In Zeiten des Transaktivismus haben Frauen nichts zu lachen: Die Social-Media-App "Giggle for Girls" muss einem biologischen Mann, der sich als Frau identifiziert, umgerechnet über 12.000 Euro Schmerzensgeld zahlen, weil er von der Online-Plattform, die Frauen vorbehalten ist, ausgeschlossen worden war.
IMAGO / AAP
Als Social-Media-App exklusiv für Frauen gründete die Australierin Sall Grover 2020 die Netzwerk-Plattform Giggle for Girls. 2021 schloss sie die Transfrau Roxanne Tickle aus, da das Online-Angebot nur biologischen Frauen offenstehen sollte. Doch Tickle zerrte Giggle vor Gericht.
Nachdem Tickle bereits 2024 Schmerzensgeld und Übernahme der Prozesskosten zugesprochen worden waren, ging nun auch das Berufungsverfahren vor dem Bundesgericht in Sidney zu Tickles Gunsten aus. Die Richter kamen zu dem Ergebnis, dass Tickle durch den Ausschluss von Giggle aufgrund seiner „Genderidentität“ zu Unrecht diskriminiert worden sei. Sie verdoppelten das ihm zustehende Schmerzensgeld auf 20.000 AUD, umgerechnet etwa 12.000 Euro.
Das Urteil ist ein herber Rückschlag für Frauenrechtlerinnen, die sich seit Jahren bemühen, der strategischen Übernahme von Frauenräumen durch Transaktivisten Einhalt zu gebieten. Sall Grover kündigte an, nochmals Berufung einlegen und das Verfahren bis zum High Court, der höchsten gerichtlichen Instanz, durchfechten zu wollen.
Umschwung in Großbritannien
Im Mutterland Großbritannien konnten Frauen 2025 wichtige Erfolge verbuchen: Der britische Supreme Court urteilte vor rund einem Jahr, dass Frau im Sinne des Gesetzes nur eine biologische Frau sei. Damit stellte er sicher, dass Gesetze und Maßnahmen, die der Frauenförderung dienen, nur von Frauen in Anspruch genommen werden können. In der Folge änderten Sportverbände ihre Statuten und schlossen Männer, die sich als Frau identifizieren, vom Frauensport aus.
Weltweit hatten Fälle zahlreicher Sportler Aufsehen erregt, die Medaillen errangen und ihre Erfolgsaussichten signifikant steigerten, indem sie in Frauenkategorien antraten.
Doch nicht nur im Sport zeigt sich, dass Definitionen, die jeden als Frau betrachten, der sich dazu erklärt, Frauenförderung obsolet machen und in ihr Gegenteil verkehren. Weltweit versuchen Politiker, teils erfolgreich, über Frauenquoten Sitze zu erlangen. In Nordrhein-Westfalen machte ein Polizist Schlagzeilen, der sich zur Frau erklärte – womöglich, um von Frauenförderung zu profitieren und seine Karriereaussichten zu verbessern.
Immer wieder erklären sich auch Straftäter zur Frau, um eine Unterbringung in Frauengefängnissen zu erwirken – was besonders im Fall von Sexualstraftätern Frauen akut gefährdet. Ähnliches gilt für sensible Schutzräume wie Frauenhäuser, aber auch für Orte wie Sanitäranlagen, Frauensaunen oder Sportstudios.
In Deutschland ist mit dem Gerichtsverfahren um das Fitnessstudio Ladys First in Erlangen ein ähnlicher Fall noch offen: Die Betreiberin Doris Lange hatte das Hausrecht geltend gemacht und einem Mann, der sich gemäß Selbstbestimmungsgesetz als Frau identifiziert, aber männliche Geschlechtsmerkmale aufweist, die Mitgliedschaft verwehrt. Kritikern des Selbstbestimmungsgesetzes war immer wieder entgegnet worden, dass Frauenräume im Rahmen des Hausrechts geschützt bleiben.
Antidiskriminierung als Hebel für Transaktivisten
Doch selbst wenn in diesem Fall aufgrund der eindeutigen biologischen Zuordnung zugunsten Langes entschieden werden sollte: Der Fall Tickle vs Giggle beweist, dass jegliche Frauenräume, ob physisch oder digital, in ihrer Exklusivität bedroht bleiben, und dass Transaktivisten im Zweifel durch alle Instanzen gehen, um sich durchzusetzen.
Sall Grover zeigte sich bestürzt über die Entscheidung: „Ich bin am Boden zerstört. Männer, die behaupten, Frauen zu sein, haben in Australien mehr Rechte als echte Frauen. Es sind die Frauen, die diskriminiert werden, nicht die Männer, die behaupten, Frauen zu sein“, so Grover auf X.
Das dem Urteil zugrunde liegende Gesetz, der Sex Discrimination Act, war 2013 geändert worden. Damals hatte man die Definitionen von „Mann“ und „Frau“ entfernt und im Gegenzug den Begriff der „Geschlechtsidentität“ (gender identity) eingeführt.
„Ein Gesetz, das zum Schutz von Frauen erlassen wurde, wurde dazu benutzt, eine Frau dafür zu bestrafen, dass sie einen Raum für Frauen geschaffen hat. Das ist es, was das heutige Urteil in der Praxis bedeutet“, stellt Robert Clarke von ADF International fest.
Die Menschenrechtsorganisation hatte die Berufung Grovers unterstützt. Clarke fordert eine Korrektur der Gesetzgebung seitens der Legislative, um den Schutz geschlechtergetrennter Räume sicherzustellen.
Angus Taylor, Vorsitzender der australischen Liberalen und Oppositionsführer im australischen Parlament, kündigte bereits an, sich für eine neuerliche Gesetzesänderung und eine Wiedereinführung der am biologischen Geschlecht orientierten Definitionen einzusetzen.
Transideologen feiern das Urteil als Erfolg
Andere Stimmen interpretieren die Entscheidung als „Sieg für Frauenrechte“: Paula Gerber etwa, Professorin an der renommierten Monash University Melbourne, sieht darin einen Erfolg, der sicherstelle, dass in Australien weiterhin „alle Frauen vor dem Gesetz gleich“ seien – anders als in den USA und im Vereinigten Königreich, wo „transfeindliche Rhetorik“ zu beobachten sei.
Für den australischen öffentlich-rechtlichen Sender ABC kommentiert sie: Frauen sind stärker, wenn wir uns zusammenschließen, und wir sollten uns gegen Versuche wehren, Frauenrechte gegen bestimmte Frauen als Waffe einzusetzen. Schließlich schaden starre Geschlechternormen allen. Wenn Transfrauen wie Roxanne Tickle rechtmäßig von einem Ort ausgeschlossen werden können, weil sie nicht weiblich genug erscheinen, ist es nicht schwer, sich eine Zeit vorzustellen, in der versucht werden könnte, Lesben auszuschließen, die die Grenzen der Weiblichkeit in Frage stellen, indem sie weibliche Kleidung, Erscheinungsbilder und Verhaltensweisen ablehnen.“
Eine recht eigenwillige Deutung, schließlich misst gerade der Transaktivismus derartigen Geschlechterstereotypen erhöhte Bedeutung zu, da hier Äußerlichkeiten wie Kleidung, Make-Up und überzeichnetes „weibliches“ Gebaren als Marker für Weiblichkeit gelten. Eine Fokussierung, die vorrangig von Männern ausgeht, die sich das Frausein aneignen – und die offensichtlich auch in Frauen willige Helferinnen finden, die ihren Geschlechtsgenossinnen einreden, dies stärke die Rechte von Frauen.
Zu Deutsch bedeuten die Namen der am Verfahren beteiligten „Giggle for Girls v Tickle“ übrigens „Kichern“ (to giggle) gegen „Kitzeln“ (to tickle). Der Name der App Giggle for Girls deutet an, dass mit dem Forum ein Raum geschaffen werden sollte, in dem Frauen ungestört unter sich sind – wie Mädchen eben, die unter ihresgleichen unbeobachtet und ohne Selbstzensur herumalbern und „kichern“ können.
In einer Welt, in der Transaktivisten aggressiv in solche Räume eindringen, haben Frauen hingegen nichts zu lachen.



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> Die Social-Media-App „Giggle for Girls“ muss einem biologischen Mann, der sich als Frau identifiziert, umgerechnet über 12.000 Euro Schmerzensgeld zahlen, weil er von der Online-Plattform, die Frauen vorbehalten ist, ausgeschlossen worden war.
Auch wenn man es hier ungerne liest – in Iran oder Saudi-Arabien gibt es Transende:innen-Probleme nicht. Wie glücklich sollten wir uns im Westen schätzen, dass hier Freiheit herrscht, beliebigen Gender-Unfug zu treiben und mit diesem Unfug restliche Welt zu behelligen.
Ein gutes Geschäftsmodel.
Danisch würde sagen: „Geliefert wie bestellt!“
„Es ist interessant, zu beobachten, wie die Errungenschaften des Feminismus nun innerhalb kürzester Zeit von schlecht geschminkten Männern mit Perücke abgeräumt werden.“ (Max Stirner)
Ja, so schafft man sich Feinde, als „Transfraurn“, selbst unter denen, die es bisher nicht waren.
Die früherern Kabarettisten (z.B. Loriot, Didi Hallervorden, Otto, etc.) hätten umgehend ihren Job aufgegeben, denn die Realität ist dem Kabarett weit vorausgeeilt und nicht mehr zu toppen. Leider ist es nicht, so wie früher, zum Lachen, da die Irren im Irrenhaus die Macht haben und es tatsächlich ernst meinen.
Schön, dass der Gendergagga die Emanzen jetzt einholt. Weiter so.
Zu Irropa, Irrland gesell*int sich jetzt noch Irrstralien. Liste bleibt geöffnet für weitere Irrstinationen!