Von Armut, Reichtum, Parteienstaat und Wohlstand für Alle

Die Parteienstaatsbürokratie kennt keine Einzelnen. Der Bürger wird nur als große Zahl Verwaltungsgegenstand als Einsparmasse in Millionen und Milliarden gerechnet.

IMAGO / Sven Simon

Der neue Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes – „Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit“ – sagt: Die soziale Spaltung in Deutschland verschärft sich. 13,3 Millionen Menschen leben in Armut, die Armutsquote steigt auf 16,1 Prozent und verfestigt sich besonders bei Älteren, Frauen und Alleinerziehenden. 2024 waren es 13,1 Millionen gewesen. Mit einer Armutsquote von 19,5 Prozent ab 65 Jahren sei inzwischen fast jeder fünfte über 65 Jahren betroffen, bei Frauen über 75 Jahren 21,3 Prozent. Alleinlebende trügen mit 30,3 Prozent ein besonders hohes Armutsrisiko, Alleinerziehende mit 28,9 Prozent. Die Folgen seien im Alltag angekommen: am Küchentisch, beim Einkauf, bei der Frage, ob eine vollwertige Mahlzeit noch bezahlbar ist.

Der Verband fügt ein „internes Arbeitspapier“ an von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden mit drastischen Kürzungen bei Leistungen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen. Das 108-seitige Dokument enthält mehr als 70 Kürzungsvorschläge mit einem Volumen von über 8,6 Milliarden Euro. Das tatsächliche Kürzungsvolumen liegt erheblich höher, da knapp zwei Drittel aller Vorschläge gar nicht mit Zahlen unterlegt sind. Beim Überfliegen der 108 Seiten wieder das immer gleiche Bild. Die Parteienstaatsbürokratie kennt keine Einzelnen. Der Bürger wird nur als große Zahl Verwaltungsgegenstand als Einsparmasse in Millionen und Milliarden gerechnet.

Beim Statistischen Bundesamt findet man: Die Armutsgefährdungsschwelle (60 Prozent des Medianeinkommens) lag 2025 bei 1.446 Euro netto pro Monat. Armutsgefährdet ist, wer als Single weniger als verfügbares Haushaltseinkommen (nach Steuern und Abgaben, inkl. Sozialleistungen wie Bürgergeld, Wohngeld, Kindergeld) hat. Viele liegen deutlich darunter.

Nach 2024-Daten betrug das mittlere Einkommen Armer nur ca. 1.099 Euro (nominal), preisbereinigt noch weniger, in realer Kaufkraft um die 921 Euro. Für ein kinderloses Paar liegt die Armutsgefährdungsschwelle bei 2.170 bis 2.200 Euro Haushaltsnettoeinkommen pro Monat (1.446 Euro × 1,5). Wert für 2025: Etwa 2.169 Euro basierend auf der Single-Schwelle. Ein Paar gilt als armutsgefährdet, fällt das gemeinsame verfügbare Einkommen unter diesen Betrag.

Viele erhalten Bürgergeld (Regelbedarf Single aktuell 563 bis 600 Euro plus Kosten der Unterkunft), kommen aber durch hohe Mieten, Energie- und Lebensmittelpreise trotzdem unter die Schwelle. Die Kaufkraft ist durch Inflation der letzten Jahre gesunken.

Zur unteren – prekären – Mittelschicht (60 bis 80 Prozent des Medians) werden 12,5 bis 16,7 Millionen Bürger gezählt als knapp über der Armutsgrenze. Als mittlere Mittelschicht (80 bis 150 Prozent des Medians) gelten 37,6 bis 41,8 Millionen, auch als klassischer „Kern der Gesellschaft“ mit stabilen Jobs, guter Ausbildung und typischer Mittelschicht-Lebensweise beschrieben.

Es folgt die obere Mittelschicht (150 bis 250 Prozent des Medians) mit 12,5 bis 16,7 Millionen
gut situierten Bürgern. Als relativ Reiche in der Oberschicht (> 250 Prozent des Medians)
werden an die 3,3 Millionen Bürger eingeordnet, ab ca. 5.780 Euro für ein Single-Netto-Haushaltseinkommen.

Vermögensmillionäre (mit mindestens einer Million US-Dollar Nettovermögen) sind 2,6 bis 2,8 Millionen Bürger (2023 bis 2025). Einkommensmillionäre mit über einer Million Euro Jahreseinkommen sind 134.500, Superreiche mit über 100 Million US-Dollar Vermögen ca. 5.000, Milliardäre 170 bis 200.

Als wirksame Sofortmaßnahmen Richtung Wohlstand für Alle nennt der Beobachter

  • keine Mehrwertssteuer auf Güter des täglichen Lebens,
  • keine Mehrfachbesteuerung,

und wenn das greift, schau’n wir mal weiter.


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Kommentare ( 37 )

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Dellson
12 Tage her

Ja es existiert eine ansteigende Armut im Land. Was aber viel gravierender ist, da auch durch monetäre Mittel nicht veränderbar, ist die Zunahme der geistigen Armut im Land und damit einhergehender Volksverblödung, hin zu einer völlig willenlosen, unmündigen Bevölkerungsmasse an domestizierten Zirkuspferden! Für nichtige, scheinbar moralische Zuckerstückchen wird jede Haltung eingenommen!
Der paritätische Verband wird immer eine wachsende Verelendung erkennen, weil es seine eigene Existenz sichert. Die Entlohnungshöhe und Parteizugehörigkeit seiner Vorsteher lässt wirklich die existierende Armut spürbar miterleben! Die sichtbare soziale Gerechtigkeit bei der Arbeit, als der Leiter der Tafel mit dem Jaguar Dienstwagen vorfuhr!

flo
12 Tage her

Man muss bei allen Armutsberichten, auch Berichten zur Kinderarmut, immer einkalkulieren, dass sich hier die anhaltende Armuts-Migration niederschlägt. Der Paritätische gehört zu den Organisationen, die sich eifrig für eine „vielfältige Gesellschaft“ auch dank Migration einsetzen, ein individuelles Recht auf Asyl, usw. Arme Migranten erhöhen den Anteil armer Bevölkerungsschichten. So einfach ist das. Wenn laut Bericht 13,3 Millionen Menschen hierzulande von Einkommensarmut betroffen sind und 4,6 Millionen Personen „in erheblicher materieller Entbehrung“ leben, darunter etwa 1 Million minderjährige Kinder und Jugendliche, spiegelt sich darin auch das vom Verband hoch gehaltene Einwanderungsland wider. Der Grafik auf S. 13 ist zu entnehmen, dass… Mehr

Nibelung
12 Tage her

Warum denn Wohlstand für alle, wenn sich ein großer Teil davon nicht einsetzt und meint die gebratenen Tauben kommen von allein, was an Fehleinschätzung nicht zu überbieten ist, weil es in der Natur der Sache liegt, ohne Fleiß keinen Preis. Auszunehmen sind nur Alte und Kranke und für das Soziale sind normalerweise die Kirchen und andere Verbände verantwortlich und der Staat nur mit Minimalleistungen unterstützen sollte, damit man nicht auf der Straße sitzt und noch was zu essen hat. Das ganze Geld, was dem Staatshaushalt zufließt wurde von den arbeitenden Bürgern geschaffen und damit hat man sorgsam umzugehen und es… Mehr

AxelD
13 Tage her

was sollen denn „Güter des täglichen Lebens“ sein?
Da gibt es dann wieder irgendeine gutbezahlte Kommission, die das festgelegt. Und am Ende hat dann weiße Schokolade einen anderen Steuersatz als Vollmilch.
Und was nicht „täglich“ ist, dann voll besteuern? Brauchen Arme kein Telefon, keinen neuen Mantel?

Die Steuerlast im ganzen muss runter und das Gießkannenprinzip bei Bürgergeld (oder wie auch immer es gerade heißt) abgeschafft: wer arbeiten kann soll nach einer angemessenen Frist, in der er sich Arbeit suchen kann, dann bitte nichts mehr bekommen.

DDRforever
13 Tage her

Armut??? Bei über 500 Sozialleistungen, etwa die Hälfte des Staatshaushalts und Bürgergeld ohne Gegenleistung? Sind sie vom Wahnsinn befallen? Ich kann ihnen und da müssen sie längst nicht nach Afrika, kleine bulgarische oder rumänische Dörfer empfehlen. Dann wissen sie was Armut tatsächlich bedeutet.

flo
12 Tage her
Antworten an  DDRforever

Was unter Einkommensarmut verstanden wird, ist auf S. 26ff. genauer definiert. U.a.: „Das Konzept relativer Einkommensarmut geht davon aus, dass Armut in unterschiedlich wohlhabenden Gesellschaften verschieden ausgeprägt sein kann und sich vor allem durch gesellschaftlichen Ausschluss und mangelnde Teilhabe – nicht erst durch existenzielle Not – zeigt. Zudem wird Armut als dynamisches gesellschaftliches Phänomen verstanden. Mit wachsendem Wohlstand verändern sich Lebensweisen, zugleich können neue Barrieren gesellschaftlicher Teilhabe entstehen, wenn der Wohlstand nicht alle Menschen gleichermaßen erreicht.“ 

Koeki171
13 Tage her

Es besteht doch gar kein Grund, die Armut erfolgreich zu lindern. Es hat sich eine Industrie gebildet, die verdammt gut vom diesem Zustand profitiert. Echte Armut gibt es in D nicht, nur die definierte. Ohne Armut hätten etliche Organisationen keine Existenzberechtigung. Und die Leistungen des Staates motivieren Betroffene nicht, ihre Situation zu ändern. Bezahlt wird alles mit dem geraubten Geld der Zwangsbeglückten. Nicht falsch verstehen, wer in Not ist, dem muß geholfen werden. Aber das Familien in zweiter und dritter Generation in Armut verbleiben zeigt doch, daß das System fehlsteuert.

rainer erich
13 Tage her

Weil er, der “ Sozialstaat“, durchaus verständlich, zunehmend thematisiert wird, bis zu seiner Abschaffung, sei ein Blick ins GG , Art 20, 28 GG, empfohlen. Wobei diese Sozialstaatsklausel natürlich konkretisiert und damit definiert wurde. Diese Betonung ist alles andere als ein Zufall. Sie mag , wie vieles andere im GG auch, gut gemeint gewesen sein, die rasch einsetzende Entwicklung zeigt erwartungsgemäss das natürlich zunehmende Problem. Jedenfalls dürfte nicht nur die Abschaffung , sondern bereits die Reduktion juristisch interessant werden. Das “ BVerfG“ greift hier sogar gerne auf die Generalklausel für alles und jeden zurück, den sagenhaften Art 1 GG, und… Mehr

Reinhard Peda
13 Tage her

Obdachlose haben kaum eine Chance zu wählen | ndr.de
Grob kann angenommen werden, je ärmer desto weniger wird das Wahlrecht genutzt.

Privat
13 Tage her

Heute nachmittag bei t-online schon wieder eine Horrormeldung – Die wichtige Autobahnbrücke Köln musste sofort für den Verkehr gesperrt werden – sofort wegen Baufälligkeit ! Der ganze deutsche Staat ist baufällig und marode. Hauptsache den vielen neuen importierten Gästen geht es gut, die in unser Land geholt werden. Angeblich sollen es in den 3 Monaten 30.000 gewesen sein, die importiert wurden. Ich habe gelesen, auch die aktuelle Staatsverwaltung macht in vielen arabischen Ländern und auch anderswo Werbung für das Erlangen von Bürger- und Kindergeld im Merzland. Vormals Merkelland und dann Scholzland. Ich habe gelesen, das die auch so eine Werbung… Mehr

hansgunther
13 Tage her

„Der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Sinan Selen, hat in einer geschlossenen Veranstaltung im Bundestag eindringlich vor den Unterwanderungsversuchen islamistischer Organisationen gewarnt. Laut exklusiven Berichten von BILD zeichnete der Verfassungsschutz-Präsident ein besorgniserregendes Bild der aktuellen Bedrohungslage durch den sogenannten legalistischen Islamismus. Die Kernpunkte der Warnung Gezielte Einflussnahme: Islamistische Gruppierungen versuchen strategisch, in deutsche Parteien einzusickern. Sie wollen politische Entscheidungen und gesellschaftliche Strukturen von innen heraus verändern. Taktische Gesetzestreue: Die Akteure halten sich vordergründig strikt an deutsche Gesetze. Dies tun sie jedoch nur so lange, wie diese mit den Prinzipien der Scharia vereinbar sind. Das langfristige Ziel bleibt die Errichtung… Mehr

Ornhorst
12 Tage her
Antworten an  hansgunther

Ich bin fast erstaunt, dass der Präsident des BfV die Politiker vor dieser Gefahr warnt. Ich weiß aber auch, dass ohne echte Maßnahmen gegen die zunehmende Einflussnahme des Islam, es nichts ändern wird, denn:
Politiker suchen sich ihre Mehrheiten!