Wenn Frauen mehr Macht hätten, wäre die Welt ein besserer Ort: Wie haltbar ist diese Behauptung, wenn ausgerechnet die Kindstötung als Inbegriff der Gleichberechtigung gelten soll? In Massachusetts unterzeichnete die Gouverneurin ein Gesetz zur Ausweitung von Abtreibung über die 24. Woche hinaus – unter dem Beifall der anwesenden Frauen.
Screenprint: X
Umringt von lachenden und applaudierenden Frauen unterzeichnet die Gouverneurin von Massachusetts, Maura Healey, ein Gesetz, mit dem die derzeit gültige Fristenregelung für Abtreibungen abgeschafft wird. Eine Videosequenz, die die Unterzeichnung dokumentiert, geht über die sozialen Medien um die Welt.
Das Gesetz wird voraussichtlich im November in Kraft treten. Ab dann können in Massachusetts Kinder auch nach der 24. Schwangerschaftswoche abgetrieben werden. Bisher war dies nur in Ausnahmefällen möglich. Die Gesetzesnovelle ersetzt die klaren diesbezüglichen Regeln durch eine diffuse Formulierung: Voraussetzung für eine Abtreibung nach 24 Wochen soll nun lediglich eine „professionelle medizinische Beurteilung“ („professional medical judgment“) sein. Heißt im Klartext: Der Arzt entscheidet, ob er die Abtreibung durchführen will.
Wie üblich bei Grenzüberschreitungen dieser Art wird die Beseitigung der eindeutigen Bestimmungen mit medizinischen Not- und Härtefällen begründet. Betroffene sollen in Zukunft nicht mehr in einen anderen Staat ausweichen müssen, um eine Abtreibung durchführen zu lassen. Und das, obwohl auch bisher in Massachusetts Abtreibungen nach der 24. Woche durchgeführt wurden, etwa, um das Leben der Mutter zu retten.
Die Ausweitung von Abtreibung wird sich also auch hier als abschüssige Bahn erweisen, ganz abgesehen von der grundsätzlichen Problematik, dass das Recht auf Leben damit an Bedingungen geknüpft und die Menschenwürde zur Verfügungsmasse wird.
Allerdings ernten die klatschenden Frauen um Maura Healey in den sozialen Medien ungewöhnlich viel Kritik. Nun mag insbesondere X eine Echokammer sein, in der nichtlinke Stimmen besonders präsent sind – und damit solche, die Abtreibung eher kritisch sehen.
— Jammles (@jammles9) August 12, 2026
Aber gleich, wie man zur Tötung Ungeborener stehen mag: Der Videoausschnitt demonstriert eine Unbekümmertheit und Dekadenz, die nicht nur bei Gegnern dieser Praxis Unbehagen auslösen sollten.
Es ist ein Unterschied, ob man die Tötung ungeborener Kinder als notwendiges Übel betrachtet oder ob man sich darüber überschwänglich freut. Das gilt umso mehr in diesem Fall, da nur ein harter Kern fanatisierter Abtreibungsbefürworter einem Kind in der 24. Schwangerschaftswoche das Menschsein absprechen würde.
Dank des medizinischen Fortschritts konnten in den USA bereits Frühchen in der 21. Schwangerschaftswoche gerettet werden. Mit dem Argument, dass Abtreibung bis zur „Lebensfähigkeit“ des Fötus legitim sei, müssten sich die Fristen also den Möglichkeiten der modernen Medizin entsprechend nach vorn verschieben.
Doch das Gegenteil ist der Fall: Ein Kind, um dessen Leben Ärzte mit allen Mitteln kämpfen würden, wenn es sich um ein Frühgeborenes handeln würde, wird getötet, wenn die Mutter dafür optiert.
Dies als Errungenschaft zu feiern, erscheint unangemessen und unmenschlich. Die Frauen, die hier applaudieren, sind keine finanziell und sozial benachteiligten alleinstehenden Mütter, die vom Partner verlassen und von der Familie unter Druck gesetzt werden. Die Frauen, die hier zu sehen sind, stehen da, nicht als Unterdrückte und Marginalisierte, sondern als Täterinnen. Als Egoistinnen, die die Hilflosesten und Schwächsten ihrem Willen unterwerfen und sie – wenn es nützlich oder bequem erscheint – töten lassen.
Die Lüge, dass Abtreibung soziale Ungerechtigkeiten behebt und Ausdruck von Selbstbestimmung sei, tritt klar hervor: Hier bestimmen Frauen über Leben und Tod einer anderen Person, der das Recht auf Leben abgesprochen wird, weil und solange sie sich im Mutterleib befindet. Ungerechtigkeit wird zementiert: Väter und Familie müssen keine Verantwortung übernehmen, der Staat schon gar nicht. Die Opfer sind unschuldig und hilflos, und überproportional oft Mädchen oder Angehörige ethnischer Minderheiten. Völlig in den Hintergrund treten auch die verzweifelten Schwangeren, die keine andere Möglichkeit sehen, als ihr Kind abzutreiben – sie dürfen von den Frauen um Healey keine Unterstützung erwarten.
Dass die Entscheidung in Massachusetts Empörung hervorruft, könnte damit zusammenhängen, dass das woke feministische Narrativ nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Keinesfalls gehört die Unterdrückung der Frau der Vergangenheit an. Im Gegenteil: In vielen Teilen der Welt ist sie bis heute üblich und akzeptiert. Neu hinzugekommen ist die Transbewegung, die Frauen sogar das Frausein an sich nehmen will. Und dennoch scheint einigen Kämpferinnen für Gleichberechtigung wichtiger zu sein, Mädchen daran zu hindern, geboren zu werden, als gegen Benachteiligung und Gewalt gegen Frauen vorzugehen.
Stattdessen soll ausgerechnet die Kindstötung als Inbegriff von Gleichberechtigung gelten. Wenn, dann kann dies nur als Gleichberechtigung in der Schlechtigkeit betrachtet werden: Eine Frau soll bitteschön so verkommen sein dürfen wie die Verachtenswertesten unter den Männern – ohne, dass man sie dafür kritisieren dürfte, selbstredend.
Das Gejammer von Feministinnen, dass die Welt ein besserer Ort wäre, würde sie von Frauen regiert, wird von der Gouverneurin von Massachusetts einmal mehr Lügen gestraft: Fällt Frauen zur Behebung jener Probleme, als deren Lösung Abtreibung propagiert wird, wirklich nichts anderes ein, als Abtreibung auszuweiten? Wo sind die sozialen Programme, wo ist die psychosoziale Beratung und Betreuung, wo sind die gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen, Frauen in Konfliktschwangerschaften zu helfen? Wer, wenn nicht eine Frau müsste solche Maßnahmen durchsetzen, um Politik im Interesse von Frauen zu machen?
Wenn Frauen ihre Kraft nicht für das Leben von Kindern einsetzen, sondern ihren politischen Einfluss dazu nutzen, Kindstötung zu legalisieren, wird offensichtlich, dass nicht das Geschlecht korrumpiert: Macht und Egoismus gefährden die Menschlichkeit und Integrität von Frauen nicht weniger als die von Männern.



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Falls es jemanden interessiert, Massachusetts ist der amerikanische Bundesstaat, dessen Sozialsystem dem deutschen nahekommt.
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Ich fand Texas und Florida.
„Wenn Frauen mehr Macht hätten, wäre die Welt ein besserer Ort.“ Diesen Unsinn hörte man ab den 70er-Jahren häufig. Als junge Frau – beeinflusst von feministischer Propaganda – habe ich das auch tatsächlich geglaubt. Aber spätestens Frau Merkel und ihre verschiedenen Ministerinnenriegen und erst recht die roten und grünen Damen der Ampel haben mich gründlich von dieser Vorstellung kuriert. Nein, Frauen können es nicht besser als Männer. Deshalb gehörten auch Quoten abgeschafft. Gilt nicht nur für Frauen-Quoten, sondern auch für Migranten-Quoten – wie Jason Arday, Professor in Cambridge, gerade schlagend bewiesen hat. Die Fähigsten gehören auf die Posten! Weder Geschlecht… Mehr