Woke is broke

Mitten in Berlin, vor der Haustüre der Bundespolitik, wird auf dem roten Teppich die veröffentlichte Einheitsmeinungmauer durchbrochen. Gleich mehrere prominente Schauspielerinnen kritisieren massiv Politik, Verbotskultur und den Umgang mit der AfD.

IMAGO - Collage: TE

Das sind wir nicht gewohnt. Schauspieler sind nicht bekannt dafür, politisch hellwach zu sein. Die sind gern woke und sehen sich auf Mission, die Welt zu retten, das Klima oder propagieren No Border, no Nation. Und niemals würden sie in die Hand beißen, die sie füttert: Kulturschaffende sind bekanntlich staats- und regierungstreu bis zur Selbstverleugnung. Insofern ist das mindestens bemerkenswert, was sich da gerade besonders bei den Frauen tut. Und das auch noch auf Wohlfühlevents wie der Emmy-Party am vergangenen Freitag in Berlin, wo hunderte Vertreter aus Medien, Kultur, Wirtschaft und Politik im exklusiven Schlosshotel zusammenkamen.

Emmy Party 2026
„Wir werden nur noch angelogen“ – Tina Ruland rechnet mit der Politik ab
Gleich mehrere bekannte Schauspielerinnen nutzten die Interviews auf dem Roten Teppich für eine bittere Abrechnung mit ihrem Noch-Bürgermeister und der aktuellen Politik allgemein, insbesondere im Umgang mit dem Wahlvolk und der AfD. Schauspielerin Caroline Beil, etwa: „Es gehen Sachen den Bach runter und dann sitzen da irgendwelche Pfeifen, die nicht mal einen Schulabschluss haben und wollen unser Land regieren.

Schauspielerin Tina Ruland hält sich noch weniger zurück und holt zum ganzen großen K.O.-Schlag aus. Da wächst kein Gras mehr. Auf die Frage, was in Deutschland passieren wird, antwortet Ruland: „Na, wir wissen alle, was passieren wird. Und ganz ehrlich, daran sind nicht die Bürger schuld, daran ist auch nicht die AfD schuld, daran sind einzig und allein die Altparteien schuld, die schlechte Politik machen.“

Auch Schauspielerin Simone Thomalla macht bei dem geforderten Konsens nicht mehr mit: „Wir sind in einer Demokratie, wo man aber letzten Endes irgendwo nicht mehr sagen kann, was man denkt.“ „Und immer diese Verbote“, legt sie nach. „Verbieten, verbieten, verbieten, AfD verbieten. Nein, sich um die Probleme kümmern der Menschen, die sie dahin bringen, die AfD zu wählen. Das ist die Alternative und nicht immer nur verbieten!“

Sind die Damen besonders wetterfühlig, weil der Wind sich gedreht hat? Opportunismus hilft ja manchmal. Oder trauen sie sich tatsächlich erst jetzt zu sagen, was sie denken? Bei den drei Damen eher weniger. Alle drei sind in den letzten Jahren nicht damit aufgefallen der veröffentlichen und genehmen Meinung das Wort zu reden. Was neu ist, ist die geballte Vehemenz. Woran man seit dem letzten Wochenende nicht vorbeisehen kann, vollzieht sich allerdings schon seit einiger Zeit abseits der Scheinwerfer auch bei weniger prominenten Vertretern.

Alle Milliarden umsonst – Piff
Die vier apokalyptischen Reiterinnen der politmedialen Blase
Insofern trifft die Vermutung des sich verändernden Klimas zu. Ja, der Wind dreht sich. Links und woke sind nicht mehr en vogue. Und wenn es stimmt, dass es meistens ein Trend aus den USA ist, der verspätet hierzulande ankommt, dann stehen die Zeichen auf Wende. Die Basketballspielerin Sophie Cunnigham ist auch bei uns everybody’s darling, nicht, weil Basketball zu den beliebtesten Sportarten zählt, nicht nur, weil sie unfassbar schön aussieht, blond und langbeinig und eine Künstlerin auch der frivolen Selbstdarstellung ist, und nicht nur, weil sie ein Kreuz um den Hals trägt, sondern weil sie mit ausgestrecktem Zeigefinger darauf hingewiesen hat, dass auch im Sport antiweißer Rassismus herrscht. Dass sie und die ebenfalls weiße Weltklassespielerin Caitlin Clark die Vormacht der schwarzen Basketballerinnen gebrochen haben, führte zu wütenden Attacken, die vom Schiedsrichter ignoriert wurden. Merke: nur Weiße machen sich schuldig. Cunninghams ausgestreckter Zeigefinger wurde in kürzester Zeit ikonisch.

Es gibt längst nicht mehr ein „White privilege“. Und das „Black privilege“ beruht weitgehend auf einer Erzählung, die so nicht stimmt: Es waren nicht die Weißen, die Schwarze versklavt haben. Es waren schwarze Stammeshäuptlinge, die ihre besiegten Feinde an arabische Sklavenhändler vertickten.

Wie diese beiden Geschichten zusammenhängen, die von Sophie und Caitlin und die von den deutschen Schauspielerinnen? Genau damit: manchmal bricht sich die Wahrheit auf unterschiedliche Weise Bahn. Sie auszusprechen fordert lediglich ein wenig persönlichen Mut, um das geforderte allgemeine Einverständnis zu durchbrechen. Und, Mädels, dieser Mut macht euch womöglich erst richtig attraktiv.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 32 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

32 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
verblichene Rose
29 Tage her

Wieso habe ich eigentlich das Gefühl, als würde man mir ein „Nachtreten“ unterstellen, wenn ich meine, dass diese und andere Damen mir den Buckel runter rutschen können? Besser spät, als nie? Wie oft muss ich denn diesen dämlichen Spruch noch hören? Es ist nicht fünf vor, sondern viertel nach Zwölf, aber vielleicht habe ich ja auch einfach nur zu spät auf die Uhr geschaut. Naja, besser spät, als nie, nicht wahr?

Peter Pascht
29 Tage her

Alles nur „Nazi*ninen“ – 😉 😉 😉 Die Deutschen können nicht anders als „Weimarer Republik“ Das Stichwort jener Zeit war „Parteien Hader“ Hyperinflation 1923 – Ein Laib Brot kostet 6 Milliarden RM Wirtschaftskrise 1929 Die Rechtsruck Lüge – es gab nie einen Rechtsruck im deutschen Volke Es waren die etablierten Parteien „Katholisches Zentrum“ und FDP-Vorgänger, die dem „Ermächtigung Gesetz“ 1933 mehr als 2/3 Mehrheit im Reichstag gaben. Der später Bundespräsident Theodor Heuss stimmte mit „Ja“. Der spätere FDP Vorsitzende Robert Maier stimmt mit „Ja“. Das „deutsche Volk“ hat niemand gefragt, damals nicht wie heute nicht. Deswegen „deutsche Schuld“ – ist… Mehr

joly
29 Tage her
Antworten an  Peter Pascht

Haben wir das nicht schon seit längerer Zeit wieder? Unter Merkel spätestens hat sich die politische Elite ein neues Ermächtigungstool geschaffen und baut es mit Brüssel permanent weiter aus.

Haba Orwell
29 Tage her

> der Wind dreht sich. Links und woke sind nicht mehr en vogue.

Aha. Seit Ende Februar lese ich über kommende heftige Wirtschaftskrise, die wird immer realer. Insbesondere die Länder Westeuropas fliehen in einen heftigen Weltkrieg. Mit Dingen wie LGBTXYZ, schwarze Stammeshäuptlinge usw. braucht man sich nicht mehr aufzuhalten.

Last edited 29 Tage her by Haba Orwell
Juergen Kempf
30 Tage her

Es ist so erfrischend diese aufrechten Damen so sprechen zu hören.
Danke dafür!

Judith Panther
30 Tage her

Ist es nicht irgendwie abartig, diese b-prominenten Opportunistinnen jetzt enthusiastisch dafür zu feiern, daß sie erst jetzt, wo es immer gefahrloser möglich ist, gratismutige, publicityträchtige Statements durch die aufgespritzten Lippen ablassen?
Durch die sie vorher noch brav AfD-Bashing betrieben haben?
Welche der Grazien hat sich eigentlich damals den Künstlerkollegen von „allesdichtmachen“ angeschlossen oder sie wenigstens verteidigt?
Die Widerständler im Dritten Reich haben ihr Leben riskiert.
Diese Damen noch nicht einmal ein paar Werbeverträge.

Last edited 30 Tage her by Judith Panther
Regina Lange
29 Tage her
Antworten an  Judith Panther

Es braucht viel Mut in diesen Zeiten gegen den rotgrünen Mainstream zu reden! Gerade in dem Metier, in dem diese Damen agieren! Die üblichen Verdächtigen werden Gift und Galle gegen diese Frauen spritzen, förderlich wird das nicht für sie! Aber besser spät als nie – deshalb sollte man es nicht so abtun. Ich finde es sogar ausgesprochen mutig!

Judith Panther
29 Tage her
Antworten an  Regina Lange

Mutig? Nein. Mutig sind Reitschuster, die Leute von TE, der Guten Achse, die Leute von Apollo News und Junge Freiheit, mutig sind Alexander Wallasch, Paul Schreyer von Multipolar, Dr. Bhakdi, Prof. Homburg, Prof. Hockertz, Dr. Füllmich, Dr. Bianca Witzschel, Dr. Habig, Julian Assange, Michael Ballweg, die Querdenker, die Montagsspaziergänger, die Leute vom MWGFD und von der AfD, Julia Ruhs, Nena, Ben ungescripted, Frau Weidel, Herr Höcke und und und … die wegen ihrer politischen Ansichten ständig mit Beleidigungen, Bedrohung und körperlichen Angriffen rechnen müssen, die aufgrund ihrer Proteste gegen die Coronaziherrschaft ihren Job, ihre Freiheit und ihre Reputation verloren haben… Mehr

Last edited 29 Tage her by Judith Panther
Judith Panther
29 Tage her
Antworten an  Regina Lange

Besser spät als nie?
Ins Wasser springen, wenn der Ertrinkende schon ertrunken ist?
Besser spät als nie?

joly
29 Tage her
Antworten an  Judith Panther

Nicht jeder taugt zum Helden. Und nicht jeder der aufrecht mit dem Schiff untergeht, ist mir sympathischer als die erste Ratte, die das sinkende Schiff verlässt. Ansonsten: Gut gefaucht Pantherin

Innere Unruhe
30 Tage her

„Es gibt längst nicht mehr ein „White privilege“. Und das „Black privilege“ beruht weitgehend auf einer Erzählung, die so nicht stimmt: Es waren nicht die Weißen, die Schwarze versklavt haben. Es waren schwarze Stammeshäuptlinge, die ihre besiegten Feinde an arabische Sklavenhändler vertickten.“
Interessant wäre zu erfahren, auf welche Weise westafrikanische Königreiche wie Benin zu ihrem Reichtum kamen.

PaulKehl
29 Tage her
Antworten an  Innere Unruhe

Die schwarzen Häuptlinge haben ihre Ware auch an die Portugiesen verkauft und haben dann Luxusreisen nach Lissabon gemacht. Auch haben sie ihre Kinder dort zum Studium hingeschickt.

joly
29 Tage her
Antworten an  PaulKehl

Vergessen wir nicht die anonymen schweizer Bankkonten.

Manfred_Hbg
30 Tage her

Zitat; „Insofern ist das mindestens bemerkenswert, was sich da gerade besonders bei den Frauen tut“ > Wobei mir hier beim lesen dann auch wieder unsere „Nena“ eingefallen ist. Denn soweit ich mich erinnere, „durfte“ auch sie wegen ihrer Meinung so einige „Nettigkeiten“ und „Höflichkeiten“ einstecken. UND was die hier im Artikel angesprochenen drei Damen betrifft, da bin ich mich doch ein wenig am wundern, dass über sie scheinbar noch kein wokelinker Sturm hereingebrochen ist und das wohl auch von deren Arbeitskollegen noch keine dummen Kommentare ala Böhmermann & Co, erfolgt sind. Aber schauen wir mal…. – vielleicht schließen sich diesen… Mehr

Wilhelm Roepke
30 Tage her

20jährige Schauspielerinnen machen das nicht. Das machen Damen, die ihre finanziellen Schäfchen im Trockenen haben, ähnlich wie bei den Männern mit Abstufungen Harald Schmidt, Dieter Hallervorden und Dieter Nuhr.

alter weisser Mann
30 Tage her

„Alle drei sind in den letzten Jahren nicht damit aufgefallen der veröffentlichen und genehmen Meinung das Wort zu reden.“
Also Thomalla hat sich noch 2019 schön in einer Kampagne gegen rechts engagiert und sich mit „Jede Stimme gegen rechts zählt!“ plakatieren lassen. Wohlgemerkt das übliche „gegen rechts“ und nicht etwa gegen rechtsextrem.
Die stellt jetzt fest, dass das Ergebnis dieser Wahlempfehlung doch „etwas suboptimal“ war …

Manfred_Hbg
30 Tage her
Antworten an  alter weisser Mann

Nun ja, auch mit Blick auf Thomalla könnte man nun vielleicht auch sagen; besser zu spät, als nie aufzuwachen. 😉

joly
29 Tage her
Antworten an  Manfred_Hbg

Schon Jesus ist viel zu früh aufgewacht

Felix Dingo
30 Tage her
Antworten an  alter weisser Mann

„Schauspieler sind nicht bekannt dafür, politisch hellwach zu sein. Die sind gern woke und sehen sich auf Mission, die Welt zu retten, das Klima oder propagieren No Border, no Nation. Und niemals würden sie in die Hand beißen, die sie füttert: Kulturschaffende sind bekanntlich staats- und regierungstreu bis zur Selbstverleugnung.“

Na, was soll denn dieser dumme Spruch?

Welche Berufe, außer den Schauspielern, sehen Sie denn noch als geistig minderbemittelt an?

Auf diese Art machen Sie sich keine Freunde.

Kommen Sie mal von Ihrem hohen Ross herunter.

Aber ganz schnell. Sie beschädigen TE!!!

Or
29 Tage her
Antworten an  Felix Dingo

„Kulturschaffende sind bekanntlich staats- und regierungstreu bis zur Selbstverleugnung.“

Was daran ist falsch ?
Erinnern Sie sich doch zurück.
Dies galt für das andere Deutschland bis ’89, wie auch großteils für die Zeit des Corona Irrsinns.

Und selbst ein Nuhr, der jetzt zaghaft einen auf Protestler macht, stand 2015, wie auch 2020 stramm auf (Regierungs-)Linie.

89-erlebt
29 Tage her
Antworten an  alter weisser Mann

Thomalla .. eine best Freundin von Erika Kasner, genannt Merkel. Wieviel Heuchelei kommt noch ??

Deutscher
30 Tage her

Wie der frische Regen nach einem reinigenden Gewitter fühlte sich das an, was Tina Ruland da unverblümt und ungekünstelt sagte.

Hannes Jaenicke, Uschi Glas, Senta Berger, hört gut zu! Ein neuer Sound, ein neuer Wind – und er bläst euch direkt ins Gesicht!

Last edited 30 Tage her by Deutscher
Michael M.
30 Tage her
Antworten an  Deutscher

Oh ja und der schlimmste ist der Jänicke, dieser unfassbar arrogante grünlinke Vollkasper/Klimaclown 🤡.