Die heikle Frage, warum ein einschlägig verurteilter und als radikalisiert bekannter IS-Anhänger freikam, wird bisher vor allem von internationalen Medien gestellt – weniger von ausländischen Regierungen. Die kondolieren der "SLGBTQIA+-Community". Ross und Reiter nennen sie nicht.
picture alliance / Wolfgang Maria Weber | Wolfgang Maria Weber
Während Friedrich Merz darüber fabuliert, dass die Bedrohung unserer Freiheit, wie sie sich im Anschlag auf den Berliner CSD äußert, mit „dummen Redensarten und schlechten Witzen“ beginne, ist man auch im Ausland nicht um Platitüden verlegen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von einem „abscheulichen Angriff“. Frankreich empfinde „tiefe Erschütterung“ und stehe solidarisch bei den Opfern, ihren Angehörigen und dem deutschen Volk. Gegen Hass und Gewalt müssten „Einheit, Freiheit und Entschlossenheit“ gesetzt werden.
Ursula von der Leyen erklärte, der CSD stehe für „Freiheit, Würde und Gleichheit“ – Grundwerte der Europäischen Union. Jeder müsse ohne Angst leben, lieben und für seine Rechte eintreten können. Die EU stehe geschlossen an der Seite der LGBT-Gemeinschaft.
Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson teilte mit, er habe mit Bundeskanzler Friedrich Merz gesprochen. Schweden stehe sowohl an der Seite des deutschen Volkes als auch der Menschen, die beim CSD „die Werte einer freien und offenen Gesellschaft“ gefeiert hätten. Ähnlich äußerte sich der kanadische Ministerpräsident Mark Carney. Er bezeichnete den Angriff als „entsetzlich“. Pride bedeute das Recht jedes Menschen, offen und authentisch zu leben; niemand dürfe wegen seiner Person oder seiner Liebe Hass und Gewalt ausgesetzt sein. Die LGBTQ-Bewegung bezeichnete er gemäß der jüngsten Erweiterungen der Nomenklatur als „2SLGBTQIA+-Community“.
Der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, bekundete ebenfalls Solidarität: „Meine Gedanken sind bei allen, die von dem schrecklichen Anschlag in Berlin betroffen sind. Diese abscheuliche Gewalttat hat in unserer Gesellschaft keinen Platz“, äußerte er auf X. London stehe an der Seite der Berliner LGBTQ+-Community. „Deshalb ist die Pride so wichtig. Diejenigen, die Hass und Spaltung schüren wollen, werden niemals gewinnen“, so Khan weiter.
Vielsagend: In all diesen Äußerungen fehlt ein Hinweis auf den ideologischen Hintergrund des Anschlags. Selbst Giorgia Meloni, Frau der klaren Worte, spricht nicht von Islamismus. Allerdings verurteilt sie zumindest „jede Form von Hass und Extremismus“. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre erinnerte an den islamistischen Anschlag auf den Oslo Pride 2022, nannte aber auch hier Ross und Reiter nicht. Der Angriff von Berlin wecke „schmerzhafte Erinnerungen“. Niemand dürfe Angst haben, er selbst zu sein. Norwegen stehe mit Deutschland „gegen Extremismus und Gewalt“.
Die Nachrichtenagenturen Reuters und AP berichten inzwischen ausdrücklich vom Verdacht eines islamistischen Terroranschlags. AP meldet, Amsterdam prüfe wegen der bevorstehenden World-Pride-Veranstaltungen seine Sicherheitsmaßnahmen.
Das Wall Street Journal stellt die Justiz- und Sicherheitsfrage in den Mittelpunkt: Der Verdächtige sei wegen der Vorbereitung einer terroristischen Gewalttat verurteilt gewesen, wäre aber trotzdem auf freien Fuß gekommen.
Auch die britischen Times, der Guardian und die amerikanische Fox News sprechen von einem mutmaßlich islamistischen Anschlag. Während der Guardian vor allem den Angriff auf LGBT-Personen und die offene Gesellschaft betont, rücken Times und Fox die IS-Verbindungen und die Freilassung des Tatverdächtigen in den Vordergrund.
Insgesamt überwiegt in den politischen Stellungnahmen die Formel vom Angriff auf Freiheit, Vielfalt und LGBT-Rechte. Die heikle Frage, warum ein einschlägig verurteilter und als radikalisiert bekannter IS-Anhänger freikam, wird bisher vor allem von internationalen Medien gestellt – weniger von ausländischen Regierungen.



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Juni ist also nicht genug, es muss ganzen Sommer lang die Kinder fern der Straßen in den großen Städten halten – weniger wegen Terroranschlägen und mehr wegen der auf den Straßen kopulierenden Menschen. Was das mit Liebe zu tun hat, bin ich nicht sicher. Anschläge würde ich nicht ausüben aber die Betroffenheit des Kanzlers als ähnliches in Berlin am Weihnachtsmarkt passiert its, hat damals nicht gegeben. Diese selektive Empatie ist widerlich.
> Die EU stehe geschlossen an der Seite der LGBT-Gemeinschaft.
Mit Ausnahmen – ich habe mit dieser Gemeinschaft gar nichts zu tun. Mit der Brüsseler Satrapie übrigens auch nicht.
ich warte noch auf den „Bundespräsidenten“ „unserer Demokratie“ (nicht mein Präsident), wenn er wieder seine m.E. holen Phrasen von sich gibt und m.E. wieder einmal versucht, diesen Anlass für seine Hetze gegen die AfD zu nutzen. Wie tief dieses Land unter solchen „Politikern“ gesunken ist erlebt man jeden Tag aufs Neue. Die meisten Menschen, die ich kenne und die im Ausland leben, verachten Deutschland mittlerweile wieder zutiefst.