Die Klimapolitik der EU ist für jedermann sichtbar zu einer zerstörerischen Farce mutiert. Neben die ökonomisch fatalen Entscheidungen treten nun äußerst kuriose Handlungsmuster der Politik. Das Ende des Klimamärchens rückt näher – ein Hoffnungsschimmer mitten in der wirtschaftlichen Katastrophe.
IMAGO / ZUMA Press Wire
Wie Mehltau legen sich die Katastrophenmeldungen aus der deutschen Wirtschaft über das Land. Die jüngste Nachricht kam vom Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA): Bis 2030 könnten weitere 225.000 Jobs in der ehemaligen deutschen Schlüsselindustrie wegfallen, sollte sich an den politischen Rahmenbedingungen nicht sehr schnell alles radikal verändern, warnt VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Eigentlich hätte diese Nachricht zu einem Sturm der Entrüstung führen sollen, sowohl in der Politik, in den Medien als auch in der Zivilgesellschaft. Doch es geschieht: nichts!
Wir haben uns an die Katastrophenmeldungen gewöhnt. Das ist fatal, aber möglicherweise auch Teil einer Medienstrategie, den Niedergang als neue Normalität darzustellen, als gesellschaftlichen Fortschritt, eine Art Degrowth-Dividende: Niemand muss sich mehr in physisch anstrengenden Industriejobs die Finger schmutzig machen.
Noch arbeiten rund 700.000 Menschen in der deutschen Automobilwirtschaft. Es waren zur Hochzeit der Branche 2018 etwa 835.000. Ein Fünftel der Produktion ist seitdem am Standort weggebrochen – wir erleben den Abgesang auf den deutschen Wirtschaftsstandort, der dem unerbittlichen Angriff des Klimasozialismus nichts mehr entgegenzusetzen hat.
Im Zentrum der flüsterleisen Kritik aus der deutschen Wirtschaft steht die katastrophale ideologische Energiepolitik, die im Falle Deutschlands und im Feldzug gegen die Kernkraft in eine ganz eigene Dimension vorgedrungen ist. Es muss sich um eine Art Degrowth-Psychose unter Politikern handeln, die dazu führt, die realwirtschaftlichen Folgen dieser Ideologie falsch einzuschätzen. Es verbleibt einfach nicht genügend ökonomische Substanz. Die zerfasernde deutsche Industrie wird den Aufbau einer eigenen Kriegswirtschaft genauso wenig stemmen können wie sie in der Lage ist, der immer verschwenderischen grünen Transformationsökonomie neues Leben einzuhauchen. Das produktive Fundament, die Industrieproduktion, wich bislang um etwa ein Viertel vom historischen Produktionspfad ab. In dieser Ziffer kondensiert sich die tatsächliche Verarmung der deutschen Gesellschaft, da sich das Land aus der Fertigung der höchsten Wertschöpfungsebene der globalen Wirtschaft verabschiedet hat.
Robert Habeck hat die politische Bühne im Grunde nie wirklich verlassen, der Geist des grünen Fatalisten schwebt noch immer über allem – sämtliche Parteien jenseits der Brandmauer befinden sich im intellektuellen Würgegriff der grünen Zentralplaner. Kann man dies als „Graichen-Syndrom“ bezeichnen? Eine Art Agora-Energiewende-Tourette? Immer wieder, wenn ein vorsichtiger Hilferuf aus der Realwirtschaft ertönt, ruft es aus dem Berliner Hohlraum lediglich zurück: „Klima, Klima, Klima.“
Der moderne Medienapparat wurde zu einer Fabrik apokalyptischer Schreckenserzählungen umfunktioniert. Zur Manipulation unserer Perzeption beugen sie mit ihren Erzählungen die Realität bis zum Bersten. Kein Alarmismus ist zu billig, keine offenkundig stumpfsinnige, infantile Storyline zu grotesk, als dass nicht am Ende doch noch der Klimawandel für jede Abweichung des Weltgeschehens von der Normalität herhalten müsste. Dann treten unvermeidliche Protagonisten der Klimamaschine auf, wie der ewige Karl Lauterbach, der zwar dem nun medial vorsichtig angehypten Hantavirus keine Pandemiepotenziale zugestehen will, aber dennoch die Gunst der Stunde nutzt, darauf hinzuweisen, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel die Pandemiegefahren regelrecht eskalieren lasse. Wir belegten zu viel natürlichen Raum, und der selbstverständlich durch unsere schiere Existenz angetriebene Temperaturanstieg des Weltklimas begünstigte eben jene Nagetierpopulationen, die letzten Endes die Brutstätten immer neuer Pestwellen sein könnten.
Das Problem, auf das Lauterbach und die Klima-Truppen inzwischen stoßen, ist, dass sich ihr Medieneffekt, das übertriebene Reizklima, das sie geschaffen haben, zunehmend abnutzt. Ganz reale Sorgen, die Angst um den Arbeitsplatz, die turmhohe Inflation und die zunehmende Übergriffigkeit der europäischen Zensoren sorgen die Menschen weit eher als kommunikationstaktische Rettungsversuche der Klimablasen oder der Klimaregime.
Selbstverständlich gibt das grünsozialistische Kartell mit dieser Absurdität vor, Anreize zum Einsparen von CO2 setzen zu wollen – und wieder: die endlose Geschichte von der Rettung unseres Weltklimas. Was die Protagonisten dieses absurden Schauspiels nicht mehr bemerken, ist, dass eine zunehmend sensibilisierte Öffentlichkeit eines Tages aus ihrer Apathie in eine Phase des offenen Spottes überwechseln wird, um dann am Ende des ökonomischen Niedergangsprozesses diese hochkorrupte, zivilisationsfeindliche Extraktionsmaschine, den fatalen Green Deal, in seine Einzelteile zu zerlegen.
Einen präziseren Hinweis auf den weiteren Zeitpfad der ökologistischen Zerstörung dürfte uns die EU-Kommission geben. Bislang wehrte sie das Drängen der amerikanischen wie auch der katarischen Regierung ab, die restriktiven Klimaregulierungen beim Import des für Europa so wichtigen Flüssiggases aufzuweichen, gerät aber angesichts der Energienotlage immer stärker unter Druck. Könnte ein regelrechter Dammbruch folgen, der den Klimaprotektionismus der EU auf eine Weise beschädigt, dass es beinahe unmöglich wird, die Story von der Weltenrettung durch die Einsparung von CO2-Emissionen wieder im Volk zirkulieren zu lassen.




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So ist das, da hat die EU und leider auch unsere Regierung eine „moralisch einwandfreie“ Geldquelle aufgetan, und nun wollen die sich diese nicht wieder wegnehmen lassen. Auf gar keinen Fall, auch wenn der Klimawandel insgesamt ausfallen sollte und die Wirtschaft durch die Klima-Maßnahmen zerstört wird.