Nach jahrelangem Widerstand machen EU-Parlament und Mitgliedstaaten den Weg frei für „return hubs“ in Ländern wie Ruanda, Libyen oder Usbekistan. Auch Dobrindt will abgelehnte Asylbewerber und Straftäter schneller loswerden. Weht damit wirklich ein neuer Wind in der EU-Migrationspolitik?
picture alliance / CHROMORANGE | MICHAEL BIHLMAYER
Dreht der Wind in der EU-Asylpolitik? Nun ja, vielleicht weht gerade eine Mini-Brise in die richtige Richtung. Am Montag haben Vertreter des EU-Parlaments und der Mitgliedsstaaten den Weg für die Errichtung von Abschiebezentren in Drittstaaten freigemacht. Die Mehrheit für den Vorschlag setzte sich zusammen aus den Stimmen der Mitte-rechts-Volkspartei, der Konservativen und Reformisten, der Patrioten für Europa und der ESN-Gruppe, zu der auch die AfD gehört. Kein Wunder, dass die ausgebooteten Linken im EU-Parlament noch immer schäumen. Aber dazu später mehr.
Was sieht der Plan nun vor? Rückführungen sollen so erleichtert werden. Es geht um ausreisepflichtige Migranten in der EU, die bisher nicht in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden können. Und das sind nicht wenige. Drei Viertel der EU-weit Ausreisepflichtigen bleiben bislang im jeweiligen Mitgliedsland.
Innenminister Dobrindt will bis Ende des Jahres „partnerschaftliche“ Abkommen mit einem Drittstaat abschließen. Dorthin will er dann wahlweise „Menschen mit abgelehntem Asylantrag“ bringen, oder er will „vor allem Straftäter noch schneller aus unserem Land herausbringen“. So sagte es Dobrindt in mäanderndem Wortlaut vor ein paar Tagen der Funke-Gruppe. Die Rückkehrzentren sollen laut ihm „demonstrieren“, dass der Weg nach Deutschland „nicht zwingend mit einer Bleibemöglichkeit verbunden“ sei. Ganz etwas Neues.
Was wir bezahlen
Als Standort für den neuen EU-Plan sind laut Tagesschau „Länder wie Ruanda, Libyen, Mauretanien, Usbekistan und Äthiopien“ im Gespräch. Bei den Verhandlungen um die neuen EU-Rückkehrzentren sind auch Dänemark, Österreich, die Niederlande und Griechenland vertreten. Die Niederlande hatten noch unter der Wilders-Schoof-Regierung im letzten September ein Abschiebezentrum mit Uganda vereinbart. Anscheinend hat auch die Nachfolgeregierung Interesse an dem Projekt. Aber wo immer sich so ein Abschiebezentrum am Ende befindet, die EU-Länder werden dafür zahlen müssen – sicher mit Geld, vielleicht auch mit Visavergünstigungen für das aufnehmende Land.
Bisher hat es keine europäische Regierung geschafft, abgelehnte Migranten in Abschiebezentren außerhalb des eigenen Landes oder gar außerhalb der EU zu bringen. Das funktionierte weder, als Dänemark und Großbritannien es mit der Destination Ruanda versuchten, noch hielt das italienische Albanien-Experiment, was man sich davon versprochen hatte.
Lange von Richtern verboten – kommt jetzt die Erlaubnis?
Dänemark hatte einst als erstes Land einen solchen Plan entwickelt. Schon vor Jahren verhandelte man mit Ruanda, ließ das Projekt aber am Ende fallen, um einer EU-Lösung den Vortritt zu lassen– so eigenständig waren die Dänen dann doch nicht. Auch ihr Gefängnisprojekt mit dem Kosovo – für Straftäter, die u.a. zur Abschiebung verurteilt wurden – ist noch immer in der Vorbereitung. 2027 soll es da angeblich losgehen, also vielleicht gleichzeitig mit dem neuen EU-Vorhaben.
Im April hat jetzt ein wichtiger EuGH-Gutachter, der Generalanwalt Nicholas Emiliou, beigedreht und hält die Durchführung von Asylverfahren in Zentren außerhalb der EU nun für rechtlich möglich – immer unter Beachtung zahlreicher Schutzvorschriften, die im EU-Recht vorgesehen sind (Bericht auf LTO, 23. April 2026). Eine richterliche Entscheidung ist das zwar noch nicht. Aber es zeigt: Auch der großmächtige EuGH ist in der Lage, sich dem wechselnden Wind anzupassen.
Sind wir alle Italien?
Wird jetzt die ganze EU Italien? Übernimmt Rom inoffiziell die Zügel in der gemeinsamen Migrationspolitik? Im Dezember sagte Giorgia Meloni vor Parteifreunden der Fratelli d’Italia: „Es läuft genau so, wie ich es euch immer gesagt habe: Die Zentren in Albanien werden funktionieren.“ War das Gesundbeten? Oder die Aussicht, dass ein neuer EU-Rahmen das viel kritisierte italienische Vorgehen möglich machen wird?
In dem beschlossenen EU-Paket steht etwa, dass nationale Asylbescheide künftig EU-weit gelten sollen und ausreisepflichtigen Migranten einheitlich Leistungen gekürzt werden sollen. Auch Ausweisdokumente können beschlagnahmt werden. Die mögliche Abschiebehaft wurde auf standardmäßig zwei Jahre verlängert. All das könnte helfen, aber es fehlen auch grundsätzliche Entscheidungen darüber, wen die Regelungen treffen sollen.
Ausflug in die Post-Brandmauer-Politik
Derweil sehen die Linken und Grünen im EU-Parlament große Gefahren durch die neuen Möglichkeiten heraufziehen. Für Birgit Sippel – die SPD-Frau, die nicht an Massenvergewaltigungen glaubt – gibt die EU gerade „der Panikmache der Rechten in Europa“ nach. Ja, man weiß es: Kein Grund zur Beunruhigung, gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen.
Außerdem gebe es „keinen verbindlichen Rechtsrahmen und somit keine Garantie auf Wahrung der Grundrechte“ in den Drittstaaten. Aber dafür werden sicher die konkreten Vereinbarungen sorgen. Und die Menschenrechte gelten doch dank UN ohnehin beinahe weltweit, nicht wahr? Vielleicht kann Annalena Baerbock dazu Hinweise geben.
Die grüne Verhandlerin Mélissa Camara beklagte derweil, der Deal führe „ein juristisches Instrumentarium im Dienste einer fremdenfeindlichen Ideologie“ ein. Das besagt nur, dass die französische EU-Abgeordnete sich eine weitere Überflutung des Kontinents mit illegalen Migranten wünscht. Auch das ist freilich nichts Neues. Angesichts solcher Gegner versucht Dobrindt natürlich auch in Deutschland im Tarnanzug zu reisen. Man darf ja nicht vergessen: Mit Leuten wie Sippel und Camara will die Union auch in Zukunft koalieren. Insofern kann man diesen Ausflug in die Post-Brandmauer-Politik mit Spannung verfolgen – ob er Folgen haben wird, bleibt unklar.





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Da ist noch ein kleines „Häkchen“: Ich bin schon für konsequente Abschiebeverfahren illegaler Migration, jedoch…. Die in MSM präsentierten „Abschiebezentren“ zeigen moderne Container-Barackenbauten mit „Funktionsdrahtzäunen“. Fehlt nur noch das „Sicherheitspersonal“ und erinnern mich an „Barackensysteme mit Stacheldraht“..nur eben 2026. Ich möchte doch anmerken, dass Illegale per se keine Verbrecher sind, sondern NUR „illegal Eingewanderte“. Man kann auch Abschiebungen mit Höflichkeit und Respekt konsequent durchführen, ohne die Menschen wie Straftäter zu behandeln, denn Ihr „Vergehen“ besteht de facto nur aus ungültigen Papieren und/oder gerichtlich abgelehnten Asylstatus. Der „gespielte Lamento“ gehört einfach zu mancher südlichen Kultur dazu… Ein bisschen Objektivität sollten wir… Mehr
Das ist kein neuer oder frischer Wind. Es ist ein Lüftlerl, bei dem die linken Parteien und die NGO’s kräftig mitreden werden.
Rein optisch gut verkauft. Im Grunde aber ein Rohrkrepierer für unser Land.
Es wird sich aber schon gar nichts, überhaupt nichts ändern!
LOL, ja klar und morgen bilden AFD und CDU noch eine stabile Regierung und retten das Land!!!!!
Wie oft wird diese story eigentlich noch reaktiviert, obwohl danach 0,0 passieren wird?
Aber hey, Hauptsache es hält noch ein paar halbdebile CDU Wähler bei der Stange….
Das Kernproblem hat sich nicht geändert. Steuerzahlerfinanzierte NGO werden solange weiter klagen können, solange sie von den Altparteien weiter Gelder zugeschustert bekommen. Legt diesen Sumpf trocken, dann hört es auch auf mit Gegenklagen von Asylanten.
Dann anschließend noch auf Sachleistungen umstellen und den Anzugsmagneten abschalten. Vorher wird rein gar nichts passieren.
Außerdem mögen es die neuen Siedler so gar nicht, wenn man ihnen rein redet. Weder 8.000.- für die Heimreise mit allen imaginären Tanten, Onkels, Cousinen, Cousins etc. wird sie davon abhalten, die kommende Grill- und Freibadsaison im öffentlichen Raum nicht analog ihrer Herkunft zu nutzen. Der jeweilige Bus nach Kiev ist eh stets ausgebucht. Auch die jüngst geschwängerte 15jährige Roma weiß so rein von nichts, während sie mit der Familie auf dem Gehsteig hockt, versunken in Müll wie jeder von der Antifa beherrschte Stadtteil.
Insofern verstehe ich die Kritik an israelischen Siedlern mit reichem Kindersegen noch weniger.
Gar nichts wird kommen. Das werden die regierenden Linksextremisten, linke NGOs und andere Schlepperbanden gemeinsam mit willigen Gerichten verhindern. Das ist nur eine Show um die Menschen kurzfristige zu beruhigen damit sie weiter die Linksextremen wählen.
Augenwischerei.
Nein. Jedenfalls nicht in Schland. Dass andere Länder hier deutlich restriktiver vorgehen, zu wessen Lasten auch immer, ist nun schon etwas länger bekannt. Die Problemländer, und hier geht es nicht „nur“ um die “ Einreisenden“ , sind nach wie vor vor allem GB, Frankreich, Schland und nun auch Spanien. Hier tut sich gar nichts und die Gründe kennen wir, hoffentlich. Wobei in ( West)Schland noch ein weiterer ( unheilbarer) psychopathologischer dazukommt. Und von den bereits in Miostärke Zugewanderten, Familiennachzug nicht vergessen, abgesehen, warten viele Mio auf die Einreise. Das Problem ist auch ein faktisches. Es ist möglich, dass sich die… Mehr
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Schmutzige Lügen vom schäbegen Lompenpack vor den Landtagswahlen. Widerlich.