Vodafone lässt tausende SIM-Karten gratis an Migranten verteilen

Der britische Mobilfunk-Multi liefert über eine NGO die Infrastruktur zur Umschiffung britischer Gesetze. Reform UK wirft dem Konzern vor, damit politische Beihilfe zur Menschenschleusung zu leisten.

IMAGO / Le Pictorium

In Frankreich und in Großbritannien sind eine ganze Menge SIM-Karten vom Lastwagen gefallen. Ganz genau sind 2.221 Karten – und eine Menge offener Fragen dazu.

Seit Jahren tut sich die Vodafone Group mit politischen, stets links orientierten Aktionen hervor. Zum Beispiel betreibt der Weltkonzern mit einem Jahresumsatz in Höhe von mehr als 40 Milliarden Euro das Spendenprogramm „charities.connected“. von dem profitiert auch „Care4Calais“. Diese Aktivisten bezeichnen sich selbst als Flüchtlingshelfer; nicht wenige Kritiker bezeichnen sie als Fluchthelfer. Letztlich ist das wohl eine Frage der Perspektive.

Jedenfalls hat Care4Calais bei charities.connected – also bei Vodafone – ein großes Kontingent an SIM-Karten beantragt. Der Konzern hat den Antrag geprüft, genehmigt und dann die Karten an die Vereinsadresse geschickt. Anschließend verteilte die NGO die 2.221 Telefonkarten an Migranten, und zwar mindestens auch in der britischen Hafenstadt Dover und im französischen Calais.

Das wird gleich noch wichtig.

Jede Karte erhält eine neue Rufnummer und bietet sechs Monate lang monatlich 40 Gigabyte Daten sowie unbegrenzte Anrufe und SMS. Zur Aktivierung genügt das Einlegen in ein entsperrtes Mobiltelefon; eine Unterschrift oder eine Zahlung des Nutzers ist nicht nötig. Nach sechs Monaten kann der Empfänger die Karte auf eigene Kosten weiterführen.

Die Nutzung ist laut den allgemeinen Geschäftsbedingungen nur im Vereinigten Königreich erlaubt. Doch Care4Calais hat viele der SIM-Karten nach eigenen Angaben auch in Calais verteilt, also in Frankreich. Es gibt nach allen Gesetzen der Logik gar keine andere Möglichkeit, als dass Empfänger das Ziel haben, von Calais nach Großbritannien zu kommen – um dann dort die britischen SIM-Karten zu benutzen.

Vodafone hat über eine NGO also Vodafone-Produkte an eine unbekannte Zahl von Menschen verteilen lassen, die diese Produkte überhaupt nur dann benutzen können, wenn sie gegen britische Gesetze verstoßen.

Wie viele Karten in Nordfrankreich und wie viele in Großbritannien verteilt wurden, ist bisher nicht bekannt. Das wird wohl erst in den kommenden Jahresberichten von Vodafone und Care4Calais aufgeschlüsselt – wenn überhaupt.

Himmelsgeschenk für Menschenschleuser

Ein Mobiltelefon gibt Zugang zu Landkarten und Wetterdaten. Mit einem Mobiltelefon koordiniert man Treffpunkte, Abfahrtszeiten, Zeit und Ort der Abholung. Und man kann mit einem Mobiltelefon ganz prima den Kontakt zu Schleusern halten.

An einer Fluchtroute ist ein Mobiltelefon kein Komfortartikel, sondern Logistik.

Nach Paragraf 25 des britischen „Immigration Act“ wird Hilfe bei Verstößen gegen das Einwanderungsrecht bestraft, wenn der Helfer davon weiß oder zumindest einen vernünftigen Grund zu dieser Annahme hat. Seit 2025 kann auch die Lieferung von Gegenständen strafbar sein, wenn der Lieferant weiß oder vermutet, dass sie bei Einwanderungsdelikten eingesetzt werden. So äußert sich ganz offiziell die britische Staatsanwaltschaft.

Damit ist die Frage nicht abwegig, ob die SIM-Karten-Aktion nicht irgendwie Beihilfe zur Menschenschleusung sein könnte. Das werden jetzt wohl die Juristen prüfen. Nicht mehr geprüft werden muss dagegen die politische Bewertung:

Vodafone hilft absichtlich oder nur aus Dummheit dabei, dass eine illegale Route der Massenmigration besser funktioniert.

Netzabdeckung in Absurdistan

Die EU reguliert ja nun bekanntlich alles und jeden. Doch ausgerechnet beim Mobilfunk hat nicht nur das Netz große Lücken (vor allem in Deutschland), sondern auch das Regelwerk.

Es gibt keine einheitliche EU-Registrierungspflicht für Telefonkarten. Manche Staaten prüfen streng die Identität, andere erlauben anonyme Karten. Großbritannien – bekanntlich nicht mehr in der EU – kennt für Prepaid-Karten keine allgemeine Ausweispflicht. Frankreich dagegen hat die Prüfung bei sich jüngst ausdrücklich verschärft.

Zur Erinnerung: Vodafones Wohltätigkeitskarten werden durch bloßes Einlegen ins Telefon aktiviert. Auch in Calais.

Weltkonzern als Weltanschauungskonzern

Vodafone inszeniert sich seit Jahren als moralische Anstalt mit Funkmasten.

Der Konzern hat eine Erklärung zu „Black Lives Matter“ veröffentlicht, er tritt als Akteur bei praktisch jeder „Pride-Week“ auf, und er rühmt sich, nach Kritik an einem gleichgeschlechtlichen Werbekuss noch „lauter“ geworden zu sein. Die firmeneigene Pride-Seite wirbt für „active allyship“, Pronomenprofile und Trans-Programme. Vodafone funkt viel – und stets nach links: BLM, Gender- und Migrationsaktivismus, und, und, und.

Seit 2023 steht die Italienerin Margherita Della Valle an der Spitze des Unternehmens. Seit ihrem Amtsantritt steht sie unter Dauerbeschuss von Kritikern, deren Zahl stetig wächst. Gleich nach Amtsantritt feuerte sie mehr als 11.000 Mitarbeiter auf selbst für britisch-kapitalistische Verhältnisse ungewöhnlich kalte und empathielose Art. Dann wurde Vodafone von 62 ehemaligen Franchisenehmern verklagt. Sie warfen der Vorstandsvorsitzenden vor, die Filialbetreiber wegen einseitiger Provisionskürzungen in den Ruin getrieben zu haben.

Ihr Gesamtverdienst im Geschäftsjahr 2026 betrug laut Vodafone-Geschäftsbericht umgerechnet knapp zwölf Millionen Euro. Ein objektiv angenehmer Jahresverdienst. Angesichts des harten Sparkurses und der stagnierenden Erlöse in Schlüsselmärkten wie Deutschland sorgt diese Vergütung aber nur für noch mehr Unmut.

Vielleicht will Margherita Della Valle ja deshalb auf dem Feld der Wohltätigkeit ihr ansonsten arg ramponiertes Image aufpolieren. Jedenfalls betreibt sie unverhohlen einen politischen Aktivismus mit dem Firmenvermögen und der Netzinfrastruktur im Rücken.

Reform UK schäumt

Die rechtskonservative Partei von Nigel Farage hat ja im Moment beste Aussichten, die kommenden Wahlen zum britischen Parlament zu gewinnen und danach die Regierung im Vereinigten Königreich zu stellen.

Deshalb hat es schon jetzt durchaus Gewicht, was sie sagt. Der gebürtige Schotte Zia Yusuf würde in einer von Reform UK geführten Regierung aller Voraussicht nach Innenminister werden. Er attackiert Vodafone ungewöhnlich scharf: Der Konzern helfe Migranten in Frankreich aktiv bei der illegalen Einreise nach Großbritannien.

Unter einer Reform-Regierung würden Frau Della Valle und ihr Vorstand dafür ins Gefängnis gehen, schreibt er auf. In einem Offenen Brief fordert er den Lieferstopp der SIM-Karten und kündigt Gesetzesänderungen an, nach denen so etwas künftig zu persönlicher strafrechtlicher Haftung führen würde. Das geplante „Polanski Law“ soll jede Unterstützung illegaler Einreise unabhängig von der Absicht mit bis zu zwei Jahren Haft bestrafen.

Das mag man als Wahlkampfgetöse abtun. Aber Vodafones „Wohltätigkeit“ ist trotzdem eine nett verpackte Frechheit. Der Konzern stellt tausende Kommunikationsmittel bereit, von denen er ja weiß, wer sie wie benutzen wird. Jeder weiß das. Doch dann tut Vodafone so, als habe man mit der Verwendung der eigenen Produkte überhaupt gar nichts zu tun.

Vodafone verkauft Verbindungen. In Calais und Dover verschenkt der Konzern derzeit sogar Verbindungen. Leider sind es Verbindungen zwischen politischem Aktivismus und illegaler Migration.

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Kommentare ( 1 )

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ekki
40 Minuten her

danke für die infos, mein vodafone vertrag wird gekündigt!