AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ist in seinem Heimatland Sachsen-Anhalt auf Tour, um es für seine Bürger wieder zurückzuholen. Der smarte Politiker kommt auf den Straßen und Plätzen sehr gut an. Viele sehen in ihm einen Hoffnungsträger, deswegen wird der 35-Jährige von „unserer Demokratie“ gnadenlos bekämpft.
picture alliance/dpa | Heiko Rebsch
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, der zu Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September als aussichtsreicher Bewerber für das Amt des Ministerpräsidenten antritt, tourt dieser Tage durch die Städte und Gemeinden. Tichys Einblick begleitete ihn.
Und ja, gegen die offene und menschenfreundliche Art kommen die um ihre Mandate Bangenden von CDU, SPD, FDP, Grünen und Linken nicht an. Die Bürger finden es hingegen Klasse, das einer von Ihnen so umgänglich ist und mit ihnen über die Probleme spricht. Im jungen Mann aus Tangermünde, der in Havelberg zur Welt kam, sehen sie einen Hoffnungsträger und Politiker mit Zukunft.

Autogrammstunde sogar auf dem Rücken, Foto: © Olaf Opitz
Ein Bürger am Infostand von Gräfenhainichen meint: Siegmund zeige doch, „dass er bodenständig ist und sich unters Volk traut“. Allerdings müsste er seine Fähigkeiten in einem Amt erst noch beweisen. Ebenso wie die Frage, bleibt die offene, freundliche und volksnahe Erscheinung von Siegmund erhalten, wenn er erst einmal über Macht und Einfluss verfügt?
Trotzdem fürchtet das politische Establishment den smarten jungen Mann von der AfD so sehr. Er hat das, was sie nicht haben. Siegmund ist nicht verantwortlich für die desaströse Politik, die Deutschland wie auch Sachsen-Anhalt zehntausende sichere Arbeitsplätze kosten, die Kommunen durch die grenzenlose Asyleinwanderung in die Pleite treibt und die eingewanderte Ausländerkriminalität mit und ohne deutschen Pass weiter drastisch zunimmt. Der Unmut im Volk nimmt spürbar zu, immer zeigen Flagge gegen die verheerende Regierungspolitik.

Großer Andrang am Info-Stand mit Ulrich Siegmund in Annaburg,
Foto: © Olaf Opitz
Der wortgewandte Siegmund aus Tangermünde ist für viele Sachsen-Anhalter die einfache Wahl zwischen einem bürokratisch daherkommenden Langweiler wie den „dazwischen geschobenen“ Kurzzeit CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze aus Quedlinburg und einem aufgeweckten jungen Hoffnungsträger einer unverbrauchten Volkspartei, die inzwischen laut Umfragen fast jeder Zweite im Osten wählen würde. Selbst wenn der Altersunterschied von Schulze (47) und Siegmund (35) nicht groß ist, allein die Natürlichkeit und Frische des AfD-Bewerbers treibt den Etablierten nicht nur in der Magdeburger Staatskanzlei, sondern vor allem im Berliner Konrad-Adenauer-Haus der CDU den Angstschweiß auf die Stirn.
Wohl auch deswegen bekämpfen die Parteien von „unserer Demokratie“ nicht nur mit dem Verfassungsschutz die größte Oppositionspartei, sondern auch mit allen möglichen parlamentarischen Mitteln, bevor sie abgewählt werden – wie demnächst die illiberale FDP.
Damit es in Sachsen-Anhalt nicht zu einem Regierungswechsel kommt und sich die selbst ernannten „demokratischen Parteien“ an der Macht halten können, haben sie noch vor der Landtagswahl einen antidemokratischen Schutzwall gegen die mit Abstand größte Volkspartei (41 Prozent) errichtet. Das nennen sie dann noch Demokratie.
Im Raum stand sogar eine rechtlich mögliche Absenkung der Fünf-Prozent-Hürde auf drei, um Grüne, FDP und BSW ins neue Parlament zu hieven. Die AfD sollte so in jedem Fall ihre Mehrheit verlieren. Daran glaubt Ulrich Siegmund im Gespräch mit Tichys Einblick knapp fünf Wochen vor der Wahl nun nicht mehr. „Nein, das halte ich für extrem unwahrscheinlich.“ Dafür wären noch mehrere Plenarsitzungen des Landtags notwendig. „Das werden die nicht mehr machen auf den letzten Metern. Es wäre zu durchschaubar und hilflos“, meint Siegmund. Aber die Methode hält er in anderen Bundesländern in den nächsten Jahren für „nicht ausgeschlossen“. Aufgeschoben ist also nicht aufgehoben!
Weil es so schwer ist, dem Spitzenkandidaten Siegmund etwas am Zeug zu flicken, wie vor Monaten das etwas fragwürdige Beschäftigungsverhältnis seines Vaters bei einem AfD-Bundestagsabgeordneten, wühlen sie jetzt in seiner Biografie herum.
Denn nun gibt es plötzlich Aufregung um seine Angaben über einen erworbenen Hochschulabschluss in „Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie“, verbreitet der wie gelenkt wirkende Medientross eine krude Story mit viel Lärm um NICHTS. Allen voran die Bild-Zeitung mit ihrer Nicht-Geschichte: „Rätsel um Studium von AfD-Kandidat Ulrich Siegmund“.
In seiner offiziellen Biografie hieße es lediglich: Studium der Wirtschaftspsychologie und Betriebswirtschaftslehre. Abschluss: Bachelor of Arts. Was fehlte: die Hochschule. Achwas. Als ob es dazu eine Angabepflicht gäbe.
Selbst das nächste Konstrukt bricht dann auch noch weg.
Siegmund hätte angegeben, 2016 mit einem sogenannten „Bachelor of Arts“ einer Hamburger Fernuni abgeschlossen zu haben. Doch für den Studiengang Betriebswirtschaftslehre mit seinen 14 Spezialisierungsoptionen vergebe die Euro-FH ausweislich ihrer Web-Seite aktuell gar keinen Bachelor of Arts, sondern einen „Bachelor of Science“.
Was Kampagnen-Bild und Co. nicht wussten: Der Studiengang mit Bachelor of Arts wurde 2016 von der Euro-FH noch angeboten, aber jetzt auf Bachelor of Science umgestellt. Jeder blamiert sich so gut er an.
Mit Transparenzhinweisen müssen Bild oder auch das Telekom-Portal ihre Anti-Siegmund-Kampgane korrigieren: „In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass in Siegmunds Studiengang ein Abschluss ‚Bachelor of Science‘ vorgesehen gewesen sei. Tatsächlich verlieh die Hochschule zum Zeitpunkt seines Studiums dafür noch den Titel ‚Bachelor of Arts‘. Wir haben die entsprechende Stelle entfernt.“
Bäng – wie so oft diskreditiert sich der vermeintliche Journalismus auf offener Bühne selbst.
Unter Schmerzen musste das Telekom-Portal noch einräumen:
Die Junge Freiheit veröffentlichte die Abschlussurkunde von Siegmunds Hochschulabschluss. Demnach habe der AfD-Politiker 2016 „Europäischen Fernhochschule Hamburg – University of Applied Sciences“ seinen Bachelor erhalten. Note: 2,3 – gut. Selbstverständlich wird von Telekom und anderen Medienaktivisten nachgeschoben, um doch noch mit Dreck zu werfen: „Das Blatt gilt als Sprachrohr des rechten politischen Spektrums.“
Bild und Co. streuen also eine vermeintliche Story unters Wahlvolk. Siegmund wolle sich nicht zu seinem Studienabschluss äußern, wohl um Ungereimtheiten bei seinem Abschluss zu verbergen.
Gleichzeitig vermischen sie die Nicht-Geschichte mit Vorwürfen, „unklare Angaben über einen Hochschulabschluss oder Plagiatsvorwürfe zu den Abschlussarbeiten“ hätten in Deutschland zahlreiche Politikerkarrieren gestoppt. Irgendwie muss doch Dreck an dem smarten Alternativen für Deutschland hängen bleiben, irgendwie muss man den doch stoppen.
Dafür mobilisieren sie alles: Die Abschlussarbeit von Siegmund an der Fernhochschule trage dem JF-Bericht zufolge den Titel: „Untersuchung von Duftmarketing, anhand des gewerblichen Einsatzes mit einer psychologischen Beeinflussung von Wohlfühlempfindungen und monetären Beeinflussungen des Kaufverhaltens.“
Selbst über das Arbeitsthema machen sich Zeit und Co. lustig, obwohl er ein Unternehmen für Duftmarketing gegründet hatte, während ihre grünen Ikonen wie Ex-Bundesaußenminister Josef Fischer außer einer bestandenen Fahrprüfung nicht einmal einen Schulabschluss hatten. Andere wie Ex-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt scheiterten als Studienabbrecher oder waren wie Kinderbuchschriftsteller Robert Habeck als Bundeswirtschaftsminister nicht nur eine glatte Fehlbesetzung, sondern eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Wir könnten die Liste der personellen Ausfälle von Rot-Grün noch absatzweise fortsetzen.
Tichys Einblick fragt dagegen lieber den Wahlkämpfer Siegmund am Rande seiner Bürgertermine auf den Marktplätzen zu den erfundenen Vorwürfen: Herr Siegmund, wie haben sie die medialen Duftmarken gegen ihren Hochschulabschluss empfunden?
„Das ist eine so durchschaubare Nummer und so abgehoben wie auch weit weg von der Sicht des Volkes. Man muss sich mal überlegen: Ich bin jung, habe eine kaufmännische Berufsausbildung, mache mich selbstständig, arbeite für die eigene Firma, lerne bis tief in die Nacht, um mich noch selbst weiterzubilden. Sich darüber lustig zu machen, ist die maximale Form der Hilflosigkeit,“ antwortet Siegmund sogar noch diplomatisch Tichys Einblick.
Viel härter beschrieb Welt-Kollege Andreas Rosenfelder die gescheiterte Medien-Kampagne von Zeit, Bild und den angeschlossenen Rundfunkanstalten: „Selten gab die Hauptstadtblase ihre Arroganz so unverblümt zu Protokoll.“ Mehr noch: „Zurück bleibt nur der penetrante Duft elitärer Überheblichkeit.“
Siegmund zeigt sich auf den Marktplatz von Jessen an der Schwarzen Elster gegenüber TE inzwischen entspannt: „Was die Leute von der Arroganz der Berliner Blase halten, sieht man an Tagen wie diesen.“
Mehr als 90 Minuten lang schreibt Siegmund Autogramme auf Postkarten und T-Shirts, macht geduldig Selfies und redet mit den Menschen kurz über die Probleme des Landes, die andere und nicht die AfD verursacht haben. „Aus dem Volk für das Volk“, ruft er ihnen sein Credo zu. Ja, und das kommt an. Fast 150 Leute stehen hier selbst bei brennender Sonne geduldig Schlange für ein Tête-à-Tête mit dem AfD-Spitzenkanditen.
Auf dem Markt zuvor in Annaburg waren es mit rund 100 etwas weniger, aber immer noch ein Ereignis in einem bedauernswerten Ort. Früher gab es hier eine tolle Porzellanfabrik, heute kaum noch Arbeit. „Annaburg liegt doch im Sterben“, klagt eine Bewohnerin. Da kommt so einer wie der smarte Siegmund fast wie ein Heiland daher. „Wir stehen fest an eurer Seite“, ruft er. Aber er wolle ihnen nicht wie Friedrich Merz leere Versprechen machen.
Zumindest etwas für den ländlichen Raum: „Es muss medizinische Notfallversorgung in der Fläche geben, auch wenn es Geld kostet.“
Hilfe kommt für den Wahlkampf in Annaburg und Jessen auch noch aus Sachsen. Ein Autoanhänger-Konvoi mit fünf Großplakaten von Ulrich Siegmund dokumentiert gleichzeitig die AfD-Unterstützung aus dem Kreis Nordsachsen. Die Autos mit ihren Plakatanhängern errichten auf dem Markt eine Wagenburg für die zuströmenden Bürger. Siegmund freut sich über die fast 100 Bürger, von denen CDU, SPD, Linke usw. hier nur träumen können. „Die CDU kann sich doch an ihren Info-Ständen in einer Telefonzelle treffen“, piekt Siegmund unter Gelächter mal ins Fleisch der Anderen.
Völlig allein und verloren stand auch die Linke alias PDS alias SED mit ihrem Infostand samt Luxus-Multivan „VW California“ auf dem Marktplatz in Jessen herum, während sich bei der AfD fast 150 Leute drängten. Insofern können sich Bürger jetzt plakatierte linke Forderungen erklären wie „AfD-Verbot jetzt“.

Linke allein zu Haus – auf dem Marktplatz von Jessen, Foto: © Olaf Opitz
Auch deswegen zittert das Establishment vor diesem Spitzenkandidaten. Diskriminieren und Angst machen vor der größten Opposition und Volkspartei im Osten – mehr fällt den Regierenden und Etablierten samt ihrem Medientross nicht ein, weil sie unser Land seit Jahrzehnten mit ihrer Energie-, Wirtschafts-, Finanz- und Asylpolitik ohne Grenzen herunter gerockt haben.
Umso schlimmer erleben sie wie hautnah erlebbar AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, der junge Mann aus Tangermünde an der Elbe auch im Süden Sachsen-Anhalts in Wittenberg, Jessen, Gräfenhainichen, Annaburg oder Kemberg in diesen Tagen als einer aus dem normalen Volke ankommt. Viele nennen ihn auf den Marktplätzen schon den „Ulli“. Vom „Sveni“ kann da sein angeschlagener Gegner und Kurzzeit-Ministerpräsident Sven Schulze nur träumen.




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