„E5“ mit Merz voran soll Trump durch fünf Botschaften besänftigen

Die selbstkarikierende Wirkung erkennen die E5-er offenbar ebenso wenig wie die „Koalition der Willigen“ die ihre. Denn beide selbsternannten Sonder-Gebilde dokumentieren das Versagen von EU und NATO.

IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Eine Glosse kann man darüber schlecht schreiben, obwohl es in den Fingern juckt. Denn das Verhalten der unglorreichen E5 wäre es ebenso wert wie ihre schiere Existenz. Deren selbstkarikierende Wirkung die E5-er offenbar ebenso wenig erkennen wie die „Koalition der Willigen“ ihre. Denn beide selbsternannten Sonder-Gebilde dokumentieren das Versagen von EU und NATO.

Trumps „Enttäuschung“ über Deutschland wollen die „E5“ mit Merz als Sprecher durch fünf Botschaften besänftigen – im geopolitischen Sandkasten Europas. Eine E5-Erklärung (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen) plus Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Das Treffen in Berlin zielte darauf ab, US-Präsident Donald Trump vor dem anstehenden NATO-Gipfel in Ankara am 7. und 8.Juli zu besänftigen.

Generalsekretär Mark Rutte war eben bei Trump, um den NATO-Gipfel schon etwas Futter vorab zu geben:

Trump hat sich wiederholt enttäuscht von Europas Staaten geäußert. Sie täten zu wenig für die eigene Verteidigung und hätten die USA im Iran-Konflikt „im Stich gelassen“. Die Drohungen mit Truppenabzug und weniger Unterstützung stehen im Raum. Die Europäer fürchten eine Bloßstellung auf dem NATO-Gipfel. Also nannte Merz fünf Punkte der Besänftigung.

  1. Stärkere europäische Rolle in der NATO — Mehr Verantwortung und höhere Ausgaben („europäischer Pfeiler“ stärken).
  2. Gewährleistung euro-atlantischer Sicherheit — Die Europäer wollen alles tun, um die gemeinsame Sicherheit nicht zu gefährden.
  3. Engere Zusammenarbeit bei Rüstung — Gemeinsame Entwicklung und Produktion von Verteidigungsgütern (inkl. Lizenzproduktion US-Waffen in Europa).
  4. Fortgesetzte Unterstützung der Ukraine — Vertiefung der Partnerschaft und substantielle Hilfe für Kiew.
  5. Unterstützung für US-Iran-Abkommen — Die Erklärung (MoU) zwischen USA und Iran wird als Chance für Stabilität und Wirtschaft gesehen.

Welt-Autor Christoph Schiltz findet aber die Botschaften, wohlwollend formuliert unzureichend, um Trump zu überzeugen. Er listet auf:

  1. Trump fordert Taten statt Worte und kritisiert das langsame Tempo.
  2. Einige Länder wie Spanien und Italien haben die USA im Iran-Krieg nur begrenzt unterstützt.
  3. Bei der Ukraine will Trump eher einen schnellen Deal mit Russland mit Zugeständnissen an Moskau als Geld.
  4. In der Iran-Frage fühlt sich Trump von Europa im Stich gelassen.

Die Erklärung soll „Musik in Trumps Ohren“ sein, ändert aber wenig bis nichts an den grundlegenden Differenzen. Die E5-Erklärung betont vielmehr – ganz entgegen ihrer Absicht – den anhaltenden Nichtzustand in den transatlantischen Beziehungen.

Trump dürfte in Ankara und vorher seine Sottisen über die E5-er fortsetzen und dem Gastgeber Erdoğan – Spitzname im Orient seinen osmanischen Träumen folgend: Kalif – freundliche Worte widmen. Trump ist schließlich Dealmaker.

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Kommentare ( 14 )

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Gerhard-66
2 Stunden her

Humor.. Witz.. Intelligenz.. Gerade bei diesen IntelligenzBolzen.. Ist was.. Die Schärfste Waffe..:-) Siehe.. Alten Philosophen.. Des Ursprungs der Demokratie.. ..Und der Freiheit.. Griechenland..:-) Diogenes lag eben an der Sonne. Als aber so viele Leute auf ihn zukamen, reckte er sich ein wenig in die Höhe und sah Alexander starr an. Dieser grüßte ihn freundlich und fragte, womit er ihm dienen könnte. ‚Geh mir nur‘, versetzte er, ‚ein wenig aus der Sonne!‘ Davon soll Alexander so sehr betroffen gewesen sein und, ungeachtet der ihm bewiesenen Verachtung, den Stolz und die Seelengröße des Mannes so sehr bewundert haben, daß er, als seine… Mehr

Boudicca
36 Minuten her

Bei uns sollen die Moore wieder vernässt werden. Das kann Merz dann als Landesverteidigungsmaßname in seinem Nato-Beitrag deklarieren. Irgendwie kann man diese ganzen Stuhlkreise nur noch als Glosse betrachten. Die Chinesen freuen sich, sie schöpfen in der Zukunft, während der Rest der westlichen Welt sich gerade in der Ukraine und dem Iran blank macht und meint sie müssten Leuten das Gesicht wahren lassen, die das Verderben anderer im Sinn haben.

Haba Orwell
1 Stunde her

> Die Erklärung soll „Musik in Trumps Ohren“ sein, ändert aber wenig bis nichts an den grundlegenden Differenzen. Dass wieder mal vom AfD-Verbot die Rede ist, sagt Trump nichts dazu? >>>Nächster Schritt zum AfD-Verbot<<< > „… Ein neues Gutachten – finanziert von der Soros-Stiftung und linksliberalen Netzwerken – kommt zu dem Schluss, dass die AfD verfassungswidrig sei und ein Verbotsverfahren Erfolg haben könnte. … Die Grünen griffen den Bericht sofort auf. Die Fraktionsvorsitzenden Britta Haßelmann und Katharina Dröge schrieben an die Fraktionsspitzen von Union, SPD und Linken und forderten sie auf, einen Verbotsantrag einzubringen. …“ Gerade die AfD sieht die… Mehr

HS_1938
1 Stunde her

„Trump ist schließlich Dealmaker“
In seinen Träumen bestimmt. Wenn das MOU Desaster im Iran und der „Frieden“ in der Ukraine seine Deals sind, möchte ich nicht wissen wie es aussieht, wenn er mal scheitert. Die grösste Armee der Welt und in zwei grossen Konflikten genau gar nichts erreicht. Was für ein Looser. Die E5 sind vermutlich auch keine Genies aber neben Trump würden selbst intellektuelle Zwerge kompetent wirken.

November Man
1 Stunde her

„… und hätten die USA im Iran-Konflikt „im Stich gelassen“.“
Soll sich Deutschland etwa an einem klar völkerrechtswidrigen Überfall-Krieg gegen den friedlichen Iran beteiligen?

bkkopp
54 Minuten her
Antworten an  November Man

Die USA haben, zusammen mit Israel mit dem Krieg gegen den Iran seit 28. Februar 2026 sich selbst, den arabischen Ländern am Golf, dem Iran und der Weltwirtschaft einen Gesamtschaden von mindestens USD 700 Mrd. zugefügt, der wahrscheinlich bis Jahresende 2026 auf mindesten USD 1000 Mrd. steigen wird. Mit diesem wirtschaftlichen Gesamtschaden haben die USA die Welt im Stich gelassen.

Haba Orwell
1 Stunde her

> Trump hat sich wiederholt enttäuscht von Europas Staaten geäußert. Sie täten zu wenig für die eigene Verteidigung und hätten die USA im Iran-Konflikt „im Stich gelassen“. 

Die NATO sollte ja auch nie als Trumps private Schläger-Truppe dienen. Gegen wen soll sich Westeuropa eigentlich verteidigen, wenn Russland gar nicht Gebiete ohne russische Bevölkerung erobern will? Die exzessive Migration kommt wiederum als Agenda eigener „Eliten“.

November Man
1 Stunde her

Die EU ist ein korrupter Haufen von Bankrottsämlingen und die Nato ist eh hirntot. Für was also noch mehr Milliarden sinnlos verpulvern. Ein Austritt Deutschlands ist die einzige vernünftige Maßnahme.  

Ralph Martin
1 Stunde her

Merz ist ein Buchhalter, der sich an ein 8 dimensionales Schachbrett mit 23 Spielern traut.
Trump, Putin, Xi haben jemand abgestellt, der Merz auf die Finger haut wenn er was anfassen will.

Haba Orwell
1 Stunde her
Antworten an  Ralph Martin

> Trump, Putin, Xi haben jemand abgestellt, der Merz auf die Finger haut wenn er was anfassen will.

Ich würde Trump eher bei den westlichen Popanzen(:innen) verorten als bei den Nichtwestlern.

Antaam
2 Stunden her

Ich habe heute einen guten Artikel bei Global Bridge gelesen über den Barbarossa-Plan, eher über das Verhalten von Frankreich und England einschließlich USA gegenüber Deutschland.

Wir sind heute wieder an der gleichen Stelle. Weder Frankreich, noch England oder auch Polen sind Deutschlands Freunde. Wahrscheinlich hoffen auch diese heute wieder, dass Deutschland sich die Finger an Russland verbrennt. Und dieser Merz fühlt sich wahrscheinlich noch gebauchpinselt, dass er als Führer auserwählt wurde.

https://globalbridge.ch/vor-85-jahren-faschistischer-vernichtungswahn-ueberrollt-die-sowjetunion/

Haba Orwell
1 Stunde her
Antworten an  Antaam

Anderer guter Artikel dazu: >>>Emmanuel Todd: „Europa hat den Krieg gewählt“ – Der französische Historiker sieht den Westen in einer gefährlichen Selbstzerstörung – uncut-news.ch<<<

Ohne der suizidalen Sehnsucht im Westen (insbesondere Westeuropa) ginge es aber nicht. Fazit, welches jeder am besten 100mal durchlesen sollte: „… Der größte Gegner des Westens könnte am Ende nicht Russland, China oder Iran sein – sondern die eigene politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise. …“

rainer erich
2 Stunden her

Vermutlich würde bereits einem Grundschüler die Diskrepanz zwischen dem “ Angebot“ der Schwachmaten und der Kritik von Trump auffallen. Was zunächst keine Bewertung der Inhalte selbst beinhaltet. Als Trump würde ich mich eher verar….t“ vorkommen. Das Problem resp Dilemma der Regime der failed states ist klar. Sie wollen etwas ganz Anderes, zugleich aber den Hegemon nicht verärgern.Hier zutreffend dargestellt. Wahrscheinlich hoffen die glorreichen 5, untereinder sicher unterschiedlich unterwegs, auf irgenwelche gefälligen innenpolitischen Veränderungen in den USA. Je früher desto besser. Bis dahin gilt es, sich irgendwie durchzumogeln.

BKF
2 Stunden her

Die Transatlantiker fordern also noch mehr Vasallentreue zu den USA. Die Kritik in dem Punkt an Deutschland von Scholl-Latour ist weiterhin berechtigt und sehr aktuell.