Jetzt offiziell: Energiewende kostet fast eine Billion Euro

Auf einer von den sogenannten Leitmedien weitgehend ignorierten Pressekonferenz hat die Bundesnetzagentur ganz nebenbei offengelegt, wie teuer der grüne Traum von der „Energiewende“ wirklich wird. Die Summen, die da offiziell in den Raum geschleudert wurden, mag man schlicht kaum glauben.

IMAGO - Collage: TE

Wir alle sollen ja keine fossilen Rohstoffe mehr verbrennen, sondern nur noch erneuerbare. Der grün-linke Mainstream im Land möchte dafür ein leuchtendes Vorbild sein, geht zielstrebig und entschlossen voran und verbrennt: Geld.

Unfassbar viel Geld, wie wir gleich sehen werden.

Die Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur, Barbie Kornelia Haller, hat gerade – von der breiten Öffentlichkeit praktisch unbemerkt bzw. unkommentiert – in einer Pressekonferenz äußerst bemerkenswerte Zahlen vorgelegt. Demnach wird die sogenannte „Energiewende“ (die – neben der unbegrenzten Aufnahme von Migranten – inzwischen zur Hauptdaseinsberechtigung der Grünen befördert wurde) nun auch hochoffiziell nicht nur „eine Kugel Eis“ kosten, wie es der Grüne Jürgen Trittin einst versprach.

Es werden eher so ungefähr eine Billion Kugeln Eis.

Für die Betreiber von Übertragungsnetzen veranschlagt die Bundesnetzagentur einen „höheren dreistelligen Milliardenbetrag“. Die sind also mit etwa 600 bis 800 Milliarden dabei. Für die Betreiber von Verteilnetzen nennt Frau Haller Kosten in Höhe von „150 Milliarden Euro“ allein bis 2030. Insgesamt kosten die grünen Transformationsfantasien das Land in den kommenden Jahren also etwa eine Billion Euro.

1.000.000.000.000 Euro. Mindestens. Zu den inhaltlichen Gründen teilt die Bundesnetzagentur lapidar mit:

„Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral sein. Im Strombereich bedeutet dies, erneuerbare Stromerzeugung auszuweiten und viele Sektoren zu elektrifizieren. Die Folge für das Netz ist ein nochmal deutlich zu beschleunigender Netzausbau. Außerdem muss erneuerbare Erzeugung ans Netz. Auch Wärmepumpen und Ladesäulen brauchen Netzanschlüsse. (…) Die Bedeutung von Erdgas hingegen wird abnehmen. Teile des Erdgasnetzes werden spätestens ab 2045 nicht mehr genutzt und stillgelegt.“

Das ist nicht weniger als die Vernichtung der bisherigen funktionierenden energiewirtschaftlichen Grundlagen Deutschlands und deren sehr fragwürdige Ersetzung durch eine komplett andere Infrastruktur. Letztere gibt es allerdings noch nicht – ebenso wenig wie das Geld, mit dem die Ich-mach‘-mir-die-Welt-wie-sie-mir-gefällt-Politik bezahlt werden soll.

Selbst in der Heimat des schlafmützigen deutschen Michels drückt man so etwas nicht ohne Widerstand durch. Bewährtes Mittel gegen lästige Kritiker, gegen politische Opposition und nicht zuletzt gegen zeitraubende demokratische Prozesse sind zentralstaatliche Behörden mit weitgehenden Befugnissen.

Nach diesem Muster hat die Bundesnetzagentur jetzt eine „Große Beschlusskammer“ eingerichtet. Die ist künftig zuständig „für alle bundesweit geltenden Festlegungen zum Netzzugang und zur Ermittlung der Entgelte.“ Klammheimlich wird die Bundesnetzagentur damit zu einer der mächtigsten und volkswirtschaftlich einflussreichsten Behörden des Landes. Sie legt „… in eigener Zuständigkeit die Bedingungen und Methoden für den Zugang zu den Strom- und Gasversorgungsnetzen bundesweit fest“.

Ein bürokratisches Monstrum also.

Präsident der Bundesnetzagentur ist Klaus Müller. Der 51-jährige Grüne war unter anderem als Umweltminister in Schleswig-Holstein Amtsvorgänger von Robert Habeck. Er gilt als klimapolitischer Hardliner und rücksichtloser Machttechniker.

Vizepräsidentin ist Barbie Kornelia Haller. Die 45-Jährige ist FDP-Mitglied und verheiratet mit dem nordrhein-westfälischen FDP-Landesvorsitzenden Joachim Stamp. Beide zählen zum grünen Flügel der Lindner-Truppe. Haller ist Karrierebeamtin ohne Erfahrung in der Privatwirtschaft und spricht gerne auf Veranstaltungen mit dem Titel „Wie entstehen die Kapazitäten und Energienetze für die grüne Transformation?“ im September 2023.

Beide machen aus ihren gemeinsamen Zielen ebenso wenig einen Hehl wie aus den Methoden, mit denen sie diese Ziele erreichen wollen. Der zentrale Begriff der Mega-Behörde lautet: „Energiewendekompetenz“. In offizielle Papiere der Bundesnetzagentur lassen sie deshalb Passagen wie diese hineinschreiben:

„Der wesentliche Auftrag der Regulierung ist, im natürlichen Monopol des Netzbetriebs effizientes Verhalten durch Wettbewerbsanreize zu fordern und zu fördern. Dieser Auftrag erhält durch die Anforderungen der Energiewende und den erkennbaren Kostenentwicklungen des Energiesystems in der Transformation eine gestärkte Bedeutung.“

Dies könne nur „durch eine stärkere (…) Standardisierung der Prozesse bewältigt werden“. Übersetzt: Es geht um amtlich verordnete Vereinheitlichung durch Ausschaltung der marktwirtschaftlichen Konkurrenzprozesse zugunsten von zentralistischen, dirigistischen Staatsvorgaben.

Dabei wird Deutschlands kompletter Energiesektor ganz unverblümt zum Erfüllungsgehilfen der grünen Transformationsträume degradiert:

„Die Anreizregulierung soll in Zukunft mehr Anreize für eine beschleunigte Weiterentwicklung der Netze setzen und die ‚Energiewendekompetenz‘ der Netzbetreiber honorieren, d. h. deren Leistungsfähigkeit zur Umsetzung der Energiewende (…).“

Damit das alles nicht sofort jedem auffällt, streut das Duo infernale an der Spitze der Bundesnetzagentur dem Publikum noch ein bisschen marktwirtschaftlichen Sand in die Augen:

„Die Preisgünstigkeit der Energieversorgung ist weiterhin ein Kernziel (…). Für den Neubau im Stromnetz wie auch im Rest-Betrieb des Erdgasnetzes bzw. in dessen Abwicklung muss Effizienz ein Kriterium bleiben. Andernfalls wird das Stromnetz in der Transformation unnötig teuer, und im Erdgasbereich müssten die verbliebenen Kunden unnötig hohe Kosten tragen.“

Dieses Papier wurde auf derselben Pressekonferenz vorgestellt, auf der Frau Haller ankündigte, dass der Weg zum grünen Energie-Utopia in wenigen Jahren etwa eine Billion Euro Volksvermögen vernichten wird.

Das muss man ihnen lassen: Humor haben sie.

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Kommentare ( 139 )

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MarcusPorciusCato
28 Tage her

Die geschätzte Billion für DE kann nicht stimmen, da der Green Spleen „net zero bis 2050“ für die gesamte EU ca. 270 Bio. kosten wird (Schätzung der SwissRe aus 2022).
Wenn man davon absieht, dass es nur 16 Bio. € gibt, könnte man das als große Investition betrachten, wenn damit dauerhaft keine Energikosten mehr anfallen. Diese Prämisse ist aber falsch, weil die Nutzungsdauern der Anlagen für erneuerbare Energie so kurz sind, dass die notwendigen Reinvestitionen dauerhaft jährlich mindestens dasselbe Volumen (ca. 10 Bio. € ohne Berücksichtigung der durch den Green Spleen verschärften Inflation) erfordern werden.

Mausi
29 Tage her

Hinzu kommen die bisherigen Kosten.
Schlimm ist dieses Verschweigen und Herunterspielen selbst beim ÖRR, der doch definierte Aufgaben hat. Die Vierte Macht im Staat versagt bei uns fast vollständig.
Hinzukommt, dass es uns immer noch zu gut geht. M. E. merkt die breite Masse zwar langsam, dass irgendetwas nicht stimmt mit der weltsozialistischen RRG Block-Parteien-Politik, aber solange Bürgergeld fließt, die Renten fließen, wir „nur“ auf Urlaub verzichten müssen, um den Lebensunterhalt zu finanzieren, bewirkt das nur Unbehagen.

Last edited 29 Tage her by Mausi
Der Michel
27 Tage her
Antworten an  Mausi

„…Verschweigen und Herunterspielen selbst beim ÖRR“

Selbst beim ÖRR? Eins mus mman Ihnen lassen: Humor haben Sie!

GrafZahl04
29 Tage her

Hr Trittin, die Kugel Eis kostet mittlerweile 11.000 Euro dem Bundesbürger. Lockt man so Fachkräfte in das Land? Ist das was Sie lieber Jürgen Trittin wollten? Glauben Sie ernsthaft Fachkräfte aus Guinea oder Syrien werden das bezahlen wollen geschweige denn können?

Brotfresser
29 Tage her
Antworten an  GrafZahl04

Sie sehen das falsch! Jürgen Trittin hat ja nur gesagt, dass es jeden einzelnen so viel kosten wird, wie eine Kugel Eis. Er hat nie gesagt, wie groß die ist! Ich habe – bevor ich Ihren Kommentar gelesen habe – selber grob durchkalkuliert und komme auf Ergebnisse in der selben Größenordnung: 1 Billion Kosten, 80 Mio. Einwohner macht 12.500€ pro Kopf; das macht bei einem Durchschnittspreis von 1,25€ pro Kugel 10.000 Kugeln; angenommen eine Kugel hat einen Durchmesser von 5 cm, dann würde die Trittinsche Eiskugel, in die man die 10.000 normalen Kugeln hineinpacken würde, einen Durchmesser von einem guten… Mehr

Lizzard04
19 Tage her
Antworten an  GrafZahl04

Haben Sie diesen Trittin mal bei seinen Auftritten beobachtet? Dieser Typ hat eine derart narzisstische Ader, der würde nicht einen Gedanken an Ihre Frage verschwenden, geschweige sie ernsthaft beantworten wollen!

Eberhard
29 Tage her

Wir haben es doch reichlich? Deshalb ist Digitalisierung, Infrastruktur, Bildung und noch viel mehr zumindest fast auf dem EU-Tiefpunkt. Wir brauchen kein Krieg und keine Feinde. Ruinen, verbrannte Erde und soziales Elend, die schaffen wir uns jetzt selber. Der einzige Lichtblick, wenn andere uns den erzeugten Schrott eventuell noch abnehmen.

fjk
29 Tage her

ich hätte da mal eine frage: 33oo Terrawatt/h primärenergieverbrauch umgerechnet in 5 mw windräder … in welcher dichte würden dann windräder in deutschland stehen? oder wahlweise in 400 watt solarpanele wieviel fläche würden die belegen und welchen anteil macht das an der landesfläche in deutschland aus? zu beachten ist der tatsächliche durchschnittliche ertrag an wind und sonne pro installierter nennleistung in megawatt (glaube so 20 %) achso … wieviel gaskraftwerke a 200 mw würden wir dann noch in der dunkelflaute benötigen um das land am leben zu halten? denke wenn wir das alles in time gebaut und bezahlt kriegen …… Mehr

89-erlebt
29 Tage her

In Moorburg wurden zB ca 3 Mrd Anlagenvermögen ergrünt, in den gezielten und mit extra 260 € Steuergeld geförderten Ruin transformiert.

Tenorstimme
29 Tage her

Die bisherige Umstellung der Stromerzeugung auf erneuerbare Energien durch Solar- und Windkraftanlagen hat in Deutschland zu weniger Versorgungssicherheit und zu den höchsten Strompreisen in Europa geführt. Die Folgen sind Abwanderungen bei der deutschen Industrie, insbesondere bei den energieintensiven Betrieben und Verlusten von Arbeitsplätzen. Hinzu kommt, dass die Energiewende bisher außer hohen Kosten und hohen Strompreisen keine wesentliche Reduzierung bei den CO2-Emissionen gebracht hat, da durch die Abschaltung der Kernkraftwerke der fehlende Strom durch Kohle- und Gaskraftwerke erzeugt werden muss. Diese Kohle- und Gaskraftwerke, laut Harbeck, bis zum Jahre 2030 durch wasserstofffähige Gaskraftwerke ersetzen zu wollen, ist mehr als illusionär, und… Mehr

Der Michel
27 Tage her
Antworten an  Tenorstimme

Meines Wissens hat Deutschland inzwischen nach Polen die zweithöchten CO2-Emissionen pro erzeugrter Energieeinheit. Ich weiß nicht, wie das gerechnet wird und insbesondere ob dabei bereits berücksichtigt wurde, dass CO2-Emissionen bei der „Erzeugung“ der importierten Energie nicht bei uns, sondern im Erzeugerland zu Buche schlagen. Jedenfalls eine grandiose „Erfolgsbilanz“.

Wer heute noch glaubt, den Grünen ginge es auch nur ansatzweise um Umwelt oder Klima, der glaubt auch ans Sandmännchen und den Osterhasen. Oder er guckt Staatsfunk…

Last edited 27 Tage her by Der Michel
Grumpler
29 Tage her

Das muss man ihnen lassen: Humor haben sie.

Schön, daß unsere politische Klasse noch Humor hat. Ob der Wähler nächstes Jahr im heißen Herbst auch noch welchen hat, wage ich zu bezweifeln.

caesar4441
29 Tage her

Die Billion ist reine Illusion.Nach den üblichen Schätzungen öffentlicher Dienststellen ist mit dem Dreifachen zu rechnen.Nachdem das Geld vernichtet ist ,wird dann die Erkenntnis reifen :Ätsch es war alles umsonst.Die Sonne scheint nachts nicht und der Wind weht wann er will.Speicher in der benötigten Größe gibt es nicht und wären auch unbezahlbar.Joschka vor zwanzig Jahren:“Es spielt keine Rolle wofür das Geld ausgegeben wird ,Hauptsache die Deutschen haben es nicht !““ Die krauts werden dafür viel Sondervermögen haben.

Timur Andre
29 Tage her
Antworten an  caesar4441

Wir werden keine Billion mehr haben, Steuereinnahmen brechen ein, Deindustrialisierung, Infrastruktur zerbricht, wir fahren mit Anlauf gegen die Wand, was die Schwurbler ja von schon vor Jahren sehen konnten.
Auf uns kommt Massenarmut zu, aber die Pensionen sind sicher….?

Thomas Klingelhoefer
29 Tage her

Unser leicht vergeßlicher Kanzler erscheint mir als Glücksspieler, der riskante Wetten zum Nachteil der Bürger eingeht, deren Ausgang er nicht kennt. Den Unmut der Bürger mit der Ampel-Politik erklärt er in einem Zeit-Interview mit „Weil sie sich nicht sicher sind, ob das alles gut ausgeht für sie – ob wir das alles hinkriegen mit der wohl größten industriellen Modernisierung seit mehr als 100 Jahren.“ Und dann räumt er ein: „Das ist eine Reise, deren Ende noch nicht abzusehen ist.“ Quelle: Ulrich Reitz in einem Meinungsartikel auf focus online. Diese Politik ist nach meiner Meinung völlig verantwortungslos. Die Ampel verspielt den… Mehr