinden.

♦ In der Union beschäftigen sie sich nur mit sich selbst. Die Unionsfraktion will das Selbstbestimmungsgesetz (heute Mann, morgen Frau, wer weiß das schon genau?) wieder ändern, weil damit Schindluder getrieben würde. Ein CDU-Politiker will an das Doppelpass-Gesetz nochmal ran. Und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann will den Straftatbestand der Politikerbeleidigung (§ 188) wieder abschaffen. Hm. Da müsste die Union nur endlich mal an die Regierung kommen, damit sie das auch alles umsetzen kann…

♦ Apropos. Eine Abschaffung des Paragrafen 188 würde das erfolgreiche Geschäftsmodell vieler Staatsanwaltschaften empfindlich stören, denn passenderweise im Stolz-Monat wurde aus Heilbronn gemeldet: Die Damen, Herren und Diversen Staatsanwälte waren viel fleißiger als bisher bekannt. 39 Verfahren wegen Beleidigung unseres Kanzlers Fritz haben sie abgearbeitet. Pinocchio, Lügenfritz, Lackaffe, Lügen-Kasper – alles ordentlich beaktet, beurteilt, auf den Weg gebracht. Bislang wurde „Lügenfritz“ (Amtsgericht Öhringen) abgeurteilt, das Amtsgericht Brackenheim verurteilte „Ftzn Frieder“. Strafe jeweils 2.000 Euro. Jedenfalls stehen alle deutlichen Worte und Kraftausdrücke auf dem Prüfstand, die geeignet seien, „das Vertrauen in die Integrität des Opfers zu erschüttern“, so ein Gericht. Als wenn der Fritz dazu fremde Hilfe benötigte! Bis jetzt hat er noch immer das Gegenteil von dem gemacht, was er versprochen hatte und seine Integrität ganz alleine erschüttert.

♦ Apropos Fritz, dessen wöchentlicher Umfrageniedergang nicht mal mehr eine Schlagzeile wert ist. Gabor Steingart, früher wichtige Medienstimme, jetzt Media Pioneer, wanzt sich an Friedrich Merz heran mit einem Trost: „Ein Blick in die Geschichte zeigt: Auch Kohl, Schröder und Merkel erlebten schwierige erste Amtsjahre.“ Einspruch! Die Künstliche Intelligenz bringt schnell Klarheit: „Friedrich Merz schneidet nach seinem ersten Amtsjahr in den Umfragen deutlich schlechter ab als Helmut Kohl und Gerhard Schröder im gleichen Zeitraum ihrer Kanzlerschaft. Während alle drei Regierungschefs nach rund einem Jahr mit massiver Unzufriedenheit und Krisen zu kämpfen hatten, bricht Merz historische Negativrekorde. Merkels Beliebtheitswerte stiegen in den ersten Monaten sogar noch weiter an, sodass sie zu Beginn 2006 die Liste der beliebtesten Politiker anführte.“

♦ Ausgerechnet zu Frohnleichnahm (Schreibweise der Christlich Sozialen Union in Bayern) holte die Presse wieder La Merkel hervor. Und ausnahmsweise gibt es mehr zu berichten als über ihren Friseur (definitiv zu teuer), ihre Garderobe (zeitlos) oder ihre Zukunft (im Dunkeln). Denn zum ersten Mal will Merkel nicht länger bestreiten, dass ihr „Wir schaffen das“ eine glatte Lüge war. Jeden Tag zehntausend neue Menschen aufzunehmen, „das hätten wir gar nicht bewältigen können“, sagte sie der FAZ. Ein deutlicheres Geständnis wird man von der Schwurbel-Königin nicht bekommen.

♦ Immerhin gibt es heute eine neue Partei. „Die AfD ist entstanden vor dem Hintergrund meiner Politik in der Eurokrise“, so La Merkel. Und wenn damals noch wenige Leute begriffen hatten, dass sie durch den Umgang mit der Eurokrise wieder mal über den Tisch gezogen wurden, schaffte Merkels Migrationspolitik Fakten: „Natürlich hat meine Entscheidung mit dazu geführt, dass die Umfragewerte für die AfD wieder gestiegen sind.“ Bravo. Jetzt noch ein paar Monate Fritz, dann kann die Heilung beginnen.

♦ Schauen wir nur mal Richtung Ilm-Kreis, südlich von Erfurt, da wo der Ex-Doktor CDU-Mario regiert. In diesem Ilm-Kreis, direkt vor seiner Haustür, haben Mehrheiten aus CDU/FDP, Freien Wählern und AfD jede Menge Unfug („Spitze gegen Hitze“, „Klimaschutzaktionstag“ und „Demokratie leben“) kurzerhand von der Ausgabenliste gestrichen und so mal eben 3, 5 Millionen Euro im Haushalt eingespart. Grüne empört, SPD stumm – so schön kann Demokratie sein! Wie sagte Wurstfabrikant Hoeneß so richtig: AfD soll ruhig mal mitregieren.

♦ „SPD auf dem Weg Richtung einstellig“ warnt/sorgt sich/hofft (?) die Bild-Zeitung. Regelmäßige Beiträge für den Weg in die Bedeutungslosigkeit liefert neben Bärbel Bas zuverlässig auch Ex-Parteichefin Esken, die wieder einmal laut (auf Instagram!) ein AfD-Verbot fordert. Eine Sozialistin in reinster Form. Offenbar nutzen die Sozis auch ihre Freunde in der EU, wo die sogenannte „Parteienaufsicht“ „ein Prüfverfahren zur AfD einleiten will, weil sie europäische Werte verletzt“.

♦ Wo die Alten kreischen, will auch der Nachwuchs nicht still bleiben. Eine weitgehend unbekannte Genossin Carolin schrieb am Morgen forsch auf Instagram (wohl eine neue Heimat der Genossen): „Wenn die BAföG-Erhöhung nicht zum Wintersemester kommt, dann gehen wir (aus der Regierung)!“ Am Nachmittag war der Post gelöscht. Offenbar war die Antwort auf den impliziten Teil der Frage „Wohin gehen wir dann?“ noch nicht ausdiskutiert.

♦ Zum Teufel mit all diesen Steuern! Sind nun 15 Prozent der Nettokaltmiete als Zweitwohnsitzsteuer fällig oder 20%? Wer soll sich da noch auskennen? Grünen-Chef Banaszak (dessen Partei im Wochentakt neue Steuern fordert) jedenfalls nicht. Wie soll er auch, ist ihm die Arbeitswelt doch fremd. Und wie soll er ahnen, dass die, die Steuern fordern, selbst auch welche zahlen müssen? Jetzt zahlt er halt nach.

♦ Und dann war da noch der mindestens ebenso schlaue non-binäre Stellenbewerber, der niemals arbeiten wollte und deshalb Ablehnungen auf seine Bewerbungen als Geschäftsmodell betrieb. Von einem Unternehmen, das dem „sehr geehrten Herrn“ Bewerber eine Absage zukommen ließ, wollte der/die/das 17.500 Euro wegen „Diskriminierung“. Ein echter Intelligenztest für Richter, den das Berliner Arbeitsgericht allerdings mit Bravour bestand. Forderung abgewiesen.

♦ Gestatten Sie, dass wir schmunzeln. Da muss erst der in Istanbul geborene Verfassungsschutzchef Silan Selen hiesigen Langsamdenkern „hinter verschlossenen Türen“ verdeutlichen, dass Islamisten versuchen, SPD, SED und Grüne und staatliche Institutionen zu unterwandern, um Schland in eine islamische Gesellschaft umzuformen.

Schönen Sonntag!


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Kommentare ( 4 )

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Ceterum censeo Berolinem esse delendam
28 Minuten her

Und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann will den Straftatbestand der Politikerbeleidigung (§ 188) wieder abschaffen. 

Nein, will er nicht. Es ist gerade mal vier Monate her, dass Linnemann die Gelegenheit dazu hatte. Am 29.01.2026 wurde im Bundestag darüber abgestimmt, dieses Gesetz wieder abzuschaffen. Linnemann hat – ebenso wie sämtliche anderen anwesenden Unionsabgeordneten – mit NEIN gestimmt.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw05-de-strafgesetzbuch-1139542

Wie blöd muss man sein, zu glauben, dass man die Untertanen für so dumm verkaufen kann?

Reimund Gretz
32 Minuten her

#Merz ist ein #Schwätzer, ein #Phrasendrescher und #Parolenposaunist nicht mehr und nicht weniger und wenn er jetzt schon bei #Merkel Anleihen nimmt („Wir schaffen das“) muss man feststellen, Merkel hat das Land erst in diese Lage manövriert und da #schwarzrot keine Kurskorrektur hinbekommt, schaffen wir das auch diesmal nicht!

Deshalb darf man Deutschland nicht länger den Versagern von #schwarzrotgruen überlassen, denn ihre #Politik wird ins #Nirgendwo führen.

„Sie haben schon viel zu lange „Mist“ gebaut, da muss ausgemistet werden!“
Der #Parteienfilz muss weg, wenn es mit #Deutschland wieder aufwärts gehen soll?

flo
36 Minuten her

„Ex-Parteichefin Esken, die wieder einmal laut (auf Instagram!) ein AfD-Verbot fordert.“ Na, vielleicht kennt Saskia Esken schon die Inhalte des großen AfD-Verbots-Gutachtens, an dem die linke und von vielen Organisationen gestärkte Gesellschaft für Freiheitsrechte GFF, unterstützt von „mehr als 18.000 Spender*innen“, werkelt. Es soll wohl Ende Juni herauskommen, meine ich gelesen zu haben, und wird die Medienlandschaft dann bestimmt tagelang dominieren. Wie auf der re:publica von Bijan Moini und Valentina Chiofalo („Nach einem Jahr Arbeit ist unser Gutachten zur AfD so gut wie fertig!“) angekündigt wurde, wird es ein wohl an die 2.000 Seiten langes Gutachten … auf der Grundlage vieler… Mehr

Haba Orwell
1 Stunde her

> Denn bei der Suche nach Lösungen im Ukraine-Krieg oder für die Zukunft im Gazastreifen sagen die Merz-Männer (m/w/d) eh nur dasselbe wie die von Macron oder Starmer.

Wenn man wenigstens hier etwas komplett anderes sagen würde… Nicht ganz so transatlantisch…