Ein Ratgeber Kurskorrektur für „Mutti“, Psycho-Tipps für „Siggi“, Wrestling-Videos für AfD-Kämpfer

Angela Merkel sagt, eine Situation wie 2015 – also ihre eigene Flüchtlingspolitik - dürfe sich nicht wiederholen. Liebes Christkind, bitte für sie das Buch „Steh auf und nimm dein Leben in die Hand: Kurskorrektur für Anfänger und Fortgeschrittene“.

Liebes Christkind, jetzt schreibe ich einen Wunschzettel, obwohl ich eigentlich nicht so richtig weiß, was ich mir wünschen soll. Bücher kaufe ich mir dann, wenn mich eine Neuerscheinung interessiert, der Weinkeller ist gefüllt und neue Hemden oder Krawatten brinbt meine Frau immer dann mit, wenn sie etwas sieht, was ihr gefällt. So besehen ist bei uns das ganze Jahr Bescherung.

Wenn ich Dich also bitte, andere zu beschenken, dann ist das jedoch kein Zeichen von Gutmenschentum. Es ist auch nicht so selbstlos, wie es aussieht. Schließlich könnten von der Erfüllung meiner Wünschen viele profitieren – mich eingeschlossen. Hier also meine nicht nur von purer Nächstenliebe geprägte Wunschliste für „Dritte“, wie Juristen sagen würden:

Angela Merkel hat angekündigt, eine Situation wie 2015 dürfe sich nicht wiederholen – also ihre eigene Flüchtlingspolitik im Herbst 2015. Damit so etwas nie wieder vorkommt, sollte die Kanzlerin sich wappnen. Lege ihr deshalb das Buch „Steh auf und nimm dein Leben in die Hand: Kurskorrektur für Anfänger und Fortgeschrittene“ von Diana Dreeßen auf den Gabentisch. Es gibt unter anderem Antworten auf die Frage „Warum halten wir an etwas fest, das nicht wirklich funktioniert?“ „Mutti“ könnte das Buch nach der Lektüre sicher an ihre Kabinettsmitglieder ausleihen.

Sigmar Gabriel hat es ebenfalls nicht leicht. Die eigenen Genossen wollen, dass er den Karren zieht – aber Kanzlerkandidat soll er nicht werden. Von seinen Kritikern wagt sich auch keiner aus der Deckung. Da die SPD irgendwie an eine offene Psychiatrie erinnert, braucht Oberarzt „Siggi“ dringend Hilfe. Wie wär’s also mit den Psycho-Tipps von Undine Lang: „Innovative Psychiatrie mit offenen Türen.“ Damit die SPD wieder in die Spur kommt. Denn die wird noch gebraucht, allein deshalb, damit Die Linke nicht noch stärker wird.

Apropos Linke: Deren Ikone Sahra Wagenknecht ist nicht dumm. Aber sie neigt zur selektiven Wahrnehmung. Ob kapitalistische Marktwirtschaft à la USA oder Oligarchen-Kapitalismus à la Russland, ob Putins Propaganda-Sender oder BILD und Welt: Für sie gibt es da keinen Unterschiede. Wie wär’s deshalb mit zwei Gutscheinen: für ein Praktikum bei der New York Times sowie bei Putins Auslandssender RT? Das könnte bei der Linken-Spitzenfrau zur neuen Einsichten führen. Auch zu neuen Einstellungen? Eher nicht. Aber der Versuch wäre es wert.

Wechseln wir vom linken politischen Rand an den rechten. Für Frauke Petry, Alexander Gauland, Bernd Höcke, Jörg Meuthen und wie die AfD-Kämpfer alle heißen, wären ein paar „Wrestlemania“-Videos genau das Richtige. Die führenden Leute einer Partei, deren Hauptzweck interne Intrigen und Machtkämpfe zu sein scheinen, könnte von den Stars des „Professional Wrestlings“ in den USA noch einiges lernen: wilde Schlägereien, hinterhältige Attacken, der Verstoß gegen jede Art von Regeln, unerlaubte Griffe und Schläge. Da bekämen die AfD-„Fighter“ beim Zuschauen sicher glänzende Augen: Es gibt noch Steigerungsmöglichkeiten beim innerparteilichen Kick-Boxen.

Für Automobil- und Bank-Manager habe ich auch einen Vorschlag: Die sollen eine Zeitmaschine bekommen, mit deren Hilfe sie sich in die gute alte Zeit zurückversetzen können. Also jene Zeiten, als die Menschen noch glaubten, Manager dächten nicht nur an die eigenen Gehälter und Boni, sondern auch an das Unternehmen, die Arbeitsplätze und das Gemeinwohl. Wäre für manchen der smarten Bosse eine ganz neue Erfahrung: „Was, so etwas soll es mal gegeben haben?“ Vielleicht ging auch der eine oder andere in sich.

Liebes Christkind, mir fiele noch vieles ein, womit Du Menschen eine Freude bereiten könntest. Den Fußball-Fans beispielsweise mit einem Deutschen-Fußballbund, dem der rollende Ball wichtiger ist als der rollende Rubel. Oder den Fernseh-Gebührenzahler, die ein besseres öffentlich-rechtliches Programm verdient hätten. Aber selbst Deine Möglichkeiten sind beschränkt. Wenn Du also wenigstens ein paar meiner Wünsche erfüllen könntest, würdest Du nicht nur mich glücklich machen, sondern ganz viele Menschen. Aber das weißt Du selbst am besten. Deshalb sage ich schon mal: Vielen Dank – und frohe Weihnachten.

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