Blackbox KW 4 – Der Parteien-Aufmarsch

Im Sozialismus gehört es zum guten Ton, der Parteiführung von Zeit zu Zeit die Treue zu zeigen, und so zogen nun auch bei uns die Arbeiter-Massen hinter roten Fahnen durchs Land … (Correctiv: Streichen Sie „Arbeiter“!)

Da stand im Reiseprospekt aber etwas ganz anderes! Von wegen Flugkapitän Scholz nimmt Sie mit auf eine „Reise, deren Ende noch unvorhersehbar ist“ (Scholz in der Zeit). Was ist mit Reiserücktrittversicherung?

♦ Wäre das vielleicht auch was für unseren Olaf? Offen bekennen „Mir geht die Energie aus“ und ankündigen „Ich mache nur noch diese Saison“ und dann Malediven? Jürgen Klopp schlägt für diese Offenheit jedenfalls eine gigantische Sympathiewelle entgegen, während man Scholz nicht mal mehr in der Provinz sehen will.

♦ Wenn wir die Bundesnetzagentur richtig verstanden haben, kostet der Ausbau von Stromtrassen und -verteilern nicht, wie von Klimapriester Habeck landauf, landab gepredigt, 250 Milliarden Euro bis 2035, sondern 550 oder 750 Milliarden bis 2030.
Für den Bürger besteht allerdings kein Handlungsbedarf durch die kleine Korrektur, das wird alles abgebucht.

♦ Fast wie in alten Zeiten. Die SPD, ihre Gewerkschaftsfreunde, NGOs und der grüne Appendix organisierten Aufmärsche gegen rechts, die sie „Deutschland steht auf“ nannten. Die Unionisten wollten sich natürlich auch unter die Auferstandenen mischen, ohne zu ahnen, dass nach der reinen Klassenlehre der Halbrechte als nächstes dran ist. Nachdem „Deutschland“ nun befehlsgemäß aufgestanden ist, kann es sich jetzt auch wieder hinsetzen, und ab sofort gilt wieder die Anweisung von SPD-Nancy Faeser: „Man kann seine Meinung auch kundtun, ohne sich gleichzeitig an vielen Orten zu versammeln.“

♦ Dem Staatsfunk kann von Regierungsseite wahrlich kein Vorwurf gemacht werden. Seine Journos interviewten Protestler aus der „Mitte der Gesellschaft“, ohne zu erwähnen, dass ihre Gesprächspartner hauptsächlich ihre eigenen Mitarbeiter, Parteifunktionäre oder Linksextreme waren. Schnell meldeten auch die Demoskopen wunschgemäß, dass die AfD, quasi als Folge der von den anderen Parteien orchestrierten Aufmärsche, von 23 auf 21,5 Prozent (INSA) beziehungsweise von 22 auf 20 (Forsa) Zustimmung gefallen sei. Dabei ist eine Toleranz von drei Prozentpunkten bei den Zahlen stets inkludiert, so dass man mit Fug und Recht diese Ergebnisse auch schon vor einer Woche genauso hätte verkünden können. „Worte, Worte, Worte, ein Unsinn, aber mit Methode.“ (aus Hamlet)

♦ Schön, dass auch in schweren Bahnzeiten selbst Bahnchef Lutz Zeit und Muße fand, seinen politischen Senf dazuzugeben. Gehört wohl zu seiner Arbeitsplatzbeschreibung. Überhaupt, vergessen Sie den Bahnstreik, verehrte bahnfahrende Leser, denn Ihnen steht „die größte Reform des Eisenbahnsektors in Deutschland seit der Bahnreform vor dreißig Jahren“ bevor, wie der liberalsozialistische Verkehrsminister Wissing gerade stolz ankündigte. Dafür wurde flugs eine neue Firma „DB InfraGo“ gegründet und schon bald wird alles noch besser. Die Züge kommen wie aus dem Ei gepellt daher, Schienen werden gebaut, Brücken saniert, und Zugbegleiter genderneutral eingekleidet. Aber was meint der arg regierungsradikalisierte Bahnchef Lutz mit „Zeitenwende im Eisenbahnverkehr“? Dürfen AfD-Wähler nicht mehr mitfahren?
P.S.: Nur bei einigen Bahnfahrern aus Afghanistan und Tunesien besteht noch ein wenig Handlungsbedarf, wenn wir der Statistik von Gewalttaten in Bussen und Bahnen glauben dürfen.

♦ Fast hätten die Leute bei all den Jubelberichten über die Partei-Aufmärsche den großen Bauernprotest vergessen, wenn nicht die Berliner SPD-Senatorin Spranger, im Überschwang der sozialistischen Gefühle, den Bogen überspannt hätte. Berauscht von der Macht, die ihr in den Schoß gefallen ist, will sie einen Feuerwehrmann strafrechtlich verfolgen, der es gewagt hatte, vorbeifahrende, protestierende Bauern mit Applaus und La Ola zu begrüßen. Wenn es dumm läuft für die rote Iris, rollen nach den Bauern demnächst Feuerwehren aus weiteren Teilen des Landes in Berlin an, um ihr die Meinung zu geigen.

♦ Dann muss sich unsere Justiz wohl auch mit dem Transparent beschäftigen, welches nützliche Partei-Heloten in Aachen vor sich hertrugen: „AfDler töten. Nazis abschieben!“ Die linksextremen Spitzbuben verteidigen sich damit, dass hinter dem Mordaufruf kein Rufzeichen stehe, sondern ein Punkt. Wohl wissend, dass bei der politischen Justiz Dummheit vor Strafe schützt.

♦ Man muss das Folgende wohl in einen Zusammenhang mit dem Bundes-Bildungsmonitor setzen, bei dem Sachsen unangefochten den ersten Platz belegt. Jedenfalls lassen sich die Sachsen nicht so leicht für dumm verkaufen wie Bayern, Westfalen oder Schleswig-Holsteiner, wie der sogenannte Sachsen-Monitor belegt,
bei dem die Landesregierung jährlich die Befindlichkeit der Bevölkerung abfragt: Einer überwältigenden Mehrheit von 85 Prozent können die Medien gestohlen bleiben, denen die Sachsen kein Wort mehr glauben. Gerade noch 18 Prozent der Sachsen haben Vertrauen in die Ampel-Koalition – das dürften wohl Zugereiste aus anderen Bundesländern sein. Auch den Glauben an Kirchen, sowie EU-Parlament und EU-Kommission haben die Elbländer längst verloren.

♦ Die sonst selbst hart oft oft austeilende Marie-Agnes Strack-Zimmermann, nach eigenen Angaben „Liberale“, die nebenbei einen Abmahn-Laden betreibt (angeblich 250 Beleidigungsanzeigen im Monat), muss nun erstmal ein geschäftseinschränkendes Urteil schlucken. Weitere Klagen gegen Wutbürger, die MASZ als „lobbygetriebenes Brechmittel“ bezeichnen, werden wohl erfolglos bleiben. Diese Etikettierung der Spitzenkandidatin der FDP für die EU-Wahl ist ab sofort höchstrichterlich gestattet.

♦ Würden Sie wissen wollen, welchen Deal Ursel von der Leine mit ihrem Freund Bourla-Pfizer ausgehandelt hat? Das EU-Parlament offenbar nicht. Die EU-Abgeordneten der CDU möchten lieber den Deckel auf dem Topf der Erkenntnis halten, und auch ihre Kumpels von der SPD stimmten geschlossen gegen die Dokumenten-Freigabe. Nur die Grünen und die AfDler votierten für die Offenlegung aller Vertragspapiere. Upps.

♦ Bevor das nächste Spiel (EU-Wahl, 6. Juni) beginnt, müssen die Figuren aufgestellt werden. Beim Bündnis Sahra Wagenknecht kommt zuerst mal die Verwandtschaft zum Zuge. Sahra ernannte ihren Sidekick, die rote Amira Mohamed Ali, zur Co-Parteichefin – der erste Parteitag durfte das nur noch absegnen, denn das BSW steht schließlich in der bekannten Tradition, wo es demokratisch aussehen muss (Walter Ulbricht). Amira Mohamed wiederum schob ihren Lebensgefährten, einen gewissen Onken, auf einen aussichtsreichen Listenplatz für die EU-Wahl, und Sahras Ehemann Oskar hat die Wild Card als Parteimitglied, trotz „einer Art Aufnahmestopp“ (Bild).

♦ Mit der Kriegsgefahr ist es wie mit dem Klimawandel. So sagte Pistorius der Bild-Zeitung: „Aktuell sehe ich keine Gefahr für einen Angriff Russlands auf das Nato-Gebiet oder einen Nato-Partner. Das ist aber eine Momentaufnahme. Keiner weiß, wie und ob das hält.“ Wie mit dem Schnee. Kann fallen, muss aber nicht.

♦ Dumm gelaufen fürs RTL-Dschungelcamp. Nicht nur, dass eine gewisse Cora raus ist, nun stiehlt auch noch Karl Lauterbach dem teuren TV-Format die Show als erfolgreicher Bachelor, und nicht RTL, sondern Bild „erklärt das neue Glück des Ministers“. Auszug aus Staffel Eins: Karl erzählt seiner Elisabeth von seiner traurigen Kindheit als „Arbeiterkind in einem religiösen Dorf bei Köln“. Die neugierige Elisabeth: Warst du Messdiener? Karl: „Messdiener hab‘ ich nicht gemacht. Ich habe mich auf Sport verlegt, Mandoline und so.“
Mandoline? Meinte er vielleicht Trampolin?

♦ Was soll man von einem Grenzschutzchef halten, der behauptet „Nichts kann Menschen davon abhalten, eine Grenze zu überqueren, keine Mauer, kein Zaun, kein Meer, kein Fluss“? Hat der Frontex-Chef Leijtens etwa an der Joe-Biden-Universität in Harvard studiert?

♦ Haben nun Correctivler die CDUler und AfDler am Lehnitzsee unerlaubt abgehört
oder haben in Wahrheit Haldenwangs Geheimagenten spioniert, und die Correvtiven durften nur einen Aufsatz darüber schreiben? Und wen kann man da fragen?
Schönen Sonntag!


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Kommentare ( 39 )

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November Man
1 Monat her

Wir brauchen keine Energiewende und keine Stromtrassen von Nord nach Süd. Wir brauchen Atomkraftwerke der Zukunft vor Ort. Ein Atomkraftwerk kostet je nach Leistungsfähigkeit zwischen 5 und 8 Milliarden. Für 550 bis 750 Milliarden kann man jede Menge Atomkraftwerke, gekoppelt mit Dual-Fluid-Reaktoren, BN-800-1200-Reaktoren oder Thorium-Flüssigsalz-Reaktoren vor Ort bauen. Dann haben wir das was ein Industrieland wirklich benötigt. Ausreichend günstigen Strom für alle. Was wir ganz sicher nicht brauchen, ist die für uns alle schädliche Grünen De-Industrialisierer-Partei. Also ist zukünftig richtig wählen angesagt.   

spindoctor
1 Monat her

Zum letzten Punkt:
Vielleicht findet sich ja noch ein Whistleblower, der uns dazu Aufklärung verschafft?
War ja Herrn Schravens letzte Aufgabe bei der WAZ (Funke-Medien), für solche Ansprechpartner zu sein.

Dieter Rose
1 Monat her

Das mit den digitalen workshops werden die schon zu verhindern wissen. Wetten? (und noch mehr…)

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Dieter Rose

Tja. Bei Gesamtstromausfall dann nicht nur das.
Hier werden sich manche noch arg wundern müssen. Und frierend hungern zudem. Spätestens dann wird so manches Hirn wieder zu arbeiten beginnen, wenn auch mühsam.

Guzzi_Cali_2
1 Monat her

Was ist das immer eine Freude, den etwas anderen Wochenrückblick von Herrn Paetow zu lesen. Kein Vergleich zu den moralinsauren, von alt-CDU-rückkehrhoffend gesättigten und unterschwellig mit Anti-AfD-Propaganda angereicherten Texten eines Wolfgang Herles.

Last edited 1 Monat her by Guzzi_Cali_2
Casta Diva
1 Monat her

Wenn wir die Bundesnetzagentur richtig verstanden haben, kostet der Ausbau von Stromtrassen und -verteilern nicht, wie von Klimapriester Habeck landauf, landab gepredigt, 250 Milliarden Euro bis 2035, sondern 550 oder 750 Milliarden bis 2030. Das bedeutet für mich alte und weiße Frau Folgendes: Wenn ich von einem mittleren Wert der zu erwartenden Kosten ausgehe, also bei Weitem nicht die prognostizierten 750 Milliarden, werden sich (creativ gerechnet bezüglich der veröffentlichten Summe, denn der Mann ist ein Grüner …) reden wir zum heutigen Zeitpunkt von dem knapp 4,8-fachen Betrag dessen, was einst kommuniziert wurde. Dass dies aller Erfahrung nach nicht der „Endbetrag“ sein… Mehr

Juergen Semmler
1 Monat her

Es gab mal einen SCHOLZ, der..

…die Menschen von den Stühlen riss…

…die Menschen begeisterte….

…die Menschen förmlich „umhaute“…

…einen legendären „DoppelWumms“ hatte…

…die Herzen der Menschen im Sturm er-
oberte….

….seinen Worten TATEN folgen ließ..

GENAU ! Die Rede ist von BUBI SCHOLZ .

Gegen den wirkt der OLAF wie….

….. ein “ kleiner Bubi „

Gabriele Kremmel
1 Monat her

Noch steht Deutschland wie auf Kommando auf. So weit, so bekannt. Spannend wird es erst, wenn Deutschland aufwacht.

waltwide
1 Monat her
Antworten an  Gabriele Kremmel

Die wachen nicht mehr auf. Sie verkennen in dieser Situation dass Sie es mit Deutschen zu tun haben. Was die vorherige Kanzlerin übrigens sehr gut auf dem Schirm hatte mit ihrer Aussage „Wir schaffen das“. Wobei sie nicht die Bewohner des Landes angesprochen hatte, sondern ihre Kollegen im Bund und Amt. Das Resultat ist derzeit weithin ersichtlich.

giesemann
1 Monat her

Flak und Pak sind aber doch gute Sachen, oder? So haben die „stinger“ Boden-Luft-Raketen in Afgh. den Russen letztendlich die SU gekostet. Billiger war der Spaß nicht zu haben … .

Stuttgarterin
1 Monat her

Das Gemeinschaftsgefühl bei den „zivilgesellschaftlichen“ Versammlungen ist das Gegenangebot der Parteien links von rechts für die Reiserücktrittsversicherung… Aber ist nicht alles Definitionssache? So wie wir grenzenlos Platz und Geld in Deutschland haben, so können doch auch alle Parteien im Plenarsaal nach links rücken, dann passt das mit dem „vereintgegenrechts“. Dass rechts dann sozusagen ein Notausgang entsteht, ist ja nicht die Schuld der Linksgerückten… und zur Not muss eben der Notausgang verboten werden.

Last edited 1 Monat her by Stuttgarterin
Aliena
1 Monat her

Ihr heutiger Wochenrückblick ist mal wieder genial. Vielen Dank.

Für den Bürger besteht allerdings kein Handlungsbedarf durch die kleine Korrektur, das wird alles abgebucht.

Und bei den Bürgergeld-Beziehern zahlt der Staat (Steuerzahler) vermutlich per Vorauskasse?
Und damit die Grünen nicht in einen Topf mit der AfD geworfen werden, entziehen sie im Nachhinein sicherlich Ihre Zustimmung zur Offenlegung aller Vertragspapiere hinsichtlich des UvdL-Deals mit PFIZER.