Im Gespräch mit Holger Douglas stellt Werner Huber sein Buch "Klima-Wahrheit" vor. Der Physiker macht deutlich: Das Klima war immer im Wandel, der Mensch passte sich an. Weder hängen Klimaveränderungen maßgeblich vom Menschen ab, noch ist es realistisch, das Weltklima kontrollieren und steuern zu wollen.
picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde
Klima war nie Stillstand: Warmzeiten, Kaltzeiten, Vulkanausbrüche und Sonnenzyklen prägten die Geschichte der Menschheit lange vor Kohle, Öl und Automobil. Der Physiker Dr. Werner Huber widerspricht in seinem Buch „Klima-Wahrheit“ der einfachen Erzählung vom allein menschengemachten Klimawandel – und warnt vor den wirtschaftlichen Folgen einer deutschen Energiewende, die auf einem Dogma beruhe.
Von Hannibal über Ötzi bis zur Französischen Revolution: Im TE-Wecker-Gespräch zeigt Huber, wie eng Klima, Macht, Hunger, Migration und Politik seit Jahrtausenden zusammenhängen.
Denn Klima entscheidet über Ernten, über Hunger, über Migrationsbewegungen, über Aufstieg und Niedergang von Reichen. Genau diesen Gedanken stellt Werner Huber auch in seinem Buch „Klima-Wahrheit“ in den Mittelpunkt. Der studierte Physiker versteht sich ausdrücklich nicht als Klimaforscher, sondern als unabhängiger Beobachter mit naturwissenschaftlicher Skepsis. Sein Ansatz: nicht glauben, sondern plausibilisieren. Nicht einer offiziellen Erzählung folgen, sondern prüfen, ob sie mit der Klimageschichte zusammenpasst.
Hubers zentrale These: Die Geschichte der Menschheit ist ohne Klimageschichte nicht zu verstehen. Klima sei nie statisch gewesen, sondern habe sich stets zwischen Warm- und Kaltphasen bewegt. Der Mensch habe diese Veränderungen über Jahrtausende nicht verursacht, sondern musste sich ihnen anpassen. Besonders plastisch macht Huber dies an historischen Beispielen.
Da ist Hannibal, der im Jahr 218 vor Christus mit Soldaten und Kriegselefanten über die Alpen zog. Huber verweist darauf, dass dieser Marsch über hohe Alpenpässe nur unter vergleichsweise günstigen Bedingungen möglich gewesen sei. Schnee, Eis, Gletscher und extreme Kälte hätten einen solchen Zug massiv erschwert oder unmöglich gemacht.
Oder auch „Ötzi“: Der Mann aus dem Eis starb vor rund 5300 Jahren auf über 3000 Metern Höhe. Für Huber zeigt dieser Fund sehr deutlich, dass Hochlagen der Alpen damals zumindest zeitweise leichter passierbar waren als in späteren Kaltphasen. Ötzi wird bei ihm nicht nur zur archäologischen Sensation, sondern zum Beleg dafür, dass Warmphasen in der Menschheitsgeschichte immer wieder auftraten – lange vor Industrialisierung, Kohlekraftwerken, Dieselmotoren und moderner Landwirtschaft.
Auch die Völkerwanderung deutet Huber nicht allein politisch oder militärisch, sondern klimatisch. Er beschreibt den Zusammenbruch der römischen Ordnung als Ergebnis vieler Faktoren, darunter auch eine Verschlechterung des Klimas. Wenn Ernten ausfallen, Weideflächen vereisen, Rohstoffgewinnung in Gebirgsregionen schwieriger wird und ganze Völkerschaften ihre Lebensgrundlagen verlieren, geraten historische Ordnungen ins Wanken.
Dasselbe Muster sieht Huber im Hinblick auf die Französische Revolution. Es gab politische, soziale und geistige Ursachen: Absolutismus, Ständestaat, Privilegien, Schulden, Aufklärung. Huber rückt zudem jedoch die unmittelbare Notlage der Bevölkerung in den Blick: Missernten, Hagel, Kälte, Nässe, teures Brot haben die revolutionäre Stimmung verschärft. Der Sturm auf die Bastille war demnach nicht nur ein Akt politischer Symbolik, sondern auch Ausdruck einer Hungerkrise. Wer kein Brot hat, hört den Parolen der Revolutionäre anders zu.
Besonders drastisch erscheint der Ausbruch des Vulkans Tambora 1815. Das Folgejahr 1816 ging als „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte ein. Asche und Schwefelpartikel in der Atmosphäre verdunkelten den Himmel, Temperaturen fielen, Regen und Kälte ruinierten Ernten. Hunger, Auswanderung, Elend – Huber beschreibt diese Episode als Beispiel dafür, wie abhängig die Menschen von natürlichen Klimaschocks sind. Ein Vulkanausbruch am anderen Ende der Welt löste in Europa Hunger aus und trieb Menschen zur Auswanderung.
Gegen die heute verbreitete Behauptung, der gegenwärtige Klimawandel sei in seiner Geschwindigkeit historisch beispiellos, weist Huber auf abrupte frühere Klimaänderungen hin. Eisbohrkerne, Baumringe und andere Archive hätten lange Zeit nur grobe zeitliche Auflösungen erlaubt. Neuere Betrachtungen zeigten, dass es auch in früheren Zeiten rasche Klimawechsel gegeben habe.
Entscheidend ist für Huber: Wer die heutige Erwärmung beurteilen will, dürfe nicht nur auf die letzten 150 Jahre schauen, sondern müsse Jahrtausende in den Blick nehmen. Dies führt er in seinem Buch detailliert mit vielen Beispielen aus.
Huber bestreitet nicht, dass CO2 ein Klimafaktor ist, aber er bestreitet sehr wohl, dass es der alleinige oder fast alleinige Haupttreiber des Klimawandels sei. Natürliche Faktoren, vor allem Sonnenaktivität, spielen eine weit größere Rolle, als im politischen und medialen Mainstream zugestanden werde. Er verweist auf historische Korrelationen: Warmzeiten fielen mit erhöhter Sonnenaktivität zusammen, Kaltzeiten mit solaren Minima. Für ihn ist die Sonne der naheliegende Hauptverdächtige im großen Klimageschehen.
Wenn CO2 nicht der entscheidende Treiber wäre, geriete auch die Begründung der deutschen Energiewende ins Wanken. Die Politik der Klimaneutralität, so Huber, beruhe auf dem Dogma, dass CO2 um nahezu jeden Preis reduziert werden müsse. Daraus folge ein gewaltiger Umbau von Energieversorgung, Verkehr, Industrie und Gebäuden. Für Deutschland bedeute dies nicht nur technische Herausforderungen, sondern enorme Kosten. Huber nennt Schätzungen in Billionenhöhe für den Weg zur Klimaneutralität. Industrieabwanderung, steigende Energiepreise, Belastungen für den Staatshaushalt und eine massive Schwächung des Wirtschaftsstandortes drohen. Wind und Sonne schickten zwar keine Rechnung, sagt das politische Schlagwort. Doch Netze, Speicher, Reservekraftwerke, Subventionen, Eingriffe und Folgekosten kosten durchaus – und zwar sehr viel.
Eine besondere Rolle spricht Huber den Medien zu. Katastrophenmeldungen steigerten Aufmerksamkeit, Angst mobilisiere Leser, Zuschauer und Klicks. Viele Leitmedien hätten die CO2-Erzählung bereitwillig übernommen. Daraus sei ein Meinungskorridor entstanden, in dem Zweifel schnell als unwissenschaftlich oder gefährlich erschienen. Huber sieht darin ein Problem für offene Debatte: Wissenschaft lebt vom Widerspruch, nicht von Verkündigung.
Das Gespräch im TE-Wecker mit Werner Huber geht über eine Buchvorstellung hinaus. Es handelt sich um eine Gegenrede gegen eine politisch verfestigte Klimadeutung. Klimageschichte ist komplexer als die Formel „mehr CO2 gleich mehr Katastrophe“.
Klima war immer Wandel. Die Menschheit überlebte, weil sie sich anpasste, baute, wanderte, erfand, speicherte, handelte und Technik nutzte. Doch Deutschland schwächt als moderne Industrienation seine eigene Energiegrundlage, um ein globales Klimasystem zu steuern, dessen natürliche Antriebe gewaltig sind.



Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Ich bin ein absoluter Klima-Laie! Alles was ich weiß, ist erlerntes Wissen aus der Schulzeit. Da hörte man von „ Erdzeitalter“, Dinosauriern, Eiszeit, Dürre, Meere, die dort einmal waren, wo heute Land ist, verkalkte Muscheln und Schnecken usw.usw. KLIMA-Wandel hat schon immer stattgefunden! Aber das geht in die Köpfe von geldgierigen Ideologen nicht hinein. Wir zahlen eine CO2 Abgabe und „ Petrus“ wird es richten. Krank!