Spanien: 70 Prozent der geprüften „unbegleiteten Minderjährigen“ in Madrid sind Erwachsene

In Madrid flog bei Altersprüfungen ein massiver Migrationsschwindel auf: 70 Prozent der untersuchten angeblich minderjährigen Ausländer stellten sich als volljährig heraus.

picture alliance / abaca | Europa Press

In Madrid ist ein Betrug aufgeflogen, der seit Jahren zum Inventar der europäischen Migrationspolitik gehört. Wer ohne Pass kommt und behauptet, minderjährig zu sein, bekommt Zugang zu besseren Rechten, besserer Unterbringung und besseren Bleibechancen. Genau dieses System wird in Spanien wie auch in ganz Westeuropa bis zum Anschlag ausgenutzt.

Neue Daten der Autonomen Gemeinschaft Madrid zeigen das Ausmaß, das auch einen Aufschluss auf den Betrug in anderen Ländern Westeuropas gibt. Bei 70 Prozent der überprüften Personen, die als unbegleitete minderjährige Ausländer registriert waren, stellte sich heraus: Sie waren 18 Jahre oder älter. In Spanien heißen diese Fälle MENAs, „menores extranjeros no acompañados“.

Die Daten stammen aus medizinischen und dokumentarischen Überprüfungen junger Migranten, die bei ihrer Ankunft angegeben hatten, unter 18 Jahre alt zu sein. ABC berichtet darüber auf Grundlage der Regionalzahlen. Die Prüfungen betrafen Tausende Fälle. Das Ergebnis ist eindeutig: Ein großer Teil der angeblich Minderjährigen war volljährig.

2024 leitete Madrid 848 Verfahren zur Altersfeststellung ein. 470 Verfahren wurden eingestellt, weil die Betroffenen verschwanden, bevor Röntgenaufnahmen des Handgelenks durchgeführt werden konnten. Dieses Detail sagt mehr über die Lage. Wer vor der Altersprüfung verschwindet, wollte offenbar nicht geprüft werden.

378 Personen erschienen im Krankenhaus Gregorio Marañón zur Untersuchung. Nur 112 wurden als minderjährig bestätigt. 266 waren volljährig. Damit waren sieben von zehn geprüften angeblichen Minderjährigen Erwachsene.

Seit 2018 hat Madrid mehr als 11.000 unbegleitete ausländische Minderjährige betreut. Allein 2024 kamen 2.442 hinzu. Im Jahr 2025 waren es bereits mehr als 1.600. Das System frisst Geld, Personal und Plätze. Ein erheblicher Teil davon landet offenkundig bei Erwachsenen, die mit falschen Altersangaben in den Apparat gelangen. Und es ist ein Subventionssumpf, aus dem sich eine ganze Industrie etabliert hat.

Die Regionalregierung spricht von einem untragbaren Zustand. Madrid hat inzwischen 29 Strafanzeigen erstattet, nachdem Personen in regionaler Obhut als volljährig erkannt wurden, obwohl sie zuvor Minderjährigkeit angegeben hatten. Die Region fordert seit Jahren strengere nationale Regeln zur Altersfeststellung, darunter verlässlichere medizinische Prüfungen und biometrische Tests.

Die Staatsanwaltschaft warnt vor einem Zusammenbruch des Systems. Für Altersgutachten gibt es Wartezeiten von bis zu acht Monaten. In dieser Zeit laufen Unterbringung, Betreuung und Verfahren natürlich weiter. Besonders belastet ist Madrid-Barajas. Über den Flughafen kommen viele Fälle aus Marokko und Ägypten nach Spanien. Landesweit liegt der Anteil aufgedeckter falscher Altersangaben bei rund 39 Prozent. Madrid liegt bei den tatsächlich geprüften Fällen bei 70 Prozent. Das Problem ist alt. Die Ausreden sind es auch.

ABC berichtet zusätzlich über Fälle, in denen Eltern ihre Kinder vor Polizeidienststellen und spezialisierten Aufnahmezentren zurücklassen. Vorher sollen sie Anweisungen bekommen, sich ohne Reisepass bei den Behörden zu melden. So erhalten sie Zugang zu Hilfsangeboten, für die anschließend die Regionalregierungen zahlen.

Die Aufnahmezentren sind überfüllt. Immer wieder gibt es Berichte über Gewalt, Ausbeutung und Personen, die aus dem System verschwinden. Der Staat registriert angebliche Schutzfälle und verliert anschließend Betroffene aus dem Blick. Für illegale Migration ist das kein Hindernis. Es ist Teil der Route.

Ein neues Schlupfloch zeigt sich beim außerordentlichen Regularisierungsverfahren für Migranten mit zuvor irregulärem Status. Behörden erhalten Anträge von Personen, die früher als unbegleitete Minderjährige aufgetreten waren. Nun legen dieselben Personen Dokumente vor, aus denen hervorgeht, dass sie bei ihrer Ankunft in Spanien bereits volljährig waren.  Kritiker sehen darin einen handfesten Anreiz für Wirtschaftsmigranten. Minderjährigkeit bringt bessere Chancen im System. Schlechte Erstprüfungen, lange Verfahren und kaum durchgesetzte Rückführungen machen die falsche Altersangabe attraktiv. Madrid liefert nun die Zahlen zu einem Betrug, den die Behörden in ganz Westeuropa seit mehr als zehn Jahren kennen und tolerieren.

Die Autonome Gemeinschaft Madrid zeigt sich entschlossen, rechtliche Schritte einzuleiten, um eine Entscheidung zu stoppen, die ihrer Auffassung nach ausschließlich politischen Zwecken dient. Dafür spreche insbesondere, dass Katalonien und das Baskenland – Regionen, die von den politischen Partnern von Pedro Sánchez regiert werden – von dieser neuen Verteilung ausgenommen worden seien. Die übrigen von der Volkspartei regierten autonomen Gemeinschaften wären gut beraten, sich dieser Initiative anzuschließen, die darauf abzielt, in einer Angelegenheit Ordnung zu schaffen, die nicht als politisches Druckmittel gegen die Oppositionspartei missbraucht werden dürfe.

 

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Kommentare ( 6 )

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6 Comments
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Ich bin RECHTS
20 Minuten her

Seehofer hatte Recht:
„Die illegale Migration ist die Mutter aller Probleme“

Milton Friedmann hatte Recht:
„Man kann einen Wohlfahrtsstaat haben. Und man kann offene Grenzen haben. Aber man kann nicht beides gleichzeitig haben.“

Karl Renschu
32 Minuten her

112 von 848 ergibt bei mir rund 13%. Klingt auch realistischer als 30%.

Raul Gutmann
33 Minuten her

Einst war Spanien ein katholisches, bürgerliches Land.
Heute steht es an der Spitze der globalistisch-nihilistischen Bewegung und geht damit dem Untergang der westlichen Gesellschaften voran.

Der Person
47 Minuten her

Und in zwanzig Jahren „finden“ die ihre Papier „wieder“ und sind plötzlich 70 Jahre alt. Also arbeitsunfähig und rentenberechtigt…

U.S.
55 Minuten her

In allen Armutsregionen unseres hoffnungslos überbevölkerten Planeten insbesondere Afrika und IS lamischen Staaten sitzen zig 100te Millionen analphabetische Fachkräfte auf gepackten Koffern und warten auf ihre Schleusungen nach EU ropa direkt hinein in Bärbel B’s Sozialsysteme mit lebenslanger Versorgung mit Wohnung und Geld und Familien Nachzug für 4 Hauptfrauen und deren jeweils 10 Kinder pro Frau, und es sitzen zig100te Millionen analphabetische Fachkräfte im Alter von 18- 29 Jahren, die darauf warten, als unbegleitete Minderjährige nach EU ropa eingeschleust zu werden. .Scholl Latour hatte es schon vor Jahren erkannt: “ wer Calcutta entlasten will und halb Calcutta aufnimmt, der entlastet… Mehr

Peter Gramm
1 Stunde her

Alle die betrogen haben gehören abgeschoben. Sofort. Es kann nicht sein dass der Steuerzahler dies noch subventionieren muß. Parteien die solches unterstützen gehört die Parteienfinanzierung aus Steuermitteln entzogen. Wo leben wir eigentlich dass Straftaten (und Betrug ist eine solche) noch subventioniert wird. Mag sein dass im grün woken Kuckucksheim so etwas erstrebenswert erscheint. Die leben ja auch alle auf öffentliche Kasse.