Einst zerstörte ein von fanatischen Predigern aufgehetzter Mob Altäre und Gemälde. Heute verschwinden Fleischwerbung, Flugreisen und Verbrenner aus dem Stadtbild. Der Glaube hat gewechselt, der missionarische Eifer ist geblieben.
IMAGO / Anadolu Agency
Den Niederländern ist puritanischer Fanatismus nicht fremd. Der Bildersturm 1566 ist vor allem durch die Erinnerung an das damals Zerstörte, also das, was nicht mehr da ist, lebendig geblieben. Calvinistische Protestanten, aufgestachelt durch die Hetze fanatischer Prediger, stürmten katholische Kirchen, um Statuen, Gemälde und Altäre zu zerstören, da sie diese als Götzendienst ansahen. Kunstschätze, Reliquien und prunkvolle Kirchenausstattungen wurden unwiederbringlich vernichtet. Die meisten niederländischen Kirchen wurden nach dem Bildersturm schlicht weiß getüncht.
So weit ist Amsterdam heute noch nicht, aber Ähnlichkeiten sind auch nicht völlig zu leugnen. Die Stadt hat einen weiteren Schritt auf dem Weg zur korrekten politischen Erziehung des Konsumenten getan. Ab diesem Sommer verschwindet Werbung für Fleisch und fossile Energien aus dem öffentlichen Raum der niederländischen Hauptstadt. Hamburger, Kreuzfahrten, Dieselautos oder Flugreisen dürfen an Straßen, Plätzen und Haltestellen nicht mehr beworben werden. Eine Mehrheit des Gemeinderats hat das Verbot beschlossen.
Die Entscheidung kommt nicht überraschend. In Amsterdam wird der Magistrat von einer Koalition aus der links-progressiven Parteienallianz PRO Amsterdam – einem Bündnis aus GroenLinks und der PvdA – sowie der linksliberalen Partei D66 gebildet. Bürgermeisterin ist seit 2018 Femke Halsema, die frühere Fraktions- und Parteivorsitzende von GroenLinks. Diese Partei ist die treibende Kraft hinter dem Verbot. Deren Vertreter feiern die Entscheidung deshalb natürlich als Erfolg.
Die grüne Stadtabgeordnete Jenneke van Pijpen sprach von einem „wichtigen Sieg für das Klima und die öffentliche Gesundheit“. Für Werbung großer Unternehmen, die die Klimakrise vorantreiben würden, sei in Amsterdam „kein Platz mehr“.
In den Niederlanden haben bereits mehrere Städte ähnliche Verbote beschlossen. Die Stadt Haarlem sorgte 2024 international für Aufmerksamkeit, als sie als erste Stadt weltweit Werbung für Fleisch untersagte. Später folgten Nijmegen und Utrecht mit vergleichbaren Regelungen. Auch juristisch wurde der Kurs bislang bestätigt: Ein Gericht in Den Haag wies im vergangenen Jahr die Klage von Reiseveranstaltern gegen ein Werbeverbot ab.
Allerdings bleibt die praktische Wirkung begrenzt. Das Verbot betrifft ausschließlich städtisch kontrollierte Außenwerbeflächen. Im Fernsehen, im Internet oder im Supermarkt dürfen diese Produkte nach wie vor beworben werden. Die Maßnahme besitzt daher vor allem symbolischen Charakter.
Oder vielleicht auch nicht nur symbolisch. Vielleicht geht es bei der Weltenrettung ja eher um knallharte wirtschaftliche Interessen, die mit solchen Aktionen propagandistisch begleitet werden sollen. Wie erfolgreich der vermeintliche Klimaschutz für wenige sein kann, zeigt das deutsche, spanische und englische Beispiel, wo Wirtschaftszweige, die ohne Subventionen kaum lebensfähig wären, dank freundlicher politischer Unterstützung Milliardengewinne erzielen können.
Die Niederlande erleben derzeit unter dem Druck von Umweltauflagen und Klimazielen einen tiefgreifenden Umbau ihrer Landwirtschaft. Der Viehbestand soll gezielt reduziert werden. Und dort, wo Viehbestände reduziert werden, wird Fläche frei. Freigewordene Fläche kann zu Bauland umgewidmet werden, für das Investoren bereit sind, hohe Preise zu zahlen. Und umgewidmet wird in den Gemeinde- und Stadtparlamenten. Selbstverständlich ohne irgendwelche pekuniären Interessen.
Die Niederlande verfügen über die höchste Viehdichte der EU. Deshalb werden Milliardenprogramme aufgelegt, um Landwirten den freiwilligen Ausstieg oder die Verkleinerung ihrer Tierbestände schmackhaft zu machen. Besonders deutlich zeigt sich dies im Milchviehsektor. Die EU-Kommission hat ein niederländisches Förderprogramm mit einem Gesamtvolumen von 627 Millionen Euro genehmigt. Davon fließen 615,7 Millionen Euro direkt an Milchviehhalter, die ihre Bestände freiwillig reduzieren wollen. Wer seinen Kuhbestand gegenüber dem Durchschnitt des Jahres 2025 um zehn bis zwanzig Prozent senkt, erhält über drei Jahre hinweg eine Entschädigung von 1.606 Euro pro Kuh und Jahr.
Und so entsteht ein Konflikt über die Nutzung des freiwerdenden Landes. Die Niederlande leiden aus ähnlichen Gründen wie Deutschland unter erheblichem Wohnungsmangel. Entsprechend begehrt sind Flächen, die bislang landwirtschaftlich genutzt wurden. Berichte über Entwickler in diesem Sektor zeigen, wie stark die Erwartungen an eine spätere Umwidmung gestiegen sind. Agrarflächen werden aufgekauft, in der Hoffnung, dass Staat oder Projektentwickler sie später für Wohnungsbau, Infrastruktur oder Industrie zu deutlich höheren Preisen erwerben würden.
Linke Politik reagiert darauf, wie eben linke Politik das immer macht: mit noch mehr staatlichem Einfluss. Auf Länder- bzw. Bundesebene versucht man, aufgegebene Höfe und Grundstücke selbst zu erwerben. Dadurch soll eventuelle Spekulation eingedämmt und die künftige Nutzung der Flächen gesteuert werden. Oder, aber das ist jetzt tatsächlich reine Spekulation, in die richtigen Bahnen und Taschen gelenkt werden.

Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Es ist tatsächlich wie in einem modernen Mittelalter: die Inquisition hat auch damals vorgegeben, WAS zu glauben „statthaft“ ist! Alles Widersprechende wurde mit extremer Härte verfolgt. Heute wird zwar subtiler vorgegangen, das Ergebnis ist aber ähnlich: gesellschaftliche Ausgrenzung bis hin zur Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz! Begründung dafür damals wie heute „falscher Glaube“! Man mag es gar nicht fassen, dass bestimmte, machtbesessene Leute so etwas „durchziehen“! Aber es liegt leider nicht an diesen, sondern an einer Mehrheit in der „beherrschten“ Bevölkerung, die SO ETWAS widerspruchslos ZULÄSST! Ergo – so meine Meinung- der „moderne“ Mensch hat gehirn und psychologisch gesehen NICHTS dazugelernt!… Mehr
„Auf Länder- bzw. Bundesebene …….“
In den Niederlanden? Wie wärs mit Einheitsstaat ,Provinzen und Gemeinden?
soylent green für die Heloten im 15 min Ghetto – Steak für die „Elite“
(man schaue sich an wie sich tierisches Eiweiß insbesondere bei Kindern positiv auf die Gehirn- und Körperentwicklung auswirkt)
Mag ja sein. Aber was ist mit den Teufelsanbetern? Sollen die jetzt Spinat essen? Genießen die keinen Minderheitenschutz? Ach so, ja, es ist die Mehrheit…
Vielleicht sollte man mit den holländischen Puritanern so verfahren, wie die Florentiner mit ihrem Savonarola?
Ok, also wir brauchen weniger Ackerbau und Viehzucht um Nahrungsmittel zu produzieren für eine ständig wachsende Gesellschaft der die Wohnungen fehlen?
Abgesehen davon das eine größere Population die Umwelt deutlich mehr belastet, Müll, Verkehr, Konsumgüter, Kläranlagen, Wasserverbrauch usw usf.
Frage, wie groß ist diese offenbar lautstarke Schicht die all diese Dinge fordert?
Hier geht es fast zu wie im Film Demolition Man, der spielt im Jahr 2032. In Amsterdam fehlen dann noch die Strafzettel, die beim fluchen aus dem Laternenmast kommen.😇
Es sind geisteskranke im ehemaligen Deutschland am Werk, die uns mit erfundenen Märchen und lügen die Lebensfreude rauben.
Wenn die Zustände im Land der dummen Deutschen sich noch mehr verschlechtern, werden wir in ein anderes, schöneres nicht EU-Land umziehen.
Uns hält hier im Land der irrsinnigen links/grünen Ideologen fast nichts mehr.