Terrorfahrt in Modena: Sohn von Migranten rast mit Auto in Menschenmenge

Die brutale Tat erinnert an die Todesfahrt eines Zuwanderers in Graz im Juni 2015: Auch der Täter in Modena raste mit seinem Auto Menschen nieder und wollte weitere Opfer erstechen – es zeigt sich ein Muster des Terrors. In Deutschland gab es bereits mehrere Fälle, bei denen Autos in Menschenmengen gesteuert wurden, zuletzt in der Leipziger Fußgängerzone.

picture alliance / ROPI | Fotogramma
Modena, Italien, 16.05.2026

Ein idyllischer Samstagnachmittag im historischen Zentrum von Modena endete in einem Albtraum: Auf der belebten Via Emilia, einer der Hauptadern der italienischen Stadt, raste ein Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit – Zeugen sprechen von bis zu 100 km/h – direkt in eine Gruppe von Fußgängern. Acht Menschen wurden verletzt, vier davon lebensgefährlich. Eine Frau verlor bei dem Anschlag beide Beine. Der Fahrer, ein 31-jähriger eingebürgerter Zuwanderer aus Marokko, stieg aus dem Wrack und attackierte dann mit einem Messer einen Passanten. Erst mehrere Passanten konnten dann gemeinsam den Täter überwältigen.

Der Anschlag ereignete sich gegen 18 Uhr auf der Via Emilia Centro, unweit des Largo Garibaldi und Largo Porta Bologna. Der Fahrer Salim El Koudri lenkte seinen grauen Citroën C3 zunächst aus Richtung Largo Garibaldi kommend in die Fußgängerzone. Plötzlich scherte er aus, beschleunigte, steuerte gezielt auf den Gehweg und mähte mit seinem Wagen mehrere Passanten nieder. Das Fahrzeug prallte schließlich gegen die Schaufensterscheibe eines Geschäfts, wobei eine Frau direkt vor dem Laden schwer getroffen wurde.

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Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen auf der Straße, dann trafen Polizei sowie Rettungskräfte und Notärzte aus Bologna und Pavullo am Tatort ein. Drei Verletzte mussten noch am Ort reanimiert werden. Fünf Frauen und drei Männer zählen zu den Opfern, von denen mindestens zwei weitere schwerste Verletzungen erlitten haben sollen.

El Koudri wurde 1995 in Seriate bei Bergamo als Sohn marokkanischer Einwanderer geboren. Der Täter ist italienischer Staatsbürger und wohnt in der Provinz Modena, er besitzt einen Hochschulabschluss in Wirtschaftswissenschaften und war bislang nicht vorbestraft. Drogen- und Alkoholtests fielen negativ aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Massenmords und schwerer Körperverletzung. Offiziell wird ein terroristischer Hintergrund ausgeschlossen, doch die Tat trägt alle Merkmale einer gezielten Gewalttat gegen Unbeteiligte.

Der Täter stach nach dem Anprall des Wagens noch auf den Software-Entwickler Luca Signorelli ein, der ihn aufhalten wollte, und verletzte ihn am Kopf. Vier bis fünf Passanten verfolgten den Flüchtenden und überwältigten ihn an einer nahen Kreuzung. Bürgermeister Massimo Mezzetti eilte sofort an den Ort des Geschehens, Südtirol News zitiert seine erste Reaktion: „Vier Bürger haben ihn gestoppt und der Polizei übergeben. Es ist eine dramatische Tat. Ich bin zutiefst erschüttert. Was auch immer der Hintergrund sein mag – es ist ein schwerwiegender Vorfall. Wäre es ein Anschlag, wäre es noch schwerwiegender.“ Ministerpräsidentin Giorgia Meloni betonte auf X, dass sie die Ermittlungen ganz genau beobachten werde.

Obwohl El Koudri formal integriert schien – Hochschulabschluss, keine Vorstrafen –, zeigt der Ablauf der Bluttat ein Muster: Experten warnen seit Jahren vor Einzelfällen radikalisierter Täter, die mit einfachen Mitteln wie Fahrzeugen maximale Wirkung erzielen wollen.

Parallelen zum Terror in Graz

Die Tat in Modena erinnert erschreckend an die Amokfahrt in Graz vor elf Jahren: Am 20. Juni 2015 raste der 26-jährige Alen R. – ein Muslim aus Bosnien – mit einem SUV durch die Innenstadt, tötete drei Menschen und verletzte 36 weitere schwer. Auch dort handelte es sich um eine gezielte Terrorfahrt. Anfangs von den Behörden zurückgehaltene Fotos von Augenzeugen belegten, dass auch der Täter von Graz mit einem Messer auf Passanten eingestochen hat – lange Zeit wurde die Tat eines Muslims, der sich im Web radikalisiert hat, von Mainstream-Medien als „Amokfahrt“ bezeichnet. Der Täter von Graz tötete sich nach dem Gerichtsurteil in der Gefängniszelle.

Amokfahrt
Leipzig: Fahrer rast durch Fußgängerzone, zwei Menschen sterben
Auch in Deutschland gab es ähnliche Fälle, bei denen Autos als Tatwaffe genutzt wurden, zuletzt in Leipzig: Am 4. Mai dieses Jahres fuhr ein Autofahrer in eine Fußgängerzone. Zwei Menschen starben, mehrere wurden verletzt; der Fahrer wurde festgenommen, das Motiv war zunächst unklar, es gab Hinweise auf psychische Probleme.

Am 3. Mai 2025 fuhr ein Autofahrer in der Mannheimer Innenstadt in eine Menschenmenge. Zwei Menschen starben, elf wurden verletzt; gegen den Fahrer wurde wegen Mordes und versuchten Mordes ermittelt.

Am 13. Februar 2025 fuhr in München ein 24-jähriger Afghane mit seinem Auto in eine Demonstration der Gewerkschaft ver.di, und verletzte mindestens 39 Menschen. Eine Frau und ihr zweijähriges Kind erlagen später im Krankenhaus ihren Verletzungen.

2024 kurz vor Weihnachten fuhr der Saudi Taleb A. in eine Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt und tötete dabei sechs Menschen, 86 Menschen wurden schwerstverletzt, Hunderte weitere erlitten ebenfalls Verletzungen.

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Kommentare ( 2 )

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2 Comments
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OJ
1 Stunde her

Anschlag in Europa?
Egal, Hauptsache nicht der eigene Stadtteil. Trauer ist scheinheilige Doppelmoral❗

Wilhelm Roepke
1 Stunde her

Bestimmt nur mal wieder ein bedauerlicher Einzelfall wie üblich.