Ron DeSantis unterstützt nun Donald Trump

Zwei Tage vor der Vorwahl in New Hampshire gab Ron DeSantis am Sonntagnachmittag bekannt, dass er seine Kandidatur für 2024 zurückzieht. Was bedeutet das für Nikki Haley und Donald Trump, die beiden verbliebenen Kandidaten im Rennen?

IMAGO / USA TODAY Network
Plötzlich ging dann alles doch ganz schnell. Nach den ersten Abstimmungen in Iowa, bei denen vergangene Woche Donald Trump haushoch gewann, zog Vivek Ramaswamy sofort zurück und kündigte seine Unterstützung für Donald Trump an. DeSantis und Haley dagegen wollten weiter kandidieren. Heute nun, nur zwei Tage vor den Vorwahlen in New Hampshire, verkündete auch Floridas Governor Ron DeSantis, dass er aus dem Rennen aussteigt und fortan Donald Trump unterstützt.

„Erfolg ist nicht endgültig, Misserfolg ist nicht tödlich: Es ist der Mut weiterzumachen, der zählt“, leitete er mit einem Winston-Churchill-Zitat das aufgezeichnete Video auf X ein, in dem er seinen Rücktritt von der Kandidatur erklärt. Innerhalb von nur einer Stunde wurde es 7.4 Millionen mal gesehen. „Niemand hat härter gearbeitet und wir haben alles versucht“, sagte DeSantis über seine Präsidentschaftskampagne. „Ich kann aber unsere Unterstützer nicht bitten, ihre Zeit für Freiwilligenarbeit zur Verfügung zu stellen und Geld zu spenden, wenn wir keinen klaren Weg zum Sieg haben“, kapitulierte er auf X.

Was bedeutet das nun für die verbliebenen Kandidaten Donald Trump und Nikki Haley? Eines ist klar: Sollte Nikki Haley am Dienstag in New Hampshire, dem Bundesstaat, in dem ihr die meisten Chancen eingeräumt werden, nicht liefern, wird auch sie das Rennen schnell verlassen. Amerikanische Wahlkämpfe sind nämlich ausgesprochen teuer. Werbung, Auftritte, Social Media, Radio und TV-Spots, Kampagnen, Leute, die von Haus zu Haus ziehen, Flüge mit Privatjets von einem Veranstaltungsort zum nächsten – das kostet. Insgesamt gaben die republikanischen Kandidaten 123 Millionen Dollar in Iowa aus.

Haley, die in Iowa nur auf Platz 3 landete, investierte dort am meisten. Insgesamt 36 Millionen Dollar, der Zweitplatzierte DeSantis 34 Millionen Dollar. Trumps MAGA Bewegung „nur“ 18 Millionen Dollar, also rund die Hälfte von dem, was seine Gegner jeweils in Spiel brachten, und gewann trotzdem mit einem überwältigenden Vorsprung. Die anderen Kandidaten gaben zusammen etwa 33 Millionen Dollar aus. Bringt Haley jetzt in New Hampshire ihren Sponsoren nicht die erhofften Ergebnisse, werden die Geldströme versiegen und sie kann sich den Wahlkampf nicht mehr leisten.

Wahlkampfbeobachter gehen davon aus, dass sie in New Hampshire eventuell Chancen hat, Trump wenigstens nahe zu kommen, bei den Vorwahlen in Nevada (8. Februar) und South Carolina (24. Februar) dagegen definitiv unterliegen wird und die Vorwahlen spätestens dann entschieden sind.

Interessant sind auch die Reaktionen der Wettbüros in Las Vegas. Trump ist in den Wettbüros der absolute -714 Favorit, um republikanischer Kandidat zu werden. Eine negative Zahl stellt dar, wie viel man wetten müsste, um 100 Dollar zu gewinnen. In diesem Fall müsste also jemand 714 Dollar setzen, um 100 Dollar zu gewinnen, sollte Trump die Nominierung gewinnen. Nur ein komplett Verrückter würde in Las Vegas also gegen Trumps Nominierung wetten.

Auch bei der eigentlichen Präsidentschaftswahl im November sehen die Wettbüros ihn vorne. Trump ist der -110-Favorit bei Ladbrokes Sportsbook mit Sitz in London, und er ist der Even-Money-Favorit bei BetOnline und SportsBetting.ag.

Ein Blick auf die demokratische Partei ist in diesem Zusammenhang ebenfalls spannend. Michelle Obamas Chancen stiegen von 12-1 auf 9-1 bei BetOnline, nächster Präsident der USA zu werden. Damit liegt sie auf Platz 3, hinter Trump und Biden. Nicht wenige Beobachter rechnen also anscheinend damit, dass sie den mühsamen Wahlkampf einfach auslässt und im August beim Parteitag der Demokraten auftaucht, sich zur Wahl stellt und gewinnt. Damit hätte sie große Chancen, einen Medienhype auszulösen und auf einer Begeisterungswelle bis zum 4. November, dem Wahltag, getragen zu werden. Ganz ohne die Ochsentour, die ein gewöhnlicher Kandidat absolvieren muss. Auslöser war ein Interview mit Jay Shetty in dessen Podcast „On Purpose“.

Auf die Frage, was sie nachts wach hielte, antwortete die ehemalige First Lady: „Ich habe Angst vor dem, was möglicherweise passieren könnte, weil unsere Führer wichtig sind“ und erläuterte, dass sie alle Abläufe im Weißen Haus kennt und immer über alles informiert wurde. Es scheint, als ob sie nicht mehr ausschließt, ins Weiße Haus zurückzukehren.

In seinem Podcast „The Verdict“ erläuterte der texanische Senator Ted Cruz, dass Michelle Obama beste Chancen hätte, von den Demokraten nominiert zu werden. Sie wäre die einzige, die bei einer Abdankung des gesundheitlich und mental angeschlagenen Biden die unbeliebte Vizepräsidentin Kamala Harris ersetzen könnte, die dann eigentlich an der Reihe wäre. „Gavin Newsom, der Governor von Kalifornien ist weiß und männlich. Niemals würde die demokratische Partei ihn gegen Kamala Harris einwechseln. Das würde die Partei enorme Stimmen kosten. Michelle dagegen ist eine Frau und schwarz. Sie wäre der Joker, auf den sich alle einigen könnten“.


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Kommentare ( 40 )

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OplongFizzOplong
1 Monat her

„Wahlkampfbeobachter gehen davon aus, dass sie in New Hampshire eventuell Chancen hat, Trump wenigstens nahe zu kommen, bei den Vorwahlen in Nevada (8. Februar) und South Carolina (24. Februar) dagegen definitiv unterliegen wird und die Vorwahlen spätestens dann entschieden sind.“ Nun, liebe Frau Heger, weil Sie Ihre Leser wieder einmal nur mit bedingt umfassenden Informationen und Erklärungen der Ursachen versorgen, übernehme ich das für Sie. Neocon Haley hat nur eine Außenseiter Chance, weil der Staat New Hampshire, der RINO Govenor Sununu, es zulassen, dass Demokraten und Parteilose sich für die Primary der Republikaner in deren Wahlliste eintragen können. Diesen Wechsel… Mehr

ketzerlehrling
1 Monat her

Schade, er wäre sicher kein schlechter Präsident geworden. Donald schickt sich also wieder an, der nächste Präsident zu werden, die Chancen stehen offenbar gar nicht so schlecht. Da kommt die Nato, Washington und die EU in Bedrängnis, denn Trump beendet den Ukraine-Konflikt, vermutlich ziemlich schnell. Damit ist das schöne Geldverdienen beendet, also redet man nun vom Krieg gegen Russland, wenn dieses angreift.

Ralf Poehling
1 Monat her

Es läuft wohl in der Tat auf Trump hinaus. Die USA sind gesellschaftlich derart durch, dass es ohne harte Ordnungsmaßnahmen nicht mehr geht. In Trumps erster Amtszeit hat das auch gut funktioniert. Ich hoffe mal, er hat noch genug Power dafür. Hier bei uns in Deutschland ist die Lage aber etwas anders. Wir haben hier eine knallharte Altlast, die übermäßige Härte verhindert und die geschickte Bildung von Allianzen und gemeinsames Handeln erfordert. Alleingänge wie 33-45 sind völlig ausgeschlossen, denn Europa ist ein weit komplexeres Gebilde als die USA. Es hat einen sehr guten Grund, warum ich immer wieder dezentrales Handeln… Mehr

Astrid
1 Monat her

Er hätte auch keine Chance gegen Trump gehabt. Der größte Teil der Amerikaner will Trump, da führt kein Weg dran vorbei. Ich freue mich schon, wenn er wieder an der Macht ist, und den Ukraine-Krieg und das was sonst so los ist, im Turbo beenden wird. Gott möge ihn bis dahin schützen! Die EU freut sich sicherlich schon besonders, wenn er wieder am Start ist, denn auch hier wird es mit seinem Comeback nicht einfacher für UvdL und dann noch die Nato, oh weh!!!

ludwig67
1 Monat her

Michelle Obama wird ihr Luxusleben mit 3 Anwesen nicht verlassen, um sich das anzutun. Sollte sie es dennoch versuchen, wird sie die Demokraten elektrisieren.

Aber sie ist bei den Republikanern mindestens so verhasst wie Hillary Clinton und würde auch diese zusammenschweißen.

Johann P.
1 Monat her

Was sind das eigentlich für Zustände, wenn jetzt schon davon ausgegangen wird, daß der Umfang der geplanten(!) Wahlfälschungen möglicherweise eine entscheidende Rolle bei der Präsidentschaftswahl spielen wird. Kann man nicht mehr davon ausgehen, daß in einem Rechtsstaat Wahlfälschungen kategorisch ausgeschlossen bzw. verfolgt werden? Obwohl, das ist ja leider keineswegs ein amerikanisches Problem, siehe die letzte Thüringen-Wahl, Berlin-Wahl usw.

Last edited 1 Monat her by Johann P.
Laurenz
1 Monat her

Ron DeSantis ist aus europäischer Sicht der ideale Kandidat der Konservativen. Er ist auch noch jung & kann auch in 10 Jahren Präsident werden. Viele Amis haben, wie wir, die Schnauze voll von Krieg, Gender, Equality, Frühsexualisierung von Kindern, privilegierten Minderheiten. Weg mit der woken Diktatur, es lebe die Freiheit!

Konservativer2
1 Monat her

Mal abgesehen von der politischen Agenda: mir bleibt es nach wie vor ein Rätsel, wie ein krawalliger Milliardärssohn mit Pleiteerfahrung und Protagonist einer grottigen Fernsehshow so abräumen kann. Wer zumindest ansatzweise eine Kinderstube vorweisen kann, wünscht sich einen „Trump with brains“. Egal. Vielleicht zieht die in diesem Thread schon erwähnte Vizepräsidenten-Theorie für DeSantis.

M. Stoll
1 Monat her
Antworten an  Konservativer2

„Milliardärssohn“: Er ist reich, dadurch ist er unabhängig und nicht kontrollierbar. Ich finde es gut. „Pleiteerfahrung“: Bei so vielen Firmen, geht auch mal eine den Bach runter. Ist so bei erfolgreichen Unternehmern. „Kinderstube“: Ich sehe in Deutschland niemanden, der ihm in Sachen Style und Rhetorik auch nur ansatzweise das Wasser reichen kann. „Ohne Verstand“: Wer sich nur im ÖRR informiert, sollte anderen Menschen keinen intellektuellen Mangel unterstellen. Fazit: Gott sei Dank ist er nicht so wie alle anderen. Er ist ein Freigeist und legt nicht jedes Wort auf die Goldwaage. Genau deshalb ist er ja der Hoffnungsträger in dieser bekloppten… Mehr

Konservativer2
1 Monat her
Antworten an  M. Stoll

„Wer sich nur im ÖRR informiert, sollte anderen Menschen keinen intellektuellen Mangel unterstellen.“ Bitte unterlassen Sie so etwas.

Ich finde es allerdings aufschlussreich, welchen Zuspruch eine Person wie Trump findet. Wie gesagt, das ist unabhängig von den politischen Inhalten.

reiner
1 Monat her
Antworten an  Konservativer2

wenn sie das so sehen ist das ihr gutes recht ,aber in meinen augen unsinn und warum?habe mir das interview mit tucker carlson und trump angeschaut und muß sagen,dass er nicht ein satz gesagt hatte,der dumm war ,im gegenteil ein wenig populismus gehört dazu ,weil in den usa ein wahlkampf auch viel show ist,hier nicht und mal ehrlich ,was ist den zahnstocherbein und tattergreis biden,mit seinen ganzen skandalen?

tobilinooo
1 Monat her
Antworten an  Konservativer2

Informiere Dich erst einmal über den Zeitpunkt seiner finanziellen Schwierigkeiten, Stichwort Immobilienmarkt, bevor Du hier einen Menschen abqualifizierst, der nicht nur das Erbe des Vaters übernommen, sondern sein Betätigungsfeld durch Portfolio-Erweiterung auch auf ganz eigene Beine gestellt hat. Er ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass auch Nachfolger erfolgreicher Eltern deren Fußstapfen mehr als ausfüllen können. Die TV-Show war übrigens ein großer Erfolg. Ob sie Deinen Geschmackt traf, ist für diese Bewertung nicht erheblich. Wir könnten uns in Deutschland glücklich schätzen, einen solchen Macher an der Spitze des Staates zu haben, der unser Land liebt und an erste Stelle seiner… Mehr

Konservativer2
1 Monat her
Antworten an  tobilinooo

Ob Unterschicht-TV meinen Geschmack trifft, ist für mich durchaus erheblich. Und duzen Sie mich nicht. Andererseits, das erklärt einiges…

reiner
1 Monat her
Antworten an  Konservativer2

magere antwort ,was haben wir den hier?
gekaufte journalisten,gekaufte demonstranten gegen rechts,zufällig vorbeikommende passanten ,später kam heraus ör oder grünen mitglieder, kanzler mit alzheimer,grüne mit cäsarenwahn ,dier meisten ohne berufsabschluss ,soll ich weiter machen?
unde das mit dem duzen würde ich nicht so krass sehen,da man den anderen sowieso nie sieht.

Werner Burstel
1 Monat her
Antworten an  Konservativer2

Wenn Du einen „schlechten“ gewählten Politiker siehst, frage Dich stets, was denn die Alternative war.
Das Problem ist nicht Trump, sondern die bösartigen Witzfiguren, die „das Establishment“ seit Jahren ins Rennen schickt.
Clinton, Biden und auch Nimrata Randhawa stehen nur für Krieg und weitere Verschlechterungen für den „kleinen Mann“ – von „Klimaschutz“ bis Masseneinwanderung.

Konservativer2
1 Monat her
Antworten an  Werner Burstel

Alles ok. Ich denke jedoch, ich habe das Recht, Mr. Trump menschlich abzulehnen. Und duzen Sie mich bitte nicht.

Werner Burstel
1 Monat her
Antworten an  Konservativer2

Erstens habe ich ihnen keinerlei Recht abgesprochen, zweitens war mein erster Satz als „Merksatz“ zu verstehen, nicht als persönliche Ansprache, und Merksätze werden in der 3. Person sehr schnell extrem sperrig: „Was Sie nicht wollen, das man Ihnen tue, das fügen Sie bitte auch keinem Anderen zu.“

reiner
1 Monat her
Antworten an  Konservativer2

lehnen sie ab,wen sie wollen,sie kennen trump persönlich? oder bilden sie sich ihr urteil aus der bild?
was im deutschen fernsehen oder auf den ersten 10 seiten bei wikipedia steht ist mit vorsicht zu genießen.dort finden sie so gut wie nichts positives zur afd oder trumps meloni oder le pen,eigenartig.. einzig die ampel und die links/grüne mafia ist das beste,was schland passieren konnte,dass die nicht selber lachen müssen.

pcn
1 Monat her

Die Ziele der Republicans und der AfD sind fast gleichlautend: Es geht Trump innenpolitisch um die Massenmigration aus Mittelamerika und Mexico, die es einzudämmen, bzw. zu unterbinden gilt. Dann der Wahnsinn und Fass ohne Boden Ukraine, den die Amerikaner wie Deutschland mit unfassbaren hohen Beträgen finanzieren und sich Biden wie Scholz mitsamt der Ampel und der CDU verheddert haben. Die amerikanischen Steuerzahler sind auch nicht mehr bereit die Weltpolizei für Europa zu spielen, sondern werden klar auf massive finanzielle Beiträge im NATO-Bündnis bestehen. Trump wird aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen und so lange wie nötig auf fossile Energieträger setzen, bis… Mehr

Protestwaehler
1 Monat her

Er war die große Hoffnung des linken Mainstreams in Deutschland Trump zu verhindern… jetzt unterstützt er Trump, schon ist er wieder Rechtspopulist hahaha….
Sagt mal, muss man sich als ehrlicher Journalist nicht langsam nach einer neuen Berufsbezeichnung umsehen, wenn man verbal nicht immer wieder mit sowas in einen Topf geschmissen werden will?