EU-Sanktionen gegen Russland und US-Saudi-Nuklearabkommen

Das US-Saudi-Nuklearabkommen ist ein Trump-Spiel über Bande. 21 EU-Sanktionspakete sind wirkungsschwach gegen Russland, schaden auch Europa, treffen aber Deutschland ins Mark.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Evan Vucci
Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman beim Staatsbesuch in den USA im November 2025.

Die USA und Saudi-Arabien haben ein „friedliches Nuklear-Kooperationsabkommen“ unterzeichnet. Die EU-Botschafter haben sich auf das 21. Sanktionspaket gegen Russland geeinigt.

Was haben die beiden Meldungen miteinander zu tun? Sie werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Eines ist klar: Die neue Weltordnung wird ohne Europa gemacht.

US-Medien berichten, Saudi-Arabien könnte Urananreicherung sowohl zur Herstellung von Brennstoff für Kraftwerke als auch zur Produktion von Atombomben nutzen. Laut Energieminister Chris Wright hingegen sei sichergestellt, dass keine Atomwaffen-Produktion stattfinden werde. Zusätzlich zum Kooperationsabkommen wurde auch ein „bilaterales Sicherheitsabkommen“ unterzeichnet als rechtliche Grundlage für eine langfristige milliardenschwere Partnerschaft, die mehrere wirtschaftliche und strategische Prioritäten vorantreibt, einschließlich der nuklearen Nichtverbreitung. Die saudische Regierung betont eine Erweiterung der Zusammenarbeit im Energiesektor.

Auch hier empfiehlt sich, nicht auf das Gesagte zu hören, sondern das Gemeinte zu verstehen.

Glaubt Mohammed bin Salman, Kronprinz und de-facto-Herrscher von Saudi-Arabien, nun habe er bald die Atombombe, irrt er. Donald Trump bindet ihn noch enger an die Vereinigten Staaten. US-Unternehmen wie Westinghouse sollen die Reaktoren bauen, Zugang zum saudischen Atommarkt bekommen, das Abkommen soll über 30 Jahre laufen und Milliarden an Verträgen bringen. Nach einer US-Saudi-Studie könnte eine Anreicherungsanlage gebaut werden unter US-Kontrolle („Black-Box“-Modell, bei dem die sensible Technologie nicht an die Saudis übergeht) – keine automatische Freigabe, sondern Prüfung, starke Safeguards, Nichtverbreitung und rein zivil – keine Atomwaffen. Das wäre ein Novum – bisher verlangten die USA von Partnern den „Gold Standard“ (keine eigene Anreicherung und Wiederaufarbeitung). Eine Sicherheit gegen die saudische Atombombe wäre das nicht. Doch bis dahin ist noch viel Zeit und wer weiß, was noch alles passiert am Golf.

Das 21. EU-Sanktionspaket soll die Preisobergrenze für russisches Öl ein Jahr lang einfrieren und den Transfer von russischem Flüssigerdgas (LNG) in Drittländer erlauben. Damit wird eine Forderung Griechenlands erfüllt. Die geplanten Fisch-Sanktionen sind nicht im Paket – auch Deutschland war dagegen, die Einfuhr von Alaska-Seelachs zu begrenzen.

Unterm Strich sind die 21 Sanktionspakete wirkungsschwach bis mäßig wirksam – sie schaden Russland, aber nicht entscheidend genug, um den Krieg zu beenden. Sie schaden der EU teilweise selbst. Russlands Energieeinnahmen sind gesunken – Öl/Gas-Erlöse insgesamt um 27 Prozent unter Vorkriegsniveau. Das BIP liegt 10 bis 12 Prozent unter dem Trend ohne Krieg und Sanktionen.

Russland hat sich angepasst durch Schattenflotte und Parallelimporte nach China, Indien, in die Türkei usw. Die Kriegswirtschaft mit hoher Rüstungsproduktion geht auf Kosten von Produktivität und Konsum – eine Lehre für Berlin, die ignoriert werden wird.

Fazit Russland: Die Sanktionen erhöhen die Kosten des Krieges und bremsen die langfristige Modernisierung (Technologie- und Investitionsrückstand). Sie haben Russland aber nicht gelähmt – das Land finanziert den Krieg weiter, die Wirtschaft schrumpft nicht schnell.

Fazit EU: Der Wegfall billigen russischen Gases/Öls hat zu hohen Energiepreisen, Inflation und teuren Alternativen (LNG aus USA/Katar, norwegisches Gas) geführt. Schätzungen gehen von 1 bis 7 Prozent des BIP als Kosten der Energieabsicherung aus. Verlustträger: die deutsche Industrie, griechische Reedereien, Fischverarbeiter. Die Sanktionen schaden der EU spürbar, wenn auch nicht mehr als Russland. Aber der Schadensträger Nummer eins ist das energieintensive Deutschland.

Fazit Deutschland: Die Ukraine (oder auch nur das EU-Selenskyj-Regime) gerettet und Deutschlands Wirtschaft zutiefst geschädigt – eine bittere Bilanz.

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Kommentare ( 3 )

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3 Comments
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Haba Orwell
44 Minuten her

> treffen aber Deutschland ins Mark.

Und dennoch trägt der Michel alles brav mit. Die Kriegshetze-Parteien hätten alle längst weit unter 5% fallen müssen.

Dietrich
38 Minuten her

Fazit Deutschland: Die Ukraine (oder auch nur das EU-Selenskyj-Regime) gerettet und Deutschlands Wirtschaft zutiefst geschädigt – eine bittere Bilanz. Selbstvernichtung bis zur Selbstverleugnung. Die BRD eine Randnotiz der Geschichte? Wie verblödet muss man eigentlich sein. Politiker: Sie wissen nix, sie können nix, außer die Hand aufhalten. Aber das ist dann auch vorbei. Wie die Porsche und Rolex vom Mathematikgenie im Finanzministerium und den anderen Ministerchimären. Sie leihen sich, was sie brauchen, auf Kosten derjenigen, die noch arbeiten, um die Welt zu beköstigen. Und der Buratino segnet alles ab und unterschreibt mit seiner langen Nase. Deutschland, die Lachnummer der Welt. Wenn… Mehr

Last edited 38 Minuten her by Dietrich
Ralph Martin
49 Minuten her

Wir schreiben das Jahr 2054, anlässlich des 114 Sanktionspaketes gegen Russland gibt es eine Ration Extrabrot für EU Beamte (ca. 75% der Bevölkerung), im Volksmund genannt die Uschischnitte.
Und Russland begeht den 20 Jahrestag des 2 Platzes im globalen Ranking der Lebensqualität. Platz 1 ist China.