95 Cent pro Liter würde Benzin in Deutschland kosten – wenn die zahlreichen Abgaben nicht wären. Fritz Vahrenholt zeigt, wie sich die Energiepolitik auf Benzin- und Lebensmittelpreise auswirkt, und er skizziert einen „Deutschlandplan“ zum Wiedereinstieg in die Kernenergie.
picture alliance / Chris Emil Janßen | Chris Emil Janssen
Die Gasspeicher in Deutschland sind nur zu 56 Prozent gefüllt – und damit auf einem derart niedrigen Stand, dass die Bundesregierung nun doch eingreift und den bundeseigenen Gaseinkäufer SEFE angewiesen hat, Gas zu Höchstpreisen zu kaufen. Knappheit treibt den Preis: Bereits im Juli dieses Jahres hatte ich auf die drohende Notlage hingewiesen. Doch während Gas damals noch etwa 50 Prozent preiswerter war als jetzt, geschah – nichts.
Energiepreise treiben Inflation und Lebensmittelpreise
Haupttreiber der Inflation in Deutschland sind die massiv gestiegenen Energiepreise. Während die Inflationsrate sich noch bei 2,9 Prozent befindet, sind die Preise für Energie, Strom und Gas um 10,5 Prozent gestiegen. Dass Deutschland die höchsten Strompreise aller Industriestaaten aufweist, hat seine Ursache im Doppelausstieg aus Kernenergie und Kohlekraft, in der hohen Belastung durch CO₂-Zertifikate und in den immensen Systemkosten von Wind- und Solarenergie.
Der Verzicht auf eine eigene Gasförderung zugunsten des Imports russischen Gases wirkt sich nun nach der Sprengung der Pipelines und der Sperrung der Straße von Hormus fatal aus: Haushaltskunden zahlen aktuell um die 12 Cent/kWh Gas. Aber dieser Gaspreis ist noch nicht im Einkaufskorb gelandet.
Steigt der Gaspreis, folgen die Preise für Stickstoffdünger. Rund die Hälfte der weltweiten Nahrungsmittelproduktion hängt direkt oder indirekt am synthetischen Stickstoffdünger. Die BASF hat ihre Anlagen zur Stickstoffdüngerproduktion stillgelegt. Der zweite große Standort SKW Piesteritz in Sachsen-Anhalt hatte bereits 2025 die Produktion eingestellt, wieder angefahren und droht nun erneut mit der Drosselung aufgrund hoher Kosten für importiertes Erdgas. Dazu gesellt sich im Übrigen auch noch die CO₂-Abgabe (bei der Ammoniakherstellung entsteht zwangsweise CO₂), die in den nächsten Jahren die Produktion in Deutschland ohnehin unwirtschaftlich machen würde.
Der größere Schaden entsteht dabei nicht sofort, sondern über Mengeneffekte im nächsten Jahr. Bei hohen Düngerkosten reduzieren Landwirte die Stickstoffgabe, was zu Ertragsausfällen und damit zu Preissteigerungen nach der nächsten Ernte führt.
Der größte Abzocker an der Tankstelle ist Finanzminister Klingbeil
Super E5 kostet zurzeit etwa 2,34 Euro pro Liter, Diesel rund 2,40 Euro. Beim Super kassiert der Finanzminister die Energiesteuer in Höhe von 65,45 Cent pro Liter, der CO₂-Preis beträgt 15,4 Cent pro Liter, die Treibhausgasquote verteuert den Sprit noch einmal um 12 bis 20 Cent pro Liter. Letzteres (rund 10 Milliarden Euro) bekommt der Finanzminister zwar nicht, sondern die Biokraftstoffhersteller. Der Finanzminister kassiert aber die Mehrwertsteuer dafür. Die Mehrwertsteuer beträgt insgesamt 36,4 Cent pro Liter. Damit gehen 51 Prozent des Spritpreises an den Staat.
Ohne staatliche Abgaben hätte Deutschland den niedrigsten Dieselpreis und den zweitniedrigsten Benzinpreis in ganz Europa! Das Benzin würde 95 Cent pro Liter kosten.
Es haben übrigens folgende Länder noch keinen CO₂-Preis auf Kraftstoffe eingeführt: Italien, Spanien, Griechenland, Portugal, Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Belgien. Deutschland ist immer vorne dabei, wenn es darum geht, mit der CO₂-Erzählung „wir retten die Welt“ den Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Zeit für Kernkraft
Dabei wäre es sehr viel angebrachter, einen Plan zu entwickeln, um den deutschen Lebensstandard zu halten, die Wirtschaft zu stärken und die Energiepolitik von ideologischer Selbstzerstörungswut zu befreien. Zum Beispiel durch einen Deutschlandplan Kernenergie. Wie könnte ein solcher Plan aussehen? Elf Punkte wären zentral für die Umsetzung einer Sanierung der deutschen Energiepolitik:
- Das Atomgesetz wird geändert, um die friedliche Nutzung der Kernenergie in Deutschland wieder zu ermöglichen.
- Das für Windkraft- und Solaranlagen gesetzlich festgestellte „überragende öffentliche Interesse“ wird auf Anlagen der Kernenergie übertragen, damit Genehmigungsverfahren beschleunigt werden können.
- Das Standortauswahlgesetz für Endlager wird an die künftig nach Transmutation zu erwartenden deutlich kürzeren Endlagerzeiträume angepasst.
- Das ALARA („so gering wie möglich“)-Prinzip im Strahlenschutz wird – wie in den USA – nicht länger als faktisch absolutes Minimierungsgebot, sondern als Optimierungsprinzip im Verhältnis zur natürlichen Radioaktivität angewendet.
- Sämtliche nachgeordneten Behörden, die mit dem Kernenergiekreislauf befasst sind, werden durch einen neuen Errichtungszweck von der Verhinderung kerntechnischer Nutzung auf deren Ermöglichung neu ausgerichtet.
- Zur Bündelung aller energiepolitischen Kompetenzen wird ein Energieministerium mit einem neuen Schwerpunkt Kernenergie geschaffen.
- Eine gesellschaftliche Kampagne zu Reindustrialisierung, Versorgungssicherheit, Kerntechnik und geopolitischer Souveränität schafft die vorpolitischen Voraussetzungen für den Wiedereinstieg.
- Soweit technisch möglich, werden bestehende Kernkraftwerke wieder in den Leistungsbetrieb zurückgeführt.
- Die vorhandenen Kernkraftwerksstandorte werden für den Bau neuer Großreaktoren gesichert und genutzt.
- Small Modular Reactors (SMR) und inhärent sichere Reaktorkonzepte der IV. Generation werden gezielt gefördert.
- SMRs und Kraftwerke der IV. Generation werden an Standorten ehemaliger Kohlekraftwerke sowie in großen Industriebetrieben errichtet.
- Stattdessen zieht die Politik es bislang vor, den Kopf in den Sand zu stecken – und unter hohem Kostenaufwand für den Steuerzahler erst dann zu intervenieren, wenn die Realität des nahenden Winters an die Tür klopft.
Den Deutschlandplan Kernenergie skizzieren Fritz Varenholt und Björn Peters in ihrem neuen Buch Zeit für Kernkraft – Schlüssel zum Wohlstand, das seit dem 15. September im Handel erhältlich ist – auch im Buchshop von Tichys Einblick. Fritz Varenholt: „Es ist nicht anzunehmen, dass Vertreter der Bundesregierung das Buch in die Hand nehmen, lesen und beherzigen. Machen Sie sich schlauer als die Koalitionäre, die das Wort Kernenergie aus der Regierungsvereinbarung gestrichen haben, und schauen Sie mal in das Buch hinein.“





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Es ist zwar nur ein Tropfen im Meer der Unfähigkeiten, aber der hohen Spritpreis wird der CDU in MeckPom final das Genick brechen.
Varenholt mag so recht haben wie er will …
„Wie aber sag ich’s meinem Kinde?“
Der Mann war jahrzehntelang Öko-Lobbyist.
Bald werden sie noch weiter gehen BRD Bürger. Dein Wahlverhalten ermuntert die doch geradezu. Du wirst kein Auto mehr fahren, sie schon, Du wirst nicht mehr fliegen, sie schon und Du wirst keine Elektroenergie mehr bekommen, sie schon. Was wirst Du tun, na Rot Grün wählen.
Wer braucht schon Gas. Nach dem Plan vom „Robärt dem Weinerlichen“ müssten ab jetzt alle schon eine Warmmachpumpe haben.
Da wurde aber nix draus und nun haben sie ein Problemchen.
Keine Pumpen, und Gas hat auch niemand so richtig bestellt.
Im Gegenteil. Irgendeiner hat bei
Meischillnerberger mal gesagt.
Ich will kein Gas…..
Ich bin gerade in Spanien, Super 95 kostet 1,69€.
In Deutschland 2.29€.
Die Befüllung eines 50l Tanks ist also in Grünland 30€ teurer als in Spanien.
Noch Fragen, Kienzle?
Hübsche Gedankengänge, leider vollständig sinnlos? Solange Entscheider ohne eigene Haftung entscheiden dürfen wird das nix. Der Haftung für Entscheider können diese entgehen, wenn Sie sich für ihre Entscheidungen eine Mehrheit beim Volk holen!
Allein das dürfte Selbstbereicherung, Bestechungsversuche und sonstige Beschlüsse von Entscheidern, zum Nachteil der Bevölkerung, verhindern. Wer dies nicht will bekommt keine nachhaltigen Lösungen, nicht jetzt auch nicht in Zukunft.
Na ja…es ist ja nicht nur Berlin wo hirnrissiges entschieden wird.
Auch von den kommunalen Räten wird ordentlich Mist gebaut.
Ich denke es braucht noch eine andere Instanz.
Zu mehr Lähmung würde das auch nicht führen. Ganz im Gegenteil…idiotische Änderungen würden nicht durchgesetzt.
Der Bundestag ist komplett falsch besetzt.
Da sollte ein Querschnitt von Menschen sitzen die den Mangel erlebt haben.
Der einzige jetzige Mangel der im Bundestag vorherrscht ist Intelligenz.
Es muss erst den Bürgern so richtig wehtun, dass die große Mehrheit begreift, die allermeisten der großen Probleme sind von der etablierten Politik in den letzten gut 10 Jahren verursacht wurden und werden nicht korrigiert…. Die sogenannten Reformen zu Lasten der eigenen Bevölkerung sind nur das Ergebnis dieser desolaten Politik. Nur ideologisch Fanatiker und politisch Durchgeknallte schalten mitten in der wirtschaftlichen Krise sichere und günstige Atomenergie ab und nehmen Kohlekraftwerke vom Netz. Hassadeure wider unserem Wohlstand! Und bis heute wurden diese Fehlentscheidungen nicht korrigiert. Auch auf billige Energiequellen verzichtet man in der Krise nicht Nun kommen äußere Umstände hinzu, die… Mehr
Immerhin verweigert sich die Merz CDU der von den Sozialisten geforderten „Übergewinnsteuer“.
Denn das wäre ein fataler Eingriff in die unternehmerische Freiheit gewesen und erinnert an 1939, als Hitler dasselbe tat- freilich kriegsbedingt.
Wind und Sonne schicken keine Rechnung. Die kommt mit gewaltigem Steueranteil vom Energieversorger.
Hm………wo bleibt die Feststellung das Heizöl bald unbezahlbar wird?? Bald jeden Tag 10 Cent mehr, unfassbar, mit dieser Verbr…..regierung in Berlin. Die sollen sich verdammt mal um das eigene Land kümmern, und nicht nur um die sch… Ukraine, oder soll ich alleine mit der guten Moral und CO2-Zertifikaten die Wohnung warm bekommen?
„Soweit technisch möglich, werden bestehende Kernkraftwerke wieder in den Leistungsbetrieb zurückgeführt.“
Das ist nicht nur eine Ftage der technischen Möglichkeit. Mit der Abschaltung/Stilllegung erlosch auch die Betriebserlaubnis. Will man die nun erneuern, müssten die KKW die aktuellen technischen Bestimmungen für einen Neubau erfüllen. Die Nachrüstung kostet Milliarden und die Genehmigungsverfahren, sofern dafür überhaupt noch die Expertise vorhanden ist, dauern Jahre.