Deutschland müht sich gegen die Elfenbeinküste ins Sechzehntelfinale. Deniz Undav dreht die Partie mit zwei Toren und beweist, dass Torinstinkt nicht aus dem Lehrbuch kommt – während Bundestrainer Nagelsmann an der Seitenlinie rotiert.
picture alliance / Chris Young/The Canadian Press via AP | Chris Young
Die Elfenbeinküste kam nach Toronto wie ein frisch polierter Geländewagen aus Abidjan: breit in der Brust, herausgeputzt im Auftreten und überzeugt davon, dass Deutschland an diesem Abend höchstens Statist im eigenen Film sein würde. Und kaum zu glauben: Zunächst sah es tatsächlich danach aus.
Der deutsche Motor stotterte wie ein alter Diesel an einem kalten Wintermorgen auf der Schwäbischen Alb. Die Abwehr wirkte nicht sattelfest, eher wie eine Gartenpforte bei Windstärke acht. Man stand da, schaute zu und reagierte. Mitunter beinahe phlegmatisch. Gewiss, die DFB-Elf präsentierte ein paar einstudierte Spielzüge. Hübsch anzusehen, fast wie Origami. Nur leider oft ebenso berechenbar wie der Wetterbericht für die Sahara.
Nach dem souveränen Verputzen von Curaçao war dies der erste richtige WM-Test. Und die DFB-Elf wurde gefordert wie selten zuvor.
Im Berliner ZDF-Studio saß derweil Christian Streich, jener unprätentiöse Fußballphilosoph und ehemalige Freiburger Trainer, der aussieht, als hätte Martin Heidegger einst beschlossen, Trainer des SC Freiburg zu werden. Streich kommt immer wieder auf denselben Punkt zurück: Im modernen Fußball müssen alle verteidigen. Auch die Künstler, die Stürmer und jene, die Grätschen für eine seltene Tropenkrankheit halten.
Und dann kam Deniz Undav.
Der Mann vom VfB Stuttgart betrat den Rasen wie immer als eine Art Joker, der schon vorher weiß, wo er zu stehen hat. Als scanne er den Strafraum schneller als die drei Schiedsrichter in der VAR-Kabine, zwang er seine Mitspieler förmlich, ihn anzuspielen. Ein Spurt, ein Schuss, Bauch raus, den Rücken durchgebogen, eine Drehung, noch ein Schuss. Zwei Tore. Spiel gedreht. Sechzehntelfinale gesichert.
Und dieser Undav wirkt, das weiß er selbst und es ist ihm vollkommen schnuppe, wie die lebende Widerlegung sämtlicher Fitness-Influencer. Von seiner Spielanlage her erinnert der 29-jährige Doppelstaatler Undav an früher. An das „kleine dicke Müller“ – nein, an den Bomber, das klingt viel netter. Also an Gerd Müller. Der Deutschtürke besitzt einen Torriecher. Oder besser: Torhunger? Neun Tore und noch ein paar Vorlagen in elf Spielen. Messi, Ronaldo? Alle reden von Undav. Und ach, seufzen die Türken in tiefer Melancholie, Deniz spielt ja für Deutschland …
Vor allem besitzt er etwas, das man weder im Labor züchten noch in einem Nachwuchsleistungszentrum unterrichten kann: Instinkt. Per Mertesacker sagte es treffend: „Der weiß einfach immer, wo das Tor steht.“ Christoph Kramer legte nach und verpasste den deutschen Nachwuchsakademien gleich noch einen kleinen Tritt gegen das Schienbein. Diesen Instinkt, meinte er, könne man eben nicht lernen. Man hat ihn oder man hat ihn nicht.
Auch Nationaltrainer Julian Nagelsmann war im Toronto-Stadion BMO Field ein Schauspiel für sich.
Im schwarzen Schlabberlook wirbelte Deutschlands Bundestrainer an der Seitenlinie wie ein Derwisch auf Espresso. Als die Ivorer gegen Ende der Partie die Sekunden zusammenschoben wie ein geiziger Kaufmann seine Münzen, explodierte Nagelsmann. Ball auf den Boden, Diskussion mit dem Vierten Offiziellen, Puls vermutlich bei 180. Bei der FIFA-Schiedsrichtergilde dürfte sein Name inzwischen mit einem kleinen Ausrufezeichen versehen sein.
Zurück zu Torjäger Undav: Ausgerechnet Nagelsmann hatte ihn während der WM-Vorbereitung noch öffentlich kritisiert. Nun stand und traf Undav exakt dort, wo ein Stürmer stehen muss. Der Fußball schreibt manchmal die schönsten Geschichten. Erst wird gestritten, später umarmt man sich. Notgedrungen?
Am Ende war es kein Glanzsieg. Es war ein Arbeitssieg, errungen mit ölverschmierten Händen.
Ein Sieg, der nicht nach Champagner schmeckte, sondern nach Werkstatt. Deutschland ist weiter.
Doch gegen die wirklich großen Gegner wartet eine andere Prüfung. Denn was den Spitzenmannschaften, also den Rennautos, oft aus allen Poren strömt, fehlt der DFB-Elf noch immer ein wenig: Geschwindigkeit.
Der frühere Bundesliga-Feuerwehrmann Uwe Rapolder brachte es kürzlich auf den Punkt. Die großen Nationen besitzen mehr Tempo, mehr Explosivität und mehr Dynamit. Deutschland hat derzeit etwas anderes zu bieten: einen Trainer auf Betriebstemperatur, einen Philosophen im ZDF-Studio und einen Stürmer namens Deniz Undav mit reichlich Bauchgefühl vor dem Tor. Manchmal reicht das. Zumindest für den Moment.

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Mit viel Glück und der Hilfe des Schiedsrichters in der Nachspielzeit die Fußballriesen von der Elfenbeinküste niederzuringen, das ist schon sensationell! Dieser „deutschen“ Mannschaft, die das Zeug hat, nicht, wie üblich, schon in der Vorrunde auszuscheiden, ist der WM-Titel so gut wie sicher! Gratulation! (Satire aus)
Nun ja, mit den beiden Toren hat Deniz Undav der Nationalmannschaft und auch Nagelsmann natürlich den Arsch gerettet. Und SO, wie dann die Spieler aufm Feld und die Ersatzbank dann auch das zweite Tor bejubelt und D.Undav abgefeiert hatten, schienen sie alle auch genau zu wissen was das zweite Tor und der Sieg bedeuten tut. Dennoch Ehre, dem Ehre gebührt. Doch bei aller -durchaus auch berechtigten- Lobdudelei für D.Undav, sollten dann aber nicht auch solch „Kleinigkeiten“ und nicht jene Spieler vergessen werden, die, wie hier Nmecha, Dank ihrer spielerischen Übersicht und Dank ihrem durch die gegnerischen Verteidigerreihen gehenden zentimetergenau zugespielten… Mehr
Ein Undav allein reicht auf Dauer nicht. Die Deutschen gegen Elfenbeinküste spielten teilweise kopflos nnd hatten dadurch relativ viele Ballverluste.
Für mich ist ein Erfolgsfussball der, wo ein Spielmacher die langen Pässe serviert und 1 bis 2 Stürmer diese Pässe direkt verwerten. Das ist sehenswerter Fussball und einer, der gewinnt.
… Verdammt lang her … die Zeiten von Netzer, Overath etc.
Stimmt, „Verdammt lang her … die Zeiten“.
ALS Hamburger war ich natürlich vorrangig HSV-Fan (und hatte damals nicht nur auch selber im Verein gespielt, sondern sogar über Wochenende im HSV-Trainingslager Hbg-Ochsenzoll auch meinen Schiedsrichterschein erworben). Von welcher Mannschaft und von welcher Art von Fußball ich aber damals als noch junger Bengel Anfang der 70er auch ein sehr großer Fan war, war B. Möchengladbach und von G. Netzer im Mttelfeld. Das damalige „Gladbacher Angrieffpiel“ mit den über 50 und 60 Metern geschlagenen zentimetergenauen Netzer-Pässen fand ich einfach eine Augenweide.
Ja, leider, „Verdammt lang her … die Zeiten“.
Seitdem der sog. Tauhid-Finger im Kreise der D.-Schländer Mannschaft aufgetaucht ist. Wurde aus grossen Desinteresse an dem Gekicke strikte Ablehnung.
Das war bis Ende der Neunziger anders.
Das Zitat stammt zwar nicht von Diego Maradona, wird ihm aber dennoch fälschlicherweise immer wieder zugeschrieben.
„Wenn man die Deutschen besiegen will, muss man sie töten“
Da die Mannschaft fast ausschließlich aus Migranten besteht, war das kein Sieg der deutschen Mannschaft, sondern ein Sieg des Islam. So zumindest sehen das die „Gäste“. Das war gestern in Berlin überdeutlich auszumachen.
Ich schäme mich für das eigene Land. Wer hätte gedacht, dass es so einmal kommen wird.
Ein paar der Betbrüder sind wohl Christen und Undav ist kurdisch-jesidischer Abstammung. Ich führe aber keine Liste. Nimmt man allein die (Vor-)Namen der 74’er Weltmeister (oder auch noch die der 90’er) und vergleicht diese mit heute, so ist der Unterschied eklatant. Aber diese Tube ist ausgedrückt. No Return (Demographie).
Und Berlin ist eh lost. Die wissen es nur noch nicht!
Daß Berlin die Bundesregierung und die Bundesministerien „hosted“ passt zudem ins Bild, das passt wie A… auf E…
Siggi – wie viele Söhne hast du dem Fußball zugeführt, wie viele Enkel oder auch Töchter?
Undav hat einen deutschen und einen türkischen Pass.
Für mich ist er im Gegensatz zu Gerd Müller kein Deutscher.
Hätte er sich eindeutig zu Deutschland bekannt, würde ich ihn gerne als Deutschen bezeichnen.
In Deutschland gibt es übrigena 3,6 Millionen doppelte Staatsbürger. Deutschland ist auch hier einmalig.
„Damit die Stadt endlich sauber wird:
Berlin will künftig einmal im Monat ein Freundschaftsspiel gegen Japan ausrichten.“
(Quelle: der Postillon)
Hintergrund:
heftig feiernde japanische und schottische Fans helfen den betroffenen Städten am nächsten Tag beim Aufräumen.
ebenda:
https://www.der-postillon.com/2026/06/wm-spiele-nacht.html
Die Japaner haben halt keine 52 Geschlechter und keine 10 Millionen Migranten. Da muss Mann eben selbst Hand anlegen.
Deniz Undav ist Kurde. Und höchstens Passtürke. Deshalb wird er von Türken auch so leidenschaftlich ausgepfiffen.
Nimm statt Türke Osmane und schon passt es.
Top, wunderbar – so ist es , hatte vorher NL gegen Schweden angeschaut -alle Achtung !!!