Trump sagt, Abkommen steht – aus Iran Widersprüchliches

In Teheran widersprechen sich Personen aus dem Mullah-Lager und den Revolutionsgarden (IRGC) laufend, nie ist klar, wer wofür steht. Der aktuellsten Aussage von Trump nach gäbe es ein Abkommen.

Screenshot X / Donald J Trump Posts Truth Social

Die Berichtersttattung der meisten Westmedien hat zwei Strukturfehler. Erstens sprechen sie vom Iran so, als gäbe es dort eine Regierung, während in Teheran Personen aus dem Mullah-Lager und den Revolutionsgarden (IRGC) sich laufend widersprechen und nie klar ist, wer jetzt wofür steht. Zweitens sprechen sie nur  vom Gesagten und vernachlässigen weitestgehend, was mit dem Gesagten erreicht werden soll.

Al Jazeera meldete vor zwei Tagen eine iranische Stimme: »Wir haben mit dem pakistanischen Vermittler eine Absichtserklärung erzielt und warten nun auf die Antwort der USA.
Die Absichtserklärung beinhaltet die Beendigung des Krieges, die Aufhebung der Blockade, die Öffnung der Straße von Hormus und den Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus dem Kampfgebiet.
Die Nuklearfrage ist nicht Bestandteil der Absichtserklärung, da sie komplex ist und ausreichend Zeit für Verhandlungen erfordert. Dreißig Tage nach der Vereinbarung kann ein Verhandlungskanal für die Nuklearfrage eröffnet werden.
Der Oberbefehlshaberder pakistanischen Armee sollte die Absichtserklärung in Teheran verkünden, reiste jedoch ab, um sich mit Washington abzustimmen.
Katar spielte eine zentrale Rolle bei der Ausarbeitung der Absichtserklärung, und die Vermittler standen in Kontakt mit Washington.
Der Iran kann keine über die in der Absichtserklärung festgelegten Zugeständnisse hinausgehenden Zugeständnisse machen.«

AbuAliExpress zitierte vor zwei Tagen den Sprecher des Iran-Außenministeriums: »Wir sind aufgrund der widersprüchlichen Positionen der USA sowohl sehr nah als auch sehr weit von einer Einigung entfernt.« …

… und US-Außenminister Marco Rubio mit: »Es gab Fortschritte in den Gesprächen mit dem Iran. Es besteht die Möglichkeit, dass die USA in den kommenden Tagen eine Erklärung zum Iran abgeben werden.«

Der israelische X.account Iran News schrieb am 21. Mai: »Irans Treibstoffkrise verschärft sich: Berichte aus dem Feld, die in The Independent veröffentlicht wurden, zeigen, dass die iranische Kraftstoffkrise in eine neue Phase eingetreten ist, mit langen Schlangen an Tankstellen, reduzierten Quoten, härterem Zugang zu subventioniertem Kraftstoff und öffentlicher Besorgnis über weitere Preiserhöhungen. Obwohl die Regierung weiterhin erklärt, dass es nicht die Absicht gibt, die Kraftstoffpreise offiziell zu erhöhen, werden in der Praxis Pläne zur Verringerung des Verbrauchs und zur Deckung des täglichen Kraftstoffdefizits umgesetzt – einschließlich der Anheizung von Beschränkungen, die an einigen Orten das Befüllen von nur 10 Litern gleichzeitig ermöglichen. Der Druck ist insbesondere bei Taxifahrern und Shuttle-Fahrern zu spüren, die direkt von den Quotenkürzungen und der Schwierigkeiten beim Zugang zu Kraftstoff betroffen sind.

Aus Teheran verlautet, der Iran werde die Finanzierung seiner von Hamas und Hisbollah fortsetzen. Die mit dem IRGC verbundene Nachrichtenagentur Fars erklärte am Samstag, dass die Straße von Hormus weiterhin unter iranischer Verwaltung bleiben werde, und wies damit Donald Trumps Behauptung zurück, die Wasserstraße werde im Rahmen eines in Verhandlung befindlichen Abkommensentwurfs wieder geöffnet.

Die aktuellste Meldung auf Donald J Trump Posts Truth Social lautet: »Masoud Pezeshkian ruft zu einem friedlichen Austritt auf, während Präsident Trump einen Beitrag von Trey Yingst teilt! 🇺🇸👊

Pezeshkian erklärte im staatlichen Fernsehen ausdrücklich:

„Wir sind bereit, der Welt zu versichern, dass wir keine Atomwaffen anstreben. Wir wollen keine Instabilität in der Region.“«

Ob es dabei bleibt und wie lange? Wir berichten.

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Kommentare ( 14 )

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Berlindiesel
13 Tage her

Als reine Zuschauer in dieser Affäre sind wir in erster Linie an einem Ergebnis der Art „der und der hat gewonnen oder der hat verloren“ interessiert. Die Mehrheit der Deutschen ist gegen Trump eingestellt und wünscht sich seine Niederlage, auch, um den eigenen Pazifismus nicht gänzlich delegitimieren zu müssen. Die Anzahl derer, die offen oder verdeckt mit dem Mullah-Regime im Iran sympathisert, ist geringer, denn man kann sich hier nicht eineseits gegen die Turban-Herrscher, aber für den Iran und damit gegen die USA positionieren, zu viel Doppeldenk auf einmal. Nichtdestotrotz bekommen das manche hin. China bleibt in der Angelegenheit erstaunlich… Mehr

Kassandra
13 Tage her

Neuester Trump-tweet dazu: Negotiations with the Islamic Republic of Iran are proceeding nicely! It will only be a Great Deal for all or, no Deal at all — Back to the Battlefront and shooting, but bigger and stronger than ever before — And nobody wants that! During my discussions on Saturday with President Mohammed bin Salman Al Saud, of Saudi Arabia, Mohammed bin Zayed Al Nahyan, of The United Arab Emirates, Emir Tamim bin Hamad bin Khalifa Al Thani, Prime Minister Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim bin Jaber Al Thani, and Minister Ali al-Thawadi, of Qatar, Field Marshal Syed Asim Munir… Mehr

Last edited 13 Tage her by Kassandra
Marcel Seiler
13 Tage her

Es scheint zu passieren, was schon viele befürchtet haben: Präsident Trump sieht sich gezwungen, aus innenpolitischen Gründen auf die Hinhaltetaktik Irans einzugehen. Also auf die seit Jahren vom Iran gepflegte Praxis, dem Westen in dessen Friedenssehnsucht alles zu versprechen und nichts zu halten. Richtig wäre es, den Krieg gegen den Iran fortzusetzen, bis das Regime seine Niederlage anerkennt und bereit ist, seine Atombewaffnung und Raketenaufrüstung zu beenden. Netanjahu fordert dies zurecht.

Ein jetziger vorzeitiger Friedensschluss nützt dem iranischen Volk nichts. Er wird den Iran-Terrorismus und seine Atomdrohungen verlängern und einen weiteren Krieg notwendig machen.

Last edited 13 Tage her by Marcel Seiler
Kassandra
13 Tage her
Antworten an  Marcel Seiler

Es gibt keinen Friedensschluss mit dem Islam. Die dürfen sich nur zu „Hudna“, also Waffenstillstand hergeben – bis sie gestärkt erneut den Religionskrieg aufnehmen: „Der arabisch-islamische Rechtsbegriff Hudna,arabischهدنة, DMGhudna, heißt so viel wie Waffenstillstand. Im islamischen Recht (Scharia) ist eine Hudna die einzige Form friedlicher Koexistenz zwischen dem Gebiet („Haus“) des Islam (Dār al-Islām) und einem nicht unter islamischer Herrschaft stehenden Gebiet („Haus des Krieges“, Dār al-Harb), da ein Friede zwischen beiden Gebieten im klassisch-islamischen Rechtsdenken unmöglich ist.“ wiki . Ich nehme an, dass Trump wie die US-Delegation entsprechend handeln: This is what I voted for. Donald Trump has always… Mehr

Britsch
12 Tage her
Antworten an  Marcel Seiler

Man kann aber anderst herum auch still und leise versuchen dem Iran „scheibchenweise“ zu schaben.

Marcel Seiler
11 Tage her
Antworten an  Britsch

Hoffen wir das. Bisher allerdings hat die Hinhaltetaktik des Mullah-Irans (oder des Irans der Revolutionsguarden, einer Quasi-Miltitärdikatur, wer weiß) funktioniert.

Johann P.
13 Tage her

„Verhandlungen“ mit islamischen Regimen sind aussichtslos, wann begreift das der Westen endlich? Die lügen, wie es ihnen passt und spielen nur auf Zeit, ein echter Wille zur Einigung ist definitiv nicht vorhanden. Das einzige, womit man ihnen bekommt, ist (militärische) Stärke, nichts anderes!

Kassandra
13 Tage her
Antworten an  Johann P.

Ja. Das ist wie die Minsker Verträge durch Merkel zu Lasten der Russen –
nur abgeschlossen, damit Kiew aufrüsten konnte:
„Wie der ehemalige ukrainische Präsident Poroschenko, die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Hollande, die alle an den Verhandlungen teilnahmen, Jahre später zugaben, diente Minsk-II es lediglich dazu, Zeit zu gewinnen und die Ukraine auf einen offenbar geplanten Stellvertreterkrieg gegen Russland vorzubereiten.“ https://ansage.org/verpasste-chancen-und-tragoedien-die-unerzaehlte-geschichte-des-ukraine-konflikts-als-kurzchronik/

Raul Gutmann
13 Tage her

Egal wie die Causa „USA plus Israel gegen Iran“ sich entwickelt oder gar ausgeht, fasziniert dieses Thema schon angesichts der westlichen, insbesondere der (verzerrenden) deutschen Medienreflexion.

Deutscher
13 Tage her

Kleine Klugscheißerei: Die Personen widersprechen nicht sich, sondern einander. 😉

Fulbert
13 Tage her

Und was haben die Bombardierungen nun gebracht? Nichts ausser hohen Energiepreisen und Inflationsgefahren. Es ist schlicht nicht nachvollziehbar, wie sich die USA so vor den innenpolitischen Karren der israelischen Regierung spannen lassen konnten – zumal auch China bislang offensichtlich nicht erheblich beeinträchtigt wurde. Der US-Präsident sollte doch wissen, dass selbst ein schlechter Deal weit besser ist als die Unwägbarkeiten kriegerischer Aventeuer.

Dt. Tom Schimpff
13 Tage her

„“In Teheran widersprechen sich Personen aus dem Mullah-Lager und den Revolutionsgarden (IRGC) laufend, nie ist klar, wer wofür steht.““

Da ist unser grosser Freund, der allergrösste Donald schon einen entscheidenden Schritt weiter. Der widerspricht sich nämlich selber, teilweise mehrfach am Tage.

Adorfer
13 Tage her

So wie in Theheran der eine nicht weiß was der andere ausgehandelt hat, so sind im Trump zwei Gehirne wo das eine nicht weiß wo das andere gerade ist…

Kassandra
13 Tage her
Antworten an  Adorfer

Ja. Darauf kann man sicher kommen, informiert man sie in msm wie örr.