Alles in der Welt lässt sich ertragen, nur nicht eine Reihe von schönen Tagen. Das hat Altmeister Goethe schon 1815 gedichtet, und er kannte die Klimakirche noch gar nicht. Die predigt heute Todesangst, weil Sommer ist.
IMAGO / Bihlmayerfotografie
Wer sich für Fußball nicht interessiert, kann sich heute Abend im Internet per Livestream des Deutschen Bundestages einen wahren Leckerbissen ansehen. Ab 20.50 Uhr befasst sich unser heißgeliebtes Parlament mit dem wohl drängendsten politischen Problem unserer Zeit: dem Hitzeschutz.
Richtig gelesen. Die Grünen haben dazu gleich mehrere Anträge gestellt. Der wichtigste trägt die herzerwärmende Überschrift „Hitzekrise ernst nehmen – Hitzeschutz verbindlich, sozial gerecht und finanziell absichern“.
Auch außerhalb der Volkvertretung fordern Initiativen von der Bundesregierung eine „sektorenübergreifende Gesamtstrategie“. Denn der aktuelle Hitzeschutzplan des Bundesgesundheitsministeriums ist bisher nur freiwillig. Und alles, was nicht erzwungen wird, ist im linkesten Deutschland aller Zeiten bekanntlich schlecht. Der Paritätische Gesamtverband verlangt, zusammen mit anderen Organisationen, Hitzeschutz rechtlich verbindlich als feste Aufgabe im Krisenmanagement und Katastrophenschutz zu verankern.
Timmy ist tot. Hitzeschutz ist der neue heiße Scheiß.
Gefühlter Kollaps
Etwas kühler kalkulierende Menschen schauen sich aus diesem Anlass die Daten der Climatic Research Unit (CRU) der University of East Anglia auf der britischen Insel an. Das international angesehene Institut veröffentlicht im Auftrag der Weltbank eine Rangliste aller souveränen Staaten der Erde nach durchschnittlicher Jahrestemperatur je Land, berechnet aus den täglichen Höchst- und Tiefsttemperaturen.
Von den 197 aufgeführten Ländern liegt Deutschland … Achtung, Trommelwirbel… auf Platz 167.
Das heißeste Land der Erde ist Burkina Faso mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 30,4 Grad Celsius. Auch die Plätze zwei und drei gehen an Afrika: Mali (29,2 Grad) und Senegal (28,9 Grad).
Das erste Land auf der Liste, das nicht in Afrika oder Südasien oder auf der Arabischen Halbinsel oder in der Karibik liegt, ist Nicaragua auf Platz 55 mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 25,8 Grad. Das erste Land in Europa kommt auf Platz 120: Malta mit genau 20 Grad.
Hatte ich schon erwähnt, dass Deutschland Platz 167 belegt?
Wir haben eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 9,6 Grad Celsius. Bei uns ist es kälter als zum Beispiel in Luxemburg oder in Irland. Aber wir diskutieren einen verpflichtenden nationalen Hitzeschutzplan. Und die Wetterfrösche im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sprechen nicht mehr vom Sommer. Sie sprechen von „Extremwetterereignissen“ und zählen Sonnentage, als seien es Wirbelstürme.
Derweil macht man in Dubai bei 42 Grad Mittagspause, verhandelt in Singapur bei 33 Grad Verträge im Freien und fährt in Bangkok bei 45 Grad mit dem Mofa zum Einkaufen.
Bei uns sind 30 Grad die Apokalypse.
Die Menschen haben über Jahrtausende irgendwie gelernt, auch bei deutschen Freibadtemperaturen zu überleben. Fast überall auf der Welt. Nur wir scheitern daran. Wir wollen schönes Wetter verwaltungstechnisch bekämpfen. Wir erklären den Krieg – nicht dem Russen, aber dafür dem Sommer.
Früher haben wir bei Hitze die Fenster geschlossen und die Vorhänge zugezogen, heute tagt ein Krisenstab. Früher haben wir viel getrunken, heute gibt irgendein Ministerium irgendeinen Leitfaden heraus. Früher haben wir uns einen Schattenplatz gesucht, heute sucht man einen Hitzebeauftragten.
Man erwartet sozusagen stündlich eine staatlich zertifizierte Kühlweste mit EU-Förderung und CO₂-neutralem Eiswürfelzuschuss.
Dabei haben wir traditionell gar keine Probleme mit Hitze, sondern mit Kälte. Die medizinische Fachliteratur geht davon aus, dass etwa sechs bis sieben Prozent aller Todesfälle in Deutschland kältebedingt sind. Hitze spielt nur bei etwa rund 0,6 Prozent aller Todesfälle eine Rolle. Kälte wirkt schleichend, was bestehende Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen verschlimmert.
Hysterie als Regierungsform
Ein Thermometer ist kein Geigerzähler. Hitzepanik ist kein Gesundheitsschutz.
Deutschland hat eine verheerende Begabung dafür, aus dem normalen Leben ein staatliches Großprojekt zu machen. Da wird die Sonne mal eben zu einer Frage der nationalen Sicherheit.
Früher haben sich die Menschen ganz natürlich und sehr erfolgreich an ihre Umwelt angepasst. Heute soll sich die Umwelt den Kampagneninteressen der politischen Parteien anpassen. Der Bürger soll nicht mehr selbst mit dem Sommer umgehen: Der Staat soll ihn vor der Hitze retten – mit Broschüren, mit Arbeitskreisen und mit einem Bundesbeauftragten für klimaneutrales Schwitzen.
Dabei leben wir in einer permanenten kognitiven Dissonanz. Denn wir erklären nicht nur die Hitze zum Endgegner, sondern auch das wirksamste Instrument gegen die Hitze: die Klimaanlage.
Gestern war ein Hörsaal der Universität Frankfurt gefühlt auf 19 Grad heruntergekühlt. Und während anderswo im Gebäude der Weltuntergang wegen des Klimawandels und der Erderwärmung beschworen wurde, haben im Großen Hörsaal die Studenten in Pullovern ihre Vorlesung verfolgt.
Die Klimaanlage löst jedes Temperaturproblem in geschlossenen Räumen mit einem Schlag. Ideal zum Beispiel für Seniorenheime. Aber da ist dann die heilige Kuh „Klimaschutz“ doch wichtiger als das Leben der alten Leutchen.
Deutschland ist irre
Sprechen wir die unbequeme Wahrheit einmal mutig aus: Deutschland hat ein gemäßigtes Klima. Wer hier lebt, erlebt nicht ansatzweise Temperaturen, die einen normalen Menschen an die Grenze der physischen Belastbarkeit bringen könnten.
Sicher: Alte und Schwache sind empfindlicher. Ihnen kann man helfen – zum Beispiel durch Klimaanlagen. Aber alle anderen sollten sich gefälligst mal am Riemen reißen.
Deutschland ist klimatisch der Wellnessbereich des Planeten. Der Sommer ist kein Staatsfeind, nur eine Jahreszeit. Hören wir auf damit, unseren Politikern zu glauben, wenn sie aus einem warmen Tag den Untergang des Abendlandes machen.
Wir haben unsere Atomkraftwerke abgestellt aus Angst vor der Kernschmelze. Aber das, was unser Land wirklich killt, ist die Hirnschmelze.

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Der Irrsinn dieser Berliner Spinner kann doch nur zu einem führen: der Einführung einer Hitzesteuer, oder?!
Es wird noch nach geeigneten Propagandabegriffen gesucht, die der Michel dann nachhecheln kann: irgendwas mit „Beitrag“ oder „Opfer“ kommt bei diesem Volk mit seiner mehrheitlichen Sklavenmentalität immer gut an. Eventuell könnte man auch Vokabular aus der Charly-Zeit reaktivieren: „Flatten the curve“ beispielsweise. Aaußerdem sollte man spezielle Brillen und Masken als Schutz gegen UV und Ozon empfehlen. Spahn übernimmt die Logistik…
Sind es wirklich nur die „Berliner Spinner“? Für mich nicht. Die Mehrheit der Bürger macht doch alles mit. Ich sehe keine Proteste, keine Aufstände, nichts! Im Gegenteil, die „Berliner Spinner“ werden doch immer und immer wieder gewählt. Für mich gilt deshalb: Die Deutschen spinnen.
Die Hirnschmelze in Deutschland ist mutmaßlich seit 2011 eine bislang unentdeckte Pandemie.
Man muss nur mal in das Gesicht der Grünen Hasselmann schauen, wenn sie-wie gestern im Bundedtag geschehen- von diesem Sommerwetter spricht; dann wird einem einiges klar.
Hat irgendwer die angeblichen Rekordtemperaturen im eigenen Garten gemessen?
Die 40°C, die angeblich fast erreicht werden, sehe ich bei weitem nicht.
Und Klimatote gibt es per se nicht.
Höchstens Strompreistote, weil Leute sich keine Klimaanlage leisten können.
Warum soll im Land des Irrsinns und der Dummheit ausgerechnet das Thema „Sommer“ vernünftig behandelt werde?
Gerade in Südfrankreich. Heute Nacht hatte es um Mitternacht noch 31 Grad. Etwas selten, aber kein Drama. Für die Franzosen ist einfach nur Sommer und über die Ermahnungen „Hitzewelle, genügend trinken und Pause machen“, lacht hier nur jeder.
In Deutschland hatten wir früher bei ähnlichem Wetter Bundesjugendspiele und keinen hat so ein „Rumgeschwuchtel“ interessiert. 😉
Ja, das stimmt! Allerdings kan man das seit vielen Jahren auch im Winter beobachten.
Die Klimahysteriker haben zur Zeit natürlich Hochkonjunktur. Glutrote Wetterkarten künden von Erderhitzung und baldigem Untergang. Nicht wenige Zeitgenossen kommen schon beim Anblick ins Schwitzen.
Bild warnt dramatisch vor 44 Grad. Der Staat hätte längst eingreifen müssen, so geht das einfach nicht. Aber gegen das Wetter ist er ohnmächtig, er kann nur das langfristige Klima verändern – meint man irtrümlich.
Hoffen wir, dass nicht noch die letzte Hirnsubstanz in der sommerlichen Wärme dahinschmilzt.
Dummheit, der politischen, unfehlbaren, gottgleichen, allwissenden Kaste kennt keine Grenzen. Bei denen schmilzt das bisschen Grips, selbst bei 10 Grad minus. Höchstwahrscheinlich.
Mir der Erzeugung von Angst bis Panik kann man gerade die Deutschen besonders leicht gängeln.
Nicht zuletzt trägt dazu auch eine zunehmende Entfremdung von der Natur bei.
Eine Gesellschaft, die in großen Teilen die Naturgegebenheiten nur noch medienvermittelt erlebt, wird an unmittelbarer Erfahrung ärmer und damit hilfloser.
Das Dasein des normalen Bürgers ist arm an wirklich großen Ereignissen. Das muß dann ein Wal oder müssen eben ein paar normale Hochsommertage zum Drama aufgeblasen werden.
Dient auch der Ablenkung von politischen Mißständen.
Wir haben doch seit mehreren Jahren wieder nur sehr sehr milde Sommer. Die 30-38 Grad Lufttemperatur sind doch maximal drei Tage am Stück, dass es nachts nicht unter 21 Grad werden ist noch viel seltener. Alleine nächste Woche fallen die Temperaturen wieder auf um die 20 Grad, da kann man nachts schon wieder die Heizung anmachen. Und ich sehe auch in der Nachbarschaft keine Rentner mit Hitzschlag, allenfalls Rentner mit Heckenscheren, die der Gartenarbeit nachgehen. Die Kindergärten sind voller fröhlicher Kinder, die Strände und Badeseen sind voll. Auch die Einkaufsstraßen sind belebt. Und Mittags wird es etwas ruhiger. Panik schiebt… Mehr
Bald schneit es wieder!