Unsere Eliten sehen einen Abgrund nicht, selbst wenn sie unmittelbar davor stehen. Und so wird kommen, was kommen muss. Für etwas Abwechslung sorgen das Teufelsrad und Merkels Brötchen...
Natürlich gehen Grüne und SPD in eine Regierung mit den Clanfreunden von der Linkspartei. Wer soll es denn sonst machen? Aber halbwegs seriös aussehen soll es schon. Deshalb fordern die SPD-Chefs Lars, Bärbel & Tim auf Instagram (!), die Linke dürfe „Antisemitismus und Clan-Kriminellen in ihren Reihen keinen Millimeter Platz lassen“ und der Grüne Notz will, dass die Linke dokumentiert, dass sie mit Clanstrukturen nichts zu tun hat. Wie soll sie das denn dokumentieren?
♦ Noch rätseln Grüne und Spezialdemokraten, warum so viele von denen, die sie seit Jahren ins Land holen und verhätscheln, die SED gewählt haben. 51 Prozent der Muslime gaben ihre Stimme der SED (mit BSW sogar 68 Prozent!), gerade mal 11 Prozent wählten die SPD, lächerliche 3 Prozent die Grünen. Lag es an der Freitagspredigt? Oder am Einfluss von Ali Capone?
♦ Gott, wie gern hätte Friedrich Merz nach der Wahl diese Sätze ins Publikum gerufen: „Wir sind Sieger. Wir sind Macher. Wir sind ein Team.“ Aber das wäre natürlich glatt gelogen. Nein, so bejubelte Firas, der Sohn von Clan-Chef Issa Remmo – die größten Coups (Goldmünzen-Raub, „Grünes Gewölbe“, Geldtransporter-Überfall) schafften es sogar in die Tagesschau – den Sieg der Linkspartei. Und offenbar haben die Remmos ihren Teil dazugetan. So schwor Remmo Junior dem SED-Abgeordneten Ferat Koçak vor der Wahl: „Wir sind ein Teil von etwas ganz Großem. Wir stehen zusammen, wir halten zusammen und wir kämpfen gemeinsam für unsere Ziele.“
Eines dieser Ziele: Polizeiarbeit soll, „wo immer dies möglich ist, durch Soziale Arbeit ersetzt oder zumindest ergänzt werden“.
♦ Was die geplante „Vergesellschaftung“ der Immobilienkonzerne angeht, machen die „Forscher“ der roten Hans-Böckler-Stiftung schon mal den Weg frei. Der Schritt sei zwar grundsätzlich wenig hilfreich bei der Lösung der Wohnungsprobleme in Berlin, aber „sozialpolitisch sinnvoll und wirtschaftlich tragbar“. Die Katze lässt das Mausen nicht. Verlassen die Reichen jetzt Berlin? Es mag welche geben, einige aber freuen sich über den Wahlsieg der SED: „Ich fühle mich erstmals in Deutschland von einer Partei unterstützt“ (Immobilien-Unternehmer Issa Remmo; siehe oben).
♦ Wichtigste News der Woche: Merkel geht Brötchen kaufen. Vier Straßen von ihrer Wohnung entfernt. Mit vier Personenschützern in zwei Audi-A8-Limousinen. Das zeigt doch klar und deutlich: Man kann auch in Berlin stilvoll leben, egal, wer regiert.
♦ Also sprach Friedrich Merz nach den Wahlen in Berlin und MeckPomm: „Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“ Er hat es natürlich nicht so schön formuliert wie das Frauenkollektiv, das Bertolt Brechts Texte geschrieben hat, sondern so: „Wir werden uns über die Konsequenzen noch lange zu unterhalten haben.“ Na, dann unterhaltet euch mal schön in der Union, bis dann im April bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, im Saarland und in Schleswig-Holstein der Sack endgültig zugemacht wird. Wahrscheinlich können dann auch die Ergebnisse der vorgezogenen Bundestagswahl (wir tippen: Januar) in die Unterhaltung einbezogen werden.
♦ Merz war am Wahlabend wohl etwas voreilig, als er sagte: „Ich bin dankbar, dass wir von den Sozialdemokraten hören, dass sie an der Koalition in Berlin festhalten wollen.“ Denn wir hören von der Bärbel, jetzt müsse erst mal über Rente, Pflege und Gesundheit neu verhandelt werden.
♦ Der frischgebackene Staatsminister für Dies & Das, Philipp Amthor, zeigte, wie wenig es braucht, um in die Schlagzeilen zu kommen und Sympathien für die CDU auch in schweren Zeiten zu wecken. Einfach mal den Staatsfunk ins Büro einladen, da wo die Entscheidungen getroffen werden, bis nachts der Kanzleramtsfuchs gute Nacht sagt. Natürlich weckt der stets bis zum Einstecktüchlein tadellos gekleidete Philipp auch Neid in der Linkspresse, die ihm vorwirft, sein Arbeitsplatz sei ein wenig zu „luxuriös eingerichtet“, zu „weitläufig“, gar „feudal“, aber Treue zum Kanzler muss sich schließlich lohnen! Außerdem zeigt der eigens aus MeckPomm angelieferte Strandkorb, dass Amthor niemals seine Herkunft und Heimat vergessen hat.
♦ Carsten Linnemann hatte sich lange vornehm zurückgehalten bei der Postenvergabe der Regierung Merz, aber nachdem die Union nur noch Pensionäre oder Wirrköpfe in Reserve hatte, ließ er sich doch noch zum Gesundheitsminister breitschlagen. Und gleich, quasi als erste Amtshandlung, musste er seinem Vorgesetzten widersprechen: Das duale Krankenkassensystem bleibt bestehen.
♦ Noch so ein CDU-Hoffnungsträger ist Hendrik Wüst aus NRW. Seine Bilanz in zwei Zahlen: Wüsts Ergebnis bei der Landtagswahl 2022: 35,7 Prozent. Letze Umfrage September 2026: 29 Prozent.
♦ Natürlich war der Bundestag am Freitag wieder zu drei Vierteln leer. Es ist schließlich Wochenende, oder wie es bei den demokratischen Parteien heißt: Wahlkreisbesuchszeit. Vorher wurde im Parlament noch mal kurz an die kleinen Leute gedacht, auch wenn die zuletzt vermehrt AfD wählten. Aber die Abgeordneten wollten mal nicht so sein und beschlossen, bis Ende Dezember die Energiesteuer auf Sprit um 14 Cent zu senken, so dass der Preis von 2,40 auf 2,20 sinken könnte. Deshalb sollte es auch keinen großen Aufschrei geben, wenn die AfD verboten wird, was SPD-Klingbeil mal wieder forderte.
♦ Da isser ja, der Aufschwung. Deutschlands Schönwetter-Institute für angewandte Finanzakrobatik sehen goldene Zeiten am Horizont, wegen Fritzens Sondervermögen, wegen der grenzenlosen Geldverschwendung von Boris Pistorius (35 Kampfjets für 10 Milliarden), und, man ahnte es schon, wegen der KI. Da sind wir nämlich auch ganz vorne mit dabei.
♦ Springer-Chef Döpfner ist mächtig stolz auf ein Interview mit Peter Thiel, dem deutschstämmigen Tech-Unternehmer und KI-Investor. Der spottete, die Leute um Trump seien „nicht besonders klug, aber loyal“. Das kann man von der Merz-Truppe nicht behaupten. Also, dass sie loyal ist.
♦ Die Süddeutsche Zeitung stellt einen KI-Experten vor. Ein gewisser Benjamin Shultz, externer „Doktorand für digitale Innovation“ der Hochschule Neu-Ulm fand (in seiner Freizeit oder als Teil der Promotion?) im Netz 30.000 Clips mit Frauen, deren Dirndl höher fliegen – gefilmt am Teufelsrad, einer beliebten Drehscheibe auf dem Oktoberfest, die immer schneller rotiert, eben damit den Damen die Röcke fliegen. Die Münchner Gleichstellungsstelle hatte in diesem Jahr schon dafür gesorgt, dass die leichtbekleideten Dekopuppen an der Fassade etwas zünftiger daherkommen als in den vergangenen Jahrzehnten. Und wer traute sich heuer als eine der Ersten aufs drehende Rad? Ricarda Lang! Was tut man nicht alles für einen kurzen Clip im Netz …
Schönen Sonntag!
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