„Das Märchen vom reichen Land“

Der Spiegel-Bestseller ist inzwischen bereits in der 6. Auflage erschienen und räumt mit dem Mythos auf, dass die Deutschen die großen Profiteure in Europa seien.

Steffi Loos/AFP/Getty Images

Daniel Stelter ist ein ungewöhnlicher Ökonom. Nach einer erfolgreichen Beraterkarriere zog es ihn nicht in die Wissenschaft oder Politik, sondern er gründete seinen eigenen kleinen Think Tank „beyond the obvious“ und betätigte sich als fleißiger, kundiger und innovativer Vielschreiber in Zeitungen, Zeitschriften und Blogs. Im Hayekschen Sinne geht es ihm um den Kampf der Ideen. Er will mit seinen Argumenten überzeugen. Sein jüngstes Buch „Das Märchen vom reichen Land“ ist ein überzeugendes Beispiel dafür. Der Spiegel-Bestseller ist inzwischen bereits in der 6. Auflage erschienen und räumt mit dem Mythos auf, dass die Deutschen die großen Profiteure in Europa seien.

Wie die Politik uns ruiniert
Jenseits des Offensichtlichen: Das Märchen vom reichen Land
In 10 Kapiteln unterstreicht er seine These, um dann im 11. Kapitel seine Vorschläge für einen grundlegenden Neustart zu machen. Zwar verdienen die Deutschen im internationalen Vergleich gut, beim Nettovermögen liegen wir jedoch zurück. Nicht nur hinter Spanien und Frankreich, sondern selbst hinter Griechenland. In Deutschland wir zu wenig investiert und zu viel konsumiert. Der Mythos der reichen Deutschen wird vor allem vom Exporterfolg der deutschen Industrie genährt. Doch diese, so weist Stelter schlüssig nach, hat viel mit der Illusion des Euro zu tun. Das billige Geld der EZB und die vergleichsweise niedrige Bewertung des Euro sind ein Subventionsprogramm für die Industrie, insbesondere für die Autokonzerne. Sie werden im außereuropäischen Export billiger, was ihnen, verbunden mit der hohen Qualität deutscher Automobilfertigung, einen enormen Wettbewerbsvorteil beschert. Doch diese Entwicklung basiert wesentlich auf der ökonomischen Entwicklung Chinas, die auf Pump finanziert ist. Bricht das chinesische Wirtschaftsmodell zusammen, dann gehen bei vielen Autokonzernen die Lichter aus.

Die Analyse liegt nicht so weit weg von der meinigen, die ich 2014 in meinem Buch „Nicht mit unserem Geld“ formuliert habe. Die Niedrigzinspolitik der EZB hat erhebliche Kollateralschäden. Auch damit beschäftigt er sich. Werden die Zinsen abgeschafft, dann kann mit Staatsanleihen auch kein Geld mehr verdient werden. Alle diejenigen, die Lebensversicherungen, Bausparverträge und Festgelder bevorzugen, sind die Verlierer. Sie werden kalt enteignet. Der Staat, Immobilien- und Aktienbesitzer profitieren vom billigen Geld.

Der Handelsbilanzüberschuss Deutschland ist für Stelter eher ein Grund zur Sorge. In einer überschuldeten Welt führt dies leicht zum Totalverlust. Besser wäre es, wenn in Deutschland investiert und angelegt würde. Daher ist er, und da unterscheiden wir uns, kein Freund der „schwarzen Null“, in der Haushaltspolitik. Doch die GroKo in Berlin tut eh alles dafür, dass dieser historische Augenblick nur eine kurze Periode war. Anders sieht es aus, wenn er über die Target-Problematik schreibt. Hier erkennt er, dass die wachsenden Salden zu einem Erpressungspotential der Nehmerländer gegenüber den Geberländern führen.

Das Märchen vom reichen Land
Der Euro als Subventionsprogramm für die Industrie
Seine These, dass die „schwarze Null“ in den öffentlichen Haushalten den Kapitalexport fördert, ist zu eindimensional gedacht. Wenn eine Bundesregierung die Bedingungen für Investitionen im Inland verbessern würde, dann müsste nicht geschehen, was er mit seinen Ausführungen zum Kapitalexport richtig beschreibt. Sowohl bei den Unternehmensteuern als auch bei der Abgabenbelastung der Bürger ist Deutschland wieder international auf einem vorderen Negativplatz. Daher sind die Standortbedingungen entscheidend. Kapital ist bekanntlich scheu wie ein Reh, daher darf man sich nicht wundern, wenn anderswo bessere Investitionsbedingungen herrschen. Die letzten großen Reformen sind mit den Hartz IV-Reformen bereits 15 Jahre zurück. Seitdem ist nicht viel passiert, und die Merkel-Regierung ruht sich auf diesen Erfolgen nach wie vor aus. Deutschland ist reformmüde und daher nicht für die Zukunft gerüstet.

Etliche seiner Vorschläge zur Reform der Eurozone sind unterstützenswert. Vor einem Zerfall der Eurozone warnt er mit Recht. Sie würde zu einer schweren Rezession auch bei uns führen. Er verweist auf den Abwertungsdruck gegenüber dem Dollar von rund 40 Prozent für Spanien,

Griechenland, Italien und Portugal und von 10 Prozent für Deutschland. Der Aufwertungsdruck Deutschlands gegenüber den Südländern wäre wahrscheinlich ähnlich hoch. Dies würde insgesamt zwangsläufig zu einer massiven Kapitalflucht aus Europa führen. Was sich über viele Jahre im Euroraum an wirtschaftlichen Ungleichgewichten aufgebaut hat, kann nicht mehr so einfach ohne schwerwiegende ökonomische Verwerfungen bereinigt werden. Da hilft es auch wenig, wenn man sagt, man könne nicht so weitermachen wie bisher. Das stimmt zwar, aber eine 180-Grad-Wende ist dennoch nicht sinnvoll.

Es ist ein wenig wohlfeil, dann auf die Politik einzudreschen. „Unsere Politiker können offensichtlich nicht rechnen“, schreibt er in Kapitel 10. Das gehört so in die Kategorie „alle Volkswirte haben sich geirrt“ oder „alle Journalisten schreiben von einander ab“. Pauschalierungen werden der Sachlage nicht gerecht. So ist es auch, wenn er vom Versagen der „politischen Eliten“ spricht. Das klingt etwas nach Marx und Engels, die diese Eliten wegfegen wollten. Dennoch sind viele seiner dann folgenden Vorschläge sinnvoll. Bildungsinvestitionen, private Investitionen, Steuerung der Zuwanderung und vieles mehr. Warum er jedoch eine höhere Erbschaftsteuer fordert, wird mir nicht so ganz klar. Ist doch eine der Erfolgsgeschichten dieses Landes, dass wir viele Hidden Champions im Bereich der Familienunternehmen haben, die in der Fläche über Generationen erfolgreich tätig sind. Auch seine „Szenario drei“ zur Lösung der Eurokrise ist zu statisch. Die Schaffung eines Schuldentilgungsfonds mit Eurobonds unterstellt, dass sich danach die Regelgebundenheit der Schuldenstaaten verbessern würde. Das ist eine Illusion. Es würde zu einer Vergemeinschaftung der Schulden und einer geringeren Verantwortung für die jeweilige Regierungsleistung führen. Ein geordneter Ausstieg derjenigen, die es innerhalb der Eurozone nicht schaffen oder nicht schaffen wollen, wäre da ein weniger invasiver Eingriff.

Daniel Stelter, Das Märchen vom reichen Land. Wie die Politik uns ruiniert. 
FinanzBuch Verlag, 256 Seiten, 22,99 €


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Kommentare ( 45 )

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„Ist doch eine der Erfolgsgeschichten dieses Landes, dass wir viele Hidden Champions im Bereich der Familienunternehmen haben, die in der Fläche über Generationen erfolgreich tätig sind.“ Vielleicht wäre es an der Zeit, dass sich die Politik mal mit den echten „Hidden Champions“ auseinandersetzt: den erwerbstätigen Leistungsträgern, die ohne Erbe und nur durch ihre steuer- und sozialabgabepflichtige Erwerbsarbeit den Sozialstaat finanzieren und dafür bis zu oder mehr als 50% ihres Einkommens an die Solidargemeinschaft abgeben müssen. Dass es in der Union und SPD dafür keine Einsicht gibt, kann ich noch nachvollziehen, aber in der FDP sollte es ein Selbstverständnis dafür geben,… Mehr

Keine Steuermoral des Staates.

Aufschlussreich diskussionswürdiger Kommentar von O.Höffe in der NZZ

https://www.nzz.ch/meinung/steuer-moral-ld.1411014

Oder warum der Deutsche staatsgläubig bleibt.

Die „schwarze Null“ bremst die Binnenkonjunktur und senkt damit die Inflation in Europa. Damit fällt nicht nur Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern weiter zurück, sondern durch die Unterinvestitionen wird die Zukunft verschlafen. Auch würden diese Investitionen den Kapitalstock erhöhen, der eines Tages unsere „eiserne Reserve“ sein könnte, falls der Euro zerbricht.

Ich seh das mit den Familienunternehmen als „hidden champions“ ein bisschen kritischer als der Autor. Natürlich wird ein familiengeführtes Unternehmen oft wesentlich strategischer geführt als ein von angestellten Managern geleitetes Unternehmen. Allerdings sind längst nicht alle Unternehmen im Familienbesitz auch familiengeführt. Oft sitzt die Familie nur im Hintergrund und hält bei der Gewinnabrechnung die Hand auf – Diehl ist (mittlerweile) so ein klassisches Beispiel. Zum Anderen hat diese Masse an Familienunternehmen auch Auswirkungen auf die Altersvorsorge der Bevölkerung. Der Gedanke, dass man sich, im Rahmen seiner Möglichkeiten, direkt an der Wirtschaft beteiligen soll (Aktien), anstatt nur auf die Umverteilung des… Mehr

Die Familienunternehmen zahlen oft großzügige Jahresbonuse an ihre Angestellten. Diese sollten sie dann aber nicht verprassen, sondern anlegen.

Hier mal ein Denkanstoß zum Thema Jahresbonus:

Verena Bahlsen erhält durch die Gnade der Geburt und ohne Eigenleistung ein Viertel der Bahlsen Anteile. Sie zahlt auf dieses leistungslose Einkommen keine Sozialabgaben und wahrscheinlich auch keine Steuern. Im Vergleich dazu bekomme ich auf Basis meiner Arbeitsleistung einen großzügigen Jahresbonus von meinem Arbeitgeber in Form von Unternehmensanteilen. Im Gegensatz zu Frau Bahlsen habe ich dafür gerackert und muss davon mehr als die Hälfte in Form von Steuern und Sozialabgaben an den Solidarstaat abgeben.

Eigentlich geht es bei der Erbschaftssteuer um Investitionsbedingungen und Gerechtigkeit. Die Erbschaftssteuer greift normalerweise NOCHMALS (und erratisch – abhängig von naturgemäß zufälligen Todesfällen) auf bereits versteuertes Einkommen zu, weil Vermögen eben durch (zu versteuerndes) Einkommen und Sparen gebildet wird. Das ist ungerecht, nicht „sozial ungerecht“, sondern tatsächlich ungerecht. Und zweitens wird durch diese Doppelbesteuerung (von Einkommen einerseits und daraus gebildetem Vermögen andererseits) natürlich der Anreiz zum Sparen und Investieren verringert. Man spart für sich selbst, für seine Kinder, aber wohl kaum für den verschwenderischen Steuerstaat. Man kann dem natürlich auch ausweichen, indem man ganz legal in ein Steuerparadies umzieht, etwa… Mehr

Das uralte Argument mit der Doppelbesteuerung ist lächerlich. Zahlen Sie Mehrwertsteuer? Ökosteuer an der Zapfsäule? Natürlich! Und Sie bezahlen diese Steuern mit ihrem verfügbaren Einkommen nach Einkommensbesteuerung. Wenn Sie gegen „Doppelbesteuerung“ sind, argumentieren Sie auch gegen die Mehrwertsteuer und andere Verbrauchssteuern? Oder die Grunderwerbssteuer, die jedes Mal aufs neue fällig wird, wenn ein Grundstück den Eigentümer wechselt?

Diese Art der Argumentation ist einfach nur lächerlich, zumal der Besteuerte im Fall einer Erbschafts- oder Schenkungssteuer noch niemals in seinem Leben auf diese Art des Vermögensverkehr besteuert wurde. Die Steuer wird von Beschenkten oder Erbenden bezahlt.

Natürlich profitieren Sie als Bürger in Deutschland von diesen Unternehmen und zwar ohne Risiko und ohne eigenes Zutun. Diese Unternehmen bezahlen Steuern. Die Angestellten dieser Unternehmen zahlen Steuern und liegen nicht dem Staat auf der Tasche. Die Angestellten der Unternehmen nehmen Dienstleistungen in Anspruch und kaufen Güter. Das lässt die Wirtschaft florieren, wodurch wieder mehr Steuern generiert werden, die in Infrastruktur und staatliche Leistungen z.B. in Exekutive und Judikative investiert werden können. Straßen können gebaut werden, auf denen auch Sie fahren dürfen. Polizei kann bezahlt werden, die auch Sie schützt. Schulen können gebaut und mit Personal besetzt werden, in die… Mehr
Ich muss mal lachen. Schauen Sie doch mal auf http://www.bundeshaushalt.de wie sich die Einnahmenseite zusammensetzt. Einkommenssteuern und Soli machen zusammen den größten Posten aus – vor Unternehmenssteuern. Wenn man dann noch Verbrauchssteuern wie die Mehrwertsteuer dazurechnet, die Unternehmen nicht selbst zahlen, sondern an Verbraucher durchreichen, ist vollkommen klar, dass Unternehmen im Vergleich zu Erwerbstätigen viel weniger zur Finanzierung der Solidargemeinschaft beitragen. Und Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer finden Sie in der Aufstellung auf http://www.bundeshaushalt.de gar nicht, weil diese Steuern erstens nicht direkt dem Bund zustehen und von den jährlich vererbten 400 Milliarden EUR nur lächerliche 8 Milliarden EUR Steuern anfallen – ein… Mehr

Ganz genau.
Manche vergessen auch ganz, daß Eigentümer von Aktien nicht nur von Firmemgewinnen profitieren, Sondern auch Verluste mit tragen müssen bis zum Totalverlust.
Man erinnere sich an die T-Aktie. Verkäufer war der Staat. Die wurde hochgejubelt als „Volksaktie“, jeder Bürger sollte so an den propagierten zukünftigen enormen Gewinnen beteiligt sein. Ausgegeben /verkauft zu horenden Preisen, war die Aktie nach kurzer Zeit nur noch ein Bruchteil wert.
Ich meine, das war z.B. ein Betrug am „Kleinen Bürger“ der nicht viel Ahnung vom Aktiemgeschäft hatte und sich auf die Propaganda / Zusagen des „Staates“
verließ

Finden Sie die realexistierenden „Reibungsverluste“ Ihrer theoretisch lobenswerten „Sozialstaatsphantasie“ nicht ein wenig zu hoch??
Wo sind denn die großen Investitionen: BER oder Elbphilharmonie oder Stuttgart 21 oder oder oder …?
Wo sind denn die Investitionen in Innere wie Äußere Sicherheit??

Meinen Sie, ohne Steuereinnahmen könnten die Investitionen größer sein. Das unsere Regierungen lieber verschwenden, als zu investieren, steht noch auf einem anderen Blatt und liegt im Auge des Betrachters.

Kurz vor den Wahlen zum EU Parlament gab es wieder viele Berichte, dass Deutschland zwar der größte Nettozahler wäre, aber auch der größte Profiteur „08.05.2019, 07:59 Uhr
1000 Euro mehr für jeden Bundesbürger So profitiert Deutschland vom EU-Binnenmarkt“ https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/1000-euro-mehr-fuer-jeden-bundesbuerger-so-profitiert-deutschland-vom-eu-binnenmarkt/24313992.html
Und ich befürchte, dass es wieder viele Naivlinge gibt, die derartig Absurden Glauben schenken werden.

Für einen aus der FDP ein schwieriges Terrain… Bekanntlich gibt es in der FDP die Pflicht zur ewigen €uro-Anbetung. Wahrscheinlich haben die vermeintlichen „Liberalen“ auch so eine Art Tabernakel und lobpreisen 5x täglich nach Brüssel.

„… räumt mit dem Mythos auf, dass die Deutschen die großen Profiteure in Europa seien.“
Es gibt doch viele Deutsche, die richtig profitieren. Nur eben die deutsche Mittelschicht nicht.

Am meisten von der EU und dem Euro profitieren ca 35 sehr reiche Familien in Deutschland. Alle Profite landen früher oder später bei denen. Darum ist deren Vermögen seit der Euro-Einführung auch sehr stark gestiegen. In Griechenland und anderen Ländern ist das übrigens genauso. Die EU und ihr Euro ist eben in erster Linie ein Projekt von der Elite – für die Elite.

Wenn 40 % der Bevölkerung keinerlei Vermögen besitzt, kann man nicht von einem reichen Land sprechen! Ich bin jetzt mal grob und hau einen raus: die unteren 20% sind Hartz4 und Niedriglohnsektor, die nächsten 20% sind leider dem Konsum verfallen. Wie oben beschrieben sind in diesem Bereich die Löhne im Vergleich zu anderen Ländern in der EU nicht schlecht. Wieso klappt die Vermögensbildung in Italien viel besser? Den Deutschen wird suggeriert, dass dort der Privatmann genauso mit seinem Geld umgeht wie sein Staat, das Gegenteil ist der Fall. Und nicht nur in Italien. Ein in D weitverbreitetes Mittelklassemodell einer deutschen… Mehr
Mit 20% kommen Sie nicht hin. 30% der Deutschen haben kein Vermögen. 10% haben sogar negatives Vermögen. Der Median des Vermögens lag bei ca.15k €. Das heißt, dass Sie mit einem Vermögen von mehr als 15k € in Deutschland schon zu der Hälfte der Reichen in Deutschland gehören. Zahlen sind übrigens von 2007, habe keine Neueren gefunden. Dürfte aber schlimmer geworden sein. Ich denke das Problem bei uns ist die Staatsgläubigkeit und die daraus resultierenden Steuern und Abgaben. Viele Deutsche denken, wenn sie ihr Geld beim Staat abgeben, in die staatlichen „Versicherungen“ einbezahlen, sei das eine Art Vermögen und sie… Mehr

Werte/er hagr,

ich schrieb von 40 % der Bevölkerung in D ohne Vermögen, die ich in in zwei etwa gleich große Gruppen aufgeteilt hatte.

Ansonsten bin ich Ihrer Meinung.
Das Ausmaß der Staatsgläubigkeit ist dem Otto-Normalverbraucher in D überhaupt nicht bewusst.

Hier wird wieder der übliche Unsinn verbreitet: Die schwachen Länder sollen aus dem Euro aussteigen. Die werden den Teufel tun. Sie haben ja nur Vorteile: Strukturausgleich (Geld von den „reicheren“ Staaten), niedrige Zinsen, bessere Verschuldungsmöglichkeiten und die Chance, daß die Schulden vergemeinschaftet werden. Außerdem wäre es natürlich wirtschaftlicher Selbstmord (würden so zusammenkrachen wie jetzt die Türkei). Nach meiner Kenntnis hat bisher immer der stärkere Partner eine Währungsunion aufgekündigt, im Euro-Fall wäre das z.B. Deutschland. Was nicht passieren wird, da wir keine Deutschen mehr sind, sondern nur noch Europäer.

Die schwachen Staaten werden weder austreten noch würde Deutschland von einem Aufkündigen profitieren. Es gibt natürlich noch eine dritte Möglichkeit: Schwache Staaten rauswerfen. Dazu bedarf es natürlich eines Stimmrechts, das den starken Staaten die Kontrolle ermöglicht… bekanntermaßen kontrolliert in der EU aber der Schwache den Starken.