Von der spirituellen Obdachlosigkeit zur göttlichen Herkunft, Unterkunft und Zukunft

Diese Woche hat die Diakonie eindringlich auf die Gefahr hingewiesen, die Obdachlosen bei der gegenwärtigen Hitze droht. Weh dem, der keine Unterkunft hat! Dies gilt auch für eine spirituell obdachlose Gesellschaft.

picture alliance/dpa | Andreas Arnold

Ein Obdachloser hat keine echte Unterkunft. An warmen und trockenen Tagen mag das ein durchaus abenteuerliches Lebensmodell sein. In unserem Altenheim hatten wir einen ehemaligen Obdachlosen. An schönen Sommertagen war er über Nacht immer mal wieder weg, irgendwo draußen auf der Straße bei seinen alten Kumpels.

Aber an kalten und regnerischen Tagen oder bei 40 Grad im Schatten ist Obdachlosigkeit ein hammerhartes Los mit katastrophalen Folgen. Obdachlose helfen sich mit primitiv zusammengebastelten Notbehausungen. Es gibt Zustände, die lassen sich ohne Drogen kaum ertragen. Jedes Jahr Obdachlosigkeit geht auf Kosten der gesundheitlichen Substanz und senkt die erwartbare Lebenszeit um zwei bis drei Jahre.

Auch die spirituelle Obdachlosigkeit hat es in sich:
Der Mensch als bloßes Zufallsprodukt der Evolution verliert seine sinnvolle Herkunft.
Der Mensch ohne den christlichen Gott verliert seine feste Burg der Geborgenheit.
Und der Mensch in einem konsequenten Diesseitsdenken verliert die Ewigkeit.

Der Zustand dieser spirituellen Obdachlosigkeit ist kaum zu ertragen. Und so boomt auf dem Markt der Obdachlosen das Angebot der Notunterkünfte: Die Familie, Arbeit und Karriere, Wohlstand, Körper- und Psychokult, Kultur, Polit-Ideologie, Vater Staat, Mutter Kirche, Nationalismus, moralische Gewissheiten; alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird von den Obdachlosen herbeigeschafft, um damit irgendwie eine einigermaßen halbwegs stabile Notunterkunft zusammenzubasteln.

Der christliche Glaube ist das Ende der spirituellen Obdachlosigkeit. Eine Afrikanerin spricht mich in der Berliner S-Bahn an: „Du musst am Sonntag zu unserem Gottesdienst kommen. Das ist wirklich wichtig für dich.“ Ein Kirchenmitglied der großen deutschen staatsnahen Kirchen hat mich noch nie so zu einem Gottesdienst eingeladen. „Das ist wirklich wichtig für Sie, denn hier geht es um eine echte Unterkunft und Zukunft für Sie.“

Stattdessen tummeln sich viele deutsche Christen auf dem Markt der Notunterkünfte und versuchen dort all die politspirituellen Bretter an den Mann zu bringen, die zeitgeistig angesagt sind, die aber für ein stabiles Fundament zum Leben und zum Sterben untauglich sind.

Ich mache mir Sorgen um die Kirchen, die nicht mehr Zeigefinger hin zur göttlichen Unterkunft sind. Sie sind wie Erdbeerkuchen ohne Erdbeeren.

Keine Sorgen mache ich mir hingegen um den christlichen Glauben und die Gemeinschaft der Christen, denn der christliche Glaube ist hochattraktiv: Der christliche Glaube verbindet die Menschen mit der Quelle der Vergebung, Geborgenheit, Liebe, Ewigkeit und Schönheit. Der christliche Glaube schenkt Herkunft, Unterkunft und Zukunft.

Angekommen

Ich bin nicht
länger endlos
auf der Suche,
sondern als
Gefundener
bei meinem
ewigen Ziel.

Das Entscheidende
habe ich bereits
erreicht und
das Schönste
noch vor mir.

(Professor Hans-Joachim Eckstein)


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Kommentare ( 86 )

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giesemann
1 Monat her

Sie sind Pantheistin? Für mich als Naturwissewas ist das nicht unsympathisch. Die Alten betrieben F&E in erster Linie, um „Gott zu schauen“; dies war auch mein Motiv. Und auf den Schultern dieser *Riesen stehen wir. Nicht im Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht (= Wissenschaft, genauer Naturwissenschaft). Denn dazu braucht es viel Kraft&Liebe. Gott hat uns das gegeben – zumindest manchen von uns. Eben diesen *Riesen. Wer das begreift, der/die verlässt den „Geist der Furcht“, hat die zentrale Botschaft des Christentums verstanden: Fürchte dich nicht. Kommen #sie frech, dann sagt er/sie: Praise the Lord… Mehr

Retlapsneklow
1 Monat her

« Sein [Jesu] Wirken an mir kann ich vielfach bezeugen, obwohl ich ihn noch nie gesehen habe! » Dieses vielfach zu Bezeugende wäre das Interessanteste gewesen – und woran konnten Sie feststellen, dass er es war? – während alles andere angelesen ist und damit auch von Ihnen nicht selber verifizierbar. Wir wissen ja heute, was mit Berichten so alles passieren kann… und immer ein Teil eine andere Wahrheit kennt. Das muss früher auch nicht viel anders gewesen sein, zumal manches erst lange Zeit mündlich kursierte und erst viel später zu Papier gebracht wurde. Nicht gerade nah an den Originalszenen. Richtig… Mehr

giesemann
1 Monat her

Nichts ist „aus“, es fängt da erst an. Die Immanenz ist nur der Probelauf, oder? „Deshalb ist er in Jesus nach schrecklichen Qualen am Kreuz gestorben“. Bisschen sadistisch, aber Gott, der Herr Zebaoth will es so. Weiß der Teufel, warum es so sein muss/te. Also: Fürchtet euch nicht – das ist die Frohe Botschaft Jesu. Die Palliativmedizin, die moderne, hilft dabei, ganz entscheidend. Mit ihrem sänftigenden Pallium, einem gnädigen Mantel. Gott hat uns das schaffen lassen, in seiner Gnade. Denn ER hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht (= zB… Mehr

Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  giesemann

« hatte neulich mal eine solche Tour de Trance – selten so erquickt wieder aufgewacht. Wollte gleich nochmal, aber sie ließen mich nicht. Kosten? »

Was ist denn mit Ihnen geschehen? Hatte bei anderen Postings auch schon einen ziemlich neuen Eindruck.

Sie fragen nach Kosten. Im Prinzip nicht falsch, wenn man sich vorher fragt, was die natürliche Währung des Lebens als solchem ist.

Last edited 1 Monat her by Retlapsneklow
giesemann
1 Monat her
Antworten an  Retlapsneklow

Machen Sie sich keine Sorgen.

Deutscher
1 Monat her

Ich finde bemerkenswert, dass Sie exakt dieselben Worte gebrauchen, wie Muslime in Bezug auf den Koran: Das Wort Gottes.

Eine Frage:
War Maria bei Jesu Geburt Jungfrau?

Laurenz
1 Monat her
Antworten an  Deutscher

Jesus hielt weder was von seiner Mutter, noch was von seinen vielen Geschwistern, außer Jakobus, denn dieser folgte ihm. Als Jesus Mutter & Geschwister draußen warten, ließ er sie draußen stehen. Jesus hätte sich über das Madonnenbild seiner Mutter, kreiert durch die Katholiken, totgelacht. Matthäus 12,46–50: „Jemand aus der Menge sagt zu Jesus: „Siehe, deine Mutter & deine Brüder stehen draußen & wollen mit dir reden.“ Jesus antwortet, daß seine Jünger (Follower) seine wahre Familie sind.

Deutscher
1 Monat her

Sie glauben, Sie kennen den Richter und das Gericht? Sie kennen noch nicht mal das Gesetz! Der Teufelsglaube kam mit dem Christenglauben. Ergo: Wer Christ ist, ist auch Satanist. Ob und wie es nach dem Tode konkret weitergeht, weiß niemand, auch Sie und ich nicht. Wahrscheinlich ist, dass sich irgendeine Art von Existenz anschließt. Inwieweit wir unser Bewusstsein da hin mitnehmen, weiß auch niemand. Jedes Lebewesen hat Angst vor dem Tod. Deswegen fliehen Zebras vor Löwen, deswegen weicht die Fliege der Fliegenklatsche aus. Angst vor dem Tod ist nichts anderes als der natürliche Überlebenswille. Angst vor der Hölle ist aber… Mehr

Last edited 1 Monat her by Deutscher
Laurenz
1 Monat her
Antworten an  Deutscher

Völlig korrekt, Johannes von Patmos nannte in der Apokalypse die Heiden-Christen, wie Frau Grimm, Anhänger der Synagoge Satans. Da Herr Zorn die Schrift gut kennt, weiß er darum, macht aber bei den Teufelsanbetern weiter mit.

Laurenz
1 Monat her

Dieses Gefasel ist viel zu komplex, um von Gehalt zu sein. Entweder Sie können es in 2-3 Sätzen plausibel schildern oder es taugt nicht. Sie liefern weder einen empirischen Beweis, noch fabrizieren Sie Plausibilität.

Laurenz
1 Monat her

Nur, weil Ihre antik-marxistischen Bauernfänger irgendwas aus dem jenseits behaupteten, ist das noch lange keine Beweis. Dafür log Ihr Jesus einfach zu oft. Die größte Lüge der Menschheitsgeschichte war das Versprechen seiner baldigen Wiederkehr per Apokalypse inklusive des Jüngsten Gerichts. Es gibt dazu unterschiedliche Meinungen. Entweder hing Jesus von Nazareth nach seiner Flucht in Ägypten ab, dort existiert auch sein Grab, oder nach Indien. Auf jeden Fall scheint ihm das besser gefallen zu haben, als mit dem Genossen zu Jerusalem erneut in einer Weltrevolution gegen die Römer zu scheitern. Spätestens mit dem Bar-Kochba-Aufstand bekamen die Jesus-Follower derart die Fresse poliert,… Mehr

giesemann
1 Monat her
Antworten an  Laurenz

Vor geraumer Zeit am Wedekindplatz in Schwabing/München: Junge Leute hatten einen Stand aufgebaut mit christlichen Broschüren; kam ein besoffener Türke daher, grölte: Wie kann ein Mensch Gott sein? Die jungen Leutchen waren ganz verdattert, ich sagte dem Türken nur: Es ist umgekehrt, Gott, der Allmächtige ist Mensch geworden, damals – geht das? Der zog dann ab, die Bierflasche schwenkend und die jungen Leute schauten mich dankbar an. Wir unterhielten uns noch eine Weile – denn kein Mensch interessierte sich ansonsten. Geheimnis des Glaubens, fasse es wer kann.

Laurenz
1 Monat her
Antworten an  giesemann

Super Idee, er schickt einen Menschen, um ihn dann gleich wieder verrecken zu lassen? Dann behauptet dieser Mensch gewordene Gott, er käme gleich wieder. Pustekuchen… was wollen Sie mit so einem Gott? Knapp 2k Jahre später meinte es ein großer Theologe nur gut, sprach die Wahrheit & wurde dafür exkommuniziert, Alfred Loisy … „Jesus verkündete das Reich Gottes & gekommen ist die Kirche.“ Die Kurie hatte natürlich genau verstanden, daß Loisy, gefangen in Seiner Blase, die Wahrheit sprach & das vernichtende Urteil erkannt, welches Loisy über Ihren menschgewordenen Gott & seine völlige Unfähigkeit gefällt hatte.

Last edited 1 Monat her by Laurenz
giesemann
1 Monat her
Antworten an  Laurenz

Die ganze Christologie ist unschlüssig, die Juden wissen das und warten immer noch auf den Messias. Der Rettungsversuch durch die Erfindung der „Erbsünde“ nach dem Hl. Augustinus von Hippo, dem „Kirchenvater“, kann auch nicht überzeugen. Habe das bereits im einzelnen erläutert. Fazit: Wir müssen schon selber ran, wir haben nur das, was wir selbst erschaffen haben. In diesem merkwürdigen Leben. Lasst uns so pfleglich damit umgehen wie möglich. Mit der Bergpredigt und mit Immanuel Kant sollte das möglich sein, Inshallah. Alles darüber hinaus ist unnötig, infantil, nicht hilfreich. Schwer zu akzeptieren, weiß wohl, aber da müssen wir durch – Deus… Mehr

Laurenz
1 Monat her
Antworten an  giesemann

Besuchen Sie doch mal eine Aufstellung nach Bert Hellinger. Die Erbsünde gibt es quasi, aber nicht unbedingt als Sünde, sondern als Verstrickung, die man lösen kann ohne 20 Vaterunser. Desweiteren ist Ihre ignorante Weltsicht auf Koreaner, Russen sonstwas, arg wahrnehmungsgestört. Ihnen fehlt es an autodidaktisch gewonnener, historischer Bildung. Nordkorea ist immer das, was Völkern blüht, deren Juntas nicht in der Lage sind, Wohlstand zu erschaffen. Der große Atheist Christopher Hitchens bezeichnete ihren christlichen Schöpfer als himmlisches Nordkorea. Sie täuschen Sich auch, der Biblische Gott ist quasi nur ein spiritueller Wüstenräuberhauptmann. Der hat es vielleicht geschafft, wein paar Kamelhaufen in die… Mehr

giesemann
1 Monat her
Antworten an  Laurenz

Warum halten sich Dumme für gescheit? Und werden dann auch noch arrogant. Sie bemerken nicht mal ihre eigene „wokeness“ – sogar der Kim … .

Laurenz
1 Monat her

Fast wäre Ihr Kommentar gut gewesen, Frau Grimm. Niemand kann sich vorstellen, daß ein Mensch aufersteht. Jesus konnte es ja auch nicht, dafür log er einfach auch zu oft. Auferstehungen oder Gottwerdungen sind jetzt auch nicht wirklich was neues. Warum sollten die Nazarener das Rad neu erfinden? Man findet so was ähnliches auch bei Castaneda, allerdings weniger im Marvel-Helden-Format Ihres antiken Hollywoods. Ihre Augenzeugenberichte aus der Schrift sind eher mal beschissen dürftig. Kein Richter mag Zeugenprozesse, denn bei 5 Zeugen hat das Täterfahrzeug immer 5 verschiedene Farben. Ihr Gott & Ihr Jesus sind die größten spirituellen Luschen, die es unter… Mehr

Last edited 1 Monat her by Laurenz
Reinhold
1 Monat her

Es ist immer wieder erstaunlich und erschreckend, wie viele gut gebildete Deutsche immer noch an das älteste Märchen der Welt glauben. Aber so lange Zigtausende damit gutes Geld verdienen, wird es so bleiben.

achijah
1 Monat her
Antworten an  Reinhold

Das lustige ist, dass die Zehntausende, die nach ihren Aussagen gutes Geld damit verdienen, ja leider all zu oft gerade zu Propagandisten der Notunterkünfte der Obdachlosen geworden sind.

Laurenz
1 Monat her
Antworten an  achijah

Ohne den ganzen Kirchen-Popanz wäre die Nummer viel billiger. Ich kann auch für Bedürftige eine Messe lesen, ohne zum Priester geweiht worden zu sein.

giesemann
1 Monat her
Antworten an  Reinhold

Tja, der älteste Beruf der Welt (Schamanen, Druiden, Rebbes, etc.) lässt sich eben nicht so gerne die Butter vom Brot nehmen; deshalb hat er sich raffinierteste Märchen ausgedacht – weil sehr lukrativ. Jesus Christus selbst hat gegen das damalige Rabbiner-Establishment gelöckt – die Folgen sind bekannt. Aber da konnte man was Neues draus machen, bis heute. Gruß auch vom Erfinder der „Erbsünde“, dem Hl. Augustinus von Hippo, das liegt heute in Tunesien. Der hat die Chose gerade noch gerettet, in letzter Minute, im 4. Jhdt. Das unsägliche Sündengetue des Christentums wird das Ganze obsolet werden lassen, vielleicht muss bald was… Mehr

giesemann
1 Monat her

Gerade als Frau kann man auf O. Eberz abfahren, warum nicht. Die Botschaft an die Männer lautet: Lass dich nicht zum Affen machen, lass dich nicht dressieren, schon gar nicht von Frau. Offenbar hatte Eberz keine Kinder – eine kluge Entscheidung, da lässt es sich leichter herumphilosophieren.