Das Zusammenleben muss jeden Tag neu ausgehandelt - und in der Folge führt es dazu, dass man sich wieder etwas weiter unterwirft: Junge Sintizze werden wegen knielanger Baderöcke aus dem Becken verwiesen. Die Polizei wird gerufen, Hausverbote folgen. Am Ende entschuldigt sich der Betreiber, hebt die Verbote auf und ändert die Regeln.
picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Die umstrittene Aydan Özoğuz, damals Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, formulierte 2015 das Leitmotiv der Masseninwanderungsgesellschaft: „Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden.“ Worunter Deutschland seither immer mehr zurückweicht, immer mehr öffentliche Plätze und innere Sicherheit verliert, liefert nun Freiburg ein jüngstes Beispiel dieses Aushandeln oder Handel: Aus Aushandeln wird Kapitulation.
Ende Mai kam es im Freibad St. Georgen zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Bademeister und mehreren Badegästen. Mehrere junge Frauen trugen knielange Baderöcke aus Badetextil über dem Badeanzug. Der Bademeister verwies sie aus dem Becken. Im anschließenden Streit rief er die Polizei; mehrere Personen mussten das Bad in Begleitung der Beamten verlassen und erhielten Hausverbot. Über den genauen Ablauf gibt es unterschiedliche Darstellungen.
Die jungen Frauen waren Sintizze und erklärten, die Baderöcke aus „kulturellen Gründen“ zu tragen. Auch die übrigen hinausgewiesenen Personen gehörten laut SWR zur Sinti-Minderheit. Danach wurden Rassismus- und Antiziganismusvorwürfe erhoben. Das Roma Büro Freiburg schrieb am 27. Mai, mehrere Sinti-Familien seien mit Polizei aus dem Bad verwiesen worden; der Bademeister habe sich im Gespräch bedroht gefühlt. Die Organisation sprach von rund zwei Dutzend Polizisten. Eine Petition verlangte geeignete Baderöcke und bedeckte Badekleidung, respektvollen Umgang sowie Regeln gegen Diskriminierung.
Es folgten Gespräche der Betroffenen mit Regio Bäder, der Landesvertretung Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg und der Antidiskriminierungsstelle der Stadt Freiburg. Deren Leiterin Coralla Reinhardt, zugleich Mitglied im Sinti-Verein Freiburg, bezeichnete die polizeiliche Begleitung aus dem Bad als „traumatisierend“. Die Nachricht habe sie im Urlaub erreicht, anschließend habe man sofort den Dialog mit der Stadt gesucht.
Dann kam der Freiburger „Kompromiss“: Regio-Bäder-Chef Matthias Müller entschuldigte sich für die Eskalation. Die Hausverbote wurden aufgehoben, die Betroffenen erhielten Saisonkarten als Entschädigung. Das Badepersonal bekam zusätzliche Schulungen. Und die Badeordnung wurde geändert. Müller erklärte, eine präzisere Regelung hätte den Vorfall vermeiden können.
Genau an dieser Stelle ist das tägliche Aushandeln wieder in Unterwerfung gemündet. Ein Mitarbeiter setzt die Regeln seines Arbeitgebers durch, der Streit eskaliert bis zum Polizeieinsatz, und am Ende entschuldigt sich der Arbeitgeber, nimmt die Hausverbote zurück, schult sein Personal und ändert die Vorschrift. Özoguz’ tägliches Aushandeln endet wieder damit, dass die deutsche Seite sich selbst herunterhandelt und unterwirft. Eine Integration in das gastgebende Land ist nicht erforderlich. Eine klumpige Verhandlungsmasse, die beim geringsten dagegen Pusten nachgibt.
Baderöcke und Burkinis sind in Freiburg nun ausdrücklich zulässig, sofern sie eng anliegen und aus geeignetem Badetextil ohne Baumwollanteil bestehen. Unterwäsche und Straßenkleidung bleiben verboten. Die neue Badeordnung warnt zugleich selbst: Längere Baderöcke und Burkinis würden „auf eigene Gefahr“ getragen, weil bei einer Länge über das Knie die Bewegungsfreiheit im Wasser eingeschränkt sein könne. Den Anordnungen des Badepersonals ist laut derselben Ordnung Folge zu leisten.
Auch die Hygienefrage lässt sich nicht einfach wegmoderieren. ARGE-Chef Necdet Mantar hält zwar vor allem das richtige „badeübliche“ Material für entscheidend. So, so. Lörrach und Weil am Rhein gehen dennoch strenger vor: Dort ist nur enganliegende Badekleidung erlaubt; Burkinis und Baderöcke sind ebenso verboten wie weite Badeshorts für Männer. Die Begründung: Lange Badekleidung könne mehr Schmutz und Partikel ins Wasser bringen und den Reinigungsaufwand erheblich erhöhen. Mal sehen, wie lange noch. Freiburg entscheidet nach dem Konflikt jedenfalls genau in die andere Richtung.
Die Debatte ist nicht neu. 2013 wurde einer Frau mit Burkini der Zutritt zu einem Konstanzer Hallenbad verweigert. Es folgten Klagedrohung und wissenschaftliches Gutachten; am Ende wurde der Burkini ausdrücklich erlaubt. Heute seien Burkinis laut Mantar in den meisten Bädern gelebte Praxis. Diskussionen über „übliche Badebekleidung“ gebe es allerdings so lange wie Freibäder. Gerade deshalb brauche das Personal klare Orientierung.
Am 6. August folgte die symbolische Krönung: Im Freibad St. Georgen feierten die Beteiligten gemeinsam „Vielfalt unter freiem Himmel“. Die Landesvertretung Deutscher Sinti und Roma erklärte, die Situation sei schwierig gewesen, man sei nun aber stolz auf das Ergebnis. „Abblocken, Anklagen, Gespräche verweigern“ gebe es bereits genug; man müsse sich zusammensetzen und Lösungen anpacken. Reinhardt hofft, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt. Zuvor seien die Betroffenen als Stadtgespräch so belastet gewesen, dass sie irgendwann nicht mehr gekonnt hätten.
Der SWR nennt das ein „versöhnliches Ende“. Für die Betroffenen durchaus. Für das Personal lautet die Lektion anders. Wer Regeln durchsetzt, kann am Ende selbst zur Schulung geschickt werden, während die Regel neu geschrieben wird. „Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden.“ Freiburg hat ausgehandelt. Und Deutschland hat wieder einmal nachgegeben.



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Und wie üblich fragt auch niemand, wie sich die deutschen Badegäste fühlen. Ich persönlich finde es unerhört, dass mir Menschen aus fremden Ländern ständig unter die Nase reiben müssen, dass sie sowohl unsere Art zu leben, als auch unsere Gesetze ablehnen.
Es ist unsinnig, sich über Badebekleidung zu streiten und Regeln und Gesetze an Hand solcher Nichtigkeiten anzupassen. Ein guter Anwalt hätte daraus ein Grundsatzurteil erstritten, im Sinne: Es gibt ein deutsches Gesetzt, eine Regel, eine Verordnung. Es gibt eine Gruppe, die sich aus religiösen/kulturellen/sonstigen Gründen nicht daran halten will. Grundsätzliche Fragestellung: Ist das ein ausreichender Grund, die Regel/Verordnung/das Gesetz zu ändern, bzw. einzelnen Gruppen Verstöße dagegen zu erlauben? Sollte ein Gericht (oder irgendeine andere Institution) dies bejahen wird sofort auf die dem deutschen Recht widersprechenden religiösen/kulturellen/sonstigen Regeln zu Schwuleninhaftierung, Ehrenmord, Blutrache und ähnliches verwiesen, so daß auch das Verbot der… Mehr
Westliche Badeanzüge entsprechen der Materialvorschrift. Wer wird das bei der neuen Badebekleidung prüfen?
Wann gab es eigentlich die ersten Schwimmbäder? Und war da die historische westliche Badebekleidung noch in?
Ursprünglich waren aus Hygienegründen mal Badekappen vorgeschrieben.
Aber die Hygienebedürfnisse sind schon seehr unterschiedlich. In Ungarn pulten die Männer sich regelmäßig in den Sitzbecken die Hornhaut von den Füßen. Brrr.
Weite Badetextilien haben einen Nachteil: sie können sich irgendwo verhaken, Selbst an Schlüsselarmbändern für die Garderobe. Gliedmaßen „spießen“ schwebende Stoffanteile auf – es kommt zu Behinderung. Muß dies sein? Wenn Kleidungsteile aus geeignetem Material (Stoffbestandteile, Dehnbarkeit, Chemische Beständigkeit) enganliegend und passend getragen werden, gibt es keine Einwände. Anstelle Röcken, die prinzipbedingt zwischen den Beinen abstehen müssen, sind Hosen besser geeignet -darauf zu bestehen wäre der objektiv richtige Kompromiß. Derartige Bekleidung kann u.U. im Bad angeboten werden – falls jemand nichts dabei hat. Das „Badkap“ in Albstadt bietet so etwas recht umfangreich an – man kann natürlich nicht in jedem Bad… Mehr
Ach was! Wem die Kleiderordnung im Freibad nicht passt, kann von mir aus in der Kläranlage baden.
Abgesehen von der Kleiderordnung, würde ich vor jedem Betreten des Poolbereiches einen verbindlichen Duschgang durchsetzen. Das allein würde bereits ein Großteil der Probleme beseitigen. Es würde auch eindeutig geklärt, dass in Deutschland das Baden ins Schwimmbädern eben nicht der Reinigung von Körper und Kleidung (wie in anderen Ländern das Flussbaden) dient.
Sintizze! Was ist das für eine Wortschöpfung? Gibt es „Zigeuner“ nicht mehr?
Die Italiener würden es einfach Donne zingere nennen.
„Zigeuner“ sagt man schon lange nicht mehr. Ca. 20 Jahre. Aber besser man erfährt etwas später als nie. Sie haben also wieder was gelernt, dank dieser Homeoage hier!
Was ‚man‘ sagt, ist jedem selber überlassen. Und die fahrenden Leute bezeichnen sich im Übrigen selber so.
Wer geht überhaupt in ein überdimensionales Urinal?
Auch wenn gechlort wird..von der Materie her bleibt es Pisse.
Die völlig verblödeten Deutschen kann niemand auf der Welt mehr ernst nehmen.
Es ist die gewollte – Selbstaufgabe eine Landes !
Wenn dumme Deutsche kulturfremde auf wichtige Ministerposten setzen, dann werden kulturfremde ihre eigene Ideologie für das ganze Land anwenden.
Das ist der einfachste kriminelle Weg ein Land ideologisch umzukrempeln.
In der BRD ist das zur Normalität geworden und keinen stört es.
Wenn die Einsicht kommt ist aber alles zu spät.
Wir sind dabei, alles von Wert zu verkaufen um uns danach neu zu orientieren.
Und ganz ehrlich – Hier im Land der dummen bekloppten Deutschen hält uns fast nichts mehr !
Angesichts der Tatsachen enthalte ich mich eines Kommentars, weil der Kamm so geschwollen ist, dass mir am Hals das Hemd nicht mehr passt. Eines sag ich jetzt doch. Elendes Deutschland!
Das, liebe Untertanen, ist „unsere Demokratie“, in der eine kleine Minderheit der großen Mehrheit die Regeln vorschreibt, unter denen das Zusammenleben ablaufen soll. Möglich machen dies die links-grün gehirngewaschenen westdeutschen Duckmäuser, die vor einer linken Gesinnungsblase aus Gleichgültigkeit kapitulieren und sich widerstandslos ihr eigenes Land und ihre Heimat wegnehmen lassen. Wer die AfD nicht aus Überzeugung wählen will, der sollte es wenigstens aus Notwehr tun.