„Das derzeitige Asylsystem ist zerstörerisch für Europa“

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärt Europas Asylsystem für gescheitert und illegale Migration zur konkreten Bedrohung. Zugleich warnt sie vor einem Feind, der im Innern Europas wachse: Hamas-Anhängern, Terroristen und Islamisten.

IMAGO

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wählt am 12. August im Folketing, dem dänischen Parlament, drastische Worte zur Beschreibung einer sehr ernsten Lage, die man von einer sozialdemokratischen Regierungschefin in Deutschland definitiv nicht hören würde. Europa werde nicht mehr nur von äußeren Gegnern bedroht. Ein „großer Feind“ sei inzwischen innerhalb Europas eingewandert und herangewachsen: Ausländer, die nach Europa gekommen seien, Hamas unterstützten, Terror gegen europäische Gesellschaften verübten und deren grundlegende Werte ablehnten.

Fünf Oppositionsparteien hatten die Abgeordneten eigens aus der Sommerpause zurückgerufen. Angeführt wurde die Initiative vom Vorsitzenden der Dänischen Volkspartei, Morten Messerschmidt. Er fordert inzwischen, Spanien wegen seiner Migrationspolitik aus dem Schengen-Raum zu suspendieren. Frederiksen selbst ließ keinen Spielraum für Interpretationen: „Das Problem ist, dass ein großer Feind begonnen hat, von innen heraus zu wachsen, und das sind Ausländer, die nach Europa gekommen sind.“

Wer damit gemeint ist, führte die Regierungschefin sogleich selbst aus: „Es sind Hamas-Unterstützer. Es sind Menschen, die Terror gegen europäische Gesellschaften verüben. Es sind Menschen, die unsere grundlegenden europäischen Werte nicht anerkennen. Es sind Menschen, die mit einigen der dunkelsten Kräfte dieser Welt sympathisieren.“

Europa sei deshalb inzwischen „sowohl von außen als nun auch von innen“ bedroht. Frederiksen benannte anschließend ausdrücklich „Menschen mit islamischem Hintergrund, die die offene, freie europäische Gesellschaft nicht wollen“.

Anlass der außerordentlichen Parlamentsdebatte waren die Ereignisse vom 30. und 31. Juli in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika und die Frage, wie Europa künftig auf illegale Massenmigration reagieren soll. Frederiksen bezeichnete die Bilder aus Ceuta als „sehr gewalttätig“ und als sehr „beunruhigend“. Europas Außengrenzen dürften nach ihrer Auffassung von niemandem illegal überschritten werden. „Eine strikte Einwanderungspolitik ist entscheidend für Dänemark und für Europa“, sagte sie. Sie sei notwendig, um Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Sicherheit des Einzelnen zu schützen.

Sollten sich Migranten aus Spanien weiter nach Norden bewegen, will Kopenhagen nicht erst auf eine gemeinsame europäische Lösung warten. „Sollte es auch nur das geringste Anzeichen für Migrantenbewegungen nach oben durch Europa geben, werden wir keine Sekunde zögern, alle notwendigen Schritte zu ergreifen“, kündigte Frederiksen an. Dänemark könnte seine bereits bestehenden Grenzkontrollen zunächst ausweiten. Als äußerste Maßnahme steht die vollständige Schließung der Landesgrenzen im Raum. Die Polizei könnte dann jeden einzelnen Einreisenden kontrollieren. Die notwendigen Notfallpläne existieren nach Angaben der Ministerpräsidentin bereits, diese könnten „mit wenigen Stunden Vorlauf“ aktiviert werden.

Frederiksens Urteil über das europäische Asylsystem fällt entsprechend vernichtend aus: „Illegale Migration ist eine ernsthafte und sehr konkrete Bedrohung für Europa“, sagte sie. Das geltende System sei gescheitert: „Das derzeitige Asylsystem funktioniert nicht. Es ist nicht nachhaltig. Es ist unmenschlich. Und es ist zerstörerisch für Europa.“ Europa müsse deshalb seine Migrationspolitik grundsätzlich ändern und vor allem jene Anreize beseitigen, an denen die Menschenschmuggler verdienen. Das bestehende Verfahren hält Frederiksen nicht mehr für reformfähig genug, um die Probleme lediglich innerhalb seiner bisherigen Logik zu verwalten.

Besonders scharf ging sie mit Spanien ins Gericht. Die sozialistische Skandal-Regierung von Sanchez hat beschlossen, zu hunderttausenden Migranten zu legalisieren, die sich bereits illegal im Land aufhalten. Das entsprechende Verfahren war bis zum 30. Juni für Anträge geöffnet; Voraussetzung war der Nachweis, sich bereits vor dem 1. Januar in Spanien aufgehalten zu haben. Die spanische Regierung rechnet mit rund 500.000 Menschen, die von der Regelung erfasst werden könnten. Den Vorwurf, diese Legalisierung habe zusätzliche Migranten nach Ceuta gelockt, weist Madrid entschieden zurück. Während es zuhauf weiter illegale Migranten einsickern lässt und ins Landesinnere verbringt.

Frederiksen interessiert sich weniger für die spanische Rechtfertigung als für deren mögliche Folgen für den Rest Europas. Dänemark lehne die spanische Linie grundsätzlich ab. „Die spanische Regierung kann ihre eigenen nationalen Entscheidungen treffen, genauso wie Dänemark das tun kann“, sagte sie. „Aber ich und wir werden nicht akzeptieren, dass die dänische Gesellschaft den Preis für Entscheidungen in Spanien zahlen soll, mit denen wir grundsätzlich nicht einverstanden sind.“

Ihre Regierung behandelt die Vorgänge in Ceuta deshalb nicht als isolierte Krise. „Wir müssen Dänemark vor unkontrollierter Einwanderung schützen“, erklärte Frederiksen. „Wir müssen Dänemark vor Russland schützen, und wir müssen Dänemark vor den Kräften schützen, die unsere Werte und unsere Lebensweise unterdrücken wollen, und zwar unabhängig davon, woher sie kommen.“

Zur Begründung verwies sie auch auf frühere Fälle, in denen Russland und Belarus beschuldigt wurden, Migranten gezielt als Instrument hybrider Operationen gegen europäische Staaten einzusetzen. Migration erscheint in dieser Betrachtung nicht mehr nur als sozial- oder asylpolitische Frage, sondern ebenso als Frage staatlicher Sicherheit und politischer Souveränität.

Frederiksen verlangt deshalb eine europäische „Notbremse“. Staaten müssten ihre Grenzen bei plötzlich einsetzenden großen Migrationsbewegungen schließen können. „Die Vorstellung, dass man die Grenze schließen können sollte, unterstützen wir“, sagte sie. „Wir haben diese Notbremse in Dänemark, und Europa sollte ebenfalls diese Notbremse haben.“

Dänemark drängt seit längerem gemeinsam mit anderen Staaten auf eine deutlich restriktivere europäische Migrationspolitik. Erst am 10. August hatte Frederiksen gemeinsam mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gefordert, Abschiebungen stärker einzusetzen und „Rückführungszentren in Drittstaaten“ für Menschen einzurichten, die kein Aufenthaltsrecht in Europa haben.

Dem vorausgegangen war ein von Dänemark und Italien angeführter offener Brief, den insgesamt 22 EU-Mitgliedstaaten unterzeichneten. Darin verlangten die Regierungen einen stärkeren Schutz der EU-Außengrenzen. Frederiksen besteht zugleich auf dem politischen Grundsatz, dass europäische Staaten selbst darüber entscheiden können müssen, wer ihr Territorium betritt. Diese Entscheidung müsse demokratisch getroffen werden. Wer sich nicht angemessen verhalte, müsse auch wieder aus dem Land entfernt werden können.

Damit zählt die von einer Sozialdemokratin geführte dänische Regierung inzwischen zu den entschiedensten Verfechtern strenger Migrationskontrollen und eines harten Vorgehens gegen Kriminalität innerhalb der Europäischen Union. Während in anderen sozialdemokratischen Parteien noch über die sprachlichen Grenzen der Migrationsdebatte gestritten wird, lässt Frederiksen bereits Einsatzpläne für den Fall bereithalten, dass die nächste große Wanderungsbewegung Richtung Dänemark zieht.

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Kommentare ( 102 )

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Mausi
19 Tage her

„den insgesamt 22 EU-Mitgliedstaaten unterzeichneten“: 27 Mitgliedstaaten gibt es. Und immer noch geschieht nichts. Die Regierungen haben in ihren eigenen Staaten weniger zu sagen, als die EU. bzw. als die 5 Staaten, die nicht unterschrieben waren. Subsidiarität? Niemals. Alle Macht nach oben. Unten hat nur zu kuschen und zu zahlen.

Phil
21 Tage her

Falsch Frau Frederiksen, der eigentliche Feind des Westens kommt nicht von aussen, sondern von innen, ohne dessen Idiologie hätten wir auch keine Migration. Was die Sozialdemokratie in Dänemark händeringend versucht, ist 3-4 Generationen später ein Problem zu lösen, welches durch die Sozialdemokratie erst entstanden ist. Noch bis in die 1980 galt die dänische Einwanderungspolitik als eine der liberalsten in Europa, damals wurde der Grundstein für die heutigen Probleme gelegt. 46 Jahre später merkt man, welche Scheisse man veranstaltet hat und besinnt sich wieder auf jene konservative Politik (sprich auf eine Politik der Vernunft und des Verstandes) zurück, welche man Jahrzehnte… Mehr

Mike76
21 Tage her
Antworten an  Phil

Sie verwechseln da grundlegend etwas. Nach Dänemark kamen in den 80/90gern aber nicht Afrikaner oder arabisch-stämmige Männer eingereist, sondern eher Deutsche, Schweden, Finnen und auch Polen. Die eingangs erwähnte Brut kam schleichend aber stetig erst in den Jahren weit danach. Und genau damit haben die Dänen zurecht ein Problem.

Honoree Bloum
17 Tage her
Antworten an  Mike76

Stimmt nicht.
Dänemark hat selbst schon Anfang der siebziger Jahre Kontingente von Gastarbeitern aus mohammedanischen Ländern aufgenommen: Marokko, Türkei, Näher Osten. Aber auch Pakistan und Bangladesch.

Schwabenwilli
21 Tage her

„„Das Problem ist, dass ein großer Feind begonnen hat, von innen heraus zu wachsen, und das sind Ausländer, die nach Europa gekommen sind.““

Es sind Ausländer die einer bestimmten Religion angehören bzw mittlerweile Staatsbürger der selben Sorte. Mir ist nicht bekannt das Angehörige anderer Religionen derart integrationsfeindlich sind wie diese. Inzwischen machen sie ja auch keinen Hehl mehr daraus zu fordern wie die Länder die sie aufgenommen haben auszusehen haben.

Honoree Bloum
17 Tage her
Antworten an  Schwabenwilli

Stimmt.
Von Hindus oder Buddhisten beispielsweise hört man fast nix!
Die kommen hierhin und benehmen sich vollkommen normal und unauffällig. Sind dankbar und anständig.
Es sind fast ausschließlich und allein die Anhänger der Religion des >>Friedens<<, die krebsartige Beschwerden auslösen.
Überall auf der Welt, nicht nur in Europa!

Jens Frisch
21 Tage her

„Wir müssen Dänemark vor unkontrollierter Einwanderung schützen“
Vor allem muss Europa seine Völker vor den Barbaren aus den afrikanischen und islamischen Länder schützen!

Will Hunting
22 Tage her

Alles zu spät.
Die Auseinandersetzung wird im Kreißsaal entschieden.

Kassandra
21 Tage her
Antworten an  Will Hunting

Ja. Jetzt müsste man nur noch wissen, wie viele inzwischen dort ihren ersten Schrei tun, die niemals für ein eigenständiges Leben ausgerüstet sein werden. Ansonsten: https://replacementclock.org/ „Tatsächlich lässt die Extrapolation der dokumentierten Zahlen allerdings auch den pessimistischen Schluss zu, dass infolge der galoppierenden Geburtenexplosion der migrationsstämmigen Bevölkerungsgruppen der Anteil der Autochthonen schon viel früher, etwa ab 2050, in die Minderzahl geraten wird. Da die historische Erfahrung lehrt, dass die einheimische Bevölkerung in islamisch unterwanderten Ländern ab einem gewissen erreichten Bevölkerungsanteil unter massiven Assimilationsdruck gerät, ist zu erwarten, dass sich dieser Prozess erheblich beschleunigen wird – durch freiwillige “Unterwerfung” oder Flucht der… Mehr

spindoctor
21 Tage her
Antworten an  Kassandra

Leider haben Sie Recht.

Sonny
22 Tage her

Dänemark wird zum Vorreiter eines vernünftigen Europas.
Wer hätte gedacht, dass eine sozialdemokratische Partei in Europa zu solchen vernünftigen Einstellungen und Entscheidungen fähig ist?!
Bravo Mette.

Gert Friederichs
21 Tage her
Antworten an  Sonny

Im Gegensatz zu dieser notwendigen Migrantenbegrenzung steht Mettes drastischer Unterstützungskurs für die pleite-korrupte Ukraine!

moorwald
22 Tage her

Das nie erklärte, aber mit Händen zu greifende Ziel der EU (der Kommission) ist die Schwächung und schließliche Auflösung der souveränen Nationalstaaten. Schon der Ministerrat ist ja nur sehr schwach demokratisch legitimiert. Die Kommission ist es gar nicht, gebärdet sich aber wie eine Zentralregierung. Um die widerspenstigen Bürger einzulullen wurden „demokratische“ Institutionen geschaffen; ein zahnloses Europäisches Parlament, ein willfähriger Europäischer Gerichtshof Innerhalb der EU dominieren natürlich nach wie vor nationale Interessen. Wie immer lautet die Frage: Wer zahlt? Wir kennen die Antwort. Die EU hat kein Interesse daran, den Zustrom kulturfremder Eroberer einzudämmen. Im Gegenteil: Ein wirksameres Mittel, die Souveränität… Mehr

Last edited 22 Tage her by moorwald
joly
22 Tage her
Antworten an  moorwald

Auch das EU Parlament ist nicht demokratisch legitimiert. So lange die Kleinstaaten mehr Abgeordnete pro Anzahl Wähler bekommen bin ich gegen dieses Parlament.

moorwald
21 Tage her
Antworten an  joly

Es gibt eben kein Europäisches Volk

naklar
22 Tage her

Weforum. People. Frederiksen. Mehr muss ich nicht wissen.

Kassandra
21 Tage her
Antworten an  naklar

Ja. Ich befürchte auch: die redet nur.

MCL
21 Tage her
Antworten an  naklar

Frau Frederikson war offenbar noch nie in Davos.

NoPasaran
22 Tage her

Zuerst schaffen sie wissentlich und absichtlich das Problem, dann behaupten sie, es bestehe eine Bedrohung, und auf dieser Grundlage führen sie alle möglichen Gesetze und Einschränkungen für die einheimische Bevölkerung ein und schaffen ein digitales Konzentrationslager mit ständiger Überwachung und Kontrolle über alles, was ein „Bürger“ tut – von der Wiege bis zur Bahre. Das Ganze ist so durchschaubar, dass es schon nicht mehr lustig ist.

spindoctor
21 Tage her
Antworten an  NoPasaran

„Wer hat uns verraten?“ Nein, doch, ohh.

F. Hoffmann
22 Tage her

Es scheint als ob Dänemark all die intelligenten Sozis abbekommen hat und wir die Sozi-Deppen. Inclusive der ihnen sklavisch folgenden Unionsparteien gleicher Qualität.

Last edited 22 Tage her by F. Hoffmann