Tommy-Robinson-Kundgebung in London: Großbritannien von Starmer befreien

Zehntausende ziehen in London zur „Unite the Kingdom“-Kundgebung. Die Regierung Starmer spricht von „Hass und Spaltung“. Gleichzeitig findet eine pro-palästinensische Demo statt. Die Polizei soll die beiden Demonstrationen voneinander trennen. Sie fährt mit Gesichtserkennung, Drohnen, Pferden, Hunden und 4.000 Beamten auf.

picture alliance / Sipa USA | Teun Voeten
London, UK, May 16 2026. Unite the Kingdom march

In London haben sich Zehntausende Demonstranten zu einer von Tommy Robinson organisierten „Unite the Kingdom“-Kundgebung versammelt. Vor der Kundgebung versammelten sich Schätzungen zufolge bereits rund 50.000 Menschen in Kingsway im Zentrum Londons, wie The Telegraph berichtet. Von dort zogen sie weiter nach Whitehall und zum Parliament Square. Sie skandierten: „Wir wollen Starmer loswerden.“ Viele trugen Flaggen mit dem St.-Georgs-Kreuz oder dem Union Jack.

Der Protest richtet sich offen gegen Premierminister Keir Starmer. Die Parole der Kundgebung lautet, Großbritannien von Starmer zu befreien. Für die Regierung und große Teile des politischen Betriebs ist die Einordnung offenbar erledigt: Es sind alles „extreme Rechte“. Diese Sprachwahl zeigt, wie in Großbritannien sortiert wird: Wer Masseneinwanderung, Sicherheitsprobleme und politische Doppelmoral kritisiert, landet schnell in dieser politischen Rand-Kategorie.

Die Polizei fuhr ein massives Aufgebot auf. Sie soll den Protest von einer konkurrierenden pro-palästinensischen Demonstration getrennt halten. Zusammenstöße zwischen den beiden Kundgebungen sollen verhindert werden. Laut BBC wurden mehr als 4.000 Polizeibeamte in der Hauptstadt eingesetzt und sorgen für eine sogenannte „Sicherheitszone“ zwischen den Demonstrationszügen. Die Beamten setzen Drohnen, Polizeipferde und -hunde ein und halten gepanzerte Fahrzeuge in Bereitschaft. An den Bahnhöfen Euston und King’s Cross St Pancras, zwei zentralen Ankunftsorten für Teilnehmer der Kundgebung, setzte die Polizei zudem Live-Gesichtserkennungskameras ein.

Die Metropolitan Police bezeichnet dies laut BBC als einen der bedeutendsten Polizeieinsätze seit Jahren. Zusätzlich zu den Protesten strömen Zehntausende Fußballfans am Samstagnachmittag zum FA-Cup-Finale ins Wembley-Stadion.

In sozialen Medien kursierten Beiträge, die zeigen sollen, wie Polizisten Menschen festnahmen, die offenbar durch diese Gesichtserkennung identifiziert worden waren. Ein Video zeigte Beamte beim Versuch, einen Mann festzunehmen, während Demonstranten mit Polizisten aneinandergerieten. Der Staat demonstrierte damit nicht nur Präsenz, sondern auch technische Macht: Wer zur falschen Demonstration reist, muss offenbar damit rechnen, schon am Bahnhof biometrisch erfasst zu werden.

Eine 68-Jährige aus Norwich sagte zu The Telegraph, sie sei gekommen, um „Großbritannien ein für alle Mal von Starmer zu befreien“. Sie erklärte: „Ich habe die Nase voll von Starmer. Dieses Land ist ein Chaos. Ich bin empört darüber, als extrem rechts bezeichnet zu werden.“ Sie beklagte „lächerlich hohe Einwanderungszahlen“ und Milliardenkosten für Menschen, „die nichts dazu beitragen, diesem Land zu dienen“. Weiter sagte sie: „Wir hören jeden Tag von Sexualangriffen, die von Bootsmigranten verübt werden. Ich habe genug. Aber wir werden als diejenigen abgestempelt, die falsch liegen. Die Doppelmoral in diesem Land ist empörend. Ich bin stolz, Teil dieses Landes zu sein.“

Eine 45-jährige Mutter aus Epping in Essex war mit Freunden angereist. Sie nannte den Protest „einen gewaltigen Tag“ und sagte: „Es wird friedlich, aber laut sein. Wir haben genug von Keir Starmer. Er ist eine Schande, und er hat dieses Land ruiniert.“ Eine 35-jährige Empfangsmitarbeiterin nahm nach einer zwölfstündigen Reise mit Auto und Zug aus Newcastle teil. Sie sagte: „Es ist eine erstaunliche Beteiligung. Unser Land ist am Ende. Wir brauchen radikalen Wandel. Starmer hat es zerstört. Heute senden wir die Botschaft, dass wir einfach genug haben.“

In der Menge waren auch Pro-Trump-Flaggen mit der Aufschrift „Make America Great Again“ zu sehen. Einige Transparente trugen die Botschaft: „Jesus ist der Weg des Lebens.“ Immer wieder waren Rufe von „Oh Tommy, Tommy“ zu hören.

Tommy Robinson schrieb auf X: „Heute vereinen wir das Königreich und den Westen in der größten patriotischen Demonstration, die die Welt je gesehen hat.“ Weiter erklärte er: „Das Establishment hat seine Karten früh und klar offengelegt und will offensichtlich nicht, dass das Volk vereint ist. Pech gehabt! Es passiert!“

Die Reaktion der Regierung folgte dem erwartbaren Muster. David Lammy, inzwischen Justizminister, warf den Organisatoren der Unite-the-Kingdom-Kundgebung vor, „Hass und Spaltung“ zu verbreiten. Auf X schrieb er: „Sie spiegeln nicht das Großbritannien wider, auf das ich stolz bin. Friedlicher Protest ist ein Grundrecht und eines, das ich immer schützen werde. Aber wenn Protest gewalttätig wird, werden wir schnell handeln, mit zusätzlichen Gerichtskapazitäten, die bereitstehen.“

Auch Premierminister Keir Starmer erklärte bereits am Freitag, die Organisatoren des Marsches würden „Hass und Spaltung verbreiten“. In einer weiteren Mitteilung schrieb er: „Heute werden die Stimmen der Spaltung laut sein. Sie sprechen nicht für das Land, das ich kenne, eines, das uns allen gehört. Das ist unser Großbritannien. Ein Großbritannien, für das es sich zu kämpfen lohnt.“

Laut BBC-Korrespondent Tom Symonds vertreten die Menschen ein breites Spektrum an Ansichten: manche sehnten sich das Ende der aktuellen Regierung herbei, andere seien der Meinung, dass insbesondere die weiße Arbeiterklasse im heutigen Großbritannien diskriminiert würden.

So prallen in London zwei Bilder von Großbritannien aufeinander. Auf der einen Seite Demonstranten, die sich von Masseneinwanderung, Kontrollverlust und politischer Herablassung nicht länger abspeisen lassen wollen. Auf der anderen Seite eine Regierung, die ihre Kritiker moralisch markiert, technische Überwachung hochfährt und zugleich von einem „Großbritannien, das uns allen gehört“ spricht. Genau an diesem Widerspruch entzündet sich der Protest.

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Kommentare ( 45 )

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Sabine Schoenfelder
28 Tage her

ERMÜDEND. Die Menschen gehen GEGEN den verhaßten Regierungschef auf die Straße, und die betroffenen Politiker desavouieren das eigene Volk als Spalter….
Das Gleiche in Irland, Frankreich, Spanien…und wenn ihr mit Gesichtserkennung arbeitet, liebe Regierenden, dann könnt ihr euch nach der Demo bald jedes einzelne Gesicht eures ganzen Volkes anschauen…
What a shame, Mr. Starmer, for you.

Verzeihtnix
28 Tage her

GB muss sich nicht nur von Starmer befreien. Es muss sich von den Linken befreien. Ganz Europa muss sich von den Linken befreien. Dazu zählen auch Grüne und ca. 50% vorgeblich Konservative (in Wirklichkeit linke U-Boote). Und sie müssen persönlich zur Verantwortung gezogen und abgeurteilt werden, ähnlich der Nürnberger Prozesse.

Landgraf Hermann
28 Tage her

Die Briten können es und wagen es. Deutsche? Zu feige.

Juri St.
28 Tage her

Wie die Engländer über Stamer denken, so denken die meisten Deutschen über Merz. Merz muss – ebenso wie SPD und die Grünen (nomen est omen) – weg, wenn es mit Deutschland wieder bergauf gehen soll.

MeHere
28 Tage her

Es wird nicht ohne einer juristischen Aufarbeitung gehen … am Ende werden einige der ehemaligen Bonzen vor dem Kadi stehen … das gilt es aus deren Sicht mit aller Macht zu bekämpfen … das Ende des Woken-Reichs naht
Üble Ideologenseuche … 1 Billion Euro Steuergeld alleine in D vernichtet

Protestwaehler
28 Tage her

Vorweg die kleine Traube hilfloser Polizeibeamter:
https://www.youtube.com/shorts/CeddyxavxZU

ralf12
28 Tage her
Antworten an  Protestwaehler

Ob wir hier in Deutschland auch so viele Menschen auf die Staße bekommen um Fritz nach hause zu senden? Ich glaube nicht.

Kassandra
29 Tage her

Hier gibt es die Übertragung der Reden aus London: https://x.com/TRobinsonNewEra/status/2055602580961579157

Last edited 29 Tage her by Kassandra
humerd
29 Tage her

hat Selenskyi die Drohnen für die britische Polizei geliefert? Immerhin gehört Starmer, wie auch Merz, UvdL zu den „Ukraine first“ Leuten

Jens Frisch
29 Tage her

„…andere seien der Meinung, dass insbesondere die weiße Arbeiterklasse im heutigen Großbritannien diskriminiert würden.“

Eine kurze Anfrage auf google: „Amtlichen Polizeistatistiken zufolge kam es im Jahr 2023 zu mehr als 12.000 Verhaftungen aufgrund von Äußerungen in den sozialen Medien – dies entspricht durchschnittlich 30 Festnahmen pro Tag.“

Das werden keine Palästinenser sein, die Israel den Tod wünschen. Ich wünsche den Briten alles Gute dabei, diese furchtbaren Zustände zu beseitigen!

Kohlscheider
29 Tage her

ARD und ZDF haben schon fleißig eingeordnet (rechtsextrem).